Laufgemeinschaft der Deutschen Ultramarathon-Vereinigung e.V.

Eingebettet zwischen den Meisterschaften in Störitz und Mörfelden bot sich am letzten Wochenende ein Doppelwettkampf an, bestehend aus dem WUT am Samstag und dem Bonn-Marathon am Sonntag.

logo wutDer WUT ist ein Gruppenlauf über 65km mit 2100 Höhenmeter im Westerwald. Start und Ziel ist in Waldbreitbach, die Strecke führt über alle umliegenden Berge. Nach dem Lauf gehört ein opulentes Buffet zur Veranstaltung, auf das ich leider verzichten musste, weil zu Hause ein Gast wartete. Es waren einige LG Ultralauf-Mitglieder am Start und es gab viel zu erzählen, was natürlich bei so einem Gruppenlauf perfekt funktionierte, da das Lauftempo für mich so mittelanstrengend war und die etwa 60 Personen umfassende Gruppe regelmäßig auf einander wartete.

Carmen WUT2

Andreas Häußer beschrieb den Lauf so:

Andreas 1Wofür steht der WUT?
Peace, Love and Harmony.
Freunde wiedersehen.
Die große vegan-vegetarische Pastaparty.
Schönes Wiedtal.
Bergziegenrennen (Figo und Leonie)
Roßbacher Häubchen.
Neue Herausforderungen (GC Skyrace)
Aufgeschobene ToDo-Lists
Tuntiges Stöckeln.
Ultra-Novizen-Taufe.
Falsche Trikots.
Fockenbacher Höllenhunde.
Sweet Donkey.
Alles richtig gemacht.
Danke Josef und Wolfgang.
We'll be Back.

Carmen WUT3

Es boten sich immer wieder tolle Fernblicke über das Wiedtal und über den Westerwald.

Carmen WUT1

Carmen und der Esel

Carmen WUT4

Kerstin Conrad und Carmen Tautges

Leonie1

Ein eher zufälliges Gruppenbild mit 5 Vereinsmitglieder: Katja Dasbach, Kerstin Conrad, Andreas Häußler, Jan Förster und Michael Irrgang.

Für Carmen waren die Höhenmeter etwas ungewohnt und sie nutzte die Möglichkeit, den Spaß etwa nach der Marathondistanz zu beenden, denn auch sie hatte am nächsten Tag noch etwas vor.

Ihr Resümee fiel so aus:

Der WUT, ich hatte MUT 🤗 Was für eine tolle Strecke und Laufveranstaltung - ein Gruppenlauf ohne Zeitmessung, nette Mitläufer, gut bestückte VPs mit jeweils 10 Minuten Pause (nix rausgestoppt), gaaanz viel Wald, super Wetter und immer wieder hoooooch und hoooooch und runter und wieder hoooooch 🙈 Geplant waren 65 km mit 2100 Höhenmeter, geschafft habe ich knappe 44 km mit 1500 Höhenmeter. Den Beinen und dem Körper geht es gut, aber wenn der Kopf immer wieder schreit, dass er jetzt ehrlich und wirklich keine Lust mehr hat, fängt die "Quälerei" an und der Spaß verschwindet. Stadtkind, Neuling beim Ultralaufen und eine, die noch nicht sooo viel Trailerfahrung hat - 1500 Höhenmeter... Habe ich noch niemals geschafft und ich bin damit total zufrieden😊 Mit ein bisschen "Biss" wäre der Rest bestimmt auch noch zu schaffen gewesen, aber der Spaß steht halt ganz oben. Und den habe ich definitiv irgendwo bei km 39 verloren 🙈 Mal gucken, wie es mir morgen geht - zur "Not" gehts zum Frühstück 🤓

Carmen BN

Am Sonntag folgte dann der Bonn-Marathon. Carmen wählte die auch nicht einfache Light-Variante und begnügte sich mit dem Halbmarathon, den sie souverän finishte.

Der Start für die Halbmarathonläufer erfolgte ganz schön früh. In welcher Stimmung ich war, als ich die Saisonplanung machte, ist mir im Nachhinein völlig unklar.

Angesichts meiner aktuellen Form war die Idee, am Samstag den WUT zu laufen und am Sonntag als Zugläufer für 4:30 eine hohe Verantwortung zu übernehmen, mehr als optimistisch. Heftige Krämpfe am Samstagabend gaben mir zu verstehen, dass sich der WUT zwar gut anfühlte, aber doch meine Beine arg strapazierten.

Bonn ist mein einziger Straßenmarathon im Jahr. Seit etwa 15 Jahren laufe ich dort als Zugläufer, seit 10 Jahren organisiere ich diese Gruppe, die sich meist aus gestandenen Ultraläufern zusammensetzt.

In diesem Jahr sollte es erstmalig eine Gruppe für 5:00h geben und ich fragte mich im Vorfeld, wie man sich klug das Rennen für diese Zeit einteilt.

Zum Spaß versuchte ich einmal meine kleine Hausrunde so langsam, wie irgend möglich zu laufen und kriegte kein Tempo langsamer als 6:45 pro km hin. 5:00h ist aber ein Durchschnittstempo von 7:07min pro km!

Nun ergab es sich, dass am Freitagabend ein Zugläufer für die 5 Stundenzeit absagte und ich versuchte das Unmögliche, innerhalb weniger Stunden Ersatz zu finden, da ich ja den ganzen Samstag nicht erreichbar war. Michael Derlich bot spontan seine Unterstützung an, aber nur für 4:30h, mit dem Kommentar „langsamer geht nicht“.  So nahm ich das Angebot des Schicksals an und wechselte auf die langsamere Zielzeit.

Wie üblich fuhr ich mit dem Rad nach Bonn, brauchte nur 5 Minuten länger als sonst. Unterwegs nur einen Gedanken im Kopf: Wie willst du heute einen Marathon laufen? In Bonn angekommen, liefen die Vorbereitungen routiniert ab. Die meisten der eingesetzten Zugläufer sind schon oft in Bonn dabei gewesen und kennen die Abläufe: T-Shirts, Ballon verteilen, Foto machen und auf in den Startblock.

Zuglaeufer 2019 klein

Traditionell stellt die LG Ultralauf den Großteil der Bonn-Zugläufer. Mit dabei waren diesmal Carsten Schwenke, Klaus Haake, Axel Densing, Kathi Bey, Stefan Henscheid, Michael Irrgang, Jonathan Gakstatter

Logo bnmDie erste Überraschung war, dass es tatsächlich Leute gibt, die genau 4:59 laufen wollen. Meine Vermutung ging eher in die Richtung, dass die Leute, die letztendlich 4:59h laufen, die ersten 20 km in der 4:30h-Zugläufergruppe mitlaufen. Aber falsch gedacht, es bildete sich direkt eine kleine 10 Personen starke Gruppe, die Jürgen Axmacher, mein Zugläuferpartner und Vereinskollegen aus Troisdorf und mich begleiteten.

Der Startschuss fiel und kurz vor den Besenläufern überquerten wir die Startlinie – jetzt nur nicht zu schnell starten! Das KM 1-Schild kam und die Uhr zeigte 7 Minuten – perfekt! Bei Kilometer 2 hatten wir genau 14 Minuten - das schien heute genau mein Tempo zu sein! Im Laufe des Tages überquerten wir viermal die Kennedybrücke, es wurde wärmer und windiger, aber mehr oder weniger liefen wir den gesamten Marathon in 7 min pro Kilometer und gingen bei den Verpflegungsstellen immer so 20 bis 30 Meter.

Das Lauftempo fühlte sich ganz gut an, die Mitläufer waren alle sehr nett und so hatten wir wirklich viel Spaß, nur die Kilometerschilder kamen unglaublich selten. Etwa bei Kilometer 17 wurden wir auf dem 2-Rundenkurz von dem späteren Sieger überholt - noch so ein deprimierender Moment. Ich musste ab und zu meine verspannte Muskulatur dehnen, aber sonst lief es eigentlich ganz gut.

Überraschenderweise mussten die meisten Gruppenmitglieder sogar abreißen lassen, sodass wir ab km 30 nur noch 2 Mitläufer hatten. Der eine wollte einen Marathon im 100km-Tempo laufen, weil er sich auf Biel vorbereitete. Bei km 35 zündete er den Turbo zur Endbeschleunigung und wurde nicht mehr gesehen.

Der andere lief seinen ersten Marathon und wollte mit geringstmöglichem Aufwand und Risiko unter 5 Stunden finishen. Da er keinerlei Schwäche zeigte, verzichteten wir auf die geplanten kurzen Gehabschnitte auf den letzten 5 km und peilten eine 58er Zeit an. Doch plötzlich, als das Ziel in Sichtweite kam, passierte das, was allen Ersttätern passiert: sie bekommen einen gewaltigen Schub Endorphine, die sogenannten Erlösungs-Glücksgefühle und er gab Gas. Kopfsteinpflaster, etwas ansteigend über den Bonner Rathausplatz an dessen Ende der Zielbogen steht – 4:30er Tempo. Ich dachte sofort: „das sind die Momente, in denen man sich eine Zerrung holt“ und ging das Tempo mit. Im Ziel hatten wir eine Zeit von 4:57; er war überglücklich und ich restlos ko.

Fazit: Einen Marathon in 5 Stunden kann man machen, muss man aber nicht. Und zweimal schon gar nicht. Daher suche ich für 2020 jemanden, der gerne und zuverlässig diese Zielzeit läuft. Der Termin ist der 26. April 2020 und damit nach Ostern und weit weg vom WUT, der immer zwei Wochen vor Ostern stattfindet.

Text: Michael Irrgang, Andreas Häußler, Carmen Tautges, Bilder: Carmen Tautges, Andreas Häußer, Leonie Eisebraun, Michael Irrgang, 10.04.2019

12h Lauf von Edda und Elisabeth in Störitz (Brandenburg)

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Da lebt man nun seit Jahren in der Mark Brandenburg und denkt, man kenne alle Regionen. Störitzland war aber auch für mich in der Gänze des Geländes Neuland. Kein Wunder; allein schon dort hinzufinden stellt höchste Anforderungen an Orientierungssinn und Navigationsgerät. Beide verabschiedeten sich jedoch bei mir spätestens an einem Kreisverkehr irgendwo im Nirgendwo im Landkreis Oder-Spree. Schließlich fand ich doch noch irgendwie hin. Frei nach Fontane (1819-1898) erkundete ich dann das Charakteristische des Ortes. Es musste ja noch Einiges organisiert werden für den 50-Kilometer-Lauf der von DLV und DUV veranstalteten Deutschen Meisterschaften, in deren Rahmen auch ein 12-Stunden-Lauf stattfand. Für Letzteren hatte ich mich angemeldet.

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Das Charakteristische des Ortes war schnell erkundet, denn die Gegend um den Söritzsee ist, um es ebenfalls mit den Worten eines bekannten märkischen Literaten (Loriot) zu beschreiben, "sehr übersichtlich". Fontane muss sich wohl auch mal hierher verirrt haben, denn ich fand in seinem Buch "Spreeland" folgende Beschreibung der Landschaft:

"Es war eine alte knorrige Kiefer, eben noch aus der Zeit her, wo man die Bäume nicht schwächlingsschlank heranzog, sondern es lieber hatte, sie sich knorrig – original entwickeln zu lassen. … Es bewahrt jenes anheimelnde Stück Romantik, das in Abgeschiedenheit und Öde, vor allem aber in einem gewissen Hospizcharakter begründet liegt. … Nichts begegnet dir außer einem schief stehenden Wegweiser, der seine öden Arme schlaff zu Boden hängen läßt, oder eine Krähe, die den Kopf in das nasse Gefieder einzieht und sich trübselig matt besinnt, ob sie auffliegen soll oder nicht."

Treffender hätte ich das auch nicht formulieren können. Die Freizeitanlage am Störitzsee war Fontane natürlich noch nicht bekannt, denn diese wurde erst nach 1945 als zentrales Pionierlager "Alexander Matrossow" errichtet. Sicherlich hätte Fontane auch für diese Anlage wohlformulierte Freundlichkeiten hinterlassen. Besonders beeindruckt hätte ihn wahrscheinlich der herbe Charme der Innenausstattung, die zwar im Zuge der Nachnutzung des ehemaligen Pionierlagers in die "Freizeitanlage Störitzland" aufgehübscht wurde, aber noch heute den damaligen Standard erahnen lässt.

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Mit Edda Bauer bildete ich eine Art Schicksalsgemeinschaft sowohl was die Unterbringung als auch den 12-Stunden-Lauf anbetraf. Geteilte Freude ist ja bekanntlich doppelte Freude, was angesichts der beschriebenen Charakteristika des Ortes und der Unterbringung für uns beide durchaus hilfreich war, zumal ich an diesem Wochenende Geburtstag hatte und diesen in Gemeinschaft zu feiern versuchte. Diejenigen Teilnehmer, die sich entschlossen hatten, in einem Hotel in Woltersdorf mit all seinen Annehmlichkeiten zu residieren, hatten unser Mitgefühl, denn ihnen entgingen unvergessliche Eindrücke, inklusive der völligen Internetabstinenz.

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Die Laufstrecke ist schnell beschrieben. Eine 5-Kilometer-Runde mit dem Anfang um das Gelände. 2 km Kiefernallee mit Asphaltstrasse geradeaus, eine knorrige Kiefer neben der anderen, die kein Ende nehmen wollten, und in allen möglichen Variationen. Immerhin gute Luft. Dann an der Kreiskommunalstraße am Wald entlang ging es auf einen Waldweg und man kam dann dort wieder an, wo der Lauf begann – auf dem ehemaligen Pioniergelände. Tja, so war jedes Ende zugleich ein neuer Anfang.

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Die 50-km-Meisterschaftsgruppe war bereits fertig als Edda und ich noch mitten im 12-Stunden-Lauf waren. An der Mitgliederversammlung, die nach dem 50-km-Lauf stattfand, konnten wir daher nicht teilnehmen. Während also die einen redeten, kämpften Edda und ich, uns Kilometer für Kilometer durch die märkische Streusandbüchse gemäß dem Spruch „Aller Geist geht aus der Selbstbeherrschung hervor“ (Bettina von Arnim, 1785-1859). Die Unterhaltung kam dabei nicht zu kurz und wir tauften den Parcours kurzerhand um in den „marathon de communications“. Sogar für Romantik war noch etwas Platz, als die Sonne bei Sonnenaufgang und Untergang zwischen den Bäumen zu sehen war, dazwischen die Lichtung zum See. Edda und ich – in unserer Ultramanier, ließen uns weder die Müdigkeit, noch die Facettenarmut der Landschaft, anmerken. Wir verteidigten tapfer die ersten Plätze von rückwärts und absolvierten einen Ultramarathon. In solchen Momenten genießt man das Schöne, die gute Luft und die Ruhe – auf der Strecke war es ruhiger geworden. So kann ich meinen Bericht erneut mit Fontanes Worten abschließen:

"Sei heiter und vergnügt und nimm teil an der Freude der anderen. Dabei fällt dann immer auch etwas eigene Freude ab."

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Text und Fotos:Elisabeth Ploch, 05.04.2019

Dieses Jahr war der Andrang in Krumbach-Ebershausen deutlich geringer als in 2018 anlässlich der damaligen Deutschen Meisterschaften. Nur 32 Männer und 5 Frauen standen am Start der 10 x 5 km Runden, darunter drei Männer der LG Ultralauf.

EbershausenIch hatte vor, das ganze nicht mit zu viel Ernst anzugehen, die Ambitionen Gas zu geben stand heute nicht im Vordergrund. Angekommen in Ebershausen gab es die erste Überraschung: Außer Franz Holzleitner war noch ein anderer Franz der LG Ultralauf am Start. Franz Berger, der, obwohl er um die Ecke von mir wohnt, mir noch nicht bekannt war.

Und das Beste; wir hatten unabgesprochen alle unser kurzärmeliges LG Ultralauf-Shirt angezogen. Echte Konkurrenz in der Einzelwertung waren wir nicht, da jeder in einer anderen Altersklasse antrat. Franz Berger in der M50, sein Namensvetter Franz Holzleitner in der M65 und ich in der goldenen Mitte in der M55.

Das Wetter war analog zum Vorjahr, morgens noch frisch, später sonnig warm und etwas windig. So kam was kommen musste. Es lief einfach richtig gut bei mir und auch bei den anderen beiden. Und speziell bei Franz Holzleitner ab Runde 4 wie in 2018 mit freiem Oberkörper. Der andere Franz und ich hatten genügend Anstand ;-) und Vereinszugehörigkeitsgefühl unser schönes LG-Ultralauf Shirt bis zum Schluss mit Stolz zu tragen.

Und die "größte und schnellste Mannschaft" war eine der Auszeichnungen für die Siegerehrung ja schon gegeben. So ging es in "nackten" Zahlen (gell Franz;-) dann aus:

Franz Holzleitner 04:46:16, AK M60 Platz 2

Klaus Mantel 04:33:37, AK M55 Platz 2

Franz Berger 04:18:56, AK M50 Platz 4

Bei der Siegerehrung wurde die Mannschaftswertung irgendwie vergessen, aber gewonnen wurde sie von uns trotzdem. Hoffen wir mal, dass 2020 die Konkurrenz durch eine größere Teilnehmerzahl dann wieder etwas größer wird, denn der veranstaltende FCE hatte ja bei der am Samstag stattfinden 50 km DM in Störlitz einige ihrer Vereinsmitglieder dabei, die dann Sonntags pausierten.

Text und Fotos: Klaus Mantel, 04.04.2019

Am Samstag startete die DM-Saison mit der 50km-Meisterschaft in Grünheide-Störitz. Einige der besten Läuferinnen und Läufer waren gemeldet mit der Absicht, neben dem Kampf um die Medaillen sich für die im Herbst stattfindende 50km-WM zu qualifizieren und so versprach das erlesene Männer- und Frauenstarterfeld einen spannenden Rennverlauf.

Die LG Ultralauf war mit einer kleinen, aber leistungsstarken Mannschaft gemeldet und konnte einen wunderbaren und zugleich erfolgreichen Tag in Brandenburg verbringen, denn es gab einige neue Bestzeiten und gute Mannschaftsergebnisse, wobei einmal mehr die Frauen besonders zu überzeugen wussten.

Am Freitagabend trafen wir uns in Woltersdorf, einem Nachbarort von Störitz, wo wir uns in einem schönen Hotel einquartiert hatten. Geburtstagskind Elisabeth Ploch hatte die Startnummern für das Team abgeholt, vorbei gebracht und konnte aus ihrer Erfahrung vom letzten Jahr zahlreiche wertvolle Tipps zur Anreise, der Laufstrecke und der Organisation geben. Da der Start um 6:30 Uhr ungewöhnlich früh war, mussten wir bereits um kurz nach 5 Uhr aufbrechen. Galt es doch, unser Versorgungszelt einzurichten und das obligatorische Gruppenfoto zu machen.

St01 Gruppe

Ein Teil des Meisterschaftsteams v.l.n.r: Kathi Bey, Guido Piehlmeier, Evi Piehlmeier, Klaus Haake, Claudia Lederer, Elisabeth Ploch, Falk Sittner, Kerstin Hommel, Hans-Dieter Jancker, Christian Mohr, Michael Irrgang.

St02 Start

Gut gelaunt beginnt Evi ihr Rennen. Guido und ich begleiten sie anfangs. Elisabeth und Edda Bauer hatten für den 12h-Lauf gemeldet und starteten gemütlich; am 100km-Lauf nahm Patick Hösl teil.

Zu laufen waren für die Meisterschaftsteilnehmer 10 Runden zu je 5 km, die, von einem kurzen Waldstück abgesehen, sehr gut zu laufen waren.

St03 Betreuer

Unsere Betreuer sind ein wichtiger Teil des Meisterschaftsteams. Christian Mohr, Martina Stumpf-Irrgang, Anke Siemers, Volker Greis und Alex Lauterbach kümmerten sich kompetent und zuvorkommend um die Läufer und hatten viel Spaß dabei.

St04 Falk

Unser schnellster und jüngster Läufer an diesem Tag war Falk, der gleichmäßige Runden absolvierte und eine neue Bestzeit erzielte.

St05 Cl HD W

Zufrieden konnten die nächsten Finisher ihre Finishermedaillen präsentieren. Claudia pulverisierte förmlich ihre alte Bestzeit mit einer Verbesserung von über 30 Minuten, Hans-Dieter Jancker lief wieder einmal ein super Rennen und gewann seine Altersklasse. Auch Walter konnte sich über eine gute Zeit freuen. Er belegte in seiner Altersklasse wie auch Claudia in ihrer einen guten 3. Platz - beide bei starker Konkurrenz.

St06 K K

Die nächsten beiden die freudestrahlend ins Ziel liefen, waren Klaus und Kathi, beide ebenfalls mit neuer Bestzeit, wobei Kathi sich nicht lumpen ließ und sie direkt um 15 Minuten verbesserte! Diese kühlen Temperaturen am Morgen waren genau ihr Wetter.

St07 E G

Evi und Guido freuten sich im Ziel über eine Punktladung: 4:59 als Ziel definiert und exakt geschafft!

St08 M K

Und dann dauerte es auch nicht mehr lange bis Michael und Kerstin kamen, die sich am meisten Zeit nahmen, die schöne Strecke zu genießen.

St09 Party

Müde und hungrig haben sich dann Läufer und Betreuer gemütlich in die Sonne gesetzt und sich den Kuchen von Elisabeth schmecken lassen.

St10 E E

Dass diese beiden Damen den schwersten Job hatten, ließen sie sich nicht anmerken. Denn als der Großteil der Laufgruppe längst mit Kaltgetränken am Rand stand oder sogar abgereist war, hatten die 12h-Läufer noch einen Teil des Weges vor sich.

Ein besonderer Programmpunkt war natürlich die Siegerehrung, bei der zahlreiche Läufer und Mannschaften geehrt wurden. Auch wenn die Zahlen der Teilnehmer und Finisher im Vergleich zu den früheren Meisterschaften im 50km-Lauf eher gering waren, wurde sowohl in der Einzelwertung als auch in den Altersklassen und Mannschaften ein noch nie erzieltes Leistungs-Niveau erreicht. Sicherlich hatte die Aussicht auf eine WM-Nominierung im September für die Spitzenläuferinnen und -läufer bei der Anmeldung eine Rolle gespielt. Auch die schnelle Strecke, die gute Organisation, das optimale Wetter und die motivierende Konkurrenzkonstellation förderten sehr gute Leistungen. Insgesamt unterboten 5 Männer und 3 Frauen die als ambitioniert geltenden WM-Normen von 3:03 h für Männer und 3:40 h für Frauen.

Bei den Frauen gab es ein sehr spannendes Rennen, in dem Almut Dreßler in der letzten Runde die Favoritin Nele Alder-Baerens, die verletzungsbedingt nicht ihr ganzes Potential zeigen konnte, überholte. Bei den Männern gewann der Marathon-Experte Marcel Bräutigam in seinem ersten Ultralauf.

Platz Zeit Männer Verein Jg AK
1 2:51:55 h   Bräutigam, Marcel Gutsmuths-Rennsteiglau...   1987 M30 
2 2:54:43 h   Hoffmann, Benedikt TSG 1845 Heilbronn   1985 M30 
3 2:54:53 h   Neuschwander, Florian Spiridon Frankfurt   1981 M35 
           
Platz Zeit Frauen Verein Jg AK
1 3:29:43 h   Dreßler, Almut LG Nord Berlin Ultrateam   1990 W20 
2 3:30:08 h   Alder-Baerens, Nele Ultrasportclub Marburg   1978 W40 
3 3:37:18 h   Pfäffle, Malin Die Laufpartner   1979 W40 

Diese Leistungen darf man sicher ohne Übertreibung als sensationell bewerten und das setzte sich in den Altersklassen und Mannschaftsergebnissen fort.

St11 Sieger

In diesem einmalig starken Feld haben sich unsere Top-Läuferinnen und -Läufer sehr gut geschlagen und mit Hans-Dieter haben wir sogar einen Deutschen Meister in unserer Mitte.

Platz Zeit Frauen Jg AK AK-Platz
8 3:55:53 h   Lederer, Claudia 1977 W40  3
13 4:24:50 h   Bey, Katharina 1990 W20  2
21 4:59:35 h   Piehlmeier, Eva 1971 W45  4
29 5:39:00 h   Hommel, Kerstin 1961 W55  5

Die Bestplatzierteste war einmal mehr Claudia, die mit ihrer Zeit auch die Basis für einen tollen Mannschaftserfolg der Frauen legte.

Platz Gesamtzeit Frauenmannschaften

1.

11:21:01

Die Laufpartner

2.

12:04:19

LG NORD Berlin Ultrateam

3.

13:20:18

LG Ultralauf (Claudia, Katharina, Eva)

Bei den Männern hingen die Trauben unglaublich hoch. Die Zeiten und Platzierungen unserer Männer.

Platz Zeit Männer Jg AK AK-Platz
21 3:44:48 h   Sittner, Falk 1981 M35  8
25 3:51:52 h   Jancker, Hans-Dieter 1952 M65  1
33 4:02:40 h   Hösch, Walter 1959 M60  3
38 4:14:04 h   Haake, Klaus 1969 M50  6
55 4:59:35 h   Piehlmeier, Guido 1958 M60  7
56 5:06:46 h   Irrgang, Michael 1964 M55  9

Die Platzierungen der beiden Männermannschaften waren in einem sehr engen Wettbewerb leider ungewohnt hoch. Aber wenn die anderen Teams halt besser sind, so bleibt uns nichts anderes übrig, als respektvoll Beifall zu spenden.

Platz Gesamtzeit Männermannschaften

1.

09:21:56

LG NORD Berlin Ultrateam

2.

09:40:47

LG Passau

3.

10:55:05

Laufgemeinschaft Würzburg

     

7.

11:39:20

LG Ultralauf (Falk, Hans-Dieter, Walter)

11.

14:20:25

LG Ultralauf (Klaus, Guido, Michael)

Immerhin konnte unsere erfolgsverwöhnte Männer-50+-Mannschaft punkten, auch wenn hier unser Dauerrivale Team Icehouse sich einen dicken Vorsprung erkämpft hat.

Platz Gesamtzeit Männermannschaften 50+

1.

11:26:38

Team Icehouse e.V.

2.

12:08:36

LG Ultralauf (Hans-Dieter, Walter, Klaus)

3.

12:14:15

LG NORD Berlin Ultrateam

Den Auftakt zur Ultramarathon-Bundesliga hat LG Nord überlegen gewonnen vor einem ebenfalls sehr starken und aus Berlin kommenden Team Die Laufpartner. Mit dem dritten Platz haben wir unser maximales Ergebnis erzielt.

St14 BL

Der Vorteil eines frühen Startes ist ein frühes Ende und so nutzten wir den Nachmittag für unsere Mitgliederversammlung, die wir meist mit der ersten Meisterschaft verbinden.

St12 MV

In unserem Verein macht sogar die Mitgliederversammlung Spaß. In diesem Jahr gab es nur positive Berichte über die Mitgliederentwicklung, die Finanzen, sportliche Aktivitäten und Erfolge, einstimmige Beschlüsse und viele Informationen rund um das kommende Jahr.

Danach folgte noch ein ganz besonderer Programmpunkt: Ein mit LG Nord gemeinsames Grillfest bei Stu Thoms, der Mitglied in beiden Vereinen ist – sozusagen auf neutralem Boden. Aber es war mehr als nur eine Geste, eher ein Beispiel, wie man trotz konkurrierender Ziele freundlich verbunden sein kann.

St13 Morgenlauf

Nach einer kurzen Nacht, in der uns die beginnende Sommerzeit noch eine Stunde Schlaf klaute, hatten wir uns pünktlich um 7:15 zum Auslaufen mit Stadtführung durch Woltersdorf verabredet. Aber wie das Leben halt so ist, gibt es der Ausreden viele und so waren nur die am Start, die sich am Tag zuvor ein wenig geschont hatten.

Insgesamt war es wieder ein wunderbares Meisterschaftswochenende, was Lust auf die nächsten Veranstaltungen macht. Bereits in zwei Wochen steht schon die nächste Meisterschaft an, wenn in Mörfelden 6h im Kreis gerannt wird.

Text: Michael Irrgang, Bilder: Christian Mohr, Martina Stumpf-Irrgang, Michael Irrgang, 01.04.2019

 


MS Rita

Bei der 10. Austragung der 6h-Laufes in Münster wurde Rita Nowottny-Hupka nach einem beherzten Rennen mit 65,280 km für den 2. Platz geehrt. Dass diese Leistung in ihrer Altersklasse einen neuen Deutschen Rekord bedeutet, hatte vor Ort keiner geahnt. Sie selbst schreibt dazu:

ich bin über die Mitteilung sehr überrascht und durcheinander. Der Lauf war sehr rustikal im Bezug auf die Strecke und das Wetter. Ich bin einfach nur gelaufen ohne mir irgendwelche Gedanke zu machen. Gewollt waren 63 km ... es wurden aber mehr. Habe mich gefreut und war froh, als die 6 Std vorbei waren. Der 2 Platz Frauen freut mich. Aber mit einem Rekord habe ich nicht gerechnet. Die Nachricht hat mich sehr überrascht und durcheinander gebracht. Ich muss es erstmal verdauen. Für mich war die Leistung nichts besseres.  Ich glaube, ich muss erst eine Nacht drüber schlafen. Dann kommt die Freude.

Diese Leistung würde auch Weltrekord in der Altersklasse W60 bedeuten, allerdings waren entsprechende Meldungen etwas verfrüht, denn die Altersklassen werden international anders berechnet. Während man in Deutschland zum 1.1. die Altersklasse wechselt, ist es international der Geburtstag und weil Rita noch 59 Jahre jung ist, startet sie international noch in der AK W55. Dennoch ist diese Leistung ein schöner Erfolg und ein Beleg ihrer tollen Form.

MS Start

Bericht von Stefan Gartz

Der 6h lauf von Münster ging dieses Jahr in die zehnte Runde. Dieses Jahr war der Austragungsort die Sportschule der Bundeswehr in Warendorf. Christian Pflüger, der Veranstalter, stellte diese Veranstaltung in gewohnter Routine mit seinem Helferteam auf die Beine. Da der Lauf ja einen gewissen Ruf hat, war es nicht verwunderlich, dass im Vorfeld schon recht schnell alle 600 Startplätze vergeben waren. Das Teilnehmerfeld war wieder bunt gemischt. So war ich skeptisch, ob die Strecke eine so hohe Teilnehmerzahl verkraftet, ohne dass sich die unterschiedlichen Leistungsstufen hier gegenseitig behindern. Bis auf wenige Engstellen und die gute Rücksichtnahme aller, war die Sorge jedoch unbegründet.

MS streckeDie Strecke selber unterschied sich jedoch deutlich vom Flugfeld in Rheine, wo wir letztes Jahr laufen durften. Rheine war ja topf-eben. Da war flüssiges Laufen mit Bestzeitgarantie möglich. Dieses Jahr gab es eine etwa 2800m lange Strecke, die es in sich hatte. Gut ein Drittel bestand aus Finnbahn. Diese war zudem noch recht profiliert. Erschwerend kam noch dazu, dass es sich hier um den schmalsten Teil der Strecke handelte. Direkt im Anschluss ging es in einen Teil Kopfsteinpflaster über, das im hinteren Teil noch zu beiden Seiten abfiel.

Nach der ersten Runde wusste man schon, dass dies zum Ende des Rennens anstrengend wird. Kurz danach durfte man sich eigentlich auf etwas Asphalt entspannen. 5 Stunden, bis ca. 15.00 Uhr, konnte man hier entlang der Geraden recht einfach traben. Doch dann hatte das bis dahin läuferfreundliche Wetter (8 Grad und trocken) es sich anders überlegt und setzte den Schwierigkeitsgrad noch etwas nach oben.

MS StefanAuf der langen Geraden peitschte der Wind plötzlich mit starken Böen - laut Wetterbericht bis 80km/h - einem direkt ins Gesicht, begleitet von ausgiebigen Regengüssen. Hier sorgte der Wind dann dafür, dass man auch ordentlich auskühlte, während es in den windgeschützten Ecken noch erträglich war. In der Phase war von allen Teilnehmern mentale Stärke gefordert. Zum Ende hin besserte sich die Situation aber wieder. Glücklicherweise war die Strecke trotz des Regens weniger nass und rutschig als man vermuten konnte. Nach dem letzten langen Stück Finnbahn ging es dann auf eine 3/4tel Stadionrunde über die Rundenzählung bis das Schlusssignal das Rennende signalisierte.

Ein Kollege sagte mal scherzhaft: "Der 6H lauf in Münster ist der einzige Lauf, bei dem man nach dem Lauf mehr wiegt als vor dem Lauf." So wurde in den Katakomben des Stadions wieder einiges an Verpflegung bereitgestellt. Da der Anteil der veganen Läufer größer wird, wurde hier extra drauf entsprechend Rücksicht genommen.

Von den 604 angemeldeten Läufern starteten 542, davon 13 von der LG Ultralauf. Rita Nowottny-Hupka erzielte mit 65,280km den 2ten Platz der Gesamtwertung der Frauen und den 1ten Platz der AK60 und erzielte damit einen neuen Weltrekord in ihrer Altersklasse! Stephan Finster belegte mit 65,560km einen guten 16 Platz. Neuzugang Stefan Gartz wurde mit 61,170km und dem 3ten Platz der AK40 gewertet. Etwas Pech hatte Carsten Schwenke, der ambitioniert startete um auf 70+ Kilometer zu kommen. Bis zum Marathon lief das Rennen sehr gut, doch dann meldete sich sein Knie und zwang ihn bei km 55 vorzeitig zu beenden.

Die Ergebnisse derer, die für LG Ultralauf gestartet sind:

Platz Frauen AK Kilometer
2. Rita Nowottny-Hupka W60 65,28
11. Kerstin Conrad W45 57,96
21. Michaela Kirchner W50 54,19
126. Marlene Heller W65 39,84
Platz Männer AK Kilometer
16. Stephan Finster M50 65,56
35. Stefan Gartz M40 61,17
53. Helmut Schöne M50 58,78
76. Carsten Schwenke M45 55,52
126. Relef Tantzen M60 52,51
156. Andreas Fölting M40 50
192. Michael Petry M50 48,12
223. Christoph Report M45 46,36
244. Andreas Pluta M35 44,49
325. Patric Wurmbach M45 22,42

Texte: Rita Nowottny-Hupka, Michael Irrgang, Stefan Gartz, Bilder Rita Nowottny-Hupka, Stefan Gartz, Michael Irrgang (Archiv), 12.03.2019

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