Laufgemeinschaft der Deutschen Ultramarathon-Vereinigung e.V.

Vom 22. zum 23. April stand zum zweiten Mal für mich der Radebeuler M.E.T.M. auf meiner Jahresliste. Erstmal ein paar Zahlen zum Lauf. Er geht über 24h, wobei 100 Runden das Minimalziel sind. Dann hat man auch 39.700 Stufen (die Treppe an sich hat 397 Stufen), 8848 Höhenmeter und 84,4 km geschafft. Also genau von der Höhe Null rauf auf den Mt. Everest und wieder zurück; gleichzeitig die doppelte Marathonstrecke. Wer dann noch Kraft und Motivation findet kann innerhalb von 24h soviele Runden sammeln wie möglich.

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Voller Vorfreude und auch der Hoffnung auf einigermaßen gutes Wetter reisten mein Vater und ich an. Nach einer kurzen Vorbesprechung und der Ausgabe der Startunterlagen ging es dann endlich am Samstag um 16 Uhr los. Erstmals war sogar ein Läufer aus Japan mit dabei. Viele schlugen natürlich mal wieder ein Höllentempo an - für einen 24h Lauf absolut unangemessen. Aber es ist schwer, sich da nicht mitreißen zu lassen. Zu Beginn war ich, trotzdem ich mir einen Rennplan zurechtgelegt hatte, dann auch etwas zu schnell unterwegs, nahm das Tempo aber auch schnellstens wieder raus.
Es ist schon eine schwierige Sache , immer Treppauf, Treppab. Aber da auch ein Stück Straße zu bewältigen ist, hat man doch etwas Abwechslung, was der Muskulatur gut tut. Anfangs hatten wir Glück mit den Wetterkapriolen, was sich dann Sonntag aber ändern sollte. Da hatten wir dann alles dabei. Wind, Hagel, Regen, Schnee, aber auch Sonnenschein. Und nachts wurde es doch empfindlich kühl, sodass auch einige Ausfälle von Läufern zu beklagen waren.
Aber da gilt doch mein Dank an die vielen Zuschauer an der Strecke, was für uns Läufer ja doch schon etwas außergewöhnliches ist. Mein besonderer Dank gilt Clara, dem Maskottchen des Laufes, die bis abends an der Strecke saß und immer wieder motivierte und applaudierte und dann gleich wieder an Ort und Stelle war, als der Morgen graute. Ihre besondere Aufgabe war dann, jedem Läufer, der die 100. Runde geschafft hatte, in dieser einen Kirschzweig und die Finishermedaille zu überreichen. Mein besonderes Highlight ist aber immer die allerletzte Runde, die man richtig genießen kann, da auch die Zeit keine Rolle spielt, da man nur vor Ablauf der 24h diese beginnen muss und dann so viel Zeit hat, wie man möchte, um sie zu beenden. Und dann das allerschönste: ich war als 2. auf dem Gipfel, d.h. nach 100 Runden und auch nach 24h lag ich mit 129 Runden auf dem 2. Platz.

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Auch großen Dank an das Orga-Team um Ulf Kühne und alle unermüdlichen Helfer, die rund um die Uhr für uns da waren sowie an alle lieben Mitläufer, für die netten Gespräche mit Ihnen und die netten Gesten, wie ein kleines Lächeln, die einem über so manches Tief halfen.
Es war ganz sicher nicht mein letzter M.E.T.M.
Text und Bilder: Yves Mahindra König, 26.4.2017