Laufgemeinschaft der Deutschen Ultramarathon-Vereinigung e.V.

Sind Labels wichtig, sinnvoll oder notwendig? Die Herausgeber von Labels definieren gewisse Anforderungen für Labels und Läufer können daher anhand der Labels sofort bestimmte Merkmale von Veranstaltungen erkennen ohne die Ausschreibung genau zu lesen.

LabelsBei dem BUF nutzen wir vier Labels: DLV – genehmigter Lauf. Der DLV hat verschiedene Labels. Sie richten sich u.a. nach der Disziplin. Wir richten mit dem 24h-Lauf eine „stadionferne Veranstaltung“ aus, für die der DLV keine Bestenlisten pflegt. Da sind die Anforderungen nicht sehr hoch. Die Veranstaltung steht im DLV-Kalender, wir können eine „Verbandsaufsicht“ beantragen, dann kommt ein Kampfrichter, der die ordnungsgemäße Durchführung bestätigen kann. Durch diese Genehmigung ist es eine „offizielle Veranstaltung“ und das ist beispielsweise versicherungstechnisch wichtig. Ohne wären nur Läufer, die in einem Verein sind, sportunfallversichtert, mit Genehmigung sind alle Teilnehmer, aber auch Helfer und Besucher versichert. Im Gegenzug berechnet der DLV den „Finisher-Euro“, der in Wirklichkeit nur ein halber ist.

Das DLV-Label ist eine zwingende Voraussetzung für die Bestenlistenfähigkeit des Laufes für die DUV-Statistik. Darüber hinaus muss natürlich die Strecke „amtlich vermessen“ sein und eine Restmetererfassung erfolgen.

All diese Kriterien müssen ebenfalls für die Erlangung des IAU-Bronzelabels gegeben sein. Das Label sichert zu, dass die erbrachten Leistungen auch in den internationalen Bestenlisten aufgenommen werden. Die Anerkennung von Rekorden/Bestleistungen ist noch einmal ein ganz anderes Thema, aber ohne ein IAU-Label geht gar nichts.

Die DUV vergibt zwei Labels: Das DM-Label und das Cup-Label. Es gibt in Summe 2018 16 Cup-Läufe, in denen die Ultraläufer Cup-Punkte sammeln können. Diejenigen, die bei drei oder vier Läufen in ihren Altersklassen die meisten Punkte erlaufen, erhalten Anfang des nächsten Jahres schöne Preise.

Das DM-Label vergibt die DUV an die 4 Meisterschaftsveranstaltungen. Für die Organisation von Meisterschaften gibt es zahlreiche Regeln der DUV, die Eingang in die Ausschreibung und Abläufe finden.

Fazit: Labels dienen der schnellen Orientierung über bestimmte Merkmale von Veranstaltungen. Insbesondere die Bestenlistenfähigkeit ist für viele Läufer bei ihren Laufhöhepunkten wichtig. Sie ist aber längst nicht bei allen Veranstaltungen gegeben.

Text: Michael Irrgang, 08.05.2018

 

Bodenseelauf (Teilbereich) am 27. / 28.4.2018

 

Am Freitag den 27.4.2018 um ca. 9 Uhr war für mich der Startbeginn für mein Vorhaben rund um den Bodensee zu laufen. Los ging es kurz vor Ludwigshafen bei einem Obstgeschäft, wo ich mein Auto abstellte. Das Wetter war herrlich und ließ auch noch weitere Tage von dieser Sorte erwarten. C:\Users\Franz\OneDrive\Bilder\Eigene Aufnahmen\20180427_071336072_iOS.jpg 
Den Rucksack umgeschnallt und los ging es. Das Tempo war durch den Rucksack dementsprechend gebremst. Das Gewicht von 8 kg ist nicht ohne, wenn man laufen und nicht gehen möchte. Die Laufstrecke hatte ich von der Komoot-App unter Bodensee-Kompass auf dem I-Phone gespeichert. Durch das I-Phone erfolgt wie beim Navi im Auto eine Sprachansage und somit braucht man nicht laufend auf das Handy zu starren. An manchen Stellen war es jedoch empfehlenswert einen Blick darauf zu werfen.
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Der Bodenseerundweg ist beschildert. Der Weg ist mehr direkt am See und lässt das schöne Hinterland außer acht. Die schönsten Trails findet man jedoch hauptsächlich im Hinterland. Am Ortsausgang von Ludwigshafen führte der Weg links ab durch die Obstfelder hindurch. Die Jahreszeit war für diesen Lauf gut gewählt, denn die Obstbäume und die Natur standen in voller Blüte. C:\Users\Franz\OneDrive\Bilder\Eigene Aufnahmen\20180427_073143983_iOS.jpg
Im Bereich von Sipplingen trennte sich schon mal die offizielle Bodenseestrecke von der von Komoot. Ich habe es erst bemerkt, nachdem mich Komoot darauf aufmerksam machte. Also lief ich das kurze Stück zurück, denn ich wollte nach Komoot laufen. Der Grund dafür ist, dass ich inzwischen Komoot kenne und weiß, dass es die kleinsten Wege, Trails und alte Wiesenwege sucht, um ans Ziel zu kommen. Es ging dann stark steigend nach oben und man konnte gut erkennen, dass kaum noch einer diesen Weg läuft.

Dann eine Schlüsselstelle. Sie werde ich so schnell nicht vergessen. Um eine Kurve herum sah ich einen Tisch mit einer Kerze und zwei Stühlen und gegenüber einen Hochstand. Aber es war kein Weg mehr sichtbar. Wahrscheinlich eine Stelle für den Förster oder sonstige Gestalten, die es sich hier gemütlich eingerichtet haben. Für mich hieß es jetzt den Weg zu suchen.

Komoot zeigte mir, dass es hier nach oben geht, nur wo? So nach Ahnung, dass es hier es nach oben gehen könnte, begab ich mich auf den Weg, steil, zum Teil rutschig und feucht. Irgendwann kommt die Stelle, wo man nicht mehr zurück will und es geht steil nach unten. Nur wo geht es nach oben? Zur Seite ging ein Trampelpfad von Tieren angelegt, gerade so sichtbar. Also nichts wie weiter. Ich fühlte mich um Jahre zurück in die Schul- und Jugendzeit versetzt. Es ging fast immer vorwärts. Nur nicht zurückblicken, auch nicht zur Seite, denn dort ging es nur nach unten. Der Trampelpfad war verdammt brüchig und weich. Die Schuhe haben Schwierigkeiten nicht abzurutschen. Hier hätte ich mir gerne Stöcke gewünscht, aber auch die herumliegenden Holzstöcke waren dabei behilflich. Mit einem Holzstock und auf allen Vieren überstand ich diese Überquerung. Anschließend nochmals steil aber gut gehbar ging es nach oben. Oben traf ich auf einen Trail. Vielleicht hatte ich doch nicht ganz den richtigen Pfad erwischt, aber schön war es doch. Kurz darauf stand ich vor dem Haldenhof, der einen hervorragenden Blick über den Bodensee zuließ. C:\Users\Franz\OneDrive\Bilder\Eigene Aufnahmen\20180427_083154150_iOS.jpg

 

 

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Anschließend ging es wieder nach unten mit Ausblick auf den Bodensee und auf richtig schöne Trails. Kurz vor Überlingen hatte ich  die Bodenseenähe wieder erreicht. In Überlingen ging es durch die Strandpromenade, die mit Touristen voll war. Nach Überlingen ging es weiter durch die Obstgärten zum Kloster Birnau. C:\Users\Franz\OneDrive\Bilder\Eigene Aufnahmen\20180427_073259747_iOS.jpgInzwischen war es ca. 13 Uhr und ich genehmigte mir eine kurze Rast bevor es auf einer Anhöhe weiter nach Meersburg ging . Wieder hinein in das Touristengewühl runter zur Uferstraße. Kurz ein Eis geholt, obwohl sich die Eisverkäuferin beschwert hatte, dass ich mit freien Oberkörper lief. Beim nächsten Mal muss ich mich glaube ich ganz nackig machen. Auf alle Fälle das Eis war gut. C:\Users\Franz\OneDrive\Bilder\Eigene Aufnahmen\20180427_073417810_iOS.jpg

Der Weg führte weiter Richtung Friedrichshafen. Der schönste und auch schwierigste Teil war nun vorbei. Nach Immenstadt ging es mal ca. 5km neben der Hauptstraße entlang. Das war ganz und gar nicht schön. Die Zeit lief und ich hinkte weit meiner Zeiteinteilung hinterher. Die Strecke von Ludwighafen bis Friedrichshafen hatte viel mehr Zeit geschluckt als ich mir vorgenommen hatte. Dazu kommt noch der Rucksack. Die acht Kilo belasteten den Körper auf die Dauer doch gewaltig. Die Schulterriemen drückten, der Rücken, die Hüftknochen und der kleine Zeh muckten immer mehr auf. C:\Users\Franz\OneDrive\Bilder\Eigene Aufnahmen\20180427_092647713_iOS.jpg
In Friedrichshafen habe ich am Busbahnhof eine Pause mit Kaffee und Kuchen eingelegt. Dabei wurde auch der Wasservorrat ergänzt. Dann ging es wieder weiter, wobei gehen der richtige Begriff ist. Es ging dann meist in Seenähe weiter und da die Temperaturen sehr angenehm waren, war für den Abend der Bodensee für viele Menschen ein guter Aufenthaltsort. Überall saßen sie und grillten am Strand. Auch Läufer sind plötzlich wieder unterwegs. Bisher sah ich keinen. Irgendwann ging es wieder mehr ins Hinterland und die Nacht holte mich immer mehr ein. In Friedrichshafen hatte ich schon die Shirts angezogen aber jetzt kam dann doch die Nachtfrische durch die Kleidung. Es wurde kalt und Zeit sich wärmer anzuziehen.
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Nachts um ca. zwei Uhr war mir kalt. Einkehr beim MC und anschließend wieder weiter. Ich kam nicht mehr ins Laufen, wollte noch bis Bregenz gehen, solange es noch dunkel war und anschließend wieder laufen. Am Ende von Bregenz musste eine Gartenbank herhalten, um kurz zu schlafen. Ab 4 Uhr morgens kam wieder Leben in die Welt. Es begann ein Vogelkonzert teilweise auch mit den Fröschen.

Zu quaken begann auch mein Körper. Er wollte nicht mehr so recht. Ich musste immer häufiger feststellen, dass ich ganz krumm ging. Am Rheindelta lief man die ganze Zeit auf dem Damm. Es war alles flach und in der Ferne sah man die Berge. Es war wieder eine ganz andere Gegend und diese Weite hatte natürlich auch seinen Reiz. Es sind viele Radfahrer unterwegs. Hier auf dem Damm entschloss ich mich aufzugeben. Es war kein richtiges Vorrankommen mehr und das Gehen, es gefiel mir nicht. Ich wurde immer krummer. Die Hüftknochen, der Rücken der Zeh. Wenn ich jetzt aufgebe, ist es immer noch besser als in irgendwas hinein zu laufen, dachte ich mir. Dennoch war dieser Lauf herrlich und ich werde ihn in vier Wochen wiederholen. Aber dann nur noch mit höchstens 4 kg im Rucksack. Wie ich das hin bekomme, ist mir noch ein Rätsel. Aber die Temperaturen sind dann auch anders. Heute am Dienstag habe ich keinerlei Beschwerden von meinem abgebrochenen Lauf und das ist das wichtigste. Jetzt am Wochenende ein 24Std-80km-Marsch mit dem Alpenverein und nächste Woche den Westweg und dann geht es wieder um den Bodensee.

 

https://www.komoot.de/tour/30515180

 

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 Bilder und Text Franz Holzleitner 03.05.2018

LGUDL Logo400Zum 10jährigen Vereinsgeburtstag in diesem Jahr haben wir uns mehrere Aktionen überlegt. Eine davon ist der "LGU Deutschlandlauf". Unsere Mitglieder wohnen in ganz Deutschland, Österreich, der Schweiz und sogar in Norwegen. Alleine in Deutschland haben sie über 140 verschiedene Postleitzahlen!

Manchmal kennen sie sich, trainieren gemeinsamen, treffen sich bei regionalen Veranstaltungen oder bilden Fahrgemeinschaften. 

Damit sie sich noch besser kennenlernen können, haben wir einen Deutschlandlauf konzipiert, der unter dem Motto "wir besuchen uns" steht. Dazu haben wir eine Deutschlandkarte genommen und überall, wo unsere Mitglieder wohnen, ein Fähnchen gesetzt und beschriftet. Jeder Status hat eine andere Farbe. Im ersten Schritt sollten die Mitglieder Kontakt zueinander aufnehmen und mögliche Verbindungsstrecken diskutieren, diese können lang oder kurz sein, von Haustür zu Haustür gehen oder vom Bahnhof zum Biergarten. Völlig egal, Hauptsache, man macht irgendetwas gemeinsam.

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Ein Ausschnitt der Karte zeigt die Präsenz im Ruhrgebiet.

Während teilweise noch die Strecken in Planung sind, wurde am vergangenen Wochenende bereits die erste Etappe gelaufen. Streng genommen war es sogar eine Doppeletappe, denn es ging von Nottuln über Bork nach Lünen.

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Mit Heide Großgarten und Kirsten Althoff startete ich pünktlich am Samstag zur ersten Etappe. Kirsten hatte einen wunderschönen Weg herausgesucht, der vor der Kirche in Nottuln (bei Münster) begann. 

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Später gesellten sich noch Carsten Schwenke und Michael Petry zu uns und in unserer kleinen Gruppe konnten wir sehr entspannt das Münsterland kennenlernen.

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Insgesamt waren es dann über 50 km, bis wir in Lünen ankamen, wo wir schon von Carstens Familie erwartet wurden. Mir sind die letzten 20 km doch etwas schwer gefallen, denn so kurz nach meinem 24h-Wettkampf war das eine nicht allzugute Idee, aber ich wollte bei der Auftaktetappe unbedingt dabeisein.

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Anschließend konnte bei gutem Wetter und reichhaltiger Auswahl an Speisen und Getränken der Tag genussvoll abgeschlossen werden.

Vermutllich werden bis einschließlich September weitere 50 Etappen in allen Teilen der Republik angeboten. Pfingsten wird es einen Zweitageslauf durch Schleswig-Holstein geben, im August plant eine Gruppe von München über Rosenheim nach Salzburg zu laufen. Eine öffentliche Etappe findet Ende Mai im Stuttgarter Raum statt:

Stuttgart 1
Start: 31.05.2018, 10 Uhr Pforzheim HBF
Pate: Jonathan Gakstatter
Im Rahmen des Deutschlandlaufes der LG Ultralauf zum 10Jährigen bestehen des Vereins wird es auch eine Etappe von Pforzheim nach Karlsruhe geben. Der Lauf ist als lockerer Gruppenlauf und nicht als Wettkampf geplant. Bitte denkt an eure Eigenverpflegung da wir ca. 50KM unterwegs sein werden. ... Wir würden uns über jeden Mitläufer freuen!

Auch öffentlich ist folgende Etappe: 

Heidelberg 1
"Nordbadischen Schlösser-Lauf", vom Schloss Heidelberg über Schloss Bruchsal zum Schloss Karlsruhe ca 60 km.

Hier fehlen noch einige Details, aber die sind in Vorbereitung. Auch viele andere Etappen sind bereits in Vorbereitung.

Eine Tabelle mit einer Übersicht aller geplanten, öffentlichen Etappen werden wir auf unserer Homepage veröffentlichen. Für alle Fragen, Anregungen oder auch Unterstützungsangebote haben wir eine eigene E-Mail-Adresse eingerichtet: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!

Wir sind selbst sehr gespannt, wie sich das Projekt entwickelt und werden hier unregelmäßig geplante Läufe vorstellen und von deren Umsetzung berichten. 

Text und Bilder: Michael Irrgang, 30.04.2018

 

KonradVogl

239 km – 7.500 Höhenmeter – non stop

Bei einem der längsten non Stop Trailläufe in Deutschland, dem Jurasteig Ultratrail kurz JUNUT 239 km, war der Ultraläufer Konrad Vogl aus Reichling unterwegs. Er stellte sich mit insgesamt 90 weiteren Startern aus 9 Nationen dieser unglaublichen Herausforderung. Die Teilnehmer hatten etwas mehr als 2 Tage – maximal 54 Stunden Zeit, den Jurasteig mit einer Länge von 239 km und kumulierten 7.500 Höhenmetern zu bewältigen.

Normalerweise wird dieser Rundkurs in 12 Tagesetappen erwandert. Das Läuferfeld wurde anhand der persönlichen Laufleistungen durch den Veranstalter im Herbst 2017 eingeladen. Unter riesigem Applaus der zahlreichen Zuschauer erfolgte Punkt 9 Uhr der Startschuss auf dem Markplatz von Dietfurt im Altmühltal bei angenehmen Temperaturen. Die Teilnehmer mussten 12 VPs (Versorgungspunkte) während des Rennens anlaufen. Weiterhin erfolgt die Kontrolle der vorgegebenen Laufstrecke mittels GPS-Tracker. Somit konnte die Rennleitung sowie der interessierte Zuschauer im Internet jeden Läufer verfolgen. Zur Orientierung auf der Strecke dienten den Läufern, die angebrachten „Jurasteigplaketten „ an den Bäumen sowie das persönliche GPS Gerät, auf welchem man sich die Route herunterladen musste. Die Strecke führte größtenteils über Pfade, Schluchten und Waldwege.

Nach den VPs in Riedenburg. und Kelheim ist in Matting nach 78,5 km und 2655 Höhenmeter der erste cut off VP erreicht. Hier ist auch die erste Gepäckaufbewahrung (Drop- Bag). Nachdem Vogl die Vorräte aufgefüllt und sich kleidungstechnisch fertig für die erste Nacht gemacht hat, wurden die Läufer in Kleingruppen in völliger Dunkelheit mit dem Rettungsboot der Freiwilligen Feuerwehr über die Donau geschifft. Weiter ging es nun in der um den Gefrierpunkt kalten Nacht über die VPs Schönhofen, Pielenhofen, Dallackenried nach Schmidmühlen, wo sich nach gelaufenen 138,5 km und 4.800 Höhenmetern der zweite cut off VP befand. Vogl traf dort in den Morgenstunden ein. „ Dieser VP war für mich wahnsinnig wichtig, nachdem ich hier warmes Essen und reichlich warme Getränke aufnehmen konnte. Nach ca. 24 Stunden Laufzeit ist es wichtig seine Energie reichlich nachzufüllen. Nachdem für den Tag sehr warme Temperaturen angekündigt waren, musste sich Vogl am VP noch Kleidungs- und Versorgungstechnisch auf die anstehende Tagesetappe vorbereiten.


Über Hohenburg ging es nach Kastl. Hier befand sich auch das Ziel für die Läufer, welche sich für die 170 km ( Bambinistrecke) gemeldet hatten. Für Vogl auf der Langstrecke bedeutete dieser VP einen weiteren cut off Punkt mit Gepäckaufbewahrung. Mit der entsprechenden Kleidung und Stirnlampe ausgerüstet ging es nun in die gefürchtete zweite Nacht. „ In der zweiten Nacht ist man dann schon über 36 Stunden unterwegs und vernimmt immer mehr diese zunehmende Müdigkeit. Der Körper springt nun in die Reserve, die Füße und Muskeln werden verkrampfter. Die schmerzenden Fußsohlen ignoriert man“. Weiter geht es über Habsberg nach Deining. Die zweite Nacht wirkt auf die Läufer noch kälter und anstrengender. Vogl berichtet: „ Ich habe angefangen zu halluzinieren, sah Bänke, wo gar keine waren, Tiere, Gebäude, Gesichter im Nebel, mein Kopf spielte Märchenland. Mit Kopfrechnen versuchte ich mich wach zu halten, irgendwie, pikste mir ab und an selbst in die Haut um wach zu bleiben“. Nach 202 km und 7.000 Höhenmeter war der letzte cut off VP auf der Strecke – Deining erreicht. An diesem VP wurde Vogl darüber informiert, dass derzeit nur noch 35 Läufer in der Wertung sind- der Rest ist bereits ausgestiegen.

Nach einer Menge an Kaffee und Schmalz- und Nutellabroten geht Vogl auf die 21,1 km zum letzten VP nach Holnstein. „Aufgrund der Müdigkeit habe ich mich auf diesem Teil um 5 km verlaufen – dies war ein absoluter Horror und Tiefpunkt. Da würde man am liebsten aufhören und nur noch schlafen“ Vogl verpflegte sich jedoch am VP ein letztes mal, und motiviert sich, Auch die VP-Betreuer motivieren ihn mit den Aussagen, dass er sehr gut dabei ist, und mit zu den besten gehört - bevor es auf die letzten 16 km nach Dietfurt ins Ziel geht. Nach 48:49 Stunden erreichte er in Dietfurt als 13 ter der Gesamtwertung von 30 Finishern und Platz 3 in der AK das Ziel. Der Ausfall von 60 Läufern und somit 2 Drittel des Starterfeldes zeigt, welche Anforderungen an die Akteure gestellt wurden.

„Bei dem Lauf habe ich mir immer wieder vorgesagt: Hör nicht auf wenn es weh tut, hör auf wenn du im Ziel bist“.

Foto: Jasmin Vogl Text: Margit Messelhäuser und Dominik Wimmer 25.04.2018

 

Schlamm, Matsch und wunderbare Landschaften – Guido und Claudia beim Devon Coast to Coast

 

Über das Osterwochenende ging es für uns ins englische Devon zu einen 4-Tages Eta