Laufgemeinschaft der Deutschen Ultramarathon-Vereinigung e.V.

FDZU5bSabrina und ich haben uns 2017 durch einen kompletten Zufall beim Laufen kennengelernt. Ich war gerade auf der 29km Strecke des Kleinwalsertal Trail Challenges unterwegs, als mich von hinten eine weibliche Stimme ansprach, dass ich endlich mal jemand sei, der seine Stoecke richtig einsetzen würde und keine Bedrohung für die anderen Trailläufer sei. Naja und über diesen Kommentar kamen wir zwei Mädels ins quatschen. Als sich kurz danach die Fiedererscharte vor uns erhob, wurde Sabrina, mittlerweile hatten wir uns gegenseitg vorgestellt, etwas bange, da dies ihr erster Traillauf war. Ich kannte die Fiedererscharte allerdings von meinem ersten Transalpine und sagte ihr, dass sie einfach nur auf meine Füße schauen sollte, dieselben Schritte wie machen sollte und ich den Rest machen würde. So erklommen wir langsam diesen steilen Berg, liefen mehr oder weniger gemeinsam danach ins Ziel. So wurde eine Laufreundschaft zwischen Wolfsburg und Hamburg geboren und wir blieben in regelmäßigem Kontakt. 2019 trafen wir uns wieder beim Schweriner Seentrail, bei dem Sabrina die 33km-Strecke gewann und ich auf der 63km Strecke Zweite geworden war.

FDZU2Bei diesem Treffen erwähnte Sabrina auch ihren Plan beim FDZU zu starten, den ich mir bereits 2018 online angeschaut hatte und sehr schön fand (endlich auch mal ein toller Ultra in meiner Nähe). Da aber bei mir der Dragonsback anstand und ich nicht wusste, wie ich mich davon erholen wurde, war dieser Lauf für mich erstmal kein großes Thema. Nachdem der Dragonsback leider nicht wie geplant für mich gelaufen war und ich kurz vor Meldeschluss sowohl merkte, dass meine Beine langsam wieder laufen konnten als auch, dass ich an diesem Wochenende auch in Hamburg war, meldete ich mich recht spontan an.

Unser Plan war, erst einmal gemeinsam zu laufen und es mit einem 6-min-Schnitt zu probieren, um nicht zu über-pacen – für Sabrina war es der erste Ultra über 60km (Wahnsinnsrespekt für diesen tollen Sprung) und ganz verwunden hatte ich den Dragonsback auch noch nicht.

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Gemeinsam starteten wir um 4 Uhr und blieben tatsächlich für einen Großteil des Laufes zusammen, unterhielten uns prima, genossen die Landschaft und hatten gute Laune. Ab km 75 trennten wir uns, ich lief dann alleine und Sabrina hatte Fahrradbegleitung von ihrem Freund. Kurz bevor die 12 Stunden voll waren, kam ich im Ziel an, Sabrina eine gute halbe Stunde später. Platz 1 und 2 für die Frauen der LG Ultralauf!

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FDZU4Der FDZU ist ein wunderbarer, familiärer Landschaftslauf, der zwar größtenteils auf geteerten Radwegen stattfindet, die Läufer aber durch ganz wunderbare, kleine Ortschaften führt mit Reet-gedeckten Häusern, kleinen Schwedenhäusern und immer wieder Blicke auf das Boddengewässer, aber auch auf die Ostsee bietet.

All 8 bis 10 km gab es liebevoll betreute VPs, teilweise auch von Hotels/Restaurants an der Strecke bemannt. Ein besonderes Erlebnis war nach knapp 94 km ein 6 km langes Stück am Strand zu laufen - ich glaube, ich werde keine begeisterte Strandläuferin werden.

Auch wettertechnisch hatten wir großes Glück, hatte der Lauf 2018 noch unter extrem heißen Bedingungen stattgefunden, war es dieses Jahr trocken, sonnig und mit Temperaturen um die 22 Grad gut zu laufen. Alles in allem ein echtes Laufjuwel, das ich allen nur empfehlen kann!

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Text und Bilder: Claudia Lederer, 25.06.2019

BUF2019 CEs sind noch über zwei Monate, bis in Bottrop im Rahmen des dortigen Ultramarathon Festivals der Startschuss zur ersten DLV-Meisterschaft im 24h-Lauf erfolgt. Bei den Läuferinnen und Läufern sollte das Training auf Hochtouren laufen, die nächsten 4 bis 6 Wochen sollten idealerweise für sehr umfangorientiere Trainingswochen genutzt werden mit Testwettkämpfen über 100km oder 12h. Falls noch nicht erfolgt, wäre jetzt ein guter Zeitpunkt, um sich anzumelden und die Reise zu planen.

Die Organisatoren von Adler-Langlauf Bottrop und der LG Ultralauf sind mitten in der Vorbereitung und planen, einige Punkte zu verbessern und Anregungen der Teilnehmer aufzugreifen. So werden wir die Beleuchtung verbessern, haben die Uhrzeit des Startes vorverlegt und bauen ein neues Siegerpodest, weil uns das klassische Podest für einen 24h-Lauf nicht geeignet erscheint, da die Stufe zu hoch und die Standfläche für eine Mannschaftsehrung viel zu klein ist.

Die aktuellste Änderung der Ausschreibung ist die Ausweisung einer 100-Meilenzwischenzeit für die 24h-Läufer. Das ermöglicht nicht nur den 24h-Kaderathleten, die Ende Oktober zur 24h-WM fahren, taktische Varianten der Renngestaltung. Diese Zwischenergebnisse sind bestenlistenfähig und werden in der DUV-Statistik aufgeführt.

Einige der Kaderathleten stehen bereits auf der Startliste, weitere erwägen eine Teilnahme. Bei einigen Talenten kann man vermuten, dass sie die WM-Norm angreifen werden, auch wenn die Normerfüllung für die diesjährige WM zu spät ist.

Silver IAU Label 2019Die Veranstaltung hat dieses Jahr als einziger Lauf in Deutschland für zahlreiche Spitzenergebnisse in der Vergangenheit das IAU-Silber-Label erhalten und tatsächlich gab es im letzten Jahr auf allen Strecken sehr gute Siegerleistungen, einige Deutsche Rekorde und viele, persönliche Bestleistungen.

Leistungsmedaille 2018

Eine Besonderheit der Wettbewerbe in Bottrop ist die Vergabe der LG Ultralauf Leistungsmedaille. Diese wird nicht für Platzierungen vergeben, sondern für absolute Leistungen. Jeder, der eine Spitzenleistung erbringt, kann die Medaille in Gold, Silber oder Bronze erhalten. Die erforderlichen Leistungen sind allerdings recht hoch und liegen etwa bei den verschiedenen Kader-Normen. Im letzten Jahr wurden immerhin einmal Gold, einmal Silber und dreimal Bronze vergeben. Neben der Medaille gibt es einen Eintrag im Register „Ausgezeichnete Athleten“ für die Ewigkeit, den man hier findet. Link: Ausgezeichnete Athleten

Stand heute zählt Titelverteidiger Marcel Leuze aus Hamburg zu den Favoriten, der gerne dreimal hintereinander Meister werden möchte, was bisher nur Stu Thoms in den Jahren 2014 bis 2016 geschafft hat.

Bei den Frauen ist Antje Krause gemeldet, die 2009 bereits das erste Mal auf dem Podest stand, in der Zwischenzeit sechs Mal 24h-Lauf-Meisterin wurde, davon fünfmal (2013 bis 2017) hintereinander. Eine unglaubliche Reihe, die nur deswegen unterbrochen wurde, weil sie im letzten Jahr an der etwa zeitgleich stattgefundenen 100km-WM teilnahm.

Mit Simone Durry, Sigrid Hoffmann und Stefan Wilsdorf sind weitere Kaderathleten gemeldet, wobei natürlich nicht klar ist, ob sie ihr Leistungspotential wirklich abrufen wollen. Aber es ist schön, dass sie angemeldet sind, denn diese Meisterschaft ist eine besondere, weil es die erste ist, die der DLV veranstaltet.

logo dlv tandem 260Im letzten Jahr hatte die DUV mit dem DLV den Wechsel der Ultramarathon-Meisterschaften von der DUV zum DLV vereinbart, bei denen es Weltmeisterschaften gibt. Das betrifft neben der 24h-Meisterschaft auch die Meisterschaften im 50km-Lauf und im Ultratrail.

Das ist sicher ein Meilenstein in der Entwicklung des Ultralaufsports, aber nicht frei von Nachteilen für die Veranstalter und Sportler.

Zunächst einmal hat die Erstellung der Meisterschaftsausschreibung deutlich mehr Zeit als üblich gekostet, denn für den DLV ist es die erste Meisterschaft mit einem Zeitlauf. Link zur Ausschreibung

In der klassischen Leichtathletik gibt es Qualifikationsleistungen und Zeitlimits, aber keine Mindestleistungen und Medaillenstandards wie im DUV-Regelwerk vorhanden. Letztendlich waren die Gespräche mit den Ansprechpartnern der DLV-Wettkampforganisation und Michael Sommer als DLV-Ultramarathon-Berater aber sehr konstruktiv.

Die Meisterschaft mit Ausschreibung steht im normalen DLV-Meisterschaftskalender und man kann davon ausgehen, dass sie von einigen interessierten Sportwarten gelesen wird, wobei ich nicht glaube, dass Leichtathletikvereine, die bisher keine Ultraerfahrungen haben, Athleten entsenden werden.

In den Gesprächen wurde auch klar, dass die Leichtathletikordnung (DLO) an einigen Stellen nicht ultra-typisch ist und angepasst werden sollte, was allerdings eine Herkulesaufgabe ist.

Die DLO ist das Regelwerk, wie bestenlistenfähige Läufe, insbesondere Meisterschaften zu organisieren sind. Da steht beispielsweise, dass der Start durch einen Starter, also einem Kampfrichter mit einer besonderen Qualifikation, mit einem Schuss erfolgen muss. Bisher hat das immer der Schirmherr der Veranstaltung, der Oberbürgermeister von Bottrop mit einer Druckluftsirene gemacht, aber das geht vermutlich nicht mehr.

Für die Läufer ist die größte Hürde die Anmeldung zur Meisterschaft. Die erste Frage ist, ob man überhaupt startberechtigt ist und die nächste, wie man sich anmeldet. Eigentlich sollte das in diesem Beitrag genau erklärt sein. Link Wichtige Infos zur Meisterschaft.

Die wichtigsten Inhalte:

- Man benötigt einen Startpass. Den kann jeder Leichtathletikverein kurzfristig ausstellen.

- Bei der Anmeldung zur Meisterschaft bitte in das Feld „Startpassverein“ nur den korrekten Vereinsnamen eintragen. Das Feld „Team/Verein“ wird für den offenen Lauf genutzt und kann abweichende Inhalte haben. Teilnehmerbeitrag überweisen und fertig.

Je mehr Teilnehmer es in der DM-Wertung gibt, desto besser. Dieser Lauf wird in den Medien eine hohe Aufmerksamkeit bekommen und durch viele Teilnehmer können wir Läufer selbst dazu beitragen, dass unser Sport als attraktiv wahrgenommen wird. Dies gelingt durch eine große Streuung über alle Altersklassen, motivierte Läufer und gute Leistungen, eine freundliche, kooperative Stimmung im Läuferfeld und eine erstklassige Organisation.

Natürlich ist die Deutsche Meisterschaft das Herzstück der Veranstaltung, aber auch andere Wettbewerbe und Starter verdienen Aufmerksamkeit. So starten beispielsweise im offenen Lauf über 24h Wolfgang Schwerk, einer der besten deutschen Ultraläufer aller Zeiten sowie einige Gäste aus Belgien und den Niederlanden.

Der 6h-Lauf und die Staffeln eignen sich insbesondere für Ultralauf-Einsteiger dieser Meisterschaft beizuwohnen. Aber auch der 100km-Nachlauf hat schon einige interessante Starter, wie Bernd Orlowski.

Interessant ist sicher auch, wen man da so auf und neben der Strecke noch so alles trifft. Beispielsweise haben ranghohe DLV-Mitarbeiter ihr Kommen zugesagt, das halbe DUV-Präsidium ist vor Ort, DLV-Teamchefs, Vorjahressiegerin Anke Libuda, die DUV-Förderstützpunkte aus Berlin, Würzburg, Schwindegg, Wolfenbüttel und dem Allgäu sind in der Startliste vertreten, Bottrop und LG Ultralauf sowieso.

Aktuell sind noch etwa 110 Startplätze für den 24h-Lauf und 50 für den 6h-Lauf vorhanden. Link zur Anmeldung und Teilnehmerliste. Eine Online-Anmeldeschluss ist bis zum 11.8. oder Erreichen des Teilnehmerlimits möglich.

Text und Bilder: Michael Irrgang, DLV-Logo: DLV-Homepage, 20.06.2019 

Schon oft berichteten wir von den Touren von Franz Holzleitner, der gerne sich seien Rucksack schnappt und dann das Wochenende in der Natur verbringt, aktuell gerne im Schwarzwald oder am Bodensee. Oder bei einem Wettkampf. So ist er eine Woche nach einer Megatour am Bodensee den KUT gelaufen, immerhin die anspruchsvolle Deutsche Meisterschaft im Ultratrail in der Pfalz und nur eine Woche später den alpine und noch fordernderen Lauf Mozart 100 in Salzburg.

Auf seiner Internetseite veröffentlicht er meistens zu seinen Abenteuern Berichte, die wir hier kurz vorstellen und verlinken

Franz 1

15.06.2019, Salzburg (Österreich), Mozart 100

Wieder ist es an der Zeit, einen Lauf zu absolvieren. Ist das schlau nur eine Woche nach dem Kut oder die größte Dummheit? Manche halten mich verrückt, man muss ja dem Körper Zeit geben zum Erholen. Wozu auch, nach jeder Woche ist er stärker als vorher. Ob schneller stärker ist, ist eine andere Frage. Habe die kurzen schnellen Läufe hinter mich gelassen, weil ich auch noch in etlichen Jahren laufen will und wo sind all die schnellen Läufer geblieben?

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Franz 2

08.06.2019, Reichweiler, K-UT

Wiederum ist eine Woche vorbei und eine neue Herausforderung steht an. KUT – Der Keufelskopf Ultralauf steht auf dem Programm. Vor 2 Jahren 2017 lief ich diesen Lauf schon mal, damals mit 85km. Diesmal durch die DM hat der Lauf nur 78km. An den Lauf selbst kann ich mich kaum noch erinnern aber, dass er hart war, werde ich nicht vergessen 14:24: xx war meine Zeit und ich war am Boden zerstört.

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Texte und Bilder: Franz Holzleitner, Michael Irrgang, 19.06.2019

IMG 1238Die Nacht der Nächte! 100km von Biel

Freitag Nacht war es wieder so weit. Zum zweiten Mal startete ich beim legendären 100km-Lauf in Biel/Schweiz. Nachdem ich im letzten Jahr mit Rückenproblemen gehandikapt an den Start ging und froh war, dass ich überhaupt laufen konnte, konnte ich dieses Jahr ambitioniert die 10:00 Std.-Marke angreifen.

Eine Besonderheit von Biel ist, das der Start um 22:00 Uhr ist und die ganze Nacht gelaufen wird. Und mit einigen hundert Höhenmetern ist er auch nicht wirklich flach. Trotz nachtschlafender Zeit stehen in den Dörfern die Zuschauer an der Straße und feuern die Teilnehmer an. Hunterte von Helfern schlagen sich die Nacht für die LäuferInnen um die Ohren. Ein fettes Dankeschön dafür!

Biel LogoKurz nach dem Start fing es leicht an zu regnen und es wehte ein spürbarer Wind. Mich störte es, im Gegensatz zu einigen anderen Läufern nicht wirklich. Schnell fand ich mein Wohlfühltempo und die Kilometer flogen nur so an mir vorbei. KM10 54:00; Halbmarathon 1:51:21; Marathon 3:45:28; 50km 4:31:00. Lag alles sehr gut im Zeitplan. Das alles allerdings mit diversen Steigungen und 4! Pinkelstopps - doch etwas zu schnell.

Hatte jetzt rundd eine Stunde Puffer auf 9:59. Sollte also passen. Doch so ein 100er hat seine eigenen Regeln. Und Biel besonders. Ab km 60 wurde es dann plötzlich recht zäh und ich konnte das Tempo nicht mehr halten. Alles langsamer als ein Tempo von 6:00 Min./km war langsamer als ich für 10:00Std. laufen durfte.

Biel2Eigentlich ein Tempo welches ohne Probleme zu schaffen sein sollte. Normalerweise. Aber mit 60km in den Beinen und bei dem Profil...

Schnell stellte sich heraus, dass ich von an auf Kredit lief. Kilometerzeiten mit einer 5 davor würden heute nicht mehr kommen. Dabei hatte ich noch die Hoffnung auf den letzten 20km nach dem letzten Anstieg bzw. auf dem Abstieg etwas Gas zu geben. Doch genau das Gegenteil passierte. Auf dem Abstieg bei km 78-80 schrottete ich meine Oberschenkel vollends.

Obwohl die letzten 20km flach waren kam ich nur noch sehr langsam voran. Immer kurz vor Krämpfen. Salz und dehnen brachten nichts mehr. Nur noch so schnell wie es erforderlich war um unter 10:00 Std. zu bleiben. Jetzt nichts mehr riskieren. Noch 13km. 8:29 Std. war ich jetzt schon unterwegs. 1:31 Std. hatte ich noch Zeit. Sollte doch wohl reichen. Topografische Hindernisse gab es nicht mehr. Und ein Tempo von 7:00 sollte noch immer machbar sein. Jede Sekunde unter 7:00 erhöhte den Puffer.

Aber an den Verpflegungen durfte ich nichts mehr verbummeln. Ein Toilettengang oder ein Krampf hätten es noch mal spannend gemacht. Also lief ich nur noch so schnell, wie ich musste. Nach 9:54:27 Std. hatte ich es endlich geschafft und mein Ziel, die magischen 10:00 Std. zu unterbieten, erreicht.

Ein unbeschreibliches Gefühl!

Biel1

Vor dem Start trafen sich Carsten und Vereinkollege Michael. Insgesamt finishten 3 Männer von uns die 100km-Distanz.

Platz Zeit Name AK AK-Platz
53. 9:54.27 Schwenke Carsten 100-M45 9.
245. 12:35.08 Berger Franz

100-M50

54.
285. 13:08.47 Petry Michael 100-M50 61.

Texte: Carsten Schwenke, Michael Irrgang, Bilder: Carsten Schwenke, Michael Irrgang (Archiv) und Michael Petry, das Logo ist von der Homepage des Veranstalters, 14.06.2019

Bei einer Utratrail-Meisterschaft geht es ja nicht nur um die Gewinner der Einzelwertung, sondern auch um die Altersklassenwertungen, Mannschaftswertungen und die Ultramarathon Bundesliga. Dazu sind die offiziellen Ergebnisse der Meisterschaft als Grundlage zu nehmen und diese sind seit gestern online.

Dem DUV-Forum war zu entnehmen, dass von 152 Gestarteten 124 das Ziel erreichten, das sind ca 82% und ein recht guter Wert in Anbetracht der Sturz- und Verletzungsgefahr. Die äußeren Bedingungen und das Zeitlimit waren aber super, so dass wegen Hitze und Müdigkeit vermutlich niemand aufgeben musste. Insgesamt waren unter den 124 Finishern 72 DM-Teilnehmer, davon 58 Männer und 14 Frauen.

Vergleicht man diese Meisterschaft, die immerhin die 19. Meisterschaft war, wenn man die Reihe fortsetzen möchte, so muss man feststellen, dass sie im Vergleich zu den letzten drei Austragungen eher teilnehmerschwach war:

14.07.2018, Maintal-Ultratrail, 64km, Finisher: 240 (192 M, 48 W)

17.06.2017, Zugspitz Supertrail XL, 81.4km, Finisher: 95 (80 M, 15 W)

17.04.2016, Bilstein Ultra Marathon, 65km, Finisher: 231 (196 M, 35 W)

Nun ist es aber keine Fortsetzung der früheren DUV-Meisterschaften, bei denen im Prinzip alle mit deutscher Nationalität startberechtigt waren, sondern die Premiere unter dem Dach des DLVs. Alleine die Vereins- und Startpasspflicht hat bei interessierten Läufern schon einige Fragen aufgeworfen und auch Teilnehmer abgehalten. 

Teamstärke (mindestens 3 Finisher) erreichten folgende Vereine:

Verein Männer Frauen Gesamt
LG Ultralauf   17 1 18
Landau Running Company   3 3 6
Laufclub Blueliner   3 3 6
LG Allgäu   4   4
Laufgemeinschaft Würzburg   4   4
LG Nord Berlin Ultrateam   3 1 4

Daraus ergab sich folgende Mannschaftswertungen:

Platz Männermannschaften Gesamtzeit
1 LG Allgäu   26:06:36
2 LG Ultralauf I 26:43:06
  (  Gakstatter, Jonathan;  Geidel, Eric;  Weber, Andreas )  
3 LG Ultralauf II 28:09:41
  (  Klass, Alexander;  Jancker, Hans-Dieter;  Sittner, Falk )  
4 Laufgemeinschaft Würzburg   28:26:18
5 LG Nord Berlin Ultrateam   29:47:35
6 LG Ultralauf III 31:02:14
  (  Klesen, Willi;  Haake, Klaus;  Janthur, Christoph )  
7 Landau Running Company   32:25:26
8 LG Ultralauf IV 33:18:37
  (  Vogl, Konrad;  Hösch, Walter;  Henscheid, Stefan )  
9 Laufclub Blueliner   35:38:45
10 LG Ultralauf V 36:51:02
  (  Strack, Erich;  Irrgang, Michael;  Holzleitner, Franz )  

 

Platz Frauenmannschaften Gesamtzeit
1 Landau Running Company   29:22:44
2 Laufclub Blueliner   39:41:22

Bei den Seniorenmannschaften werden nur die Läufer und Läuferinnen gewertet, die in der AK WM50 oder höher gefinished haben. Hier gab es 5 Männermannschaften und keine Frauenmannschaft.

Platz Mannschaft Gesmatzeit
1 LG Allgäu   26:32:03
2 LG Ultralauf   28:37:02
  (  Weber, Andreas;  Jancker, Hans-Dieter;  Klesen, Willi )  
3 LG Ultralauf   31:41:15
  (  Haake, Klaus;  Janthur, Christoph;  Vogl, Konrad )  
4 LG Ultralauf   34:23:32
  (  Hösch, Walter;  Henscheid, Stefan;  Strack, Erich )  
5 Laufclub Blueliner   35:38:45

Insgesamt haben Landau Running Company und Blueliner mit nur 6 Startern eine Frauen- und Männermannschaft ins Ziel gebracht, wobei die Blueliner auch in der 50+-Wertung aufgelistet sind.

Bei der Bundesligawertung spielen natürlich insbesondere die Mannschaftswertungen eine große Rolle bei der Vergabe der Punkte. Daher überrascht es nicht, dass LG Ultralauf diese Wertung recht hoch gewonnen hat und sich daher über den Titel "Mannschaft des Tages" freuen darf.

Die Ultramarathon-Bundesliga ist eine spezielle Vereinswertung, bei die einzelnen Meisterschaften ausgewertet werden und auf Basis dieser 5 Tageswertungen der Meister ermittelt wird. Immerhin werden die ersten 10 Vereine mit einem Geldpreis von der DUV geehrt und der Sieger erhält außerdem einen schönen Pokal.

Die Auswertung der Tagesergebnisse der Ultratrail-Meisterschaft sieht so aus.

Verein Details RP WP
LG Ultralauf (20/9/3//13) 45 25
LG Allgäu (12/6/3//7) 28 21
Landau Running Company (5//3/11/8) 27 18
LG Nord Berlin Ultrateam (4//3/9/6) 22 16
Laufgemeinschaft Würzburg (6//3/3/3) 15 14
Laufclub Blueliner (3/2/3//2) 10 12
Aachener TG (///6/3) 9 10
LG Ohmbachsee (///5/4) 9 10
TSV Kusterdingen (///4/3) 7 6
TSV 1886 Kandel (///1/3) 4 4
LSG Weiher (////3) 3 1

Zugegebenermaßen können wohl nur die wenigsten diese Zahlen interpretieren. Addiert man die Zahlen der Spalte Details so ergeben sich die Rohpunkte, hier RP abgekürzt. Aus der Sortierung nach den Rohpunkten ergibt sich eine Wertungsreihenfolge mit dem Tagessieger in der ersten Zeile. Dieser Verein bekommt dafür 25 Wertungspunkte (WP), der zweitbeste Verein 21 Wertungspunkte usw. Diese Wertungspunkte werden unabhängig der Rohpunkte vergeben und entsprechen damit etwa der Weltcuplogik zahlreicher Sportarten. Aachen und Ohmbachsee liegen gleichauf auf dem 7. Platz und bekommen beide die entsprechenden Wertungspunkte, der 8. Platz mit 8 Punkten entfällt dafür. Die 9 Punkte für Aachen hat André Collet mit seinem Sieg alleine geholt, denn für den Gesamtsieg gibt es 6 Punkte und für den Altersklassensieg gibt es weitere 3 Punkte. Pamela Veith wurde 3. Gesamt und 1. in ihrer AK und hat dafür 4 + 3 Punkte bekommen. In der Spalte Details sind die Punkte für die Gesamtwertung und Altersklassenwertung der 4. und 5. Wert.

Als mittleren Wert gibt es entweder 3 oder nichts. Das ist die Teamwertung. Hat ein Verein mehr als 3 Finisher, gibt es 3 Punkte. Dadurch konnte sich LC Blueliner mit 10 Rohpunkten auf den 6. Platz schieben. Die erste Zahl spiegelt die Mannschaftsauswertung wieder. Für den Gewinner gibt es satte 12 Punkte (siehe LG Allgäu) und für die nächstplatzierten Vereine 10, 8, 6, usw. Hier gibt es ein paar Besonderheiten, z.B. kommen grundsätzlich nur 2 Mannschaften in die Wertung. So bekommt die LG Ultralauf nur für die ersten beiden Mannschaften Punkte (12 + 8). Eine weitere Besonderheit, die auch an anderer Stelle greift, ist, dass es die maximale Anzahl von Punkten nur gibt, falls es genügend Personen oder Mannschaften in der Wertung gibt. So gibt es bei 2 Frauenmannschaften für die Siegerinnen 4 Punkte (Landau) sowie 2 Punkte für den nächstplatzierten Verein (Blueliner). Auch bei den Männern 50+ wurde in Reichweiler die Maximalpunktzahl nicht vergeben, die wäre 7 Punkte, sondern LG Allgäu erhält 6 Punkte, LG Ultralauf 5 + 4 usw. Die Punkte für die 50+-Mannschaften sind der zweite Zahlenwert unter Details.

Alles verstanden? Ansonsten gibt es auf der Statistikseite eine ausführliche Beschreibung: Bundesligaauswertung 2019

Nun war das ja schon die dritte Meisterschaft und addiert man die Wertungspunkte und nachrangig die Rohpunkte ergibt sich die aktuelle Bundesliga-Tabelle:

BL KUT

Es scheint fast, dass der Meistertitel vergeben ist, da der Vorsprung bei zwei ausstehenden Meisterschaften von 28 Wertungspunkte doch recht groß ist, allerdings sind die Folgeplätze noch völlig offen. 25 Punkte gibt es für den Sieger, beim KUT haben 4 Allgäuer 21 Wertungspunkte geholt und 6 Landauer 18 Punkte. Hier folgt das Bewertungskonzept der Logik "Qualität vor Quantität", d.h. mit einer sehr guten Mannschaft bestehend aus 3 sehr guten Leuten, kann man mehr Punkte erhalten als mit 20 mittelmäßigen Läufern. Für die anstehenden Meisterschaften darf mit Spannung beobachtet werden, welche Vereine noch einmal punkten wollen. 

Zunächst geht es für die Spezialisten im wahrsten Sinne des Wortes "rund", denn in Bottrop darf Ende August 24h gekreiselt werden. Das Finale ist dann am 21.9. bei der 100km-Meisterschaft in Kandel, nicht weit weg von Reichweiler.

Wir freuen uns sehr über den zweiten Tagessieg in diesem Jahr, denn ein bisschen skeptisch waren wir schon, nachdem uns unsere Frauenmannschaft weggebrochen ist. Insgesamt erreichten unsere Läuferin und Läufer folgende Zeiten und Platzierungen:

Platz MW Zeit Unsere Frau AK AK-Platz
6 11:13:49 h   Conrad, Kerstin W45  3

 

Platz MW Zeit Unsere Männer AK AK-Platz
8 8:22:48 h   Gakstatter, Jonathan M20  1
16 9:09:36 h   Geidel, Eric M40  2
17 9:10:42 h   Weber, Andreas M50  3
18 9:11:04 h   Klass, Alexander M40  3
20 9:26:54 h   Jancker, Hans-Dieter M65  1
24 9:31:43 h   Sittner, Falk M35  5
27 9:59:26 h   Klesen, Willi M55  4
29 10:30:56 h   Haake, Klaus M50  6
30 10:31:52 h   Janthur, Christoph M55  5
31 10:38:27 h   Vogl, Konrad M55  6
35 11:06:04 h   Hösch, Walter M60  2
38 11:34:06 h   Henscheid, Stefan M55  8
41 11:43:22 h   Strack, Erich M55  10
46 12:27:11 h   Irrgang, Michael M55  12
47 12:40:29 h   Holzleitner, Franz M65  3
52 13:09:35 h   Faller, Franz M45  5
56 14:10:12 h   Klenke, Thorsten M45  6

Im offenen Lauf starteten:

Zeit Name AK
10:09:47 h   Frenz, Michael M45
11:59:28 h   Müller, Michael M35

Unser Mitglied auf der Short-Trail-Strecke:

Platz MW Zeit Name AK AK-Platz
36 03:28:26 Michael Bomm M45 6

Ergebnisse auf der Seite des Veranstalters: Link

Ergebnisse auf der DUV-Seite: Link DM, Link offener Lauf

Text und aus Auswertungen: Michael Irrgang, 11.06.2019

 

 

 

 

 

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