Laufgemeinschaft der Deutschen Ultramarathon-Vereinigung e.V.

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Bild 1: Ein Ausschnitt von der Abschlusstabelle von der Saison 1/2019

Das Kilometerspiel ist ein virtueller Laufwettbewerb um die Welt, bei dem jede Läuferin und jeder Läufer die gelaufenen Kilometer im Internet erfasst und einem oder mehreren Teams gutschreibt. In verschiedenen Ligen kann man auf- und absteigen. Ein Team hat bis zu 70 Teammitglieder. 

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Bild 2: Hans-Dieter Jancker alias Sputnik hat letzte Saison die meisten Kilometer gesammelt. Insgesamt sind 42 Mitglieder der LG Ultralauf in diesem Team.

Die LG Ultralauf spielt mit zwei Teams mit, die inzwischen beide in der 1. Liga laufen. Das zweite Team ist gerade aufgestiegen. Das erste Team hat die gerade abgeschlossene Saison gewonnen. Wir haben bewusst zwei ca. halbvolle Teams, weil ein komplettes LG Ultralaufteam das Spiel komplett dominieren würde und alle beteiligten weniger Spaß hätten.

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Bild 3: Das zweite Team hat die dritte Liga haushoch gewonnen und durfte nach einem Stechen gegen den vierten der zweiten Liga direkt in die 1. Liga aufsteigen. Dort weht ein anderer Wind.

Wir suchen noch MitspielerInnen für unser zweites Team, damit wir zu unserem ersten Team konkurrenzfähig sind. Alle Mitglieder und Freunde der LG Ultralauf sind herzlich eingeladen sich bei dem kostenlosen und werbefreien Spiel anzumelden und seine Kilometer für das Team zu sammeln.

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Bild 4: Das zweite Team hat im Moment 29 Mitspielerinnen und Mitspieler. Heiko Niendorf alias Feuerraeder hat mit Abstand die meisten Kilometer erlaufen. Respekt!

Es gibt einige Links, die man mal besucht haben sollte:

Die Hauptseite erreicht man unter: www.kmspiel.de

Die Spielregeln sind sehr einfach und findet man hier: https://www.kmspiel.de/2018/wiki.php?wasist=Regeln

Anfangs erscheint das Spiel etwas unübersichtlich. Die ersten Schritte werden hier erklärt: https://www.kmspiel.de/handbuch/

Wir freuen uns auf weitere TeilnehmerInnen.

Text und Bilder: Jens Allerheiligen 01.07.2019

Wie kommt man auf die Idee, den Rheinsteig komplett und am Stück zu laufen? So richtig weiß ich das auch nicht mehr. Es muss vor 3 ½ - 4 Jahren gewesen sein, dass ich mich bei Michael Eßer für den WiBoLT 2017 angemeldet habe. Mit der Vorerfahrung von 4 Rennsteig Supermarathon Teilnahmen und bis dahin einem 100 km Lauf auf flacher Strecke im Leipziger Auenwald. Einige Abschnitte des Rheinsteigs kannte ich bereits von diversen Wanderungen und Erkundungsläufen, da ich nur 18 km vom Start in Wiesbaden-Biebrich entfernt wohne.

2017 ging tatsächlich alles gut und ich kam auf Gesamtplatz 6 nach offiziellen 75:58h (es waren eigentlich 75:43h 😉) ins Ziel in Bonn. Michael Eßers Spruch, dass ein einmaliges Finish durchaus etwas mit viel Glück zu tun haben kann, wurmte mich doch ein wenig. Also für 2018 wieder angemeldet. Dass der Start dann erst im Jahr 2019 sein sollte, war durch den Ausfall des WiBoLT 2018 bedingt. 2019 stand ich also wieder an einem Mittwochnachmittag vor Fronleichnam vor Schloss Biebrich und traf viele bekannte Gesichter. Schnell noch ein Foto mit den LGU’lern Nicole Kresse und Stefan Henscheid geschossen (wie sich später herausstellte war auch Michael Vorwerg am Start) und ab ging es um 18 Uhr bei schweißtreibenden 33°C auf die lange Reise.

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Nach ca. 1,5 km an der ersten baustellenbedingten Umleitung nicht den direkten Weg über die Baustelle gewählt, sondern einfach mal vorweg gelaufen und der offiziellen Umleitung gefolgt. Naja, das sollte nicht die letzte Fehlentscheidung sein, denn nicht viel später geht die Rheinsteigstrecke durch ein ausgedehntes Schrebergartengebiet und auch dort habe ich mich prompt wieder verlaufen und ordentlich Zusatzstrecke gemacht. Bis Schlangenbad hatte ich statt 16,7 km bereits gut 20 km auf der Uhr. Was soll’s! Hier war Cathrin auch vorerst letztmalig an der Strecke, bevor es zum nächsten geplanten Treffen kurz hinter der Loreley kommen sollte.

Auf dem Weg bis Schlangenbad hatte sich das 38-köpfige Läuferfeld bereits gut auseinandergezogen und ich beschloss, mein gemächliches Tempo im Alleingang zu laufen. Das Areal von Kloster Eberbach wurde in diesem Jahr nicht umlaufen, sondern eine Umleitung führte einmal im ZickZack über das Klostergelände. Da war es auch bereits Zeit die Stirnlampe herauszuholen - Dunkelheit und das Erkennen der kleinen blauen Schilder der Rheinsteigausschilderung sind noch mal eine besondere Herausforderung. Die Wärme des Tages wollte auch nicht wirklich weichen und in den Wäldern stand die Luft.

Also versuchen die Konzentration hoch zu halten um möglichst keinen Abzweig verpassen, denn beim letzten Mal war ich noch kurz vor Kloster Mariental an einem Abzweig, der auf einem Downhill runter zum Kloster führte, vorbeigelaufen und musste gut einen Kilometer zurück. Also komplett auf die Ausschilderung konzentriert und zack haut es mir die Füße weg. Ich knalle ungebremst auf Schulter, Unterarm und Knie. Grhhhh!!! Nach nur 40 km ordentliche Prellungen und Abschürfungen. Der nächste VP ist auch noch ca. 17 km entfernt. Bis zum Niederwalddenkmal mache ich also erstmal schön gemächlich und bin froh, mir dort die Wunden spülen zu können. Bleibe dort auch gute 25 min. am VP und esse/trinke erstmal ordentlich. Zeitlich bin ich gut 1 ½ h hinter der 2017er Durchgangszeit zurück.

Der nächste VP wartet nach ca. 75 km in Lorch. Dort komme ich wenige Minuten nach 6 Uhr an. Läuft eigentlich ganz gut und ich bin wieder im Soll. Das Knie brennt allerdings ganz ordentlich. Ich schaufle mir eine Tomatensuppe mit Laugenbrötchen rein, dazu viel Cola und ab geht es wieder auf die Strecke. Wieder in Schwung zu kommen fällt allerdings nicht leicht. Es geht auch gleich steil die Weinberge hoch und ich schätze es nicht nur hier in diesem Jahr leichte Laufstöcke dabei zu haben. Auf dem Weg zur Loreley Schule mache ich am frühen Vormittag noch einen Stopp an einem kleinen Hotel in Dörscheid und spüle ein alkoholfreies, eiskaltes Weizen mit einem halben Liter Cola runter. Was für eine Wohltat und Abwechslung zum lauwarmen Wasser aus der Trinkblase. Dafür zahle ich dann auch gern auf dem Dorf den Großstadtpreis von €9,80. Die Strecke ist bis dahin wunderschön und bietet immer wieder prächtige Ausblicke auf das Rheintal.

An der Loreley Schule (km 107) werde ich von Cathrin mit einem aufmunternden Kuss und frischem Obstsalat begrüßt. Raus aus den verschwitzen Klamotten und nach ca. 19 h Laufzeit eine Dusche sind Wohltat. Die Abschürfungen brennen allerdings wie Hölle. Wie geplant lege ich mich für eine Stunde im Auto aufs Ohr und gegen 14:55 Uhr geht es wieder auf die Strecke.

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Auf der Etappe bis Kestert gibt es bei Burg Maus und Wellmich wieder heftige Auf- und Abstiege. Am VP Uschis Wanderstation (km 125) treffe ich auf Nicole und Michael. Die gekühlten Getränke aus Uschis Kühlschrank munden uns vorzüglich. Weizenbier und Käsekuchen sind meine bevorzugte Kombination. Seltsam welche Gelüste man so entwickelt. Nicole bricht vor mir auf und Michael will sich erstmal aufs Ohr legen.

Wenige Kilometer später überhole ich Nicole wieder. Zu dieser Zeit ziehen bereits nördlich von uns Gewitter vorbei. Kurz hinter Lyckershausen fängt es dann leicht an zu tröpfeln, doch der Regen wird schnell sehr intensiv. Das bedeutet auch, die Strecke wird matschig und glatt. Nicole zieht im Regen auf einer abschüssigen Serpentinenstrecke souverän an mir vorbei. Da ich keine Lust habe mich schon wieder lang zu machen, geht es für mich schön vorsichtig bergab. Es folgen einige durchaus ganz gut laufbare Abschnitte und ich komme noch bei Tageslicht in Filsen an einer Bank vorbei, auf der ich 2017 nachts gute 2 h geschlafen habe (Zwangspause zum Stirnlampe laden).

Richtig unangenehm sind jetzt die Single Trails über Wiesen mit hohem, nassen Gras, das in die Strecke reinhängt. Im Wald ist es dafür extrem glitschig auf den Wegen und bereits wieder so dunkel, dass die Stirnlampe wieder zum Einsatz kommt. So vorsichtig ich auch bin, haut es mich doch nochmal so richtig in den Matsch. Die Motivation geht ziemlich in die Knie.

Den nächsten VP in Braubach (km 160) sehne ich herbei. HALBZEIT! Bleibe am VP auch länger als geplant und mach es mir auf drei Stühlen bequem. Döse gut 1 ½ h vor mich hin und will eigentlich überhaupt nicht weiter. Aus der Wärme des Braubacher Rathauses in die Kälte der Nacht zu starten, kostet echt Überwindung. Allerdings steht eine recht kurze Etappe bis zur Ruppertsklamm bevor.

Der Abstieg von Lahnstein nach Friedland läuft richtig gut und ich treffe am Zugang zur Ruppertsklamm auf Marina Kollossa mit ihrer Begleitung. Jetzt noch die wildromatische Klamm durchstiegen und am oberen Ende wartet der beste VP auf der gesamten Strecke. Eine Grillhütte mit Lagerfeuer und lecker Essen im Morgengrauen. Zu der Zeit liege ich gut 2 ½ h vor meiner 2017er Zwischenzeit. Also richtig gut aufgeholt.

Auf der Strecke runter nach Koblenz überhole ich Marina wieder, da sie nur kurz an der VP verweilt hat. War ich bei meinem ersten WiBoLT noch auf dem Gelände der Festung Ehrenbreitenstein in Koblenz umhergeirrt, war ich diesmal besser vorbereitet. Allerdings ging es gerade mal wieder konditionell und mental in ein Loch. Das kann sich aber so schnell ändern, wie es kommt. Kam aber erstmal nicht. Also durchhalten bis Vallendar (km 191) da dort die Aussicht auf frische Socken, die Cathrin für mich an Bord hatte, bestand. Oft können kleine Dinge motovieren.

Ankunft in Vallendar um 9:10 Uhr und am Brunnen die qualmenden Füße gewaschen. Frische Socken an die noch immer blasenfreien (!!!) Füße gezogen und die Welt sah schon wieder freundlicher aus. Da ich es überhaupt nicht eilig hatte, wurde erstmal das zweite Frühstück eingenommen und gegen 10:05 Uhr ging es wieder auf die Strecke.

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Der Tag sollte wieder richtig warm werden und die anstehende Etappe bis Rengsdorf ist mit ca. 20 km lang. Auf dem Abstieg ins Tal von Sayn bin ich dann auch wieder gut 1,5 km falsch in Richtung Tal gelaufen. Also zurück den Berg hoch und wieder auf die Originalstrecke. Diese Kilometer tun richtig weh. Nicht nur körperlich, vor allem mental. Dazu kam, dass meine Getränkevorräte zu Ende gingen und ich mir in Sayn Nachschub organisieren musste. Wieder 1,5 km in Sayn zusätzlich gelaufen! Aber alternativlos.

Der Stopp in Rengsdorf (km 211) fiel mit gut 45 min. eher kurz aus. Ist aber auch kein VP der zum langen Verweilen einlädt. Es ist jetzt später Nachmittag und die Strecke führt hinunter ins Wiedtal. Ich komme aus dem Wald und die Sonnenhitze trifft mich mit voller Wucht. Von hier geht es mit nur wenig Schatten bei glühender Hitze den Berg hoch. So ähnlich muss es sich wohl beim WSER in den Canyons anfühlen.

Am späten Abend treffe ich um 21 Uhr am VP Feldkirchen (km 231) ein. Hier haben sich schon einige Läufer zur Ruhe gelegt. Bei mir gibt es eine Dusche und dann geht es für 1 ½ Stunden auf die Matratze im Auto. Todesähnlicher Schlaf tritt sofort ein. Als ich mich in frische Laufklamotten schwinge, treffe ich auf Stefan und Michael, die gerade angekommen sind und unter die Dusche wollen. Cathrin verabschiedet mich um 23:24 Uhr mit einem dicken Kuss in die nunmehr dritte Nacht. Das nächste Treffen sollte es am VP in Arienheller geben.

Die anstehende Etappe wurde wieder sehr wild. Wild im Sinne von Wildschweinen. In den Wäldern zwischen Feldkirchen und Arienheller sind unfassbare Rotten unterwegs. Was kommen da auch nachts irgendwelche seltsamen Typen mit Licht auf dem Kopf durch den Wald. Wie dann die Schweinchen mit Getöse ins Unterholz flüchten ist beeindruckend und auch ein wenig beängstigend. Die Weinberge in diesem Gebiet sind alle eingezäunt. Sicher wegen der vielen Wildschweine. 3:10 Uhr treffe ich in Arienheller (km 255) ein. Ein VP der in diesem Jahr nur aus einer Bank mit Verpflegung, allerdings ohne Betreuer besteht. Meine Laune ist gar nicht so schlecht. Cathrin schläft auf dem Parkplatz im Auto, ist aber sofort munter als ich eintreffe. Die Unterstützung durch einen persönlichen Betreuer ist einfach Gold wert!

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Mein Race Modus besteht mittlerweile aus einer Mischung aus Gleichgültigkeit und Roboter. Das ist genau die richtige Mischung für Verlaufaktionen. Kurz vor Linz biege ich mal wieder auf die falsche Seite eines Tals ab und sehe auf der gegenüberliegenden Seite Nicole im Laufschritt vorbeiziehen. Sollte die letzte Begegnung mit ihr auf der Strecke sein. Für mich 2-3 km zusätzlich. Egal! Weiter, immer weiter!

Kurz hinter Linz kommen dann wieder brutale Anstiege in Richtung Erpeler Ley und danach geht es auf eine große Runde durchs Siebengebirge. Irgendwie sind gleichzeitig Uhr, Handy und Powerbank am Ende. Also Tracking aus und nur noch nach der Uhrzeit orientiert. Irgendwie schleppe ich mich durchs Siebengebirge. Ewig lange Anstiege, die auch noch - wie der hoch zum Himmrich - richtig steil sind, ziehen mir den Stecker. Irgendwann taucht die Löwenburg auf und von da sind es noch 3,8 km bis zum letzten VP. Nach einigem kommunikativen Blödsinn mit Cathrin (klares Denken war da bei mir schon vorbei), die am VP Rhöndorf auf mich wartet, bin ich dann um 14:30 Uhr dort. Die letzten 2 Kilometer gehen richtig flott. Immer wieder ein Wunder was auch nach 295 km noch geht.

In Rhöndorf geht es um 15 Uhr auf die letzten 25 km. Dass auch die nochmal richtig hart werden, da es hoch zur Drachenburg und über den Petersberg geht, war mir klar. Immerhin lag ich auch gut zwei Stunden hinter meiner Zeit von 2017. Von einer Verbesserung meiner Gesamtzeit hatte ich mich schon lange verabschiedet. Auf welchem Gesamtplatz ich lag, war mir auch völlig egal. Also über den Drachenfels geschleppt und auch über den Petersberg. Bereits beim Abstieg vom Petersberg merkte ich, wie die Lebensgeister zurückkehrten. Die Beine und die Laune verbesserten sich schlagartig. Ich lief in ein echtes Runners High, das für einige Kilometer anhalten sollte. Wow, was für ein geiles Gefühl! Als ich bereits am Rand von Bonn mal wieder Facebook checke, entnehme ich einem Post von Cathrin, dass sie mich gegen 23 Uhr erwartet. Da muss ich sie klar enttäuschen. Auf der Rheinbrücke kurz vor der Bonner Innenstadt halte ich noch einen Schwatz mit einem Radfahrer, der gut über den WiBoLT informiert ist. Man trifft auch unterwegs immer wieder Leute, die mit diesem Lauf etwas anzufangen wissen und einem höchsten Respekt zollen.

Dann ist es soweit. Es geht die letzten Meter weg vom Rhein in Richtung Innenstadt und Bonner Marktplatz. 21:02 Uhr und damit nach 75:02h bin ich überglücklich und erschöpft im Ziel. Gesamtplatz 6 hinter Nicole. Ich kann endlich meine Frau, den besten Supporter der Welt, in die Arme schließen. Dann folgen die obligatorische Siegerweste, Glückwünsche und eine Fotosession. WiBoLT das zweite Mal gefinished. Nix Zufall oder extrem viel Glück! Da scheint wohl doch mehr dahinter zu stecken.

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KFA

Kurze Zeit später sitze ich frisch geduscht vor einem riesigen Teller Sülze mit Bratkartoffeln und das nur wenige Meter vom Ziel entfernt. Herrlich, endlich etwas Herzhaftes nach 3 Tagen mit überwiegend süßem Essen und Trinken.

WiBoLT 2020? Nein, definitiv nicht. 2021? Mal schauen!

PS: Einfach nur genial war, dass alle 4 Starter der LGU auch zu den Finishern gehören. Respekt und herzlichen Glückwunsch nochmal an Nicole, Stefan und Michael!

Text: Klaus Haake, Bilder: Klaus und Cathrin Haake, 30.06.2019

Del 01 Gruupe

Am 22./23. 06. fand in Delmenhorst der 24h-Burginsellauf statt. Es war bereits die 16. Auflage und in diesem Jahr sogar auch einer der DUV-Cup-Läufe. Gelaufen wurde auf einer Runde von 1,205 km, teilweise idyllisch am Wasser entlang und auf doch recht staubigen Parkwegen. Das Wetter hatte es an diesem Wochenende sehr gut mit uns gemeint. Von der LG-Ultralauf waren insgesamt 15 Läufer vertreten, wenn auch nicht alle als LGU gemeldet waren. Als Betreuer waren Sandra, Martina und Guido dabei. Am Freitag haben wir schon unseren Pavillon aufbauen können und somit einen der raren Plätze an der Strecke gesichert.

Mit insgesamt 165 Einzelläufern, 60 Staffeln, 32 Schülermannschaften und 13 Gruppen der Lebenshilfe war es doch eine große Veranstaltung für einen 24h-Lauf. Primär ist diese Veranstaltung ausgerichtet für diverse Staffelläufer, aber in den letzten Jahren nahm wohl auch die Anzahl der Einzelläufer zu. Das Orga-Team vor Ort ist wunderbar eingespielt, unermüdliche Helfer in hellblauen T-Shirts mit der Aufschrift „Ich helfe freiwillig“ sorgten sich um uns Läufer. Das Speise- und Getränkeangebot war außerordentlich vielseitig, so viele Obst- und Saftsorten hatte ich noch nie an einem VP gesehen. Dieser war eine Rondelltheke, also eine richtige Rundum-Versorgung. Nur leider konnte ich wie auch sicher einige andere Teilnehmer das Angebot wegen Übelkeit und Magenproblemen nicht so recht nutzen. Schade eigentlich.

Del 02 VP

Del 03 VP

Del 04 VP

Moderiert wurde die Veranstaltung ebenfalls souverän, der nie müde werdende Streckensprecher kündigte dann in der 2. Rennhälfte die Läufer mit Fahne (100 km, 125 km, 150 km, 175 km…) immer großartig an, so dass diese Leistungen auch von allen Teilnehmern und Zuschauern nochmal mehr Aufmerksamkeit und Anerkennung brachten. Das motiviert! Es war insgesamt eine Mischung aus Hobbysportlern und leistungsorientierten Läufern. Dazu gab es ein sehr abwechslungsreiches Rahmenprogramm, der Höhepunkt war die Feuershow in der Nacht. So war auch für die Zuschauer und Betreuer einiges geboten, was die Veranstaltung auch kurzweilig machte. Der Park war übrigens super ausgeleuchtet, eine Stirnlampe wurde nicht benötigt.

Bilder unserer Läufer:

Del 056 RTR

Ramona und Torsten; Relef

Del 078 KG

Katrin; Gerd

Del 090 EM

Edda; Martin

Del 123 MJR

Michael; Judith und Reimund

Del 145 HS

Helmut; Stefanie

Del 156 EK

Evi; Karl

Del 112 PW

Wilma Dierx, die Gewinnerin der Frauen, war immer gut gelaunt auf der Strecke – ein absolutes Vorbild! Patrick

Gut gelaunte Betreuer:

Del 189 SG

Sandra; Guido

Bei den Frauen siegte souverän mit 193,386 km Wilma Dierx, gefolgt von Anke Schülke von der LG Nord Berlin mit 183,807 km. Ich landete mit 165,246 km überglücklich auf dem 3. Platz. Die Männerwertung gewann unser Patrick mit 243,045 km, der damit die WM-Norm erreichte und vor Ort einen neuen Streckenrekord aufstellte. Den 2. Platz belegte Tomasz Weglinski mit 231,928 km, den 3. Platz Martin Armenat mit 225,335 km.

Del 21 Pokal

Der großartige Erfolg wurde mit einem Pokal und einer Falsche Champagner für den neuen Streckenrekord belohnt.

Mein Fazit: Delmenhorst ist wirklich sehr zu empfehlen und ich bin froh, dass ich mir diesen Lauf als ersten 24h-Lauf ausgesucht habe. Nach dem Lauf sprach ich zwar davon, dass ich keinen 24er mehr machen werde – da bin ich mir nun ein paar Tage danach gar nicht mehr so sicher ;-) Und mit den Laufkollegen war es wieder ein wunderbares Wochenende. Ergebnisliste Frauen (52 Teilnehmerinnen gesamt):

Ergebnisliste Frauen (52 Teilnehmerinnen gesamt):

Platz

km

Name

AK

AK-Platz

3

165,246

Eva Piehlmeier

W45

1

6

134,596

Katrin Tüg-Hilbert

W45

2

8

120,695

Judith Sebastian

W35

1

9

119,393

Edda Bauer

W75

1

20

104,835

Stefanie Makiola

W35

2

27

85,555

Ramona Franz

W45

7

Ergebnisliste Männer (113 Teilnehmer gesamt):

Platz

km

Name

AK

AK-Platz

1

243,045

Patrick Hösl

M45

1

8

174,05

Helmut Schöne

M50

4

11

164,802

Michael Irrgang

M55

2

24

150,625

Relef Tanzen

M60

2

32

134,294

Martin Jochheim

M60

3

43

120,695

Reimund Brömmelhaus

M55

10

72

95,195

Gerd Krischke

M60

5

80

85,555

Torsten Lange

M50

18

91

75,915

Karl Rohwedder

M60

7

Text: Evi Piehlmeier, Bilder: Martina Stumpf-Irrgang, Guido Piehlmeier, 28.06.2019

 

Trophäen 

Premiere des Bienwald Backyard Ultra

 

Am langen Feiertagswochenende über Fronleichnam haben drei Läufer der LG Ultralauf an der Premierenveranstaltung des Bienwald Backyard Ultra im pfälzischen Kandel teilgenommen.

Das Konzept „Backyard Ultra“

Die Idee des Laufs orientiert sich am „Last Man Standing“-Format und ist so simpel wie grausam: Die Läufer/innen absolvieren jede Stunde eine Runde mit einer Streckenlänge von 6,706 km. Die Runde ist innerhalb der angefangenen Stunde zu absolvieren, ein Früh- oder Spätstart zu einer neuen Runde ist nicht möglich. Zu jeder vollen Stunde gibt es einen neuen Start. Das Rennen dauert so lange, bis nur noch ein/e einzige/r Läufer/in übrig ist. Diese/r muss die letzte Runde allein absolvieren, sonst gibt es keine/n Gewinner/in.

Die krumme Distanz von 6,706 km ergibt eine Tagesbilanz von genau 100 Meilen (160,9 km).

Die Läufer/innen haben die Möglichkeit, sich bis zum nächsten Rundenstart zu verpflegen und zu erholen. Dafür bringen sich die meisten etwa einen Stuhl mit, der unmittelbar neben dem Start/Ziel-Bereich aufgestellt wird, sowie die jeweils passende Verpflegung.

Das Konzept des Backyard Ultras sieht weiterhin vor, dass es akustische Signale gibt, die auf den Start einer neuen Runde hinweisen. Drei Minuten vor Start (also um xx:57:00 Uhr der angebrochenen Stunde) klingelt eine Glocke dreimal, zwei Minuten vorher zweimal, eine Minute vorher einmal. 30 Sekunden vor Start sollen alle Läufer/innen im eigens markierten Start/Ziel-Bereich aufgestellt sein. Wer da nicht drinsteht, kann keine neue Runde mehr beginnen und ist raus.

Die Namensgebung „Backyard Run“ geht auf die US-amerikanischen Ursprungsidee des berühmt-berüchtigten Gary Cantrell zurück, einen Ultralauf gewissermaßen im Hinterhof seines Grundstücks in Tennessee zu veranstalten. Gary Cantrell, besser bekannt als Lazarus Lake, hat somit nach den Barkley Marathons 2011 einen weiteren, ebenso erbarmungslosen Wettbewerb entwickelt.

Seitdem entstehen überall auf der Welt weitere Backyard Ultra-Läufe, die sich mehr oder wenig streng am Konzept des Originals orientieren. In Deutschland gibt es 2019 bisher gleich drei an das Konzept angelehnte Premierenveranstaltungen dieser Art. Im Mai wurden beim Katzen Sprung’s Backyard Ultra in Bremen vom Gewinner 16 Runden absolviert. Anfang Juni gab es beim Halden-Mohikaner der Hartfüßler im Saarland ein leicht abgeändertes Format mit einer Rundenlänge von „nur“ 6,25 km. Durch die etwa 171 Höhenmeter pro Runde kamen beim Sieger dort in 24 Stunden und 150 km allerdings auch über 4000 Höhenmeter dazu.

Die Premiere des „Bienwald Backyard Ultras“ (BBU) in Kandel war zugleich ein „Golden Ticket-Race“ für das US-amerikanische Original im Oktober diesen Jahres. Dort steht der Streckenrekord seit letztem Jahr übrigens bei (für mich) unvorstellbaren 68 Stunden. Wer gerade keinen Taschenrechner zur Hand hat: Das macht eine gelaufene Kilometerleistung von 456 Km in etwas weniger als drei Tagen. Not bad.

 

LGU Läufer

Über den BBU

Der Bienwald Backyard Ultra wurde von Michael Ohler ins Leben gerufen und am verlängerten Wochenende des 20. bis 23. Juni mit sagenhafter Unterstützung von Familie, Freunden und Mitgliedern des TSV Kandel organisiert. Start und Ziel und damit Dreh- und Angelpunkt ist das Bienwaldstadion. Von hier aus starteten die Läufer/innen zwischen 6 und 21 Uhr auf einer flachen Trailstrecke, während es ab 21 Uhr auf eine asphaltierte Nachtrunde ging. Anders als beim US-amerikanischen Original, wo der Veranstalter in seiner unendlichen Großzügigkeit nur Wasser stellt und die Teilnehmer/innen selbst für ihre Verpflegung sorgen mussten, fehlte es in Kandel an nichts.

Die Läufer/innen konnten ihre Stühle unter Pavillon-Zelte stellen und somit Schutz vor Sonne und Regen suchen. Zu essen und trinken gab es reichlich. Ich erinnere mich noch an Kuchen, Nussecken, Chips, Äpfel, Wassermelonen, Honigmelonen, Salzkartoffeln, Pizzaschnecken, Salzbrezeln. Dann je nach Temperatur sogar Wassereis bzw. Kartoffelsuppe. Außerdem neben Wasser noch alkoholfreies Pils und Weizen, Cola, Fanta, Sprite, Apfelschorle und ein isotonisches Getränk, sowie Gels. Ich zähle das deshalb so genau auf, weil für mich das bedenkenlose Schlemmen ein wichtiger Teil des Ultralaufens ist.

Das Bienwaldstadion selbst bietet außerdem ausreichend Duschmöglichkeiten und auf den Außenflächen auf dem Gelände konnten Läufer/innen und Betreuer/innen ihre Zelte aufschlagen.

Kurzum: Die flache, schattenreiche und kurzweilige Strecke, sowie die ausgezeichnete Versorgung der Starter/innen bieten die besten Rahmenbedingungen für einen lange andauernden Lauf. Das Faszinierende an diesem Konzept ist, dass im Vorfeld niemand weiß, wie lang der Lauf tatsächlich dauern wird.

 

Ansporn Matthias

Mein Lauf

Ich reiste am Donnerstagnachmittag mit Arndt Ollig aus dem Rheinland an. Wir stellten unser Zelt auf und versorgten uns auf der Pasta-Party mit Nudeln mit Tomatensauce bzw. Kartoffeln mit Quark. Der Begriff „Party“ ist allerdings nicht zutreffend, da es von allen angemeldeten Läufer/innen nur 18 zum Start schafften und davon einige auch erst am Freitagmorgen anreisten. Vielmehr war es also ein entspanntes Beisammensein. Jonathan, Arndt und ich waren vor allem damit beschäftigt, die Zeit, bis man ins Bett gehen konnte, mit dem Vertreiben von Mücken rumzukriegen.

Es ist spannend, bei einem Lauf dabei zu sein, dass noch fast niemand der Anwesenden gelaufen ist. Lediglich der erfahrene Georg Kunzfeld und die extra für den Lauf aus Schweden angereiste Jenny-Ann Ehrling waren so etwas schon mal gelaufen.

Im Vorfeld habe ich mich ausführlich damit auseinander gesetzt, wie ich so einen Last Man Standing angehen könnte. Welches Tempo wählt man, wenn man gar nicht weiß, wie lange man dieses Tempo durchhalten muss? Ich entschied mich, in meinem 24h-Lauf-Tempo zu starten, also 6:30 min/km. Dann würde am Ende der Runde immer noch Zeit übrig sein, eine kurze Pause zu machen. Wie lange würde ich das durchziehen können?

Der Start erfolgte am Freitagmorgen um 8:00 Uhr. Zunächst würde bis 21 Uhr auf der trailigen Tag-Strecke zu laufen sein und dann...aber soweit waren wir ja noch lange nicht.

Total spannend für mich war das ganze Rennen über die unterschiedlichen Renn-Strategien der Läufer/innen. Ich stelle hier unterschiedliche Modelle vor, die ich von Läufer/innen erfragt oder abgeschaut habe.

5 min laufen, 2 min gehen, 5 min laufen, 2 min gehen usw.

15 min laufen, 10 min gehen, 15 min laufen, 10 min gehen

sehr lange wandern, dafür zwischendurch sehr zügig laufen (unter 6 min/km)

durchlaufen in einer Pace von 7 min/km

alle paar Runden fast nur wandern

alle paar Runden eine „schnelle“ Runde

...

Ich selbst experimentierte in den ersten drei Runden, bis ich einen für mich guten Rhythmus gefunden hatte. Zunächst begann ich die am Anfang zu absolvierende Stadionrunde mit 150 Meter Gehen. Auf der Strecke selbst unterbrach ich meinen Laufrhythmus insgesamt viermal für eine jeweils etwa 200 Meter lange Gehpause. Ich beschloss jede Runde, die wieder mit einer dreiviertel Runde im Bienwaldstadion endete, ebenfalls im Gehschritt. So erreichte ich den Start/Ziel-Bereich jedes Mal nach etwa 47 bis 49 Minuten und es blieb mir genug Zeit für Verpflegung und eine kleine Pause.

War ich am Anfang mit diesen Rundenzeiten noch am Ende der Gruppe unterwegs, reichte diese Zeit ab etwa Stunde 8 für einen Platzierung im Mittelfeld. Diese Platzierung ist natürlich völlig egal, gab mir aber das Gefühl, konstant gelaufen zu sein, während einige doch schon deutlich langsamer wurden. Also alles richtig gemacht?

Ich begann, das Konzept, das ich vorher schlecht einschätzen konnte, für mich passend zu finden. Eigentlich wie bei einem 24h-Lauf, den ich ja schon ganz gut kenne. Mensch läuft `ne Runde und kann sich dann verpflegen. Man lernt mit der Wiederholung die Eigenheiten der Strecke kennen, seine Vorzüge und seine Tücken. Ich mag diese Wiederholung sehr, mir wird nicht langweilig. Im Gegenteil. Die immer gleiche Routine gibt Sicherheit und Struktur. Jedenfalls für eine Zeit lang, aber dazu später mehr.

Es ging am Anfang wirklich gut. Ich konnte die 6,7 km sehr langsam laufen, sogar einige Gehpausen zwischendrin machen. Und trotzdem hatte ich im Ziel noch reichliche 10 Minuten Zeit, mich zu erholen und zu verpflegen. Jonathan, Arndt und ich hatten unsere Stühle exakt drei Meter neben dem Start/Ziel-Bereich aufgestellt, zwei Meter neben der Verpflegung. Sooo muss ein Lauf sein!

Der Tag floss vor sich in. Unsere Schatten wurden erst immer kürzer, die Sonne erreichte ihren Zenit. Schon ab 14 Uhr stellten wir uns die Frage, wann es denn endlich wieder kühler wurde? Dann wurden die Schatten wieder etwas länger.

Zum Start der elften Runde um 19 Uhr eine Überraschung: Dirk Minnebusch war auf einmal da! Nachdem wir im Vorfeld über den Lauf gesprochen hatten, hatte er sich einfach ins Auto gesetzt und war zum Betreuen gekommen. Was für ein wundervoller Mensch!

Noch zwei Runden auf der Tagstrecke, dann noch eine. Die Schatten im Wald waren jetzt wesentlich länger und ich musste jetzt schon bewusst darauf achten, die Füße hoch genug anzuheben, damit ich nicht an den Wurzeln hängenbleibe. Da tut mir vielleicht ein Wechsel gut. Trailschuhe aus, Straßenschuhe an, Tagstrecke vorbei, los geht’s mit der Nachtstrecke. Die begann zunächst mit einem elendigen Pendelstück und folgte dann  der 5km-Runde für die 100km-DM im September. Auf einer Gerade von etwa 1,5km ging es sehr leicht bergauf, dann wieder etwas bergab.

Das Nachtstrecken-Bummeln ging los. Mittlerweile waren wir nur noch 11 Läufer/innen. Um 23 Uhr waren 15 Runden absolviert und die 100 km geknackt. Dies hatten sich zwei weitere Läufer zum Ziel gesetzt, die nun den Lauf beendeten.

Hatte ich am Tag überhaupt gar keine Probleme gehabt – weder physisch noch psychisch – spürte ich jetzt ein Motivationsloch, das von Runde zu Runde größer wurde. Warum mache ich das gleich noch mal? Jonathan und ich hatten im Vorfeld drüber gesprochen. Seine Antwort: „Weil’s lustig ist.“ Hm. Aber gerade macht es mir keinen Spaß. Egal, Krisen kommen, Krisen gehen. Muss man nur durchhalten. Ich beendete auch die 16. Runde in meinem üblichen Modus in 48 oder 49 Minuten. Wir waren jetzt nur noch zu neunt, aber irgendwie begann mich die reine Anwesenheit der anderen Leute um mich herum zu stören. Dirk und Arndt, der mittlerweile auch ausgeschieden war, waren sehr eifrig dabei, hatten es sich zur Aufgabe gemacht, Jonathan und mich optimal zu betreuen. So fragten sie mich ausführlich, was ich denn brauchen würde und wiesen darauf hin, dass ich etwas Festes essen sollte. Aber es nervte mich nur noch. Auf die Frage, was ich denn nun brauchen würde, sagte ich: „Ich brauche vor allem jetzt mal meine Ruhe!“ Dirk und Arndt taten sofort das Richtige, indem sie nicht mit mir diskutierten, sondern mich auch tatsächlich in Ruhe ließen. Ein Wahnsinn, dass ich auf einmal so schlecht gelaunt war.

Zu Beginn der 17. Runde ging ich so langsam, dass ich bald am Ende unseres kleinen Trüppchens war. Hier ging es mir sofort ein bisschen besser. Es ist nicht besonders logisch, aber ich hatte hier jetzt das Gefühl, ich könnte besonders befreit laufen, ohne, dass man sich ständig vor- und zurücküberholt aufgrund der jeweils eigenen Lauftaktik.

Ich habe die große Sehnsucht, nicht aus dem Marathon-Tor rauszulaufen und die Runde zu starten, sondern einfach auf der Bahn zu bleiben. Dann komme ich wieder im Start/Ziel-Bereich an und höre auf. Es kann so einfach sein, einfach auf der Bahn bleiben. Es fällt mir unheimlich schwer, die Bahn zu verlassen. Aber als ich es dann geschafft habe, ist es ein bisschen, als würde mir eine Last abgenommen. Dann muss ich halt noch diese Runde laufen. Mittlerweile bin ich allein.

Am Ende zu laufen heißt aber auch, der Langsamste zu sein und so beendete ich die Runde in gerade mal 55 oder 56 Minuten. Nicht viel Zeit für Verpflegung. Irgendwie hatte ich gar keine Lust auf das Stadion. Wortlos übergab ich Arndt und Dirk meine Softflask zum Auffüllen und bekam dafür von ihnen ebenso wortlos etwas zu essen und zu trinken in die Hand gedrückt. Doch anstatt mich hinzusetzen, tigerte ich im Start/Ziel-Bereich hin und her. Hier gefällt es mir nicht bei den ganzen Menschen. Ich will wieder raus auf die Strecke, wo ich meine Ruhe habe.

Die 18. Runde beginnt. Ich starte wieder ganz bewusst so langsam, dass alle anderen Läufer/innen vor mir schon bald weit weg sind. 18 Runden sind eine schöne Zahl. Es ist die Hälfte von dem, was ich eigentlich zu laufen gehofft habe. Ich höre nach dieser Runde auf! Ich habe einfach kein Bock mehr. Kein Bock mehr auf diese ätzende „Steigung“, auf die Dunkelheit der Nacht. Ich kann die Einsamkeit zwar noch genießen, aber wozu eigentlich? Wo soll das alles enden? Ich höre auf.

Meine Garmin-Uhr liegt zum Aufladen im Stadion, ich habe keine Ahnung, wie viel Zeit ich noch für die Runde habe. Als ich ins Stadion hineinjogge, wird mir klar, dass ich „zu schnell“ bin, als dass ich aufhören könnte. Wenn auch nur knapp. Nach etwa 58:30 Minuten beende ich die 18. Runde. Einige Läufer blicken auf und sehen mich gespannt an. Ich kann in ihren Augen lesen: „Er ist in einem schlechten Zustand und gerade so eben reingekommen. Wird er weitermachen?“ Ich komme mir vor wie ein Boxer, der gerade einen Schlag auf die Schläfe abgekommen hat, taumelt und jetzt fragt sich das Publikum: Fällt er oder fällt er nicht?

Ich will fallen. Aber da stehen dann auch schon Dirk und Arndt, nehmen mir meine Flasche ab, drücken mir einen Becher mit etwas Trinkbarem in die Hand und halten mir eine Nussecke vor den Mund, von der ich reflexartig abbeiße. Mist, jetzt kann ich nicht aufhören, die kümmern sich ja richtig um mich!

Es bleibt keine Zeit mehr, sich hinzusetzen. Ein paar Sekunden später geht es in die 19. Runde. Mittlerweile ist es 3:00 Uhr morgens.

Okay, ich brauche einen neuen Plan. Meinen Beinen geht es immer noch ausgesprochen gut, keine Beschwerden. Aber in meinem Kopf ist alles Matsche.

Dann höre ich halt nach dieser Runde auf. Wie soll das gehen, ohne Dirk und Arndt zu enttäuschen? Ich überlege, gerade so langsam zu laufen, dass ich auf der Stadionrunde kurz vor dem Ziel die eine Stunde überschreite. Dann muss ich nicht mehr loslaufen und habe doch „alles“ gegeben.

Also ein letztes Mal dieses verdammte Pendelstück, ein letztes Mal schlappe ich die unendliche Gerade entlang. Bei jedem Schritt dröhnt es in meinem Kopf: Das ist meine letzte Runde. Das ist meine letzte Runde. Das ist meine letzte Runde.

Immer noch laufe ich ohne Uhr, es wird also spannend, ob ich das von meinem Tempo-Gefühl her hinbekomme.

Bekomme ich nicht hin.

Wie in der Runde zuvor bin ich „zu früh“ im Stadion, stehen bleiben gilt nicht. Also schlurfe ich in die Box, wieder nach etwa 58:30 min. Flasche weg, Mund auf, Essen rein, Becher in die rechte Hand, Flasche wieder in die linke Hand und tschüss. Hey, das gilt nicht! Dirk und Arndt müssen sich abgesprochen haben. Ihre sekundenschnelle Versorgung funktioniert so reibungslos, als hätten sie das schon tausend Mal zuvor gemacht. Wenn die das nicht so gut hinbekommen würden, dann wäre ich schon längst raus. Oder wenn ich selbst gar keine Betreuer hätte.

Auf geht’s in die 20. Runde. 20 ist ja auch eine schöne Zahl zum Aufhören. Ich mag runde Zahlen sowieso viel lieber.

Die Schwedin als einzige Läuferin ist noch im Rennen, aber gerade hängt sie durch. Erst zehn Sekunden vor dem Start trottet sie irgendwie in die Box und dann los. Sie geht noch langsamer als ich. Und ich dachte schon, mir geht es mies. Als ich das Stadion verlasse, sehe ich, wie sie auf der Bahn bleibend zurück zum Start/Ziel-Bereich geht. Man ey, das ist hart. Schade, dass sie raus ist. Mit mir sind es jetzt nur noch sieben Läufer. Mit einem Mal wird mir klar, wie schnell es gehen kann. Eben denkt man noch, dass alles ewig so weitergeht und schon ist eine starke Läuferin einfach raus.

Diesmal will ich es schaffen, aufzuhören. Die ersten 1,5 km lege ich ausschließlich wandernd zurück. Das wäre doch gelacht, wenn ich es auch ohne Uhr nicht schaffen würde, hier ein ordentliches DNF abzulegen! Vorsichtshalber laufe ich nur noch sehr langsam und ganz wenig. Ob ich tatsächlich nicht mehr laufen kann oder es einfach nur nicht will – was spielt das denn noch für eine Rolle?

Wann wird es eigentlich wieder hell? Auf der zweiten Hälfte der Nachtrunde laufe (naja: gehe...) ich gen Osten. Dort wird schon wieder schwarz zu blau. Das heißt, in der nächsten Runde dämmert es schon wieder. Und ist nicht alles besser, wenn der Tag anbricht? Egal, ich höre sowieso auf.

Dieses Mal muss es klappen. Ich bin noch außerhalb des Stadions, da höre ich die erste Glocke. Noch drei Minuten bis zum Start. Völlige Erleichterung durchströmt mich. Ich werde es nicht schaffen. Ich darf aufhören. Bevor ich ins Stadion einlaufe, gehe ich noch einmal ein paar Meter, um ganz sicher zu gehen. Dann ertönt schon die zweite Glocke. Noch zwei Minuten. Für mich noch etwas über 300 Meter. Eigentlich easy. Aber ich will ja nicht. Ich setze also zu einem schnelleren Laufschritt an. Die letzte Glocke ertönt, noch eine Minute. Ich erhöhe mein Tempo. Auf der Tribünenseite im Start/Ziel-Bereich wird es laut. Mich erreichen Anfeuerungsrufe. Noch 50 Meter, noch 40, noch 30. Ich bin fast da. Dann läutet sie erneut, diese erbarmungslose Kuhglocke. Die übrigen 6 Läufer zuckeln los. Sie kommen mir entgegen. Einige schütteln mir die Hand, gut gekämpft. Mit nur wenigen Sekunden nach 4:00 Uhr beende ich meine 20. Runde. Allerdings außerhalb des Zeitlimits, daher werden nur 19 Runden gewertet.

Egal. Ich bin erleichtert. Ich bin sofort wieder freundlich, keine Spur von Übellaunigkeit mehr. Michael schüttelt mir die Hände und überreicht mir eine Medaille. Na super. Ich glaube, er hat Mitleid. Und ich habe ein schlechtes Gewissen, dass ich sie alle so getäuscht habe. Das muss aber auch sofort raus und ich erzähle den Umstehenden von meiner Kopfquälerei, von meiner nicht enden wollenden Krise und wie ich mich davor gedrückt habe, eine weitere Runde durchstehen zu müssen.

Aber wer hat hier eigentlich wen getäuscht? Am meisten wahrscheinlich ich mich selbst. Ich habe in den letzten Runden immer mehr gemerkt, wie mir der Lauf den Zahn zieht. Kein Ende in Sicht. Die anderen Läufer noch so frisch. Was gilt es zu erreichen? 24 Stunden? 30 Stunden? 36 Stunden? Den Sieg? Alles viel zu weit weg. Dazu diese öde Strecke und die Einsamkeit der Nacht. Ich hatte schlechte Laune und wollte einfach nur, dass es endet.

Gleichzeitig wollte ich ja nicht meine Betreuer enttäuschen und nicht mehr weiterlaufen. Das saure Ende war nun dieses DNF nach Zeitüberschreitung. Hatte ich noch nie. Dabei hätte ich diese Runde locker packen können, meinem Körper ging es sehr gut. Und die nächste hätte ich bestimmt auch geschafft und dann ist es schon wieder hell. Hätte, hätte...

Ich gehe duschen und lege mich für zwei Stunden schlafen. Will unbedingt beim 100Meilen-Finish nach 24 Stunden dabei sein. Jonathan hatte die ersten 24 Stunden scherzhaft als „Prolog“ bezeichnet und tatsächlich hab ich allen gesagt, dass das Rennen nach 24 Stunden erst so richtig losgeht. Jetzt bin ich schon raus und nur drei Läufer starten in die 25. Runde. Klaus Mantel, der dritte LG Ultraläufer, und zwei andere Läufer hören nach 100 Meilen auf. Jetzt hat Jonathan ein mentales Tief. Er meint, er sieht keinen Zweck darin, noch ein paar Stunden weiterzulaufen, wenn er die 36 Stunden doch nicht erreichen wird und die anderen so stark seien. Als er nach 26 Stunden aufhört, läuft Harald Menzel (neben Andreas Löffler der dritte noch verbliebene Läufer) einen Rundenrekord mit etwas über 28 Minuten. Das ist nur etwas schneller als 4 min/km. Nach über 100 Meilen. Unfassbar. Irrsinnig.

 Jonathan

Der Rest ist dann schnell erzählt. Andreas sagt, er würde noch so lange laufen, bis es einen Rekord bei den Backyard-Qualifikationsrennen gäbe. Der liegt bei 40 oder 41 Stunden, genau weiß ich es nicht. Das hieße aber auch, dass es noch bis tief in die zweite Nacht gehen würde. Und jetzt war es erst Samstagvormittag. Das Verrückte ist, dass ich nicht eine Sekunde daran zweifelte, dass das Rennen nur mit Harald und Andreas tatsächlich so lange gehen würde. Sie waren unfassbar stark, wenn auch auf unterschiedliche Weise.

Also sind wir gegen 13 Uhr aufgebrochen, zurück ins Rheinland. Am Sonntagmorgen gab es dann einen Sieger: Harald stoppte nach 45 Runden und 300 Kilometern, Andreas lief dann noch eine weitere Runde und gewann nach 308,476 km und 46 Stunden. Ja nee, is klar. Wahn-Sinn.

 

Abspann

Jonathan und ich sagten direkt nach dem Rennen, dass wir so etwas nie wieder machen würden. Aber jetzt sind ein paar Tage vergangen und es fuchst mich. Ich habe nach über 130 Kilometern keinen Muskelkater, gar nichts. Das beweist nicht meine Fitness, wohl aber, dass mir das Konzept anscheinend gut passt.

Und – verdammt – ich wusste doch schon vorher, was auf mich zukommt. Habe ich zu früh aufgegeben? Wie justiert man seine Gedanken, damit man noch weiterlaufen kann, auch wenn es anscheinend weder Spaß noch Sinn macht? Und soll man das überhaupt? Ist es das, was in den ganzen Hochglanz-Videos bei Youtube immer als „Grenzen überwinden“ bezeichnet wird? Bei diesem Lauf waren meine Grenzen eindeutig im Kopf. Und den muss ich doch austricksen können. Nach dem „Warum?“ während eines Laufs zu fragen ist in etwa so sinnvoll, wie während eines Fallschirmsprungs zu überlegen, ob man nicht vielleicht doch Höhenangst hat.

Außerdem: Michael Ohler hat hier einen fantastischen Lauf organisiert. Eine tolle Tagstrecke, hervorragende Ausrichtungsmöglichkeit. Und ein ganz, ganz tolles, liebes Helfer/innen-Team. Danke vor allem an die Jungs, die mitten in der kühlen Nacht den Weg gewiesen haben und dabei immer aufmunternde Worte übrig hatten.

Falls jemand von euch überlegt, bei einem solchen Lauf zu starten, kann ich euch den Bienwald Backyard Ultra nur wärmstens ans Herz legen.

Und vielleicht bin ich ja dann doch noch einmal dabei.

Text: Matthias Kröling, Bilder: Michael Ohler, Marco Knoll 27.06.2019

Nachfolgend könnte ihr die Eindrücke von Elisabeth Ploch und Hans-Dieter Jancker vom 24h-Lauf in Reichenbach nachlesen:

Elisabeth Ploch:

24h Reichenbach im Sächsischen Vogtland,

dort, wo im Musikerwinkel seit über 350 Jahren Instrumente gebaut werden, wo sich die Menschen mit dem Corpus, der Statik, der Kompostion und Konstruktion auskennen. Der Bogenbau, sowohl bei den Instrumenten als auch bei den Brücken, ist im Vogland unpretentiös und dennoch edel.  Das Vogtländische Wahrzeichen ist die Göltzschtalbrücke, die Reichenbach und Netzschkau verbindet. 98 Bögen und somit die größte Viaduktbrücke Europas. Die Luftigkeit, Leichtigkeit und Durchlässigkeit mit den Herausforderungen versuchen Hans-Dieter und ich in der Textkomposition durchschimmern zu lassen. Wenn das Laufen nicht unbegrenzt komfortabel zu sein beginnt und man geneigt ist, sämtliche Variationen für das Wort „unangenehm“ zu erfinden, wie die Inuit Vokabular für Schnee haben, dann braucht man die Kolleginnen und Kollegen, die laufen.

RB 01

 

Von LG Ultralauf waren Kolleginnen und Kollegen anwesend und so freute ich mich in Gemeinschaft laufen zu können und wohl wissend, dass die Runde, beginnend im Stadion und auf Asphalt um das Reichenbacher Wahrzeichen herum, spätestens ab Runde 50 für mich anstrengend sein würde, so wusste ich immer: da sind tolle Leute auf der Starterliste – echte Ultraunikate mit viel Format.

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Unsere TeilnehmerInnen von links nach rechts: Elisabeth Ploch, Falk Sittner, Hermann Fischer, Hans-Dieter Jancker, Sylvia Faller und Betreuer Franz Faller. Nicht auf dem Bild ist unser Mitglied Jürgen Geier.

Ich war eine Woche zuvor in Zehdenick (Oberhavelland in Brandenburg) beim Stadtsportfest gestartet, hatte somit 84 km auf Kopfsteinpflaster am Ufer der Havel und eine schlaflose Nacht bereits hinter mir und doch gab ich mich der Hoffnung hin, dass ich in Reichenbach einen 24h Ultralauf absolvieren könne, denn hier sind die Pausen genauso in Ordnung, wie Zäsuren oder langsames Gehen, wenn das Laufen nicht (mehr) geht oder wie es eine ganz liebe Freundin von mir immer wieder formuliert: „Wer will, findet Wege. Wer nicht will, findet Gründe“ – und ich fand tausend Gründe um 2 Läufe in einer Woche bestreiten zu können. Es gab wundervolle Gespräche, inspirierende Momente und die Gewissheit, dass egal wie ein Weg ist, es auch immer Brücken zu den Menschen gibt oder wie in einer musikalischen Komposition, die Kadenz die Akkorde elegant verbindet, denn die Harmonielehre artikuliert Verbindungen.

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Elisabeth Ploch mit schickem Outfit

 

Hans-Dieter Jancker:

24-Stundenlauf  Reichenbach/Vogtland oder „Aus Niederlagen soll/kann man lernen“

Es hat nicht sollen sein! Die Erwartungen waren ja hoch vor dieser Premiere. Insgeheim wollte ich 180 Km laufen. Dann meinte Elisabeth in der ersten Phase, ich würde 200 Km erreichen, damit hätte ich den Lauf sogar gewonnen. Nur eine junge Polin lief deutlich über 200 Km.

Und es ging auch ganz gut los, ich lief wie ein Uhrwerk, entspannt deutlich hinter Falk und den Burgers, doch jeden Km eigentlich rund 10 bis 15 Sekunden zu schnell! Leider!

Das war im Grunde mein Plan gewesen – im 6er Schnitt lange locker laufen.

Von der LG Ultralauf waren wir übrigens zu sechst in Reichenbach: Nicht registriert hatten wir in der ganzen Aufregung, dass mit Jürgen Geier ein weiteres Mitglied seine Runden drehte und kurz vor Falk nach 24h zum Stehen kam. Elisabeth hat für sich eine super Leistung erreicht, Falk und Sylvia liefen mit Pausen in etwa ihre Km wie geplant, unser Ultrawalker Hermann bewies mit seiner Leistung, was man in 24 Stunden Gehen erreichen kann, wenn man auch die Nacht richtig nutzt – Platz 1 in der M65!

 

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Unser Siegerduo Hermann Fischer und Hans-Dieter Jancker in der M65

Gerade das war mein Problem.

Der Reihe nach: Das Wetter war ganz gut, etwas Sonne und eine erfrischende Briese, dann zog es zu und bei Km 75 erwische mich der Regenguss. Ehe ich mir die Weste überziehen konnte war ich richtig nass. Der Regen wurde zwar etwas schwächer, dauerte aber über eine Stunde. Vielleicht bin ich dadurch steif geworden und etwas verkrampft, jedenfalls machte ich etwa bei Km 90 auf Anraten von Sylvia und Elisabeth ½ Stunde Pause, sehr wahrscheinlich etwas zu spät.

Ich lief dann noch etwa 3 Stunden, entschloss mich aber noch vor Mitternacht zu einem Nachtlager im trockenen Aufenthaltsraum.

Wahrscheinlich wäre es besser gewesen, die Massagebank aufzusuchen, etwas durchzuatmen und dann die Nacht zu „genießen“ bzw. zu nutzen, auch gehenderweise …

Bei Tagesanbruch raffte mich auf, ein Kaffee und kleine Schittchen sollten Kraft geben für die nächsten Km. Getrunken habe ich übrigens so viel wie noch nie in einem Wettkampf, (Iso, Cola, Tee, Wasser) ständig trockener Mund. Kann man eigentlich auch zu viel trinken?

Gels gab es alle 25 Km, 2 Salztabletten nach je 3 Stunde, dazu nur Kleinigkeiten, meinen geliebten Schleim gab es leider (noch) nicht, in der Pause aber eine Portion Nudeln …

Die ersten Runden nach der Nacht und knapp 6 Stunden Rast liefen wieder ganz gut. Ich wurde auf der Strecke gegrüßt, meine Pause war schließlich aufgefallen. Doch nach 12 Runden wurde es wieder zäh, eckig, etwas wackelig … ich stellte um auf Wechsel von Laufen und Gehen, etwa 1,6 Km Laufen und 800m Gehen. Das half, kampflos wollte ich doch nicht aufgeben.

Leider war der Akku meiner Uhr inzwischen leer und die Rundenanzeige konnte ich wegen der Sonnenblendung nicht lesen … so hangelte ich mich etwas blind durch die letzten 2 ½ Stunden, um schließlich doch noch 142,7 Km zu erreichen.

Das ist nicht das was ich mir vorgestellt hatte! Trotzdem bereue ich den Start nicht.

24-Stunden-Läufe sind eben eine ganz besondere Kategorie. Da man immer wieder dieselben Gesichter sieht entwickelt sich etwas wie Gemeinschaft, über die Freunde der LG Ultralauf hinaus. Der Höhepunkt ist erreicht, wenn die Staffelläufer, die sonst immer an uns vorbei geflitzt waren, auf der letzten Runde mit Fahnen und LaOla uns Einzelkämpfern zujubelten!

Die nächsten 24 Stunden kommen garantiert irgendwann!

Der Tag danach: Nach unruhiger Nacht niedriges Gewicht, niedriger Puls, der Lockerungslauf von 6 Km war gut und problemlos, wenn auch wirklich langsam.

Fazit: Bis zum Spartathlon ist noch einiges zu tun!

 

Die Ergebnisse des Laufs gibt es hier:

https://live.24-stundenlauf.de/live.aspx

 

Berichte von Elisabeth Ploch und Hans-Dieter Jancker, Bilder Elisabeth Ploch, 26.06.2019

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