Laufgemeinschaft der Deutschen Ultramarathon-Vereinigung e.V.

Am 21./22. April fand in Wiehl die Premiere von „Die 24h von Oberberg“ statt. Im Angebot gab es auch 6 der 12 Stunden sowie ein Staffelwettbewerb. Da der Lauf „vor meiner Haustür“ stattfand, war also nur noch die Frage, wie lange ich wohl laufen möchte. Eigentlich wollte ich in einer passablen Form sein und eigentlich als Frühjahrshöhepunkt den Wibolt bewältigen.

Aber es kommt ja oft anders, als man es sich in schönen Momenten überlegt: Der Wilbot ist abgesagt und meine Form eine peinliche Katastrophe. Fahre ich jetzt nur nach Wiehl, um ein paar Leute zu treffen oder auch um „irgendetwas zu leisten“? So ganz war mir das nicht klar. Zum ersten Mal überhaupt nahm ich mir sogar eine Luftmatratze und einen Schlafsack mit, um mir die leicht hilflose Situation wie in Gotha zu ersparen, als ich nicht darauf vorbereitet war, nachts abzubrechen.

Bereits am Freitag kam Christel Kunze nach Troisdorf und wir verbrachten einen schönen Abend bei einer Mini-Pastaparty. Am Samstag fuhren wir dann bereits recht früh zum Veranstaltungsgelände und rasch ist der Pavillon mit dem Nötigsten ausgestattet.

Wiehl 0

Thorsten Stelter aus Düsseldorf und Mario Luther aus Köln nutzten ebenfalls die regionale Nähe zu einem Trainingslauf für anstehende Wettkämpfe.

Die „Hundeknochenrunde“ ging an einem Ende um einen Sportplatz, dann ca 1,5km über einen Weg, schließlich durch einen gut besuchten Park um einen See und den gleichen Weg wieder zurück. Die Strecke war so halb im Halbschatten und halb in der Sonne, gefühlt wurde man die ganze Zeit gebraten bei Temperaturen von über 30 Grad. So richtig gut zu laufen war die Strecke auch nicht, denn es gab einige Brücken mit giftigen Rampen, sowie zahlreiche Stolperfallen; die Beleuchtung war überwiegend ausreichend, aber halt nicht durchgängig, so dass die meisten Teilnehmer nachts mit Stirnlampe liefen. Aber eins hatte die Strecke: Sie war sehr abwechslungsreich, landschaftlich schön und im gut belebten Park spielten zahlreiche Kinder & Jugendliche und viele Grills verbreiteten einen typischen Geruch. Die Kinderwagen- und Rollatorschieber, Radfahrer und Fußgänger ließen das lange Begegnungsstück manchmal recht eng erscheinen, was die 6h-Läufer, die in höherem Tempo unterwegs waren, vermutlich etwas störte, aber für mich war das völlig ok.

Wiehl 0B

Der Start erfolgte kurz nach 12 Uhr. Die ersten Runden verliefen recht gemütlich. Nach 3 Runden wurde ich auf der 2,5km-Runde das erste Mal von Bernhard Munz überrundet, der in der Mittagshitze ein fluchtartiges Tempo anschlug. Die ersten Runden lief ich mit Thorsten Stelter (im folgenden Bild rechts), den ich ewig schon nicht mehr getroffen hatte.

Wiehl 1

Er berichtete von der Absicht vor der eigentlich TorTour de Ruhr von der Mündung zur Quelle zu laufen!

Der Vorteil von wenig Training ist, dass man immer recht ausgeruht am Start steht. Doch schon nach etwa 12 bis 15 km fing ich an, alle „Berge“ wandernd zu erklimmen. So richtig erholsam war das aber auch nicht und schon nach drei Stunden musste ich mir Gedanken machen, wie ich das Rennen taktisch gestalten sollte, um ggf. durch die Nacht zu kommen. Die Beine waren jetzt schon schwer und die Rundenzeiten bestenfalls mittelmäßig. Die Hitze zog regelrecht Energie aus dem Körper. Mit Trinken und Kühlen kam ich noch ganz gut über die Runden, aber irgendwie war das ganze fürchterlich anstrengend.

Wiehl 2

3 Stunden nach dem 24h-Lauf wurde der 6h-Lauf gestartet. Für die LG Ultralauf waren Dirk Minnebusch, Fabian Benz und Jonathan Gakstatter am Start und belegten am Ende die Plätze 2, 4 und 6. Auch sie hatten mit der Strecke und Hitze zu kämpfen, haben sich aber bemerkenswert tapfer durchgebissen.

Bereits zu sehr früher Stunde fühlte ich mich schon ziemlich „fertig“ und so beschloss ich, nach 30 km mich erst einmal 10 Minuten auf einen Stuhl zu setzen, um mich auszuruhen. Diese Pausen habe ich dann etwa alle 15 bis 20 km regelmäßig eingelegt. Die Pausen waren einerseits für mich notwendig, andererseits im Nachhinein betrachtet vielleicht meine Rettung, denn ich konnte so doch immer wieder runterkühlen und immer wieder gut anlaufen. Ein Spruch trat für mich sicher nicht zu: bei mir flogen heute weder die Kilometer noch die Stunden dahin - es war alles unglaublich zäh und anstrengend: 85km in 10 Stunden, 100 km in exakt 12 Stunden hatte ich mit dieser Taktik geschafft.

Um 18 Uhr wurde der 12h-Lauf gestartet, so dass über drei Stunden Läufer aller Disziplinen auf der Strecke waren – das war schon recht voll, zumal wieder einige recht hektisch starteten. Kurz vor Sonnenuntergang waren dann die 6h-Läufer fertig und es wurde etwas leerer. In der Nacht entvölkerte sich sowohl die Strecke als auch der Park weiter Stunde um Stunde. Einige hatten ihren Wettkampf wohl beendet, andere für ein paar Schlafstunden unterbrochen.

Nach meiner 125km-Pause traf ich Mario Luther und wir wanderten zusammen 2 Runden, also 5 Kilometer. Dabei diskutierten wir Minimalziele und den Wert dessen.

Mario war bereits in den ersten Stunden gestürzt und hatte sich ein paar Prellungen zugezogen. Eigentlich hatten wir uns diesen Lauf beide etwas anders vorgestellt; nicht so anstrengend, nicht so schwer. Mein Körper fuhr seit Stunden auf Reserve und so beschlossen wir beide den Lauf baldigst zu beenden. Jedes griechische Drama hat eine Peripetie, den Wendepunkt, bei dem sich ein Schicksal entscheidet, es um Glück oder Unglück, Leben und Tod geht. Das war in diesem Rennen irgendwann am Ende der Nacht bei km 130. Der Zeitnehmer Christian Pflügler informierte mich, dass ich nicht aussteigen solle, weil ich doch an Position drei liegen würde? Zuerst wollte ich es nicht glauben, da ich ja seit 12 Stunden nur noch rumgurke und dann war es mir gleichgültig, ob ich den Podesplatz verliere. Aber irgendwie entwickelte sich das Gespräch in eine völlig falsche Richtung.

Am Ende siegte die Leidenschaft über die Vorsicht und ich wollte mich für den Rest des Rennens anstrengen. Es folgten meine vermutlich 25 schnellsten Kilometer, Sitzpausen gab es bis zum Ende keine einzige mehr und ich lief so gut es irgendwie noch ging. Meinen Vorsprung hatte ich mittlerweile von 2 auf 4 Runden ausgebaut – passieren konnte da nichts mehr, aber nun galt es, noch möglichst viele Kilometer zu sammeln. Schnell war ich nicht mehr aber ohne Pause unterwegs und so schaffte schließlich die 180km-Marke und noch eine Runde und noch etwas. Mit 183,4 km bin ich am Ende sehr zufrieden. Ich hätte gar nicht gedacht, dass ich das aufgrund meines geringen Trainings überhaupt kann, zumal Wetter und Strecke sicher alles andere als optimal war. Wolfgang Schwerk, einer von wenigen ganz, ganz Großen in der Ultralaufszene und dieses Mal am Ende zweitplatziert, meinte, er hätte mich noch nie so kämpfen sehen. Ja, so entspannt wie er konnte ich mir leider nicht meine Kilometer erlaufen.

Mario Luther wurde von meinem Motivationsschub angesteckt und lief die geplanten 102,3 km. Vereinsmitglied Christian Pflügler kümmerte sich bestens um die Zeitmessung und nutzte eine Pause für ein paar Laufrunden. Wieder einmal beeindruckend war die Leistung von Christel Kunzel. In vorbildlicher Weise arrangiert sie sich mit dem Wetter und der Strecke und setzt Stunde um Stunde die Füße voreinander. Als Walkerin gemeldet erreichte sie eine beeindruckende Leistung.

Wiehl 4

Viele Teilnehmer nutzten die Veranstaltung für einen submaximalen Trainingslauf, doch die 6 Erstplatzierten sicher nicht. Wolfgang Schwerk lief taktisch wahrscheinlich das beste Rennen aller Starter, konnte seine Erfahrung ausspielen und erreichte am Ende 187,7 km. Bernhard Munz zeigte einerseits sein großes Talent, teilte sich das Rennen dennoch vermutlich nicht optimal ein und gewann letztendlich überlegen mit 202,2km Gesamtlänge. Elke Link-Holtermann teilte sich ihre Ressourcen mit Pausen und Gehabschnitten sehr gut ein und erreichte 132,9 km. Die Siegerin Steffi Makiola lief 180,5 km, hatte dabei noch nachts geschlafen; war umgeknickt und konnte die letzte Stunde nur noch mit improvisierten Krücken gehen – unvorstellbar dieser Kampfgeist und diese Leistung. Wilma Dierx hatte sich vier Marathon mit Schlafpause vorgenommen und auch umgesetzt. Die letzte Runde drehte sie noch einmal mächtig auf und konnte so 169,8 km erzielen.

Unter dem Strich kann man Oliver Witzke als Veranstalter und seine Mitorganisatoren und Helfern viel Lob und Dank aussprechen. Die Teilnahme hat wirklich Spaß gemacht und ich bin froh, dass Christian in mir den Ehrgeiz geweckt hat. Mein Rennen war sicher nicht gleichmäßig, aber sicher ganz nah am Maximalen, wozu ich an diesem Tag in der Lage war. Und das vermittelt stets ein gutes Gefühl.

Wiehl 3

Und wenn es dann mit einem Pokal belohnt wird, umso besser. Viele Pokale habe ich in meiner guten Zeit nicht gewonnen, aber in meinem „zweiten Läuferleben“ schon gar nicht. Daher habe ich mich über diesen Preis sehr gefreut.

Ergebniss 24h-Lauf: In der Ergebnisliste stehen 46 Männer 25 Frauen

Platz

Name

Jahrg.

m/w

Verein

Gesamt

1. Bernhard Munz 1962 M TV Kempten 202,18
2. Wolfgang Schwerk 1957 M SCMT 187,7
3. Michael Irrgang 1967 M LG Ultralauf 183,39
20. Thorsten Stelter 1978 M Laufstil Düsseldorf 102,34
21. Mario Luther 1962 M LG Ultralauf 102,34
46. Christian Pflügler 1967 M 6h-Lauf-Münster 17,48
1. Stefanie Makiola 1982 W Ultrafriesen e.V. 180,5
2. Wilma Dierx 1967 W Aart Stigter 169,84
3. Elke Link-Holtermann 1969 W TuS Breckerfeld 132,94
23. Christel Kunze 1937 W LG Ultralauf 47,43

 12h-Lauf: In der Ergebnisliste stehen 23 Männer 7 Frauen

Platz

Name

Jahrg.

m/w

Verein

Gesamt

1. Adam Hetmanski 1972 M L.V Marathon Mülheim 129,07
15. Axel Densing 1967 M LG ULtralauf 75,03
1. Antje Krause 1972 W Ultra Sport Club Marburg 118,39

 6h-Lauf: In der Ergebnisliste stehen 26 Männer 6 Frauen

Platz

Name

Jahrg.

m/w

Verein

Gesamt

1. Robert Etter 1972 M Gerbersport 71,82
2. Fabian Benz 1987 M LG Ultralauf 63,41
3. Jochen Grefe 1967 M Feuerwehr Altena 60,41
4. Jonathan Gakstatter 1992 M LG Ultralauf 58,22
6. Dirk Minnebusch 1972 M LT Bittermark Dortmund / LG Ultralauf 57,29
1. Dunja Plesnik 1977 W TuS Breckerfeld 57,62

 Text: Michael Irrgang, Bilder Michael Irrgang, Fabian Benz, 23.04.2018

 

Abbildung: These shoes are made for running

„Super Lauf“, „schöne Zeit“, „Zimmer 109 – bestes Zimmer“, „einfach nur geil“ – dies ist nur eine Auswahl an Kommentaren, mit denen wir – auf den Bettkanten unseres 8er-Zimmers in der Jugendherberge Solingen-Burg sitzend – auf die vergangenen Tage zurückblicken. Hinter uns liegen fünf Tage Laufen pur im Bergischen Land, hinter uns liegt die Erstaustragung des Etappenlaufs „ Die Bergischen 5“.

 

Doch beginnen wir mal von vorn.

Bereits in den Jahren 2009, 2010, 2011 und 2013 gab es schon Etappenläufe im Bergischen Land, die unser Verein, die LG DUV und stellvertretend dafür vor allem Wolfgang Olbrich, organisiert hatte (für Statistikfans: http://statistik.d-u-v.org/eventdetail.php?event=13567). Gelaufen wurde damals auf den bestens markierten Rundwanderwege um die Städte Solingen, Remscheid, Wipperfürth, Kürten und Lindlar, an fünf Tagen kam man damals auf 299 km.

 

Der spätestens durch den letztjährig veranstalteten Deutschlandlauf bekannte Veranstalter Oliver Witzke aus Solingen hat die Idee für einen Etappenlauf im Bergischen Land wiederentdeckt und in seinem Sinne modifiziert. Die nun ausgeschriebenen „Bergischen 5“ gab es in den Ausführungen „Erwachsenenrunde“ und „Kindergartenrunde“ (kein Spaß, stand so sogar auf den Startnummern). Für die längere Variante sollten insgesamt 275 km mit 6400 HM absolviert werden, die kürzere Variante (ja genau, die „Kindergartenrunde“ ist hiermit gemeint) ergab eine Streckenlänge von 167 km und 4000 HM. Gelaufen wurde nicht nur auf Rundwanderwegen, sondern es gab immer reichlich einsame und wunderschöne Trampelpfade. Start-, Ziel-, Dreh- und Angelpunkt war die Jugendherberge in Solingen-Burg, oberhalb des bekannten Schlosses Burg.


Samstag, 07. April: Anreise

Nach einem nicht enden wollenden Winter zeigte der Frühling  bei unserer Ankunft an der Jugendherberge sein freundliches Gesicht: Sonne pur! Nun hieß es erstmal Startnummern abholen und Zimmer beziehen. Bereits in Rheine hatte Dirk die wunderbare Idee, alle LG-Ultraläufer in ein Zimmer zusammenzupferchen. Dieses Anliegen ergab großen Zuspruch und nach und nach tingelten alle ein:  Fabian Benz, der erst zwei Wochen zuvor beim Etappenlauf auf den Pfälzer Berglandtrails den zweiten Platz belegt hatte, möchte bei den „Bergischen 5“ Kilometer für anstehende Aufgaben sammeln (24h-Lauf in Basel, Spartathlon).

Für Volker Greis sind Wochen mit Umfängen jenseits der 200 km nichts Besonderes. Er nutzt die „Bergischen 5“ als Training und um herauszufinden, ob diese Spielart des Ultralaufs nicht genau sein Ding sein könnte.

Raimund Slabon ist der mit Abstand der erfahrenste Läufer aus unserer Runde und möchte bei den „Bergischen 5“ Kilometer für die anstehende TorTour de Ruhr schrubben.

Dirk Minnebusch hat bereits erst am Osterwochenende die Feiertage dazu genutzt, mit seinem selbst gebauten Lastenwagen einen privaten Etappenlauf in der Eifel zu machen. Von daher begnügt er sich mit der „Kindergartenrunde“.

Für mich selbst ist es der erste Etappenlauf und ich bin mir unsicher, ob und wie ich diesen gerade mit dem bisher nicht optimal gelaufenen Training in diesem Jahr verkraften werde.

Neben uns fünf LG Ultraläufern haben wir noch Sven Winkelmann „adoptiert“ und in unser Zimmer 109 aufgenommen. Sven und Raimund kennen sich von unzähligen Läufen und sind dann auch jeden einzelnen Km der „Bergischen 5“ gemeinsam gelaufen.

Im Anschluss an die harmonische Bettenverteilung gingen wir zunächst erstmal ein bisschen die Gegend erkunden und aßen im Schloss Burg ein erstes Eis – traumhafter Start.

Vor dem Abendessen fanden alle Läuferinnen und Läufer wieder zusammen, um sich von Oli begrüßen und briefen zu lassen. Das Helferteam wurde vorgestellt und bekam den ersten großen Applaus. Auch das Team der Jugendherberge war nicht untätig geblieben und tischte bereits Salate und Kartoffeln und Grillgut auf. Wir konnten das erste Abendessen in der Sonne genießen und so manches alkoholfreie Weizenbier dabei vernichten.

Gegen 22 Uhr war in unserem Zimmer dann auch schon Feierabend. Ich selbst war so aufgeregt und hatte gleichzeitig die Nächte davor so gut geschlafen, dass ich in der ersten Nacht nur ganz wenig geschlafen und die allermeiste Zeit geruht habe.

Sonntag, 08. April: 1. Etappe über 50 km

Am Sonntag ging es zum Warmwerden los mit einer Etappe über 50 km und etwa +/- 780 HM für die „Erwachsenen“ (aus unserem Zimmer Fabi, Volker, Raimund, Sven, ich). Für die „Kindergartenrunde“ standen 31 km auf dem Programm. Der Start war auf 7 Uhr angesetzt.

Alle waren froh, dass es endlich los ging und um 5:30 Uhr waren daher bereits alle schon hellwach. Der Ablauf sollte sich nun jeden Morgen gleichen: aufstehen, Morgentoilette, frühstücken, fertig machen, Briefing und ab. Jede und jeder entwickelt dabei eigene Routinen und ich stellte schon am zweiten Morgen fest, wie gut mir der immer gleiche Ablauf und die Sicherheit gebenden Strukturen tun. Dazu trug mit großer Gewissheit auch das hervorragende Frühstücksbuffet der Jugendherberge bei. Die Leiterin Denise Balke-Kircher zeigte während der gesamten Veranstaltung eine große Aufopferungsbereitschaft. Mussten wir Läuferinnen und Läufer auch früh aufstehen, sie war garantiert immer die Erste auf den Beinen und brühte schon Kaffee auf, als sich noch so mancher von uns im Bett wieder umdrehte.

Vor dem Start mussten sich die Läuferinnen und Läufer in Listen eintragen, um ihre Teilnahme zu bekunden. Um zehn vor sieben erläuterte Oli uns Feinheiten zur Tagesetappe und dann ging es auch schon pünktlich los. Am ersten und am fünften Tag sollte der Start für die „Erwachsenen- und Kindergartenrunde“ jeweils gleichzeitig um 7 Uhr sein, an den übrigen drei Tagen sollten die „Erwachsenen“ schon um 6 Uhr starten. Jeden Tag führte Oli die Gruppe 1-2 km an, um sie aus dem Örtchen heraus bis zu dem Punkt der jeweiligen Tagesstrecke zu eskortieren, an dem dann die Markierung begann. Für mich war dieses Einrollen immer ganz angenehm, man blieb noch beisammen und konnte ein bisschen mit anderen über Befindlichkeiten, Erwartungen und Herausforderungen quatschen. 

Textfeld: Abbildung 2: Einzeletappenläufer Dietmar Rosenau sondiert Wegstrecke durchs wunderschöne Eifgental.C:\Users\Matthias\Desktop\Matthias\Matthias\Fotos\Fotos\Laufen\Bergische5 '18\Eifgental.JPGNun ging es etwa 4,5 km über Trails und Wirtschaftswege schon mächtig auf und ab bis zur Balkantrasse. Dieser sollten wir etwa weitere 15 km immer leicht bergab folgen. Der zweite Teil dieser Runde war anspruchsvoller, aber auch schöner. Wir liefen talaufwärts auf tollen Pfaden und im frühlingserwachten Wald immer schön rauf, rauf, rauf das Eifgental hinauf. Mit fortschreitender Tageszeit zeigte sich auch immer häufiger die Sonne, bis die Wolken zur Mittagszeit gänzlich verschwunden waren. Es wurde richtig warm, ein erster Vorgeschmack auf kommende Sommertage. Auf den Trails war einiges los, viele Wanderer und Mountainbiker genossen die sonntägliche Erholung. 

Wertung der 1. Etappe (50 km / 31 km)

Tagesplatz

Name

Zeit

1

Fabian Benz

4:41:00

2

Volker Greis

4:48:00

6

Sven Winkelmann

5:40:00

6

Raimund Slabon

5:40:00

18

Matthias Kröling

6:25:51

4

Dirk Minnebusch

3:40:00

Nach KM 45 mussten wir leider den schönen Wanderweg verlassen und folgten der Markierung durch Siedlungen und entlang Straßen bis zur Jugendherberge zurück. Während Fabi und Volker diese, sowie Raimund und Sven diese Etappe jeweils zusammen liefen, war ich die meiste Zeit über allein unterwegs. Volker musste nur wenige Km vor dem Ziel Fabi ziehen lassen und seine Speicher mittels einer Cola an einer Tankstelle wieder auffüllen. Auch für Dirk ist der Tag sehr gut gelaufen, er war direkt oben mit dabei.

 

Textfeld: Abbildung 3: Führungstrio auf der ersten Etappe: Volker Greis, Eik Bergmann, Fabian Benz (Foto von Carsten Brake).C:\Users\Matthias\Desktop\Matthias\Matthias\Fotos\Fotos\Laufen\Bergische5 '18\Volker und Fabi_1.jpgDie enorme Geschwindigkeit von Volker und Fabi führte dazu, dass sie noch vor 12 Uhr im Ziel waren und somit noch über sechs Stunden Zeit bis zum Abendessen verblieben. Dirk war ja sogar schon vor 11 Uhr wieder im Ziel. Also machten die Jungs sich auf ins nächste Restaurant, um direkt etwas für die Energiespeicher zu tun.

Dieser Lauf war für die allermeisten Läuferinnen und Läufer bereits am frühen Nachmittag eingetütet, sodass noch viel Zeit für’s Füßehochlegen und Weizenbiertrinken in herrlicher Vorsommerluft übrig blieb. Zum Abendessen gab es Bolognese Lasagne mit Salat und auch für Abendprogramm war gesorgt: die Trailrunner Laura Mathiaszyk und Carsten Brake begeisterten ein interessiertes Publikum mit ihrem Multimediavortrag über einen Etappenlauf in Nepal. Im Anschluss daran zeigte Carsten den Anwesenden die Bilder des Tages, da er nicht laufend, aber fotografierend unterwegs auf den Pfaden war.

Mich beeindruckte, was danach geschah: Sobald der Vortrag vorbei war und die Fotos gezeigt waren, leerte sich der Saal augenblicklich. Bereits um 21 Uhr waren nur noch vereinzelte Gestalten unterwegs, die meisten suchten sofort das Bett auf. In Anbetracht der Tatsache, dass noch 225 km vor uns lagen, war das auch keine schlechte Idee.

Montag, 09. April: 2. Etappe über 60 km

Bereits um 4:30 Uhr (uhhh…) klingelte der Wecker und die morgendliche Routine nahm ihren Lauf. Eine kurze, repräsentative Umfrage in unserem Zimmer 109 ergab, dass 6 von 6 Läufern sich gut fühlten und keine nennenswerten Belastungs- oder Ermüdungserscheinungen aufzählen konnten. Top!

Heute ging es für die „Erwachsenen“ auf den Wanderweg „Rund um Remscheid“, besser bekannt als Röngtenweg. Der wurde zwar in entgegengesetzter Richtung absolviert, beinhaltete aber immer noch etwa 1370 HM. Für Dirk galt es immerhin 36 km und 900 HM zu bewältigen.

 

Textfeld: Abbildung 4: Morning has broken - Sonnenaufgang über den Gipfeln.C:\Users\Matthias\Desktop\Matthias\Matthias\Fotos\Fotos\Laufen\Bergische5 '18\Morning has broken.JPGBeim Start um 6 Uhr war es noch dunkel, sodass die „Erwachsenen“ Stirnlampen mitnehmen sollten, die man aber an der ersten Verpflegung abgeben konnte. Womit wir bei einem schönen Thema wären: die Verpflegung. Stände gab ziemlich zuverlässig genau alle 10 km und während es am ersten VP nur Wasser und Bananen gab (was völlig ausreichte), waren alle übrigen Tische mit diversen Speisen überladen: Salatgurke, Paprika, Tomaten, Äpfel, Mandarinen, Weintrauben, Erdnüsse, Kartoffelchips, Salzstangen, Studentenfutter, Weingummi, Kekse, verschiedene Schokoriegel, Waffeln, Minisalami, Frikadellen. Dazu oft noch Kartoffeln, Eier und frisch belegte Brote. Zu trinken gab es Apfelschorle, Cola und bestes bergisches Leitungswasser. Läuferherz, was willst du mehr! Das waren wirklich Verpflegungspunkte, auf die wir uns immer freuen konnten. Und das lag nicht nur an der hervorragenden Verpflegung, sondern vielmehr noch an den gutgelaunten und wirklich professionellen Helferinnen und Helfern. Oli kann sich wirklich glücklich schätzen (und das sagte er selbst jeden Tag), solche erfahrenen und professionellen Helferinnen und Helfer zu haben. Ohne euch wäre das alles nicht möglich gewesen, vielen Dank dafür!

Diese Etappe kam fast komplett ohne Markierung aus, da beinahe die gesamte Runde über dem „R“ im Kreis gefolgt werden konnte. Was mich und meinen Mitläufer Werner Falk nicht davon abhielt, uns einmal kurz zu verlaufen, da wir eine Änderung zwischen Markierung und Track nicht bemerkt hatten. Auch auf dieser Etappe liefen Fabi und Volker munter schwatzend voraus und schon bald konnte ihnen keiner mehr folgen. Sie waren so gut drauf und unterhielten sich so gut, dass sie den Ausstieg aus dem Rundweg und damit den Zubringer zu unserer Jugendherberge verpassten (auch wenn die Markierung dort ausreichend war). Durch die insgesamt vier Extrakilometer büßten sie ihre Führung buchstäblich auf den letzten Metern ein. Was die beiden aber sehr sympathisch macht, ist, dass dieser Umweg sie nur kurz erzürnte und sie im Nachhinein umso mehr selbst darüber lachen konnten. Außerdem war die Motivation für den nächsten Tag so bereits gesichert.  

Wertung der 2. Etappe (60 km / 36 km)

Tagesplatz

Name

Zeit

2

Fabian Benz

6:20:26

2

Volker Greis

6:20:26

5

Sven Winkelmann

7:00:53

5

Raimund Slabon

7:00:53

16

Matthias Kröling

7:51:08

1

Dirk Minnebusch

4:14:17

Auch bei Dirk auf der „Kindergartenrunde“ lief es super. Dort fand sich auf der zweiten Etappe eine 5er-Gruppe, die gemeinsam in Führung liegend das Ziel erreichte.

 

Textfeld: Abbildung 5: Besuch beim Sportwart. Danke, Martina und Michael, für eure spontane Gastfreundschaft.C:\Users\Matthias\Desktop\Matthias\Matthias\Fotos\Fotos\Laufen\Bergische5 '18\besuch in troisdorf.jpg

Im Ziel wartete Dirk schon auf mich und fragte mich, ob es mir etwas ausmachen würde, mich fix zu duschen und umzuziehen. Gemeinsam wollten wir nach Troisdorf zu Martina und Michael fahren, um uns dort eine LG Ultralauf-Fahne abzuholen. Und weil wir schon mal da waren, könnte man dort doch auch gleich zu Abend essen. Eine halbe Stunde später saßen wir im Auto und fuhren – mit kurzem Umweg über einen Grillimbiss am Supermarkt – Richtung Troisdorf. Dort gab es ein großes Hallo und wir erfuhren bei Kaffee und Keksen von Michael alles rund um die 50km-DUV-DM in Ebershausen, die wir ja alle am vergangenen Tag verpasst hatten. Im Anschluss daran ging es von der Terrasse ins Haus zum Abendessen. Martina hatte für uns einen Haufen Nudeln mit Fleischsauce gekocht, dazu gab es sehr leckeren Salat und abschließend noch einen deftigen Nachtisch. Vielen Dank Martina, das war echt ganz große Klasse, du hast einen großen Anteil am Abschneiden des nächsten Tages! Zum Schluss schauten wir uns einen kurzen Film an über die 2009er-Ausgabe des Etappenlaufs im Bergischen Land und konnten uns schon mal ein paar Bilder der morgigen Etappe ansehen. Dann ging’s wieder zurück nach Solingen – ach nee, die Fahne! Fast hätten wir sie vergessen, was eigentlich der Anlass dieser kurzen Reise war. Also schnell eingepackt und zurückgedüst. Als wir in der Jugendherberge ankamen, waren schon wieder alle im Begriff, sich für die Nacht fertig zu machen. Es gab auch an diesem Abend einen Vortrag über den 100km Lauf der Tortour de Ruhr, den wir aber wie das Abendessen verpasst hatten. Schnell in’s Bett, denn morgen wartete die Königsetappe, der Klingenpfadlauf.

Dienstag, 10. April: 3. Etappe über 70 km

„Wenn es uns nur nach der dritten Etappe so gut geht wie jetzt, dann packen wir auch den ganzen Lauf“, haben Marina Micic, einer Mitläuferin auf der Erwachsenenrunde, und ich uns gedacht. Tja, aber diese dritte Etappe auf dem Klingenpfad mit seinen 70 km und über 1700 HM will auch erstmal gemeistert werden.

Der Start ist für uns wieder um 6 Uhr morgens, also wieder mit Stirnlampe. Die ersten vier Km sind identisch mit gestern, dann heißt es aber, einer anderen Markierung zu folgen. Heute ist weiß die Farbe der Wahl. Am ersten Tag sind wir grün-gelben Sprühkreidepfeilen gefolgt, am zweiten Tag waren diese rosa. Für uns Läuferinnen und Läufer ist es sehr gut, sich nur auf eine Farbe konzentrieren zu müssen (und sich auch darauf verlassen zu können). Verschiedene Farben sind außerdem notwendig, da sich Streckenabschnitte teilweise gleichen und so Missverständnissen vorgebeugt wird.

 

Textfeld: Abbildung 6: Von allen Seiten und Höhen durchlaufen: die Müngstener Brücke.C:\Users\Matthias\Desktop\Matthias\Matthias\Fotos\Fotos\Laufen\Bergische5 '18\Müngstener Brücke.JPGDer Lauf ist kaum eine Stunde alt, da fährt mir ein Schmerz in den rechten Fuß. Genauer gesagt sticht es auf der Haut in der rechten Fußbeuge. Hm, was könnte das sein? Ich halte an und schnüre mir den Schuh auf. Der ist nun so locker, dass ich bei Bergabpassagen echt aufpassen muss, nicht umzuknicken. Bereits zum zweiten Mal in zwei Tagen laufen wir unter der Müngstener Brücke durch, es ist ein schöner Tag.

Überhaupt kann ich auch mal was zum Wetter sagen: Wir haben unglaubliches Glück während der ganzen fünf Tage. War es am ersten Tag noch sonnig, dafür die Etappe kurz, sind die Tage zwei bis vier eher bewölkt und mild bei Temperaturen um 15 bis 17°C. Mit anderen Worten – perfektes Laufwetter! Keine bösen Aprilüberraschungen, kein Hagel, keine knallige Sonne, nur am vierten Tag ein bisschen Nieselregen. Am fünften Tag kommt passend zur Siegerehrung die Sonne wieder hervor und schenkt uns einen wirklich würdigen Abschluss.

Die ersten 20 km bis zum zweiten VP laufe ich allein. Es geht ständig rauf und runter, na, das kann ja was werden. Meine Stimmung kippt etwas, denn mein Fuß wird nicht besser. Am 2. VP beschließe ich solange zu warten, bis die nächsten Läufer kommen, damit ich nicht mehr allein loslaufen muss. Tatsächlich kommt direkt nach mir eine 4er-Gruppe angetrabt, unter anderem mit Monika Lux und Werner Falk. Mit Werner bin ich ja bereits gestern wunderbar zusammen gelaufen, das Tempo hatte stets gepasst. Ich schließe mich den anderen an, wir traben nun zu fünft weiter. Es geht nun erstmal längere Zeit bergab und – oh Wunder – seit ich in Gesellschaft laufe und mich mehr ablenken kann, spüre ich den Fuß erstmal nicht mehr. Die nächsten 10, 15 Kilometer laufen (bzw. gehen) sich fast geräuschlos. Es gibt fast nur ebenes Gelände und daher die Möglichkeit, auch mal längere Zeit am Stück laufen zu können. Irgendwann meldet sich mein Fuß wieder und bei etwa Km 55 im wirklich schönen Örtchen Balkhausen spüre ich aus heiterem Himmel einen Stich, als ob mir jemand was Spitzes in den Fuß gerammt hätte. Oh nein, bitte nicht! Vor Schrecken gehe ich erstmal ein paar Schritte und es ist ja auch nicht mehr weit bis zum nächsten VP, also Zähne zusammenbeißen und weiter. Tatsächlich werden auf den letzten 12 km der Strecke nun noch mal sehr viele Höhenmeter gemacht. Anstatt auf dem gefälligen, breiten Rundwanderweg mit dem eingekreisten „S“ zu bleiben, schickt uns Olis Markierung immer wieder in darüber gelegene Pfade. Hier können wir nicht nur einige Sturmschäden bewundern, sondern müssen sich auch irgendwie überwinden und uns zwischen umgeknickten Bäumen und Ästen hindurchschlängeln.

Wir sind seit KM 30 nur noch zu dritt unterwegs und ich bin Monika und Werner sehr dankbar für die Begleitung. Meine Laune ist absolut im Keller. Bergauf und Marschieren ist besser für meinen Fuß, hier finde ich Zeit und Ablenkung, um Oli für dessen Streckenwahl zu beschimpfen. Bergab spüre ich den Schmerz so deutlich, dass ich keine Worte mehr machen kann und einfach nur vorwärts kommen möchte. Mit meinen beiden Mitstreitern rede ich schon länger kein Wort mehr, sie haben aber auch ein gutes Gespür für die Situation und lassen mich in Ruhe.

Irgendwann haben wir auch die letzte Wasserstation bei Km 64 passiert und jetzt kann es wirklich nicht mehr weit sein. Die Läufer von heute sind ja alle top ausgestattet mit GPS und wir unterbieten uns jetzt gegenseitig mit noch zu bewältigenden Kilo- und Höhenmetern. Noch einmal ganz runter und wieder rauf und dann der letzte Anstieg, ein Blick auf die Uhr: Wir können es noch unter 10 Stunden schaffen! Die Schmerzen sind nun vergessen und ich marschiere mit großen Schritten den letzten Anstieg hoch. Ein besonders schöner Moment ist für mich „die Ruhe vor dem Sturm“, die letzten paar Hundertmeter vor dem Zieleinlauf. Wir klopfen uns gegenseitig auf die Schulter und 

 

Wertung der 3. Etappe (70 km / 46 km)

Tagesplatz

Name

Zeit

1

Fabian Benz

7:29:25

1

Volker Greis

7:29:25

5

Sven Winkelmann

8:44:15

5

Raimund Slabon

8:44:15

17

Matthias Kröling

9:57:50

2

Dirk Minnebusch

5:48:12

bedanken uns beieinander für die miteinander geteilten Stunden auf der Strecke. Es ist schön, 10 Stunden laufen zu können, zu dürfen, sie überhaupt zu bewältigen. Aber noch schöner macht es die Gemeinschaft, in der man Höhen und Tiefen miteinander teilt. Auf diesem Wege dafür auch noch einmal herzlichen Dank an Monika und Werner!


Die Freude über die absolvierte Etappe währt nur kurz, die Sorge um den Fuß nimmt immer mehr Raum ein. Wie war das noch mal – schafft man den dritten Tag, schafft man auch den gesamten Lauf? Werde ich überhaupt morgen weiterlaufen können? Schnell ins Zimmer und dann duschen. Ich bin heute auch so müde und kaputt, das kenne ich so gar nicht. Andererseits kann ich das auch alles gar nicht kennen, da ich noch nie vorher in meinem Leben drei Ultras an drei aufeinanderfolgenden Tagen gelaufen bin.

Nach dem Duschen berichte ich den anderen Jungs von meinem Fuß. Der ist mittlerweile auf dem Spann und auch am Fußknöchel geschwollen und rot geworden. Das letzte Mal, dass ich die Vorläufersymptome eines shinsssssshin splints, des Schienbeinkantensyndroms hatte, war, als ich die Umfänge beim Laufen von 5 auf 10 km gesteigert hatte. Interessant, dass dieses Problem der Überbelastung in allen Stadien des Trainings auftreten kann. Während ich ein bisschen Voltaren drauf schmiere, um die Entzündung zu kühlen, kümmern sich die Jungs sich fürsorglich um mich auf vielfache Weise. Fabi, der Sportmediziner, berichtet von seinem Schwarzwaldlauf und dass er diese Probleme dort auch am dritten Tag hatte. Man könnte dort unten nichts kaputt machen, sie Sehne würde so schnell nicht reißen. Vor allem gelte es, mit dem Schmerz fertig zu werden. Raimund unterhält mich mit der ein oder anderen Horrorgeschichte, was er bei sich oder bei anderen bezüglich shin splints schon so alles erlebt und gesehen hat. Das amüsiert mich tatsächlich, da es bei mir noch längst nicht so schlimm ist, was gleichzeitig eine Motivation dafür ist, morgen wieder anzulaufen. Nachdem ich in der Küche nach Kühlungsmitteln gefragt hatte und man mir einen backsteinählichen Kühlakku gab, fährt Dirk direkt zur Tankstelle, um mir einen 2-Kilo-Beutel crushed ice zu besorgen. Der ist für meine Zwecke Textfeld: Abbildung 7: Flagge zeigen in unserem Zimmer 109.C:\Users\Matthias\Desktop\Matthias\Matthias\Fotos\Fotos\Laufen\Bergische5 '18\Flagge zeigen.JPGwesentlich besser geeignet und ich lege die Füße bis zum Abendessen hoch.

 

Tatsächlich hat es nicht nur mich erwischt, wie ich beim Essen erfahre. Marina erzählt, dass sie bereits gestern Probleme mit Entzündungen und Schwellungen ihres linken Fußes gehabt hat. Ich gebe ihr eine gute Portion meiner Eiswürfel ab und wir sitzen den restlichen Abend am Empfang und kühlen unsere Füße. Dann verbünden wir uns für den nächsten Tag und wollen diesen gemeinsam angehen und durchstehen.

Bei Fabi und Volker lief es diesmal wieder ziemlich rund, sie haben dem gestrigen Sieger eine halbe Stunde abgenommen und liegen nun beide wieder vorn in der Gesamtwertung. Auch Raimund und Sven sind gut durchgekommen, auch wenn die Beine verständlicherweise ein wenig schwerer waren als am Tag zuvor. Bei Dirk lief es super. Er ist in der Männerwertung Führender mit genau 1 Minute Vorsprung. Seine Taktik für die kommenden Tage lautet daher: Einfach dran bleiben an der Spitzengruppe und bereit sein für den Moment, in dem sich jemand aus dem Staub machen will.

Mittwoch, 11. April: 4. Etappe über 50 km

Ich wache auf und wackel vorsichtig mit dem rechten Fuß – gut. Ich stehe auf und gehe vorsichtig ein paar Schritte – okay. Es könnte also was werden…

Bereits gestern beim Abendessen hat Oli verkündet, dass die Startzeit der heutigen Etappe um eine Stunde nach hinten verlegt wird. Das bedeutet für die „Erwachsenen“ Start um 7 Uhr zur 50km-Etappe mit fast 1600 HM. Also etwa 20 km weniger als gestern, zum Ausgleich dafür kaum weniger Textfeld: Abbildung 8: Zeinehmer Patrick hat den Finger schon auf der Stoppuhr, Racedirektor Oli mit den letzten Ansagen vor dem Start.C:\Users\Matthias\Desktop\Matthias\Matthias\Fotos\Fotos\Laufen\Bergische5 '18\Oli und Patrick.JPGHöhenmeter. Juhu.

Werner und ich hatten uns gestern lose verabredet, es heute noch einmal miteinander zu versuchen, aber ich weise ihn daraufhin, dass ich aufgrund meiner Verletzung auf jeden Fall langsamer machen werde. Stattdessen wollen Marina und ich das jetzt zunächst gemeinsam angehen.

Während der gesamten Veranstaltung gibt es ein Zeitlimit von 12 min/km, welches ab dem ersten Km gilt. Das heißt, es gilt 5 Kilometer pro Stunde zu schaffen. Klingt beim Lesen wahrscheinlich lächerlich großzügig, aber an diesem Tag habe ich das erste Mal angefangen zu rechnen. Wenn ich nämlich gar nicht laufen kann, sondern gezwungen bin zu gehen, dann bin ich auf keinen Fall schneller als 6 km/h. Mit Steigungen und VPs könnte es vielleicht eng werden.

Umso größer ist meine Freude, als es auf den ersten Km erstmal bergab geht und auch einige flache Asphaltstrecken dabei sind. Was sagt eigentlich der Fuß? – Nix. Das will ich gar nicht groß hinterfragen, sondern lieber weiterlaufen. Die Strecke heute ist besonders schön, aber dafür auch besonders profiliert. Wir laufen die meiste Zeit auf hochgelegenen Trampelpfaden, genießen herrliche Ausblicke in nebelverhangene Täler und auf diverse Flusse und Flüsschen. Es geht manchmal steil rauf und steil hinab. Beispielsweise sollen wir einmal den behaglichen Weg verlassen und uns links in den Wald schlagen. Bloß dass da kein Weg ist, auch keiner sein kann, weil die Steigung bei über 50% liegt. Unverkennbar sind aber auch hier Olis Markierungen, an die ich mich schon ganz gut gewöhnt habe. Also rauf, rauf, rauf.

Marina und ich laufen noch zusammen, doch während es mir gut geht und ich meinen Fuß nicht spüre, kann ich an ihren Schritten sehen, wie schwer ihr das Laufen fällt. Und so gehen wir immer öfter. Nach gut 25 km sind wir fast ausschließlich im Geh-Modus unterwegs. Ich bin mir unsicher, was ich tun soll. Auf keinen Fall möchte ich Marina allein lassen und dann nachher von ihr hören, dass sie ausgestiegen sei. Aber ich kann auch nicht viel länger ihr Tempo halten, das ist für mich sehr zermürbend. Nachdem sie mir versprochen hat, auch die zweite Hälfte noch durchzuziehen, setze ich mich dann ab.

Der Rest ist schnell erzählt. Es läuft einfach. Ich kann viel laufen, auch leichte Bergaufpassagen und komme gut voran. Im Flachen mache ich ein für mich gutes Tempo von 6:05 bis 6:10 min/km. Wo bleibt denn eigentlich Werner, mit dem würde ich jetzt doch gern noch zusammen laufen. Als ich schon den Weg zum Schloss in Burg hochgestapft bin, sehe ich in gerade um die Ecke biegen. Ihn kann ich also nicht mehr einholen, aber ich habe doch einiges an Geschwindigkeit aufgenommen. Im Ziel bin ich einfach nur glücklich, dass mein Fuß nicht einmal gemuckt hat.

Wertung der 4. Etappe (50 km / 25 km)

Tagesplatz

Name

Zeit

1

Fabian Benz

5:04:19

1

Volker Greis

5:04:19

4

Sven Winkelmann

6:15:26

4

Raimund Slabon

6:15:26

19

Matthias Kröling

7:21:28

1

Dirk Minnebusch

3:11:40

Tolle Strecke, angenehmes Laufwetter mit ein paar Tropfen zwischendurch, aber ansonsten alles bestens. Aber die größte Freude des Tages ist für mich zu sehen, dass Marina ins Ziel kommt. Yes! Es ist wirklich erstaunlich, wie sehr Läuferinnen und Läufer bei so einer Veranstaltung mitfiebern und sich füreinander freuen. Ich beginne zu spüren, wie enorm dieser Gemeinschaftsaspekt, dieses Zusammenhalten gegen alle Widrigkeiten, beim Deutschlandlauf gewesen sein muss, wo man immerhin drei Wochen zusammen unterwegs ist.

An diesem Tag sind alle gut drauf: Es ist geschafft und auch einen weiteren Tag werden wir noch schaffen, klar doch!

Nach dem Abendessen gibt es ein besonderes Schmankerl: Günter Liegmann, seines Zeichens Bezwinger des letztjährigen DLL, ist angereist und nimmt uns mit auf seine Reise quer durch Deutschland. Anhand vieler Fotos, einigen Anekdoten und nicht zuletzt aufgrund seines trockenen Humors ist dieser Vortrag sehr unterhaltsam. Bei so manchen Leuten scheint er auf besondere Neugierde zu treffen…mal sehen, was da noch kommt.

Sobald das letzte Wort gesprochen ist, leert sich der Saal schneller als man „Etappenlauf“ buchstabieren kann und alle Beteiligten suchen ihr Heil und ihre Ruhe in den schmalen Betten ihrer Mehrbettzimmer.

Donnerstag, 12. April: 5. Etappe über 36 km

Ähnlich wie am ersten Tag sind die meisten bereits vor dem Wecker wach. Es scheint, als könnten es alle kaum erwarten, endlich die letzte Etappe in Angriff zu nehmen. Heute ist um 7 Uhr Start für die Kindergarten- und Erwachsenenrunde.

Dann ist Briefing. Oli beichtet uns, dass aufgrund von höherer Gewalt (also Baustellen usw) es nicht gelungen ist, eine 45km-Runde zu markieren. Es laufen also alle Läuferinnen und Läufer beider Varianten 36 km, was für die einen 9 km weniger und für die anderen 5 km mehr ist.

 

Textfeld: Abbildung 9: Kurz nach dem Start zur letzten Etappe - natürlich erstmal bergauf.C:\Users\Matthias\Desktop\Matthias\Matthias\Fotos\Fotos\Laufen\Bergische5 '18\Start letzte Etappe.JPGHm. Einerseits passt’s schon, andererseits auch ein bisschen schade (ich zähle ja heimlich mit…). Aber nun erstmal los. Vor allem für die Versehrten unter uns ist die Streckenverkürzung ein echtes Geschenk. Marina hatte noch beim Frühstück überlegt, ob sie überhaupt starten sollte und ließ sich dann von Volkers guten Argumenten überzeugen („Erstmal los. Ein bisschen laufen oder halt gehen. Wenn’s nicht klappt, kann man ja schon nach 10 km beim ersten VP aussteigen. Vielleicht klappt es ja doch, dann weiter zum zweiten VP. Und immer weiter in kleinen Schritten.“). Der Countdown zur letzten Etappe wird heruntergezählt, dann ab in den Wald. Was sagt mein Fuß? Schon wieder nix. Super! Werner und ich laufen wieder zusammen und wir kommen gut in Fahrt. Dann berichtet Werner mit, dass heute bei ihm die linke Fußbeuge schmerzt. Oh Mist! Na glücklicherweise ist es die letzte Etappe. Wir laufen die ersten 20 km zusammen und das gar nicht mal so langsam, teilweise Km unter 6 min/km. Dann will Werner es ruhiger angehen lassen, weil ich mich aber gut fühle, will ich vorwärts machen.

Vielleicht hängt das auch damit zusammen, dass Sven gestern mitgeteilt hat, dass Volker und ich vor der letzten Etappe geschlagene 3 min Vorsprung in der Teamwertung vor ihm und seinem Mitläufer Karsten hatten. Drei Minuten sind auf bisherigen 230 Kilometern gar nicht mal so viel. Einerseits bin ich ja froh, wenn ich das hier gesund über die Bühne bringen kann. Andererseits ist es ja aber auch ein Wettkampf.

Und dann packt es mich und ich beginne, ein Rennen zu laufen. Ich halte nur 1 Minute am nächsten VP und dann geht’s weiter. Läufer einsammeln. Die Idee, Läuferinnen und Läufer zu überholen, bereitet mir eine große Vorfreude. Ich laufe nun fast alle Steigungen und den Rest sowieso. Schon ist die Führungsgruppe der „Kindergartenrunde“ im Blick und dann auch schon überholt. Dirk wünscht mir alles Gute, fragt, ob ich noch Salz brauche, aber da bin ich schon wieder weg. Die downhills laufe ich mit einem Tempo von 5:05 bis 5:15 min/km und sammle einen nach dem anderen ein. Dann der letzte VP – es gibt Sekt und Erdbeeren – und ich habe tatsächlich Sven und Raimund eingeholt. Danke, Sven, für deinen verblüfften Gesichtsausdruck, schon allein das war die ganze Aktion wert. Meinen Beinen merke ich nichts an, meinem Fuß geht es gut und so laufe ich einfach schnell weiter. Nur noch zwei Hügel, noch einer…und schon biege ich auf die Zielgerade ein. Volker springt mir ebenfalls

Wertung der 5. Etappe (36 km / 36 km)

Tagesplatz

Name

Zeit

1

Fabian Benz

3:23:23

1

Volker Greis

3:23:23

5

Matthias Kröling

4:02:54

6

Sven Winkelmann

4:06:05

6

Raimund Slabon

4:06:05

1

Dirk Minnebusch

4:21:12

verblüfft entgegen, schreit mich jubelnd an, dass die Teamwertung nun im Sack sei und übergibt mir dir LG Ultralauf-Fahne.

Im Ziel überlege ich kurz, ob ich aufhören soll. Aber Oli sagt, ich könnte jetzt immer noch voll machen. Also los. Zurück zum letzten VP und dann ein zweites Mal ins Ziel, dann müsste ich die 45 km im Sack haben. Vor lauter Begeisterung vergesse ich zunächst mal, meine Uhr wieder zu starten, sodass ich doch noch ein paar Schleifen mehr werde drehen müssen. Der Lauf nun zurück ist einfach wunderbar. Es kommen immer wieder Leute entgegen, die sich freuen, es bald geschafft zu haben. Für einige ist es zugegebenermaßen auch verwirrend, dass ihnen Läufer mit Startnummern entgegenkommen. Ein Mitläufer und ich rufen schon immer aus der Ferne, dass sie richtig sind und bloß weiterlaufen sollen.

Dann komme ich ein zweites Mal am letzten VP an und laufe noch ein Stück weiter zurück. Es freut mich total, dort Marina den Trail runterkommen zu sehen. Wie cool, sie wird es schaffen! Da ich sowieso zurück muss und es überhaupt nicht mehr eilig habe, nur noch die Km vollkriegen muss, bleibe ich bei ihr und wir absolvieren ihre letzten Km gemeinsam.

Dann ist es geschafft.

Abschluss und Fazit

Was am Ende folgt, ist einfach nur schön. Zur Siegerehrung kommt die Sonne raus, es ist schön warm. Oli spendiert eine Runde Kaffee und Kuchen als Entschädigung für den Fauxpas mit der Unter- bzw. Überdistanz auf der letzten Etappe, auch wenn ihm da keiner böse war.

 

Textfeld: Abbildung 10: Fette Beute!C:\Users\Matthias\Desktop\Matthias\Matthias\Fotos\Fotos\Laufen\Bergische5 '18\Sieger.JPGAlle sitzen draußen und sind zufrieden. Geehrt werden alle Anwesenden: Ob Kindergartenrunde oder Erwachsenenrunde, ob Gesamtrunde-Bezwinger oder Fast-Gesamtrunde-Bezwinger. Die LG Ultralauf schneidet fantastisch ab: Erster (Fabi) und zweiter (Volker) Platz auf der „großen“ Runde, sowie erster Platz (Dirk) auf der „kleinen“ Runde. Zudem gibt es für Volker und mich noch den Sieg in der Teamwertung. Dass von vier gestarteten Teams es nur zwei in die Wertung schaffen und es hier auch nur deswegen so spannend blieb, weil der schnelle Volker mit dem langsamen Matthias ein Team bildeten, wollen wir hier mal nur am Rande erwähnen ;-)

Richtig spannend wurde es noch einmal bei der Verlosung eines Freistarts für den halben Deutschlandlauf im kommenden Jahr. Fabi und Volker hatten sich bereits im Vorfeld so geeinigt: Sollte einer von Beiden den Freistart gewinnen, würde der andere nachziehen und beide würden aus dem halben den ganzen DLL machen. Oli rief nun alle auf, die es sich überhaupt vorstellen können, nächstes Jahr mit dabei zu sein und ein gutes Dutzend tapferer Recken stand auf (von uns: Volker, Fabi und auch Rai -> aha, erwischt, das erzählen wir mal nicht weiter). Dann wurden Zettelchen gezogen und - - leider kein Losglück für die LG Ultralauf. Dem Teufel noch mal von der Schippe gesprungen.

Die wichtigste Ehrung erfolgte gegen Ende: Wir bedankten uns recht herzlich bei allen Helferinnen und Helfer aus dem Betreuungsteam und von der Jugendherberge. So ein Lauf ist nicht zu realisieren ohne die unermüdliche Hilfe von vielen fleißigen, zuverlässigen und doch immer entspannten und zuversichtlichen Menschen. DANKE!!! Danke Oli dir für die gesamte Veranstaltung, in die du viel Herzblut reingesteckt hast. Natürlich kann man immer noch irgendwas verbessern, aber das wichtigste war vorhanden: eine gute Gemeinschaft und viel Spaß. Ich war das erste Mal bei einem deiner Läufe und komme garantiert wieder. Super Sache!

Was bleibt nun also von dieser Klassenfahrt?

Bisher konnte ich Mehrtagesveranstaltungen nichts abgewinnen, weil ich den Reiz dahinter nicht verstand. Nun hat sich das für mich komplett gewandelt. Oli fasste seine Motivation für die Organisation solcher Veranstaltungen so zusammen: „Es macht mir unheimlich viel Spaß, Leute zusammenzubringen, sie eine Gemeinschaft erleben zu lassen und zu sehen, dass alle Spaß haben.“

Das kann ich nur so unterstreichen. Nicht nur durch die kleinen Zimmer in der Jugendherberge rücken alle zusammen. Man hilft sich gegenseitig bei Schwierigkeiten, läuft gemeinsam durch Höhen und Tiefen und erfreut sich ungemein am Kampfgeist der Anderen. Jeder passte auf den anderen auf, litt mit und jubelte im Ziel.

So eine Gemeinschaft kann es nur bei Mehrtagesveranstaltungen geben, auf denen man sich richtig kennenlernen kann. Ich bin froh und dankbar, Teil dieser Gemeinschaft gewesen zu sein. Liebes Zimmer 109, lieber Sven, Dirk, Fabi, Volker, Rai – mit euch jederzeit gerne wieder!

Es ist dann zwar auch schön, wieder zu Hause zu sein, aber ich verspüre ein kleines Loch – irgendetwas fehlt. Mir fehlen die Leute, die Gemeinschaft. Mir fehlen die vielen einsamen Pfade durch nebeligen Wald und die saftigen Wiesen mit den Schafen und Eseln. Mir fehlen das Laufen, das Durchhalten und das Ankommen. Mir fehlt sogar ein bisschen das frühe Aufstehen und die einfach Übersicht des vorstrukturierten Tagesablaufs: run, eat, sleep, repeat.

So bleibt eigentlich nur die Frage: Was kommt als Nächstes?

 

Text und Bilder von Matthias Kröling

  

C:\Users\Matthias\Desktop\Matthias\Matthias\Fotos\Fotos\Laufen\Bergische5 '18\Fabi.jpgTextfeld: Abbildung 11: Der Sieger der "Kindergartenrunde" über 172km und 4000 HM in einer Gesamtzeit von 21:15:51 ist Dirk Minnebusch.C:\Users\Matthias\Desktop\Matthias\Matthias\Fotos\Fotos\Laufen\Bergische5 '18\Bergische 5 Dirk 2018.jpg

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 Textfeld: Abbildung 12: Der Sieger der "Erwachsenenrunde" über schließlich 266 km und 6200 HM in einer Gesamtzeit von  26:58:33 ist Fabian Benz.

 

Textfeld: Abbildung 13: Volker und ich gewannen die Dream-teamwertung. Was man nicht sieht: 275 km vorher hatte ich tatsächlich noch mehr Bauch.C:\Users\Matthias\Desktop\Matthias\Matthias\Fotos\Fotos\Laufen\Bergische5 '18\Siegerehrung_2_bearbeitet.jpgC:\Users\Matthias\Desktop\Matthias\Matthias\Fotos\Fotos\Laufen\Bergische5 '18\Raimund.jpg

 

 

 

 

 

 

 

Textfeld: Abbildung 14: Rai lief die ganze Veranstaltung gemeinsam mit Sven. Ihre Routine und Schnelligkeit brachte die beiden auf einen hervorragenden 6. Gesamtplatz.Textfeld: Abbildung 15: Tolle Gemeinschaft, gute Laune, klasse Ergebnisse: LG Ultralauf bei den Bergischen 5!C:\Users\Matthias\Desktop\Matthias\Matthias\Fotos\Fotos\Laufen\Bergische5 '18\Team vor dem Start.JPG

 

 

 

 

ZL2

Seit vielen Jahren laufe ich beim Bonn-Marathon als Zugläufer und stelle diese Gruppe zusammen. Die ersten 10 Jahre etwa lief ich 3:30h, dann wechselnd für 4:00, 4:30 oder als Schlussläufer. Es ist immer ganz witzig, denn die Tücke der Aufgabe bringt doch oftmals einige überraschende Wendungen. Dieses Jahr war diesbezüglich extrem.

Wie immer stellte ich das Team Anfang September zusammen und außer mit dem 2. 3:00-Läufer war alles schnell geklärt. Hier gab es verschiedene Optionen, die sich aber später alle in Luft auflösten.

Vor einer Woche kam dann die übliche Mail von mir „Alles klar für Sonntag?“ und offenbarte, dass einige Positionen neu zu besetzen waren. In gewisser Not fragte ich Mitte der Woche auf Facebook, ob sich jemand vorstellen könnte, in Bonn spontan 3:00 oder 3:30 zu laufen und zu meiner großen Überraschung meldeten sich einige Bekannte. Super! Problem gelöst.

Am Freitag folgte dann die üble Erkenntnis, dass ich noch keinen Besenläufer organisiert hatte. Total vergessen! Das war mir schon echt peinlich, als ich in der Nacht auf Samstag die Anfrage auf Facebook platzierte. Und viel Hoffnung hatte ich ehrlich gesagt auch nicht, zumal ich am Samstagmorgen zu einem kleinen Marathonlauf im Rahmen des Pescher Kleeblattes in Köln verabredet war.

Doch die nächste glückliche Fügung – und es sollte nicht die letzte sein – folgte prompt. Wir waren kaum losgelaufen, also etwa um 6:15 Uhr als beim Veranstalter das Handy klingelte, weil mich jemand erreichen wollte, um mir mitzuteilen, dass er gerne diese Aufgabe übernehmen würde. Nachmittags dann noch ein paar Details abgestimmt und es war wieder ein Problem gelöst! Puh, das war knapp.

Am Sonntagmorgen begann der Tag fast total entspannt. Alles gut, außer das Wetter. Am Tag des Bonn-Marathons die Grillsaison zu eröffnen ist immer eine gute Idee, denn es ist oftmals der erste heiße Tag im Jahr und immer trocken. Aber diesmal goss es in Strömen! Eigentlich fahre ich die 18 km zum Start immer mit dem Fahrrad – umdisponieren? Erst einmal Kaffeekochen und die Regenjacke holen. Ich hatte ja noch 15 Minuten. Das Unvorstellbare passierte: Als ich losfahren musste, hörte der Regen auf, es sollten die letzten Tropfen bis zum Abend gefallen sein.

ZL1

Im Hotel trafen wir uns recht früh. Wir mussten ja noch einiges vorbereiten, die Teams mussten sich kennenlernen und abstimmen und ein kleines Frühstück gab es schließlich auch. Anschließend mussten wir noch unser obligatorisches Foto machen und dann gehen wir immer früh in den Startblock, um mit denen zu sprechen, die sich den Zugläufern anschließen wollen. Zu jeder Zielzeit gibt es zwei Läufer, nur der Schlussläufer, der ist alleine – und der fehlte.

Sich verspäten kann allerdings in Bonn leicht passieren: Die Parkplatzsituation ist blöd, man kann einen Zug verpassen und einmal war die Bahnstrecke von Norden nach Bonn komplett gesperrt und die Teilnehmer strandeten auf der anderen Rheinseite in Beuel. Irgendwann hatte ich ihn dann angerufen, ihn aber nicht erreicht.

Wir hatten dann kurz miteinander gesprochen, ob wir einen Plan B haben, aber so ganz spontan umdenken und Stunden später fertig sein, wollte keiner.

Zum Glück hatten wir einen Zugläuferbetreuer. Dem gab ich den Ballon, das Shirt, die Startnummer und den Laufchip, damit er unserem Mann die Sachen übergeben konnte, sobald er kam - falls er kam. Gefühlte zwei Minuten vor dem Start war es, als vorne im ersten Block der Countdown heruntergezählt wurde, während ich mit Kathi als 4:30-Zugläufer am anderen Ende standen und ich plötzlich Axel Densing sah. Er ist ein Vereinskollege, den ich seit Jahren kenne. Er ist nicht mehr schnell, aber zäh und sehr erfahren und unglaublich nett. Perfekt geeignet für ….

Nach einer kurzen, herzlichen Begrüßung fragte ich ihn direkt, ob er sich vorstellen könne, heute als Schlussläufer zu laufen. Was ist denn das? fragte er zurück. Dann folgte eine einminütige Schnelleinweisung und bevor er sich das anders überlegen konnte, hatte er den Ballon am Handgelenk.

ZL3

Doch dann ging es auch schon los. Nach der Vorgeschichte war mir eigentlich schon klar, dass jetzt nichts mehr schief gehen konnte, zumal wir Zugläufer auf der Straße in unserem Element waren. Der Marathon selbst war wie zu erwarten. Wir haben uns nett unterhalten, haben unsere Taktik gut umgesetzt und gaben uns allergrößte Mühe, die Gruppe zusammenzuhalten. Im Laufe der Kilometer wurde die Gruppe dennoch kleiner, dann platze mein Ballon an einem Schild, später auch der von Kathi – ein bisschen Verlust ist halt immer, aber schließlich brachten wir doch eine kleine Gruppe ins Ziel. Einige setzten sich auf den letzten Kilometern nach vorne ab, aber drei Leute, die alle bei diesem Bonn-Marathon ihren ersten Marathon liefen, blieben vom ersten bis zum letzten Meter in unserer Nähe.

Im Ziel gab es dann viele Glückwünsche, Dank, gegenseitigen Respekt für die Leistung und viele Fotos. Was für ein erfolgreicher Tag! Auch die anderen Zugläufer haben perfekte Zwischen- und Endzeiten erzielen können. Alles prima. Später habe ich dann erfahren, dass unser geplanter Schlussläufer beim Aussteigen aus dem Zug gestürzt ist und sich die Bänder am Fuß angerissen hat. Autsch! Gute Besserung von dieser Stelle.

Mein Fazit des Tages: Es ist schön, wenn man viele, gute, spontane Freunde hat. Ich freue mich schon auf das nächste Jahr.

Text: Michael Irrgang, Bilder: Stefan Henscheid, 16.4.2018

Am 07.04.2018 war es soweit und der Piesberger Ultra Marathon (60km, 3354 Stufen und 1837 HM) wurde das sechste Mal ausgetragen. Bei traumhaften und sommerlichen Temperaturen machte ich mich, wie auch knapp über 100 weitere Teilnehmer und Teilnehmerinnen darunter selbstverständlich auch unser Präsident Christian Mohr , auf den Weg um den Piesberg zu erklimmen. Auf Grund einer nicht sonderlich guten Vorbereitung, Achillessehnen- und Leistenproblemen, habe ich mir das Ziel gesetzt den PUM in 7-8 Stunden laufen.

PUM2

Die ersten 4 von 6 Runden verliefen erstaunlich gut. Die Strecke war bestens präpariert und hervorragend ausgeschildert. HaWe und Günther haben wie immer beste Arbeit geleistet. Hier und da zwickte mal etwas aber das war nicht der Rede wert. Langsam erreichten die Temperaturen sommerliche Ausmaße. Dieses spiegelte sich im Rennverlauf wieder. Die Beine wurden mit jedem Treppenabsatz schwerer und schon bald machten sich die ersten Krämpfe bemerkbar. Die sechste Runde verlangte mir einiges ab. Mein Ziel von 7 Stunden erschien in weite Ferne zu rücken. Den Atem von Christian spürend, mobilisierte ich noch einmal alle Reserven. Mit einer Zeit von 6:58:34 kam ich erschöpft aber überglücklich ins Ziel.

PUM3

Das Resultat: Gesamtplatz 8. 1. in der Altersklasse M35 eine schicke Medaille UND ein neues und wirklich legendäres und unverkennbares Finisher Shirt Die Siegerehrung war natürlich auch ein besonderes Highlight. Alle Läuferinnen und Läufer hatten die Chance auf diverse Gewinne. Darunter über 50 Freistarts für attraktive Laufveranstaltungen. Das Glück war mir hold und nun darf ich im Oktober im schönen Oldenburg rennen.

Es war ein krönender Abschluss eines wie immer wirklich gelungenen und gut organisierten PUMs. Man muss diesen Berg einfach lieb haben ? Auf Wiedersehen in 2019.

PUM1

PUM4

PUM5

Text und Bilder: Andreas Pluta: 12.04.2018

War ja klar: Nach einem sehr langen Winter kam plötzlich und ohne Chance auf Gewöhnung der Frühling. Die Sonneneinstrahlung und die hohen Temperaturen von deutlich über 20 Grad verlangten den Teilnehmern der 50 km DM in Ebershausen schon einiges ab. Dennoch wurden durchweg sehr gute Leistungen abgerufen und auch unsere Läuferinnen und Läufer erzielten sehr gute Ergebnisse.

A Team

Der Wettkampftag begann sehr entspannt. Die Pavillons und Betreuungstische waren schnell aufgebaut und so stellten sich 21 Läufer und Betreuer zum Gruppenfoto zusammen. Viele fehlten diesmal nicht, denn wir waren 19 Läufer, 5 Frauen und 5 Betreuer. Dank der wieder einmal großartigen Unterstützung unserer Betreuer konnten viele von uns Läufern neue Bestzeiten erzielen oder sich über ein gelungenes Debut freuen oder einfach nur nach hartem Kampf ins Ziel kommen, obwohl die Beine und der Kopf schon einige Runden zu früh signalisierten, dass jetzt das Ende erreicht sei. Am Ende des Tages konnten wir uns über tolle Einzel- und Mannschaftsergebnisse freuen und sogar etwas überraschend die Tageswertung der Ultramarathon-Bundesliga gewinnen.

Doch wir reisen nicht nur wegen Zeiten und Platzierungen durch die Republik, sondern versuchen, die Meisterschaften immer auch mit ein wenig Kultur und Geselligkeit zu verbinden.

B Sa 01

Die meisten reisten bereits am Samstag an und übernachteten im Teamhotel in Krumbach.

B Sa 02

Im Vorfeld hatte ich mich in die Sehenswürdigkeiten und Geschichte des Ortes eingelesen und konnte mich so erstmalig als Stadtführer betätigen. Obwohl der Ort nicht sehr groß ist, gibt es viel zu sehen und zu erfahren.

B Sa 03

Alleine die Pfarrkiche St. Michael im Rokokostil eingerichtet, ist ein Schmuckstück.

B Sa 03bDas Hürbener Wasserschloss ist eins der ältesten Häuser in Bayern.

B Sa 04

Am Ende des Weges lag unsere Pizzeria, wo wir zu unserer eigenen Pastaparty einkehrten. Vorher tranken wir allerdings die ersten Getränke noch auf der Terasse. Falk Sittner und Markus Meinke lernen sich hier kennen. Am nächsten Tag sorgten die beiden mit tollen Leistungen dafür, dass die erste Männermannschaft einen Podestplatz schaffte.

B Sa 05

Das abendliche Essen war sehr gemütlich und lecker und sorgte auch stimmungsmäßig für eine solide Basis für den kommenden Tag.

C So 01

Morgens war es doch noch etwas frisch – da täuscht der blaue Himmel ein wenig, der allerdings schon einen sonnigen Tag andeutet. Aaron Gerrit Dorn, unser in Norwegen lebendes Vereinsmitglied und Claudia Brunnmüller tauschen sich aus. Für beide war es der erste Lauf für unseren Verein.

C So 02

Sophia, Aarons schwedische Freundin.

C So 03

Guido Piehlmeier und Franz Holzleitner haben schon an einigen Meisterschaften gemeinsam teilgenommen.

C So 03b

Sylvia und Franz Faller und Florian Bachmeier kennen sich auch schon von der 24h DM in Gotha.

C So 03c

Für Marlene Heller sollte es ein ganz langer, aber erfolgreicher Tag werden.

C So 04

Es ist immer wieder beeindruckend mit welcher Ruhe die Teilnehmer von Ultraläufen sich 2 Minuten vor dem Start in den Startbereich begeben, wie hier Frank Gehle und Walter Hösch. An der Gelassenheit erkennt man Erfahrung.

C So 04b

Peter Hübner kurz vor dem Start.

C So 05

Ein interessantes Bild. Vorne steht, wer sich viel vorgenommen hat. Und so stehen die Männer der Plätze 2 bis 4 ganz vorne neben Nele. Rechts in der zweiten Reihe erkennt man unsere Top-Läufer Aaron Dorn und Hans-Dieter Jancker, von Frank Merrbach, dem Sieger ist nichts zu sehen. Er startete aus „der dritten Reihe“ und ließ auf dem ersten Kilometer erst einmal die Ambitionierten ziehen.

C So 05b

Mit dem Startschuss setzt sich gemütlich das Feld in Bewegung. Eingerahmt von Roland, Peter und Walter läuft Marika Heinlein, eine ehemalige WM-Teilnehmerin über 24h.

C So 06Als DUV-Sportwart verantwortlich für den sportlichen Ablauf der Veranstaltung hatte Norbert Madry einen entspannten Tag, denn die Organisation war bestens. So sprang er ein und betreute Nele Alder-Baerens.

C So 07

Für die Betreuer oftmals die einzigen entspannten Minuten: Auf einer 5 km-Runde haben sie nach dem Start erst einmal 20 Minuten Ruhe, bis die ersten Läufer ihre Runde beendet haben und dann eher Jacken, Mützen und Handschuhe abgeben, als dass so früh schon Sonderwünsche geäußert werden.

C So 08

Das Männerrennen war recht spannend. Die beiden Favoriten Marco Bscheid (LG Passau) und Frank Merrbach (LG Nord Berlin Ultrateam) übernahmen erst etwa in der dritten Runde die Führung. Später viel Marco zurück auf Rang vier und Frank Merrbach gewann mit neuer Bestzeit von 3:03:27h.

C So 09

Nur vier Wochen nach Rheine holte sich Nele Alder Baerens ihre zweite Deutsche Meisterschaft in diesem Jahr mit einer international hervorragenden Zeit von 3:25:39h und Deutschen Rekord in der Altersklasse W40.

Die Strecke hatte ein längeres Begegnungsstück und so konnte man gut das Rennen nicht nur in der Spitze verfolgen, sondern auch immer wieder Vereinskollegen sehen und anfeuern.

D Aaron

Aaron Gerrit Dorn lief in seinem ersten Ultra-Straßenlauf ein kluges Rennen und wurde „Vereinsbester“.

D Claudia Martina

Claudia Brunnmüller hatte bereits einige Marathons absolviert und lief in Ebershausen ziemlich souverän ihren ersten Ultra. Unser Betreuungsteam unterstützte sehr aufmerksam.

D Evi Michael

Evi Piehlmeier, unsere neue Geschäftsführerin, lief die ersten 8 Runden mit mir gemeinsam, bevor sie ihrem besseren Trainingszustand gedankt, mir davon ziehen konnte. Am Ende wurde sie für ihren couragierten Lauf mit dem dritten Platz in ihrer Altersklasse belohnt.

D Florian B

Florian Bachmeier konnte im letzten Jahr den Spartathlon erfolgreich abschließen und zeigte, dass er auch schnell kann. Im Ziel konnte er sich über eine um 36 Minuten verbesserte Bestleistung freuen.

D Frank G

Frank Gehle war nach einer längeren Verletzungspause richtig gut drauf und hatte ordentlich Spaß auf der Strecke. Hier bereitet er sich gerade auf eine Zwischenlandung am Versorgungsstand vor.

D Frank Theo

Mittlerweile eine erfahrene, sehr engagierte Betreuerin: Theo. Sie bietet Frank eine Salztablette und Wasser an.

D Franz H

Hitze ist bekanntlich nicht sein Wetter. Biss sich trotzdem durch und zeigte wieder einmal eine tolle Moral: Franz Holzleitner.

D Franz Sophia

Franz Faller war eigentlich als Läufer gemeldet, hatte allerdings eine längere Krankheit noch nicht wieder aufgeholt und zog daher die Betreuungsaufgabe vor. Hier im Gespräch mit Sophia.

D Guido P

Guido Piehlmeier wird von Jahr zu Jahr besser. Mittlerweile in der M60 angekommen, lief er eine neue persönliche Bestleistung und verfehlte einen Altersklassenpodestplatz denkbar knapp.

D Hans Dieter

Wieder einmal ein starkes Rennen mit einer guten Zeit und einen Altersklassensieg zur Folge absolvierte Hans-Dieter Jancker.

D Juergen G

Jürgen Geier beherrscht die Balance, schnell zu laufen und dabei stets lächeln zu können.

D Kathi B

Kathi Bey war die einzige Frau in der Hauptklasse im Feld und damit jüngste Teilnehmerin. Auch sie mag lieber die einstelligen Temperaturen, war jedoch top vorbereitet und lief in einem sehr klug gestalteten Rennen eine neue Bestzeit.

D Klaus M

Klaus Mantel lief ebenfalls sein erstes Ultra-Rennen für die LG Ultralauf, nachdem er zuvor schon einige Jahre auf verschiedenen Strecken unterwegs war. Sein Erfahrungsschatz reicht von 6 bis 24h-Läufen, verschiedene Distanuzläufe über 50 und 100km bis hin zu vielen, anspruchsvollen Trailläufen. Auch auf der Strecke von Ebershausen fühlte er sich wohl und lief ein gleichmäßiges, gutes Rennen.

D Martin K

Martin Kurz lief in Rheine so grandios 100km und hatte sich auch für die 50 km viel vorgenommen.

D Peter H

Peter Hübner nahm vor 4 Wochen erfolgreich an der 100km-Meisterschaft teil und zeigte auch in Ebershausen eine solide Leistung.

D Roland K

Roland Krauss wollte in diesem Jahr es etwas ruhiger angehen lassen, nachdem er im letzten Jahr exakt 2.700 Wettkampfkilometer gelaufen ist. Seine Partnerin Birgit zeigt ihm, wo es lang geht.

D Sophia

Für Sophia war „mit einem Team eine große Gruppe zu betreuen“, eine neue Erfahrung, die ihr Spaß gemacht hat.

D Sylvia

Sylvia Faller hat einmal mehr ihr Kämpferherz gezeigt. Schon in Rheine hat sie aufgrund einer gerade ausgestandenen Verletzung sich durchbeißen müssen und auch in Ebershausen war sie nicht 100%ig gesund. Eigentlich wollte sie zwischendurch sogar aussteigen, aber dann motivierte Franz sie immer weiter von Runde zu Runde und plötzlich waren die 10 Runden geschafft. Etwas überraschend kam sogar eine gute Zeit von unter 5 Stunden und der zweite Platz in ihrer Altersklasse heraus.

D Waldemar Aaron

Waldemar und kurz dahinter Aaron lief ein taktisch großartiges Rennen. Vor drei Wochen hat er sich bei mir wegen Formlosigkeit abgemeldet und es bedurfte vieler freundlicher Worte, um ihn zu einem Start zu überreden. Aber aus dieser „Na, gut – ich probier einmal“-Haltung hat er richtig etwas gemacht. Die erste Runde war seine langsamste, zum Einlaufen und Warmwerden perfekt. Danach folgenten 8 etwa gleichschnelle und zum Schluss noch einmal alle geben und die schnellste Runde laufen – das ist perfekt. Für die meisten Teilnehmer war es angebracht, die letzten 2 bis 4 Runden deutlich langsamer zu werden, denn der Schatten auf der Strecke wurde weniger und die Temperatur stieg. Umso erstaunlicher diese für ihn perfekte Renneinteilung.

D Walter

Walter Hösch ist ein sehr beständiger Läufer, der bereits seit ein paar Jahren das Team bereichert. Je nach Form und Konkurrenz kämpft er regelmäßig um einen Podestplatz in seiner AK. In Ebershausen hat es wieder einmal zu einem Bronzeplatz gereicht.

E 01 Aaron

Aaron war der erste von uns Ziel. Nach knapp über 3 ½ Stunden konnte er seine Uhr stoppen. Das Logo oben am Startbogen gefällt mir irgendwie.

E 02 Falk Markus

Falk und Markus kamen etwas später ins Ziel und suchten sofort eine Sitzgelegenheit im Schatten.

E 02b

Während sich die Schnellen schon ausruhen konnten, mussten die Langsamen noch die Mittagshitze voll mitnehmen.

E 03 Martin

Martin Kurz lief in Rheine bei seinem ersten 100er schon ein klasse Rennen und konnte sich auch in Ebershausen über eine krasse Zeit freuen: Er hatte seine Bestzeit um unglaubliche 42 Minuten verbessert.

E 04

Direkt nach dem Zieleinlauf war der offizielle Versorgungspunkt, bei dem man sich tränken und stärken konnte. Das war eine gute Gelegenheit, um auf andere Vereinsmitglieder zu warten sowie Glückwünsche und Erlebnisse auszutauschen.

E 05 Frank Juergen

Auch Frank und Jürgen waren froh, es geschafft zu haben. Am Ende sind auch die 50 km recht lang.

E 06 Z Juergen

Jürgen passt ein wenig auf die Laterne auf, damit sie nicht auf die Läufer fällt.

E 07 Klaus H

Klauf Hofirek freut sich im Ziel über sein gelungenes 50km-Debut. In seinem zweiten Ultralaufjahr lief er zum ersten Mal einen Straßenultra und verfehlte die 5:00-Marke nur um 15 Sekunden.

E 08 Robert W

Robert gratuliert Bernd Kalinowski von der LG Nord Berlin, dann machte er sich auf zu seiner letzten Runde. Robert tat sich diesmal etwas schwer und blieb 15 Minuten hinter der Durchgangszeit von Rheine. Respekt für die kämpferische Leistung, den Lauf reglär zu beenden, selbst, wenn es nicht viel bringt und wenig Spaß macht.

E 09 Hans Claudia

Für Hans und Claudia Brunnmüller hat dieser Lauf eine ganz besondere Geschichte. Drei Wochem vor dem Lauf fiel mir auf, dass Hans gar nicht für die DM startberechtigt ist und nur im offenen Lauf starten kann. Kurz vor Meldeschluss meldete dann noch Claudia, ohne Verein und nur mit dem Ziel für den nächsten Marathon eine 35km-Einheit – höchstens 40 km zu laufen. Aber Meldungen und Ziele kann man ja korrigieren und die Gedanken stießen ja durchaus auf wohlwollendes Interesse. Finishen ist oftmals eine Frage der richtigen Taktik und Disziplin, sich daran zu halten. Und das hat sie perfekt gemacht. Sie war gemütlich gestartet, an den VPs hatte sie durchaus bewusst ein wenig Zeit liegen lassen, um entspannt zu trinken und zu kühlen und als es richtig warm wurde, noch ein bisschen das Tempo reduziert. Hauptsache ankommen! Dass es dann völlig überraschend zu einem dritten Platz in der AK gereicht hat und sie außerdem noch eine zweite Medaille mit der Mannschaft bekam, war dann mehr Lohn für die Mühe, als sie sich erträumt hatte. Da kann ihr Mann locker lächeln, der unüblich Fußschmerzen bekam und frühzeitig das Rennen beendete.

E 10 Marlene

Nachdem Sylvia und Claudia es ins Ziel geschafft hatten, musste noch Marlene den Sprung in die Wertung schaffen. Bereits ihre erste Runde war mit 37 Minuten eigentlich zu langsam für das Zeitlimit von 6 Stunden. Aber in Ebershausen gibt es eine Besonderheit: Das Zeitlimit gilt für 9 Runden! In der Ausschreibung steht sinngemäß, wer innerhalb des Zeitlimits 9 Runden beendet, darf die letzte zu Ende laufen und kommt in die Wertung. Nach 5:50 waren die 45 km geschafft und nach weiteren etwa 40 Minuten hatte auch Marlene die 50 km voll. SUPER! Ein kleines Vereins-Beglückwünschungskomitee wartete auf sie und empfing sie herzlich.

F SE 01

Kurze Zeit später begann bereits die Siegerehrung. Bei der Ehrung der Gesamtsieger wurde leider keiner von uns aufgerufen. Hier belegten als unsere schnellsten Mitglieder Aaron Platz 14 bei den Männern und Kathi Platz 13 bei den Frauen.

F SE 02

Aaron konnte sich dennoch bei der Ehrung der Haupklasse Männer über den dritten Platz freuen.

F SE 03

In den Altersklassen M50 und M55 werden brutal gute Zeiten gelaufen, denn die werden von Leuten dominiert, die aus welchen Gründen auch immer, einfach nicht altern und ihr Leistungspotential der Natur zum Trotz halten. Dennoch konnte Walter hier wieder einmal eine Medaille gewinnen.

F SE 04

Bei der fünften Meisterschaft die fünfte Goldmedaille. Hans-Dieter Jancker ist eine Bank, obwohl er mit Karl Graf einen ernst zu nehmenden Mitstreiter hat, der nach einer längeren Laufpause wieder auf dem Weg zu alter Stärke ist.

F SE 05

Katharina Bey, Meisterin der Hauptklasse wird hier eingerahmt vom Präsidenten der DUV Günther Weitzer und dem Sportwart Norbert Madry.

F SE 06

Das war eine große Überraschung, als mit Sylvia Faller und Claudia Brunnmüller gleich zwei Vereinsmitglieder zur Ehrung der Altersklasse W50 aufgerufen wurden.

Marlene Heller wurde ebenfalls dritte in ihrer Altersklasse, musste aber mit ihrer Fahrgemeinschaft nur wenige Minuten vor ihrer Ehrung abfahren. Wirklich schade: Gerade ihr hätte ich die Ehrung vor dem Publikum gewünscht.

Vor Ort noch als 4. in ihrer Altersklasse aufgeführt, konnte sich Evi Piehlmeier einen Tag später über die Bronzemedaille freuen. Eine Läuferin aus Dänemark war versehentlich in der DM-Wertung aufgeführt.

F SE 07

Bei der Mannschaftsehrung gab es dann für unser Frauenteam eine weitere Medaille, diesmal in Silber. Kathi, Sylvia und Evi freuen sich über diese Auszeichnung.

F SE 08

Bei den Männern gab es wieder einmal eine sehr spannende Meisterschaft, da viele Vereine Männermannschaften in der Wertung hatten. LG Passau war favorisiert, aber danach war alles ungewiss und vieles denkbar. Letztendlich belegte LSG Weiher Platz 2 und die LG Ultralauf Platz 3 nur 4,5 Minuten vor LG Nord Berlin.

F SE 09

Den einzigen Mannschaftstitel errang zum wiederholten Mal unsere Männer 50+-Mannschaft, diesmal in der Besetzung Walter Hösch, Hans-Dieter Jancker und Martin Kurz. Aber auch unsere zweiten Mannschaften waren sehr erfolgreich. Bei den Männern belegten Hans-Dieter Jancker, Florian Bachmeier und Walter Hösch den 6. Platz und bei der Mannschaft der über 50jährigen belegten Waldemar Riegel, Peter Hübner und Roland Krauss Platz 4.

F SE 10

Schließlich wurden noch die Frauenmannschaften 50+ geehrt. Hier belegten wir hinter LG Nord Berlin Ultrateam den zweiten Platz in der Besetzung Claudia Brunnmüller, Sylvia Faller und Marlene Heller. Über diese Medaille freue ich mich wirklich ganz besonders, denn hinter allen drei Starterinnen war ein Fragezeichen, ob sie durchkommen.

Die allerdickste Überraschung sollte aber noch etwas auf sich warten lassen. Bereits während der Siegerehrung wurde ich gefragt, wie denn die Bundesliga ausgegangen ist. Nach meiner Prognose war LG Nord Berlin haushoher Favorit, aber alleine 5 gute Frauen fehlten gegenüber den Meldungen und so schien mir die Frage aus dem Stand nicht beantwortbar zu sein.

Erst abends war die erste, inoffizielle Ergebnisliste vom offenen Lauf online und ich versuchte auf der Rückfahrt im Kopf die komplizierte Berechnung vorzunehmen. Das Gefühl täuschte nicht, es war sehr knapp und bestätigte sich dann später: Wir haben gewonnen! Nach DUV-Statistik mit 4 Rohpunkten. Auf den Plätzen 3 bis 5 folgen sehr dicht beieinander LG Passau, LSG Weiher und SV Schwindegg.

Diese Teams haben alle hervorragende Ergebnisse bei den Männern erzielt, aber ohne gute Frauen, ist es halt beinahe unmöglich, mit um die Tageswertung zu kämpfen. Die Bundesliga-Tageswertung gewinnt man weder durch Glück noch durch Masse. Man muss sich jeden einzelnen Punkt erarbeiten, insbesondere da seit der Änderung von 2017 bei fehlender Konkurrenz die vergebenen Punkte drastisch reduziert werden. Aber dennoch haben wir natürlich davon profitiert, dass manche Leute gar nicht angetreten oder durchgekommen sind. So oder so: Wir freuen uns über diesen Vereinserfolg.

Bei der nächsten Meisterschaft, der 6h DM am 9.6. in Hoyerswerda, wird es allerdings schwierig, ein gutes Team zusammenstellen. Mal sehen. Sind ja noch ein paar Wochen bis Meldeschluss.

Die Ergebnisse unserer Läuferinnen

Gesamt Name Zeit AK AK-Platz  
12. Katharina Bey 04:41:20 WHK 1. PB
13. Eva Piehlmeier 04:47:24 W45 3.  
15. Sylvia Faller 04:55:41 W50 2.  
20. Claudia Brunnmüller 05:19:47 W50 3. PB
25. Marlene Heller 06:32:42 W65 3.  

 

Die Ergebnisse unserer Läufer

Gesamt Name Zeit AK AK-Platz  
14. Aaron Gerrit Dorn 03:34:24 MHK 3. PB
24. Falk Sittner 03:47:09 M35 6. PB
25. Markus Meinke 03:48:17 M40 5.  
27. Hans-Dieter Jancker 03:52:40 M65 1.  
29. Florian Bachmaier 03:58:10 M35 8. PB
31. Walter Hösch 03:59:48 M55 3.  
33. Martin Kurz 04:02:02 M50 5. PB
37. Waldemar Riegel 04:06:36 M50 6. PB
51. Peter Hübner 04:20:58 M55 7.  
58. Roland Krauss 04:28:16 M55 9.  
63. Guido Piehlmeier 04:37:37 M60 4. PB
65. Klaus Mantel 04:38:22 M55 11.  
77. Frank Gehle 04:46:01 MHK 6.  
78. Jürgen Geier 04:49:19 M55 16.  
82. Robert Wimmer 04:52:10 M50 14.  
85. Michael Irrgang 04:55:42 M50 15.  
87. Klaus Hofirek 05:00:14 M50 16. PB
95. Franz Holzleitner 05:19:19 M65 5.  

 

Mannschaften Männer

 
Verein
Zeit
Mannschaft
1. LG Passau
10:04:09  
2. LSG Weiher
10:41:21  
3. LG Ultralauf
11:09:52 (Aaron Gerrit Dorn, Falk Sittner, Markus Meinke)
4. LG Nord Berlin Ultrateam
11:14:24  
5. SV Schwindegg
11:20:12  
6. LG Ultralauf
11:50:39 (Hans-Dieter Jancker, Florian Bachmaier, Walter Hösch)
8. LG Ultralauf
12:29:37 (Martin Kurz, Waldemar Riegel, Peter Hübner)
11. LG Ultralauf
13:44:15 (Roland Krauss, Guido Piehlmeier, Klaus Mantel)
13. LG Ultralauf
14:27:31 (Frank Gehle, Jürgen Geier, Robert Wimmer)
14. LG Ultralauf
15:15:16 (Michael Irrgang, Klaus Hofirek, Franz Holzleitner)

 

Mannschaften Männer 50+

 
Verein
Zeit
Mannschaft
1. LG Ultralauf
11:54:31 (Hans-Dieter Jancker, Walter Hösch, Martin Kurz)
2. LSG Weiher
12:25:24  
3. LG Allgäu
12:34:23  
4. LG Ultralauf
12:55:51 (Waldemar Riegel, Peter Hübner, Roland Krauss)
5. SV Schwindegg
13:20:01  
6. LG Ultralauf
14:05:18 (Guido Piehlmeier, Klaus Mantel, Jürgen Geier)
7. LG Ultralauf
14:48:07 (Robert Wimmer, Michael Irrgang, Klaus Hofirek)

 

Mannschaften Frauen

 
Verein
Zeit
Mannschaft
1. LG Nord Berlin Ultrateam
14:07:16  
2. LG Ultralauf
14:24:26 (Katharina Bey, Eva Piehlmeier, Sylvia Faller)
3. LG Mauerweg Berlin e.V.
15:12:40  

 

Mannschaften Frauen 50+

 
Verein
Zeit
Mannschaft
1. LG Nord Berlin Ultrateam
15:30:56  
2. LG Ultralauf
16:48:11 (Sylvia Faller, Claudia Brunnmüller, Marlene Heller)

 

Text und Bilder: Michael Irrgang, 10.04.2018

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