Laufgemeinschaft der Deutschen Ultramarathon-Vereinigung e.V.

16. September 2017. Unser niederrheinisches Laufkombinat (Martina, Vera, Peter und ich) mit Hans aus Dortmund als westfälische Unterstützung nehmen am Pfälzer Triathlon teil – Essen, Trinken und Laufen. Alles drei kann man im Pfälzer Wald bekanntlich vom feinsten. Neben dem berühmten Riesling und den empfehlenswerten Spätburgundern, den Syrahs …, dem in der Kohl-Ära zu Berühmtheit gelangten Saumagen gibt es vor allem den Pfalz-Trail, der seinen Teilnehmern phantastische Laufpfade durch den Pfälzerwald bietet.

Pfalztrail vorm Start

Pünktlich um 6:30 Uhr geht es bei frühherbstlichen Temperaturen deutlich unter der Zehn-Gradgrenze los. Der Regen, der das Wetter in der zurückliegenden Woche auch im Pfälzer Wald bestimmt hat, nimmt eine Auszeit und der frühmorgendliche Himmel ist dunkelblau, mit einem schönen silbrigen Mond verziert – so schön kann ein früher Start sein. Ich freue mich auf die 85,6 km und bin optimistisch, dass meine Beine nach den vielen Höhenmetern beim UTMB vor zwei Wochen nicht mehr beleidigt sind und gut funktionieren. Bis auf die zwickenden Adduktoren läuft es nett rund und ich komme schnell in meinen (langsamen) Laufrhythmus.

Pfalztrail im ZielAn den in der ersten Hälfte des Laufes häufigen Verpflegungsstellen gibt es Wasser und die übliche Laufverpflegung. Die Strecke gefällt mir richtig gut, weicher Waldboden, Singletrails, Forstwege und viele laufbare Steigungen. Die Höhenmeter summieren sich auf knapp 2.500. Trotz der vielen Niederschläge der vergangenen Woche sind die Wege nicht matschig. Am Morgen ist es erfrischend sonnig und die kleinen nachmittäglichen Niederschläge erreichen uns nicht – wir laufen schließlich fast nur im Wald. Nach rund 40k meldet meine Beinmuskulatur, dass nun eigentlich genug gelaufen sei und ich eigentlich auch mal aufhören könnte, die Berge rauf und runter zu rennen. Der Kopf ist aber anderer Meinung. Bei der Verpflegung um den Kilometer 67 haben meine Beine die Hoffnung aufgegeben, dass ich das Rennen sein lasse. Leider aber auch die Eigenschaft, einigermaßen flüssig und locker zu laufen. Insbesondere das Runterlaufen sieht sicher zeitweise ein wenig hölzern aus. Zum Glück sind keine Kameras installiert und es gibt keine Noten für Schönlaufen. Aber, wie das beim Ultralaufen häufig passiert, läuft es sich irgendwann wieder ein wenig cremiger und ich kann für meine Verhältnisse relativ zügig nach Hertlinghausen ins Ziel laufen. Nach 12:03h laufe ich über die Ziellinie. Ich freue mich, dass auch alle Freunde vom Niederrhein schon bald im Ziel eintreffen und wir den Pfalztriathlon fortsetzen können. Der Pfalztrail ist sehr empfehlenswert und prima mit den anderen pfälzischen Paradedisiplinen (Essen, Trinken …) zu kombinieren!

Text und Fotos: Stefan Henscheid, 19.9.2017