Laufgemeinschaft der Deutschen Ultramarathon-Vereinigung e.V.

 

Abbildung: These shoes are made for running

„Super Lauf“, „schöne Zeit“, „Zimmer 109 – bestes Zimmer“, „einfach nur geil“ – dies ist nur eine Auswahl an Kommentaren, mit denen wir – auf den Bettkanten unseres 8er-Zimmers in der Jugendherberge Solingen-Burg sitzend – auf die vergangenen Tage zurückblicken. Hinter uns liegen fünf Tage Laufen pur im Bergischen Land, hinter uns liegt die Erstaustragung des Etappenlaufs „ Die Bergischen 5“.

 

Doch beginnen wir mal von vorn.

Bereits in den Jahren 2009, 2010, 2011 und 2013 gab es schon Etappenläufe im Bergischen Land, die unser Verein, die LG DUV und stellvertretend dafür vor allem Wolfgang Olbrich, organisiert hatte (für Statistikfans: http://statistik.d-u-v.org/eventdetail.php?event=13567). Gelaufen wurde damals auf den bestens markierten Rundwanderwege um die Städte Solingen, Remscheid, Wipperfürth, Kürten und Lindlar, an fünf Tagen kam man damals auf 299 km.

 

Der spätestens durch den letztjährig veranstalteten Deutschlandlauf bekannte Veranstalter Oliver Witzke aus Solingen hat die Idee für einen Etappenlauf im Bergischen Land wiederentdeckt und in seinem Sinne modifiziert. Die nun ausgeschriebenen „Bergischen 5“ gab es in den Ausführungen „Erwachsenenrunde“ und „Kindergartenrunde“ (kein Spaß, stand so sogar auf den Startnummern). Für die längere Variante sollten insgesamt 275 km mit 6400 HM absolviert werden, die kürzere Variante (ja genau, die „Kindergartenrunde“ ist hiermit gemeint) ergab eine Streckenlänge von 167 km und 4000 HM. Gelaufen wurde nicht nur auf Rundwanderwegen, sondern es gab immer reichlich einsame und wunderschöne Trampelpfade. Start-, Ziel-, Dreh- und Angelpunkt war die Jugendherberge in Solingen-Burg, oberhalb des bekannten Schlosses Burg.


Samstag, 07. April: Anreise

Nach einem nicht enden wollenden Winter zeigte der Frühling  bei unserer Ankunft an der Jugendherberge sein freundliches Gesicht: Sonne pur! Nun hieß es erstmal Startnummern abholen und Zimmer beziehen. Bereits in Rheine hatte Dirk die wunderbare Idee, alle LG-Ultraläufer in ein Zimmer zusammenzupferchen. Dieses Anliegen ergab großen Zuspruch und nach und nach tingelten alle ein:  Fabian Benz, der erst zwei Wochen zuvor beim Etappenlauf auf den Pfälzer Berglandtrails den zweiten Platz belegt hatte, möchte bei den „Bergischen 5“ Kilometer für anstehende Aufgaben sammeln (24h-Lauf in Basel, Spartathlon).

Für Volker Greis sind Wochen mit Umfängen jenseits der 200 km nichts Besonderes. Er nutzt die „Bergischen 5“ als Training und um herauszufinden, ob diese Spielart des Ultralaufs nicht genau sein Ding sein könnte.

Raimund Slabon ist der mit Abstand der erfahrenste Läufer aus unserer Runde und möchte bei den „Bergischen 5“ Kilometer für die anstehende TorTour de Ruhr schrubben.

Dirk Minnebusch hat bereits erst am Osterwochenende die Feiertage dazu genutzt, mit seinem selbst gebauten Lastenwagen einen privaten Etappenlauf in der Eifel zu machen. Von daher begnügt er sich mit der „Kindergartenrunde“.

Für mich selbst ist es der erste Etappenlauf und ich bin mir unsicher, ob und wie ich diesen gerade mit dem bisher nicht optimal gelaufenen Training in diesem Jahr verkraften werde.

Neben uns fünf LG Ultraläufern haben wir noch Sven Winkelmann „adoptiert“ und in unser Zimmer 109 aufgenommen. Sven und Raimund kennen sich von unzähligen Läufen und sind dann auch jeden einzelnen Km der „Bergischen 5“ gemeinsam gelaufen.

Im Anschluss an die harmonische Bettenverteilung gingen wir zunächst erstmal ein bisschen die Gegend erkunden und aßen im Schloss Burg ein erstes Eis – traumhafter Start.

Vor dem Abendessen fanden alle Läuferinnen und Läufer wieder zusammen, um sich von Oli begrüßen und briefen zu lassen. Das Helferteam wurde vorgestellt und bekam den ersten großen Applaus. Auch das Team der Jugendherberge war nicht untätig geblieben und tischte bereits Salate und Kartoffeln und Grillgut auf. Wir konnten das erste Abendessen in der Sonne genießen und so manches alkoholfreie Weizenbier dabei vernichten.

Gegen 22 Uhr war in unserem Zimmer dann auch schon Feierabend. Ich selbst war so aufgeregt und hatte gleichzeitig die Nächte davor so gut geschlafen, dass ich in der ersten Nacht nur ganz wenig geschlafen und die allermeiste Zeit geruht habe.

Sonntag, 08. April: 1. Etappe über 50 km

Am Sonntag ging es zum Warmwerden los mit einer Etappe über 50 km und etwa +/- 780 HM für die „Erwachsenen“ (aus unserem Zimmer Fabi, Volker, Raimund, Sven, ich). Für die „Kindergartenrunde“ standen 31 km auf dem Programm. Der Start war auf 7 Uhr angesetzt.

Alle waren froh, dass es endlich los ging und um 5:30 Uhr waren daher bereits alle schon hellwach. Der Ablauf sollte sich nun jeden Morgen gleichen: aufstehen, Morgentoilette, frühstücken, fertig machen, Briefing und ab. Jede und jeder entwickelt dabei eigene Routinen und ich stellte schon am zweiten Morgen fest, wie gut mir der immer gleiche Ablauf und die Sicherheit gebenden Strukturen tun. Dazu trug mit großer Gewissheit auch das hervorragende Frühstücksbuffet der Jugendherberge bei. Die Leiterin Denise Balke-Kircher zeigte während der gesamten Veranstaltung eine große Aufopferungsbereitschaft. Mussten wir Läuferinnen und Läufer auch früh aufstehen, sie war garantiert immer die Erste auf den Beinen und brühte schon Kaffee auf, als sich noch so mancher von uns im Bett wieder umdrehte.

Vor dem Start mussten sich die Läuferinnen und Läufer in Listen eintragen, um ihre Teilnahme zu bekunden. Um zehn vor sieben erläuterte Oli uns Feinheiten zur Tagesetappe und dann ging es auch schon pünktlich los. Am ersten und am fünften Tag sollte der Start für die „Erwachsenen- und Kindergartenrunde“ jeweils gleichzeitig um 7 Uhr sein, an den übrigen drei Tagen sollten die „Erwachsenen“ schon um 6 Uhr starten. Jeden Tag führte Oli die Gruppe 1-2 km an, um sie aus dem Örtchen heraus bis zu dem Punkt der jeweiligen Tagesstrecke zu eskortieren, an dem dann die Markierung begann. Für mich war dieses Einrollen immer ganz angenehm, man blieb noch beisammen und konnte ein bisschen mit anderen über Befindlichkeiten, Erwartungen und Herausforderungen quatschen. 

Textfeld: Abbildung 2: Einzeletappenläufer Dietmar Rosenau sondiert Wegstrecke durchs wunderschöne Eifgental.C:\Users\Matthias\Desktop\Matthias\Matthias\Fotos\Fotos\Laufen\Bergische5 '18\Eifgental.JPGNun ging es etwa 4,5 km über Trails und Wirtschaftswege schon mächtig auf und ab bis zur Balkantrasse. Dieser sollten wir etwa weitere 15 km immer leicht bergab folgen. Der zweite Teil dieser Runde war anspruchsvoller, aber auch schöner. Wir liefen talaufwärts auf tollen Pfaden und im frühlingserwachten Wald immer schön rauf, rauf, rauf das Eifgental hinauf. Mit fortschreitender Tageszeit zeigte sich auch immer häufiger die Sonne, bis die Wolken zur Mittagszeit gänzlich verschwunden waren. Es wurde richtig warm, ein erster Vorgeschmack auf kommende Sommertage. Auf den Trails war einiges los, viele Wanderer und Mountainbiker genossen die sonntägliche Erholung. 

Wertung der 1. Etappe (50 km / 31 km)

Tagesplatz

Name

Zeit

1

Fabian Benz

4:41:00

2

Volker Greis

4:48:00

6

Sven Winkelmann

5:40:00

6

Raimund Slabon

5:40:00

18

Matthias Kröling

6:25:51

4

Dirk Minnebusch

3:40:00

Nach KM 45 mussten wir leider den schönen Wanderweg verlassen und folgten der Markierung durch Siedlungen und entlang Straßen bis zur Jugendherberge zurück. Während Fabi und Volker diese, sowie Raimund und Sven diese Etappe jeweils zusammen liefen, war ich die meiste Zeit über allein unterwegs. Volker musste nur wenige Km vor dem Ziel Fabi ziehen lassen und seine Speicher mittels einer Cola an einer Tankstelle wieder auffüllen. Auch für Dirk ist der Tag sehr gut gelaufen, er war direkt oben mit dabei.

 

Textfeld: Abbildung 3: Führungstrio auf der ersten Etappe: Volker Greis, Eik Bergmann, Fabian Benz (Foto von Carsten Brake).C:\Users\Matthias\Desktop\Matthias\Matthias\Fotos\Fotos\Laufen\Bergische5 '18\Volker und Fabi_1.jpgDie enorme Geschwindigkeit von Volker und Fabi führte dazu, dass sie noch vor 12 Uhr im Ziel waren und somit noch über sechs Stunden Zeit bis zum Abendessen verblieben. Dirk war ja sogar schon vor 11 Uhr wieder im Ziel. Also machten die Jungs sich auf ins nächste Restaurant, um direkt etwas für die Energiespeicher zu tun.

Dieser Lauf war für die allermeisten Läuferinnen und Läufer bereits am frühen Nachmittag eingetütet, sodass noch viel Zeit für’s Füßehochlegen und Weizenbiertrinken in herrlicher Vorsommerluft übrig blieb. Zum Abendessen gab es Bolognese Lasagne mit Salat und auch für Abendprogramm war gesorgt: die Trailrunner Laura Mathiaszyk und Carsten Brake begeisterten ein interessiertes Publikum mit ihrem Multimediavortrag über einen Etappenlauf in Nepal. Im Anschluss daran zeigte Carsten den Anwesenden die Bilder des Tages, da er nicht laufend, aber fotografierend unterwegs auf den Pfaden war.

Mich beeindruckte, was danach geschah: Sobald der Vortrag vorbei war und die Fotos gezeigt waren, leerte sich der Saal augenblicklich. Bereits um 21 Uhr waren nur noch vereinzelte Gestalten unterwegs, die meisten suchten sofort das Bett auf. In Anbetracht der Tatsache, dass noch 225 km vor uns lagen, war das auch keine schlechte Idee.

Montag, 09. April: 2. Etappe über 60 km

Bereits um 4:30 Uhr (uhhh…) klingelte der Wecker und die morgendliche Routine nahm ihren Lauf. Eine kurze, repräsentative Umfrage in unserem Zimmer 109 ergab, dass 6 von 6 Läufern sich gut fühlten und keine nennenswerten Belastungs- oder Ermüdungserscheinungen aufzählen konnten. Top!

Heute ging es für die „Erwachsenen“ auf den Wanderweg „Rund um Remscheid“, besser bekannt als Röngtenweg. Der wurde zwar in entgegengesetzter Richtung absolviert, beinhaltete aber immer noch etwa 1370 HM. Für Dirk galt es immerhin 36 km und 900 HM zu bewältigen.

 

Textfeld: Abbildung 4: Morning has broken - Sonnenaufgang über den Gipfeln.C:\Users\Matthias\Desktop\Matthias\Matthias\Fotos\Fotos\Laufen\Bergische5 '18\Morning has broken.JPGBeim Start um 6 Uhr war es noch dunkel, sodass die „Erwachsenen“ Stirnlampen mitnehmen sollten, die man aber an der ersten Verpflegung abgeben konnte. Womit wir bei einem schönen Thema wären: die Verpflegung. Stände gab ziemlich zuverlässig genau alle 10 km und während es am ersten VP nur Wasser und Bananen gab (was völlig ausreichte), waren alle übrigen Tische mit diversen Speisen überladen: Salatgurke, Paprika, Tomaten, Äpfel, Mandarinen, Weintrauben, Erdnüsse, Kartoffelchips, Salzstangen, Studentenfutter, Weingummi, Kekse, verschiedene Schokoriegel, Waffeln, Minisalami, Frikadellen. Dazu oft noch Kartoffeln, Eier und frisch belegte Brote. Zu trinken gab es Apfelschorle, Cola und bestes bergisches Leitungswasser. Läuferherz, was willst du mehr! Das waren wirklich Verpflegungspunkte, auf die wir uns immer freuen konnten. Und das lag nicht nur an der hervorragenden Verpflegung, sondern vielmehr noch an den gutgelaunten und wirklich professionellen Helferinnen und Helfern. Oli kann sich wirklich glücklich schätzen (und das sagte er selbst jeden Tag), solche erfahrenen und professionellen Helferinnen und Helfer zu haben. Ohne euch wäre das alles nicht möglich gewesen, vielen Dank dafür!

Diese Etappe kam fast komplett ohne Markierung aus, da beinahe die gesamte Runde über dem „R“ im Kreis gefolgt werden konnte. Was mich und meinen Mitläufer Werner Falk nicht davon abhielt, uns einmal kurz zu verlaufen, da wir eine Änderung zwischen Markierung und Track nicht bemerkt hatten. Auch auf dieser Etappe liefen Fabi und Volker munter schwatzend voraus und schon bald konnte ihnen keiner mehr folgen. Sie waren so gut drauf und unterhielten sich so gut, dass sie den Ausstieg aus dem Rundweg und damit den Zubringer zu unserer Jugendherberge verpassten (auch wenn die Markierung dort ausreichend war). Durch die insgesamt vier Extrakilometer büßten sie ihre Führung buchstäblich auf den letzten Metern ein. Was die beiden aber sehr sympathisch macht, ist, dass dieser Umweg sie nur kurz erzürnte und sie im Nachhinein umso mehr selbst darüber lachen konnten. Außerdem war die Motivation für den nächsten Tag so bereits gesichert.  

Wertung der 2. Etappe (60 km / 36 km)

Tagesplatz

Name

Zeit

2

Fabian Benz

6:20:26

2

Volker Greis

6:20:26

5

Sven Winkelmann

7:00:53

5

Raimund Slabon

7:00:53

16

Matthias Kröling

7:51:08

1

Dirk Minnebusch

4:14:17

Auch bei Dirk auf der „Kindergartenrunde“ lief es super. Dort fand sich auf der zweiten Etappe eine 5er-Gruppe, die gemeinsam in Führung liegend das Ziel erreichte.

 

Textfeld: Abbildung 5: Besuch beim Sportwart. Danke, Martina und Michael, für eure spontane Gastfreundschaft.C:\Users\Matthias\Desktop\Matthias\Matthias\Fotos\Fotos\Laufen\Bergische5 '18\besuch in troisdorf.jpg

Im Ziel wartete Dirk schon auf mich und fragte mich, ob es mir etwas ausmachen würde, mich fix zu duschen und umzuziehen. Gemeinsam wollten wir nach Troisdorf zu Martina und Michael fahren, um uns dort eine LG Ultralauf-Fahne abzuholen. Und weil wir schon mal da waren, könnte man dort doch auch gleich zu Abend essen. Eine halbe Stunde später saßen wir im Auto und fuhren – mit kurzem Umweg über einen Grillimbiss am Supermarkt – Richtung Troisdorf. Dort gab es ein großes Hallo und wir erfuhren bei Kaffee und Keksen von Michael alles rund um die 50km-DUV-DM in Ebershausen, die wir ja alle am vergangenen Tag verpasst hatten. Im Anschluss daran ging es von der Terrasse ins Haus zum Abendessen. Martina hatte für uns einen Haufen Nudeln mit Fleischsauce gekocht, dazu gab es sehr leckeren Salat und abschließend noch einen deftigen Nachtisch. Vielen Dank Martina, das war echt ganz große Klasse, du hast einen großen Anteil am Abschneiden des nächsten Tages! Zum Schluss schauten wir uns einen kurzen Film an über die 2009er-Ausgabe des Etappenlaufs im Bergischen Land und konnten uns schon mal ein paar Bilder der morgigen Etappe ansehen. Dann ging’s wieder zurück nach Solingen – ach nee, die Fahne! Fast hätten wir sie vergessen, was eigentlich der Anlass dieser kurzen Reise war. Also schnell eingepackt und zurückgedüst. Als wir in der Jugendherberge ankamen, waren schon wieder alle im Begriff, sich für die Nacht fertig zu machen. Es gab auch an diesem Abend einen Vortrag über den 100km Lauf der Tortour de Ruhr, den wir aber wie das Abendessen verpasst hatten. Schnell in’s Bett, denn morgen wartete die Königsetappe, der Klingenpfadlauf.

Dienstag, 10. April: 3. Etappe über 70 km

„Wenn es uns nur nach der dritten Etappe so gut geht wie jetzt, dann packen wir auch den ganzen Lauf“, haben Marina Micic, einer Mitläuferin auf der Erwachsenenrunde, und ich uns gedacht. Tja, aber diese dritte Etappe auf dem Klingenpfad mit seinen 70 km und über 1700 HM will auch erstmal gemeistert werden.

Der Start ist für uns wieder um 6 Uhr morgens, also wieder mit Stirnlampe. Die ersten vier Km sind identisch mit gestern, dann heißt es aber, einer anderen Markierung zu folgen. Heute ist weiß die Farbe der Wahl. Am ersten Tag sind wir grün-gelben Sprühkreidepfeilen gefolgt, am zweiten Tag waren diese rosa. Für uns Läuferinnen und Läufer ist es sehr gut, sich nur auf eine Farbe konzentrieren zu müssen (und sich auch darauf verlassen zu können). Verschiedene Farben sind außerdem notwendig, da sich Streckenabschnitte teilweise gleichen und so Missverständnissen vorgebeugt wird.

 

Textfeld: Abbildung 6: Von allen Seiten und Höhen durchlaufen: die Müngstener Brücke.C:\Users\Matthias\Desktop\Matthias\Matthias\Fotos\Fotos\Laufen\Bergische5 '18\Müngstener Brücke.JPGDer Lauf ist kaum eine Stunde alt, da fährt mir ein Schmerz in den rechten Fuß. Genauer gesagt sticht es auf der Haut in der rechten Fußbeuge. Hm, was könnte das sein? Ich halte an und schnüre mir den Schuh auf. Der ist nun so locker, dass ich bei Bergabpassagen echt aufpassen muss, nicht umzuknicken. Bereits zum zweiten Mal in zwei Tagen laufen wir unter der Müngstener Brücke durch, es ist ein schöner Tag.

Überhaupt kann ich auch mal was zum Wetter sagen: Wir haben unglaubliches Glück während der ganzen fünf Tage. War es am ersten Tag noch sonnig, dafür die Etappe kurz, sind die Tage zwei bis vier eher bewölkt und mild bei Temperaturen um 15 bis 17°C. Mit anderen Worten – perfektes Laufwetter! Keine bösen Aprilüberraschungen, kein Hagel, keine knallige Sonne, nur am vierten Tag ein bisschen Nieselregen. Am fünften Tag kommt passend zur Siegerehrung die Sonne wieder hervor und schenkt uns einen wirklich würdigen Abschluss.

Die ersten 20 km bis zum zweiten VP laufe ich allein. Es geht ständig rauf und runter, na, das kann ja was werden. Meine Stimmung kippt etwas, denn mein Fuß wird nicht besser. Am 2. VP beschließe ich solange zu warten, bis die nächsten Läufer kommen, damit ich nicht mehr allein loslaufen muss. Tatsächlich kommt direkt nach mir eine 4er-Gruppe angetrabt, unter anderem mit Monika Lux und Werner Falk. Mit Werner bin ich ja bereits gestern wunderbar zusammen gelaufen, das Tempo hatte stets gepasst. Ich schließe mich den anderen an, wir traben nun zu fünft weiter. Es geht nun erstmal längere Zeit bergab und – oh Wunder – seit ich in Gesellschaft laufe und mich mehr ablenken kann, spüre ich den Fuß erstmal nicht mehr. Die nächsten 10, 15 Kilometer laufen (bzw. gehen) sich fast geräuschlos. Es gibt fast nur ebenes Gelände und daher die Möglichkeit, auch mal längere Zeit am Stück laufen zu können. Irgendwann meldet sich mein Fuß wieder und bei etwa Km 55 im wirklich schönen Örtchen Balkhausen spüre ich aus heiterem Himmel einen Stich, als ob mir jemand was Spitzes in den Fuß gerammt hätte. Oh nein, bitte nicht! Vor Schrecken gehe ich erstmal ein paar Schritte und es ist ja auch nicht mehr weit bis zum nächsten VP, also Zähne zusammenbeißen und weiter. Tatsächlich werden auf den letzten 12 km der Strecke nun noch mal sehr viele Höhenmeter gemacht. Anstatt auf dem gefälligen, breiten Rundwanderweg mit dem eingekreisten „S“ zu bleiben, schickt uns Olis Markierung immer wieder in darüber gelegene Pfade. Hier können wir nicht nur einige Sturmschäden bewundern, sondern müssen sich auch irgendwie überwinden und uns zwischen umgeknickten Bäumen und Ästen hindurchschlängeln.

Wir sind seit KM 30 nur noch zu dritt unterwegs und ich bin Monika und Werner sehr dankbar für die Begleitung. Meine Laune ist absolut im Keller. Bergauf und Marschieren ist besser für meinen Fuß, hier finde ich Zeit und Ablenkung, um Oli für dessen Streckenwahl zu beschimpfen. Bergab spüre ich den Schmerz so deutlich, dass ich keine Worte mehr machen kann und einfach nur vorwärts kommen möchte. Mit meinen beiden Mitstreitern rede ich schon länger kein Wort mehr, sie haben aber auch ein gutes Gespür für die Situation und lassen mich in Ruhe.

Irgendwann haben wir auch die letzte Wasserstation bei Km 64 passiert und jetzt kann es wirklich nicht mehr weit sein. Die Läufer von heute sind ja alle top ausgestattet mit GPS und wir unterbieten uns jetzt gegenseitig mit noch zu bewältigenden Kilo- und Höhenmetern. Noch einmal ganz runter und wieder rauf und dann der letzte Anstieg, ein Blick auf die Uhr: Wir können es noch unter 10 Stunden schaffen! Die Schmerzen sind nun vergessen und ich marschiere mit großen Schritten den letzten Anstieg hoch. Ein besonders schöner Moment ist für mich „die Ruhe vor dem Sturm“, die letzten paar Hundertmeter vor dem Zieleinlauf. Wir klopfen uns gegenseitig auf die Schulter und 

 

Wertung der 3. Etappe (70 km / 46 km)

Tagesplatz

Name

Zeit

1

Fabian Benz

7:29:25

1

Volker Greis

7:29:25

5

Sven Winkelmann

8:44:15

5

Raimund Slabon

8:44:15

17

Matthias Kröling

9:57:50

2

Dirk Minnebusch

5:48:12

bedanken uns beieinander für die miteinander geteilten Stunden auf der Strecke. Es ist schön, 10 Stunden laufen zu können, zu dürfen, sie überhaupt zu bewältigen. Aber noch schöner macht es die Gemeinschaft, in der man Höhen und Tiefen miteinander teilt. Auf diesem Wege dafür auch noch einmal herzlichen Dank an Monika und Werner!


Die Freude über die absolvierte Etappe währt nur kurz, die Sorge um den Fuß nimmt immer mehr Raum ein. Wie war das noch mal – schafft man den dritten Tag, schafft man auch den gesamten Lauf? Werde ich überhaupt morgen weiterlaufen können? Schnell ins Zimmer und dann duschen. Ich bin heute auch so müde und kaputt, das kenne ich so gar nicht. Andererseits kann ich das auch alles gar nicht kennen, da ich noch nie vorher in meinem Leben drei Ultras an drei aufeinanderfolgenden Tagen gelaufen bin.

Nach dem Duschen berichte ich den anderen Jungs von meinem Fuß. Der ist mittlerweile auf dem Spann und auch am Fußknöchel geschwollen und rot geworden. Das letzte Mal, dass ich die Vorläufersymptome eines shinsssssshin splints, des Schienbeinkantensyndroms hatte, war, als ich die Umfänge beim Laufen von 5 auf 10 km gesteigert hatte. Interessant, dass dieses Problem der Überbelastung in allen Stadien des Trainings auftreten kann. Während ich ein bisschen Voltaren drauf schmiere, um die Entzündung zu kühlen, kümmern sich die Jungs sich fürsorglich um mich auf vielfache Weise. Fabi, der Sportmediziner, berichtet von seinem Schwarzwaldlauf und dass er diese Probleme dort auch am dritten Tag hatte. Man könnte dort unten nichts kaputt machen, sie Sehne würde so schnell nicht reißen. Vor allem gelte es, mit dem Schmerz fertig zu werden. Raimund unterhält mich mit der ein oder anderen Horrorgeschichte, was er bei sich oder bei anderen bezüglich shin splints schon so alles erlebt und gesehen hat. Das amüsiert mich tatsächlich, da es bei mir noch längst nicht so schlimm ist, was gleichzeitig eine Motivation dafür ist, morgen wieder anzulaufen. Nachdem ich in der Küche nach Kühlungsmitteln gefragt hatte und man mir einen backsteinählichen Kühlakku gab, fährt Dirk direkt zur Tankstelle, um mir einen 2-Kilo-Beutel crushed ice zu besorgen. Der ist für meine Zwecke Textfeld: Abbildung 7: Flagge zeigen in unserem Zimmer 109.C:\Users\Matthias\Desktop\Matthias\Matthias\Fotos\Fotos\Laufen\Bergische5 '18\Flagge zeigen.JPGwesentlich besser geeignet und ich lege die Füße bis zum Abendessen hoch.

 

Tatsächlich hat es nicht nur mich erwischt, wie ich beim Essen erfahre. Marina erzählt, dass sie bereits gestern Probleme mit Entzündungen und Schwellungen ihres linken Fußes gehabt hat. Ich gebe ihr eine gute Portion meiner Eiswürfel ab und wir sitzen den restlichen Abend am Empfang und kühlen unsere Füße. Dann verbünden wir uns für den nächsten Tag und wollen diesen gemeinsam angehen und durchstehen.

Bei Fabi und Volker lief es diesmal wieder ziemlich rund, sie haben dem gestrigen Sieger eine halbe Stunde abgenommen und liegen nun beide wieder vorn in der Gesamtwertung. Auch Raimund und Sven sind gut durchgekommen, auch wenn die Beine verständlicherweise ein wenig schwerer waren als am Tag zuvor. Bei Dirk lief es super. Er ist in der Männerwertung Führender mit genau 1 Minute Vorsprung. Seine Taktik für die kommenden Tage lautet daher: Einfach dran bleiben an der Spitzengruppe und bereit sein für den Moment, in dem sich jemand aus dem Staub machen will.

Mittwoch, 11. April: 4. Etappe über 50 km

Ich wache auf und wackel vorsichtig mit dem rechten Fuß – gut. Ich stehe auf und gehe vorsichtig ein paar Schritte – okay. Es könnte also was werden…

Bereits gestern beim Abendessen hat Oli verkündet, dass die Startzeit der heutigen Etappe um eine Stunde nach hinten verlegt wird. Das bedeutet für die „Erwachsenen“ Start um 7 Uhr zur 50km-Etappe mit fast 1600 HM. Also etwa 20 km weniger als gestern, zum Ausgleich dafür kaum weniger Textfeld: Abbildung 8: Zeinehmer Patrick hat den Finger schon auf der Stoppuhr, Racedirektor Oli mit den letzten Ansagen vor dem Start.C:\Users\Matthias\Desktop\Matthias\Matthias\Fotos\Fotos\Laufen\Bergische5 '18\Oli und Patrick.JPGHöhenmeter. Juhu.

Werner und ich hatten uns gestern lose verabredet, es heute noch einmal miteinander zu versuchen, aber ich weise ihn daraufhin, dass ich aufgrund meiner Verletzung auf jeden Fall langsamer machen werde. Stattdessen wollen Marina und ich das jetzt zunächst gemeinsam angehen.

Während der gesamten Veranstaltung gibt es ein Zeitlimit von 12 min/km, welches ab dem ersten Km gilt. Das heißt, es gilt 5 Kilometer pro Stunde zu schaffen. Klingt beim Lesen wahrscheinlich lächerlich großzügig, aber an diesem Tag habe ich das erste Mal angefangen zu rechnen. Wenn ich nämlich gar nicht laufen kann, sondern gezwungen bin zu gehen, dann bin ich auf keinen Fall schneller als 6 km/h. Mit Steigungen und VPs könnte es vielleicht eng werden.

Umso größer ist meine Freude, als es auf den ersten Km erstmal bergab geht und auch einige flache Asphaltstrecken dabei sind. Was sagt eigentlich der Fuß? – Nix. Das will ich gar nicht groß hinterfragen, sondern lieber weiterlaufen. Die Strecke heute ist besonders schön, aber dafür auch besonders profiliert. Wir laufen die meiste Zeit auf hochgelegenen Trampelpfaden, genießen herrliche Ausblicke in nebelverhangene Täler und auf diverse Flusse und Flüsschen. Es geht manchmal steil rauf und steil hinab. Beispielsweise sollen wir einmal den behaglichen Weg verlassen und uns links in den Wald schlagen. Bloß dass da kein Weg ist, auch keiner sein kann, weil die Steigung bei über 50% liegt. Unverkennbar sind aber auch hier Olis Markierungen, an die ich mich schon ganz gut gewöhnt habe. Also rauf, rauf, rauf.

Marina und ich laufen noch zusammen, doch während es mir gut geht und ich meinen Fuß nicht spüre, kann ich an ihren Schritten sehen, wie schwer ihr das Laufen fällt. Und so gehen wir immer öfter. Nach gut 25 km sind wir fast ausschließlich im Geh-Modus unterwegs. Ich bin mir unsicher, was ich tun soll. Auf keinen Fall möchte ich Marina allein lassen und dann nachher von ihr hören, dass sie ausgestiegen sei. Aber ich kann auch nicht viel länger ihr Tempo halten, das ist für mich sehr zermürbend. Nachdem sie mir versprochen hat, auch die zweite Hälfte noch durchzuziehen, setze ich mich dann ab.

Der Rest ist schnell erzählt. Es läuft einfach. Ich kann viel laufen, auch leichte Bergaufpassagen und komme gut voran. Im Flachen mache ich ein für mich gutes Tempo von 6:05 bis 6:10 min/km. Wo bleibt denn eigentlich Werner, mit dem würde ich jetzt doch gern noch zusammen laufen. Als ich schon den Weg zum Schloss in Burg hochgestapft bin, sehe ich in gerade um die Ecke biegen. Ihn kann ich also nicht mehr einholen, aber ich habe doch einiges an Geschwindigkeit aufgenommen. Im Ziel bin ich einfach nur glücklich, dass mein Fuß nicht einmal gemuckt hat.

Wertung der 4. Etappe (50 km / 25 km)

Tagesplatz

Name

Zeit

1

Fabian Benz

5:04:19

1

Volker Greis

5:04:19

4

Sven Winkelmann

6:15:26

4

Raimund Slabon

6:15:26

19

Matthias Kröling

7:21:28

1

Dirk Minnebusch

3:11:40

Tolle Strecke, angenehmes Laufwetter mit ein paar Tropfen zwischendurch, aber ansonsten alles bestens. Aber die größte Freude des Tages ist für mich zu sehen, dass Marina ins Ziel kommt. Yes! Es ist wirklich erstaunlich, wie sehr Läuferinnen und Läufer bei so einer Veranstaltung mitfiebern und sich füreinander freuen. Ich beginne zu spüren, wie enorm dieser Gemeinschaftsaspekt, dieses Zusammenhalten gegen alle Widrigkeiten, beim Deutschlandlauf gewesen sein muss, wo man immerhin drei Wochen zusammen unterwegs ist.

An diesem Tag sind alle gut drauf: Es ist geschafft und auch einen weiteren Tag werden wir noch schaffen, klar doch!

Nach dem Abendessen gibt es ein besonderes Schmankerl: Günter Liegmann, seines Zeichens Bezwinger des letztjährigen DLL, ist angereist und nimmt uns mit auf seine Reise quer durch Deutschland. Anhand vieler Fotos, einigen Anekdoten und nicht zuletzt aufgrund seines trockenen Humors ist dieser Vortrag sehr unterhaltsam. Bei so manchen Leuten scheint er auf besondere Neugierde zu treffen…mal sehen, was da noch kommt.

Sobald das letzte Wort gesprochen ist, leert sich der Saal schneller als man „Etappenlauf“ buchstabieren kann und alle Beteiligten suchen ihr Heil und ihre Ruhe in den schmalen Betten ihrer Mehrbettzimmer.

Donnerstag, 12. April: 5. Etappe über 36 km

Ähnlich wie am ersten Tag sind die meisten bereits vor dem Wecker wach. Es scheint, als könnten es alle kaum erwarten, endlich die letzte Etappe in Angriff zu nehmen. Heute ist um 7 Uhr Start für die Kindergarten- und Erwachsenenrunde.

Dann ist Briefing. Oli beichtet uns, dass aufgrund von höherer Gewalt (also Baustellen usw) es nicht gelungen ist, eine 45km-Runde zu markieren. Es laufen also alle Läuferinnen und Läufer beider Varianten 36 km, was für die einen 9 km weniger und für die anderen 5 km mehr ist.

 

Textfeld: Abbildung 9: Kurz nach dem Start zur letzten Etappe - natürlich erstmal bergauf.C:\Users\Matthias\Desktop\Matthias\Matthias\Fotos\Fotos\Laufen\Bergische5 '18\Start letzte Etappe.JPGHm. Einerseits passt’s schon, andererseits auch ein bisschen schade (ich zähle ja heimlich mit…). Aber nun erstmal los. Vor allem für die Versehrten unter uns ist die Streckenverkürzung ein echtes Geschenk. Marina hatte noch beim Frühstück überlegt, ob sie überhaupt starten sollte und ließ sich dann von Volkers guten Argumenten überzeugen („Erstmal los. Ein bisschen laufen oder halt gehen. Wenn’s nicht klappt, kann man ja schon nach 10 km beim ersten VP aussteigen. Vielleicht klappt es ja doch, dann weiter zum zweiten VP. Und immer weiter in kleinen Schritten.“). Der Countdown zur letzten Etappe wird heruntergezählt, dann ab in den Wald. Was sagt mein Fuß? Schon wieder nix. Super! Werner und ich laufen wieder zusammen und wir kommen gut in Fahrt. Dann berichtet Werner mit, dass heute bei ihm die linke Fußbeuge schmerzt. Oh Mist! Na glücklicherweise ist es die letzte Etappe. Wir laufen die ersten 20 km zusammen und das gar nicht mal so langsam, teilweise Km unter 6 min/km. Dann will Werner es ruhiger angehen lassen, weil ich mich aber gut fühle, will ich vorwärts machen.

Vielleicht hängt das auch damit zusammen, dass Sven gestern mitgeteilt hat, dass Volker und ich vor der letzten Etappe geschlagene 3 min Vorsprung in der Teamwertung vor ihm und seinem Mitläufer Karsten hatten. Drei Minuten sind auf bisherigen 230 Kilometern gar nicht mal so viel. Einerseits bin ich ja froh, wenn ich das hier gesund über die Bühne bringen kann. Andererseits ist es ja aber auch ein Wettkampf.

Und dann packt es mich und ich beginne, ein Rennen zu laufen. Ich halte nur 1 Minute am nächsten VP und dann geht’s weiter. Läufer einsammeln. Die Idee, Läuferinnen und Läufer zu überholen, bereitet mir eine große Vorfreude. Ich laufe nun fast alle Steigungen und den Rest sowieso. Schon ist die Führungsgruppe der „Kindergartenrunde“ im Blick und dann auch schon überholt. Dirk wünscht mir alles Gute, fragt, ob ich noch Salz brauche, aber da bin ich schon wieder weg. Die downhills laufe ich mit einem Tempo von 5:05 bis 5:15 min/km und sammle einen nach dem anderen ein. Dann der letzte VP – es gibt Sekt und Erdbeeren – und ich habe tatsächlich Sven und Raimund eingeholt. Danke, Sven, für deinen verblüfften Gesichtsausdruck, schon allein das war die ganze Aktion wert. Meinen Beinen merke ich nichts an, meinem Fuß geht es gut und so laufe ich einfach schnell weiter. Nur noch zwei Hügel, noch einer…und schon biege ich auf die Zielgerade ein. Volker springt mir ebenfalls

Wertung der 5. Etappe (36 km / 36 km)

Tagesplatz

Name

Zeit

1

Fabian Benz

3:23:23

1

Volker Greis

3:23:23

5

Matthias Kröling

4:02:54

6

Sven Winkelmann

4:06:05

6

Raimund Slabon

4:06:05

1

Dirk Minnebusch

4:21:12

verblüfft entgegen, schreit mich jubelnd an, dass die Teamwertung nun im Sack sei und übergibt mir dir LG Ultralauf-Fahne.

Im Ziel überlege ich kurz, ob ich aufhören soll. Aber Oli sagt, ich könnte jetzt immer noch voll machen. Also los. Zurück zum letzten VP und dann ein zweites Mal ins Ziel, dann müsste ich die 45 km im Sack haben. Vor lauter Begeisterung vergesse ich zunächst mal, meine Uhr wieder zu starten, sodass ich doch noch ein paar Schleifen mehr werde drehen müssen. Der Lauf nun zurück ist einfach wunderbar. Es kommen immer wieder Leute entgegen, die sich freuen, es bald geschafft zu haben. Für einige ist es zugegebenermaßen auch verwirrend, dass ihnen Läufer mit Startnummern entgegenkommen. Ein Mitläufer und ich rufen schon immer aus der Ferne, dass sie richtig sind und bloß weiterlaufen sollen.

Dann komme ich ein zweites Mal am letzten VP an und laufe noch ein Stück weiter zurück. Es freut mich total, dort Marina den Trail runterkommen zu sehen. Wie cool, sie wird es schaffen! Da ich sowieso zurück muss und es überhaupt nicht mehr eilig habe, nur noch die Km vollkriegen muss, bleibe ich bei ihr und wir absolvieren ihre letzten Km gemeinsam.

Dann ist es geschafft.

Abschluss und Fazit

Was am Ende folgt, ist einfach nur schön. Zur Siegerehrung kommt die Sonne raus, es ist schön warm. Oli spendiert eine Runde Kaffee und Kuchen als Entschädigung für den Fauxpas mit der Unter- bzw. Überdistanz auf der letzten Etappe, auch wenn ihm da keiner böse war.

 

Textfeld: Abbildung 10: Fette Beute!C:\Users\Matthias\Desktop\Matthias\Matthias\Fotos\Fotos\Laufen\Bergische5 '18\Sieger.JPGAlle sitzen draußen und sind zufrieden. Geehrt werden alle Anwesenden: Ob Kindergartenrunde oder Erwachsenenrunde, ob Gesamtrunde-Bezwinger oder Fast-Gesamtrunde-Bezwinger. Die LG Ultralauf schneidet fantastisch ab: Erster (Fabi) und zweiter (Volker) Platz auf der „großen“ Runde, sowie erster Platz (Dirk) auf der „kleinen“ Runde. Zudem gibt es für Volker und mich noch den Sieg in der Teamwertung. Dass von vier gestarteten Teams es nur zwei in die Wertung schaffen und es hier auch nur deswegen so spannend blieb, weil der schnelle Volker mit dem langsamen Matthias ein Team bildeten, wollen wir hier mal nur am Rande erwähnen ;-)

Richtig spannend wurde es noch einmal bei der Verlosung eines Freistarts für den halben Deutschlandlauf im kommenden Jahr. Fabi und Volker hatten sich bereits im Vorfeld so geeinigt: Sollte einer von Beiden den Freistart gewinnen, würde der andere nachziehen und beide würden aus dem halben den ganzen DLL machen. Oli rief nun alle auf, die es sich überhaupt vorstellen können, nächstes Jahr mit dabei zu sein und ein gutes Dutzend tapferer Recken stand auf (von uns: Volker, Fabi und auch Rai -> aha, erwischt, das erzählen wir mal nicht weiter). Dann wurden Zettelchen gezogen und - - leider kein Losglück für die LG Ultralauf. Dem Teufel noch mal von der Schippe gesprungen.

Die wichtigste Ehrung erfolgte gegen Ende: Wir bedankten uns recht herzlich bei allen Helferinnen und Helfer aus dem Betreuungsteam und von der Jugendherberge. So ein Lauf ist nicht zu realisieren ohne die unermüdliche Hilfe von vielen fleißigen, zuverlässigen und doch immer entspannten und zuversichtlichen Menschen. DANKE!!! Danke Oli dir für die gesamte Veranstaltung, in die du viel Herzblut reingesteckt hast. Natürlich kann man immer noch irgendwas verbessern, aber das wichtigste war vorhanden: eine gute Gemeinschaft und viel Spaß. Ich war das erste Mal bei einem deiner Läufe und komme garantiert wieder. Super Sache!

Was bleibt nun also von dieser Klassenfahrt?

Bisher konnte ich Mehrtagesveranstaltungen nichts abgewinnen, weil ich den Reiz dahinter nicht verstand. Nun hat sich das für mich komplett gewandelt. Oli fasste seine Motivation für die Organisation solcher Veranstaltungen so zusammen: „Es macht mir unheimlich viel Spaß, Leute zusammenzubringen, sie eine Gemeinschaft erleben zu lassen und zu sehen, dass alle Spaß haben.“

Das kann ich nur so unterstreichen. Nicht nur durch die kleinen Zimmer in der Jugendherberge rücken alle zusammen. Man hilft sich gegenseitig bei Schwierigkeiten, läuft gemeinsam durch Höhen und Tiefen und erfreut sich ungemein am Kampfgeist der Anderen. Jeder passte auf den anderen auf, litt mit und jubelte im Ziel.

So eine Gemeinschaft kann es nur bei Mehrtagesveranstaltungen geben, auf denen man sich richtig kennenlernen kann. Ich bin froh und dankbar, Teil dieser Gemeinschaft gewesen zu sein. Liebes Zimmer 109, lieber Sven, Dirk, Fabi, Volker, Rai – mit euch jederzeit gerne wieder!

Es ist dann zwar auch schön, wieder zu Hause zu sein, aber ich verspüre ein kleines Loch – irgendetwas fehlt. Mir fehlen die Leute, die Gemeinschaft. Mir fehlen die vielen einsamen Pfade durch nebeligen Wald und die saftigen Wiesen mit den Schafen und Eseln. Mir fehlen das Laufen, das Durchhalten und das Ankommen. Mir fehlt sogar ein bisschen das frühe Aufstehen und die einfach Übersicht des vorstrukturierten Tagesablaufs: run, eat, sleep, repeat.

So bleibt eigentlich nur die Frage: Was kommt als Nächstes?

 

Text und Bilder von Matthias Kröling

  

C:\Users\Matthias\Desktop\Matthias\Matthias\Fotos\Fotos\Laufen\Bergische5 '18\Fabi.jpgTextfeld: Abbildung 11: Der Sieger der "Kindergartenrunde" über 172km und 4000 HM in einer Gesamtzeit von 21:15:51 ist Dirk Minnebusch.C:\Users\Matthias\Desktop\Matthias\Matthias\Fotos\Fotos\Laufen\Bergische5 '18\Bergische 5 Dirk 2018.jpg

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 Textfeld: Abbildung 12: Der Sieger der "Erwachsenenrunde" über schließlich 266 km und 6200 HM in einer Gesamtzeit von  26:58:33 ist Fabian Benz.

 

Textfeld: Abbildung 13: Volker und ich gewannen die Dream-teamwertung. Was man nicht sieht: 275 km vorher hatte ich tatsächlich noch mehr Bauch.C:\Users\Matthias\Desktop\Matthias\Matthias\Fotos\Fotos\Laufen\Bergische5 '18\Siegerehrung_2_bearbeitet.jpgC:\Users\Matthias\Desktop\Matthias\Matthias\Fotos\Fotos\Laufen\Bergische5 '18\Raimund.jpg

 

 

 

 

 

 

 

Textfeld: Abbildung 14: Rai lief die ganze Veranstaltung gemeinsam mit Sven. Ihre Routine und Schnelligkeit brachte die beiden auf einen hervorragenden 6. Gesamtplatz.Textfeld: Abbildung 15: Tolle Gemeinschaft, gute Laune, klasse Ergebnisse: LG Ultralauf bei den Bergischen 5!C:\Users\Matthias\Desktop\Matthias\Matthias\Fotos\Fotos\Laufen\Bergische5 '18\Team vor dem Start.JPG