Laufgemeinschaft der Deutschen Ultramarathon-Vereinigung e.V.

Termine

9.6.2018

DM 6h Hoyerswerda

14.7.2018
DM Ultratrail, Maintal-Ultratrail

27. - 30.7.2018

Camp / ELAN

1.9.2018
DM 24h, Bottrop,BUF

 

Kilometerspiel:

Unser Team in der 1. Liga

7gm1Bei einem Marathon am 2. Advent im Siebengebirge könnte man meinen, dass er recht schneesicher ist, aber in Wirklichkeit wird an einigen Hängen des Mittelgebirges in der Nähe von Bonn Wein angebaut und Schnee gibt es recht selten. Schnee beim 7GM ist daher die Ausnahme.

Doch zum Marathon-Wochenende 2017 fiel viel Schnee und auch während des Marathons gab es bei leichtem Frost anhaltenden Schneefall mit böigem Wind. Unter dem Strich gab es 41 km lang eine geschlossene Schneedecke, mal ein wenig tief, mal ein wenig sulzig, mal glatt. Bei einem Lauf, bei dem es ständig auf und ab geht, waren das keine leichten Bedingungen. Es gab einige Stürze, manche eierten tänzelnd die Berge herunter, andere stöhnten, dass es an Muskeln und Gelenken weh tat, die sie bisher gar nicht kannten. Allen Problemen zum Trotz lief der Sieger, der auch in der Ultralaufszene kein Unbekannter ist, Moritz auf der Heide, eine unvorstellbare Zeit von 2:42h - er war auch als einziger mit Spikes unterwegs.

Von der LG Ultralauf hatten sich einige zum letzten Wettkampf in diesem Kalenderjahr angemeldet, einige mit der Ambition, die gute Spätform durch eine schöne Zeit zu bestätigen, andere eher mit der Idee eines gemütlichen Trainingslaufes.

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Ein Gruppenfoto mit einem Teil der Mannschaft (von links: Michael Irrgang, Markus Meinke, Michael Wiesner, Andreas Weber, Christoph Janthur

Eigentlich wollte ich gemütlich eine 4:30h laufen. Eigentlich mag ich auch Schnee. Und ich mag den Lauf an sich. So freute ich mich, als es pünktlich um 10 Uhr losging. Wie üblich startete ich eher hinten und langsam. Schon am ersten Anstieg merkte ich, dass meine Schuhauswahl suboptimal war - mehr Profil wäre besser gewesen. So musste ich noch mehr gehen, als ich es ursprünglich dachte. Es war einfach sehr anstrengend. Berg runter ging aber prima und ich überholte reichlich. Nach einer halben Stunde setzte Schneetreiben ein, teils mit üblem Wind und wenn der feuchte Wind von vorne kam, war es schon mächtig kalt. Gefühlte minus 10 Grad, wollte einer in Erfahrung gebracht haben. Meine Brille war so eine Mischung aus beschlagen und vereist. Ohne hätte ich mehr gesehen, aber wohin damit?

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Einen Teil des Weges lief ich zusammen mit Stefan Henscheid

Anfangs hatte ich mich noch mit vielen Bekannten und Unbekannten ganz nett unterhalten, aber irgendwann waren einerseits die Gesichtsmuskeln zugefroren, dass das Reden echt beschwerlich wurde, andererseits wollte ich nun nicht länger als nötig brauchen, um wieder ins Bürgerhaus zu kommen, um meinen verdienten Kaffee zu bekommen. Der Veranstalter hatte kaum Kosten und Mühen gescheut und versorgte die Läufer etwa alle 5 km mit allem Nötigen, insbesondere mit warmen Tee und Iso, Spekulatius und gefrorene Bananen waren auch im Angebot. Etwas überrascht war ich, als ich nach 4:29 h ins Ziel kam. Fast wie geplant, es hätte sich nur besser anfühlen sollen. Als erstes direkt zur Kuchentheke und Kaffee und Kuchen besorgt, dann die nassen Klamotten gewechselt und alles war wieder super. Einige von uns, waren längst da und bereits geduscht und es dauerte nicht lange, als die Siegerehrung begann.

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Markus bei Ehrung seiner Altersklasse

Markus Meinke ist lange mit in der Spitzengruppe gelaufen und wurde am Ende für seinen couragierten Lauf mit Platz 9 gesamt und Platz 3 in seiner Altersklasse belohnt.

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Christoph bei seiner Ehrung. Später nahm er auch den Preis für die Mannschaft in Empfang

Christoph Janthur gewann sogar seine Altersklasse und wurde in der Gesamtwertung 29. Danach mussten wir leider fahren und haben das Beste verpasst. Denn in der Mannschaftswertung belegten wir den nicht für möglich gehaltenen 2. Platz und zwar in der Besetzung Markus, Christoph und MIR !!!!!! Einerseits war meine Zeit ja wirklich schlecht, was sich auch durch den Platz 182 ausdrückt, andererseits wähnte ich andere aus dem Verein vor mir. Aber, wenn andere das Vereinsfeld nicht oder nicht korrekt füllen und andere Mannschaften schwächeln und die anderen Meister des gepflegten Ultralaufes von uns noch gemütlicher unterwegs sind, dann kommen eben andere zum Zug. Mit Stefan Henscheid, Dirk Minnebusch und Michael Wiesner haben wir sogar noch eine zweite Mannschaft in der Wertung. Prima! Insgesamt war es ein besonderer Lauf, viel anspruchsvoller und viel anstrengender als es die Zahlen Länge und Höhenmeter ausdrücken, aber gestandene Ultraläufer mögen es ja so.

Text: Michael Irrgang, Bilder: Sabine Schäfer (2), Markus Meinke (1) und Michael Irrgang (2), 11.12.2017