Laufgemeinschaft der Deutschen Ultramarathon-Vereinigung e.V.

Der Samstag begann verdammt früh. Um 6 Uhr stiegen wir (Jörg, Florian und meine Wenigkeit) in Peters Auto und los ging es zur Bleilochtalsperre. Dort angekommen, mischten wir uns schnell unter die anderen Läufer und entdeckten wieder mal das ein oder andere bekannte Gesicht.

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Kurz vor dem Startschuss verabschiedeten sich Peter und Florian und rückten weiter vor auf Los. Jörg und ich hielten uns lieber im hinteren Startbereich auf. Schließlich wussten wir, dass die Höhenmeter uns daran hindern werden, Bestzeiten zu laufen...

Dann ging es los. Die anfängliche Streckenführung war gnädig zu uns, es ging nur ganz sanft bergauf. Das sollte sich aber schnell ändern. Und als wir unterwegs mal das Schild mit 16%er Steigung vor uns sahen, fingen wir auch schon an, unsere Anmeldung zu diesem Lauf zu verfluchen. „Wer hat mich noch mal zu diesem Lauf angemeldet? Ich...ok... Und wer hatte die tolle Idee dazu?...“ So war schnell ein Schuldiger gefunden.;-) Aber es half nichts. Und wenn einem dann noch bewusst wird, dass selbst der Hubschrauber von Heidi Klum hier nicht landen kann, um einen mitzunehmen, hilft dann doch nur noch Laufen!

Landschaftlich ist es ein unglaublich schöner Lauf um die größte Talsperre Deutschlands. Leider muss man bei einer solchen Strecke viel zu sehr auf den Weg und die eigenen Füße Acht geben, als dass man die Aussicht genießen kann. Aber wenn man einen Blick nach rechts oder links erhaschen konnte, war das Balsam für die langsam schmerzenden Muskeln.

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Highlights waren auch immer wieder die Verpflegungsstationen, an denen uns sehr freundliche Helfer mit vielen Leckereien erwarteten.

Gefinisht haben wir alle 4. Und ich glaube, jeder für sich kann sehr stolz auf seine Zeit sein! Müde und zufrieden traten wir die Heimreise an. Im Gepäck einen sehr gut organisierten Lauf in einer wunderschönen Landschaft mit 48km Länge und 1150 Höhenmeter im Auf- und Abstieg.

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Text und Fotos: Anke Follner, 01.05.2019

Bei der diesjährigen Austragung der "Hexenläufe", die Michael Frenz unter seinem Label "Team Meldeläufer" immer Ende April organisiert, konnten LG Ultralaufmitglieder sowohl die Frauen- als auch die Männerwertung gewinnen. Als erster kam auf der Königsetappe "Hexenstieg" Sebastian Gonschorek ins Ziel. Bereits auf Platz 3 gesamt folgte Claudia Lederer, die damit die Frauenwertung gewann. Knapp 2 Stunden nach ihr kam auf Platz 4 Konrad Vogl ins Ziel und komplettierte das erfolgreiche Vereinstrio. Insgesamt kamen dieses Jahr nur 1 Frau und 14 Männer ins Ziel. 

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Sebastian benötigte für die 215 km lange Strecke mit etwa 3.800 Höhenmeter 31:38 Stunden und Claudia 34:25 Stunden. Um diese Ergebnisse richtig zu bewerten, muss man sich vergegenwärtigen, dass dieses Jahr 11 Männer und Frauen zwar in guter Absicht gestartet sind, aber zwischendurch das Rennen abgebrochen haben und die erzielten Zeiten in der ewigen Bestenliste des Laufes, der seit 2013 jedes Jahr stattgefunden hat, für Sebastian Platz 4 und für Claudia Platz 1 bedeuten. Sie hat mit ihrer diesjährigen Leistung den Streckenrekord um etwa 30 Minuten verbessert. Damit setzt sie einen sehr starken Start in das Laufjahr fort, nachdem sie bereits bei den Meisterschaften über 50km und 6h neue persönliche Bestleistungen gelaufen ist und damit tolle Platzierungen erzielte.

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Besonders schön fand ich, dass die beiden einen Großteil der Strecke, insbesondere den Abschnitt in der Nacht gemeinsam gelaufen sind.

Diese Botschaft veröffentlichte Claudia kurz nach dem Lauf auf Facebook:

BÄM..... erste echte Laufchallenge in 2019. Hexenstieg Ultra über 215km mit knapp 4000 HM in 34:25 Stunden non-stop. Und dazu eine super Platzierung. Was will man mehr? Danke Sebastian Gonschorek, ohne Dich wäre es hart geworden in der Nacht bei Kälte, Regen und Müdigkeit. Und für den tollen Support, Guido Althausen. Der Dragonsback darf kommen!

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Bericht von Sebastian:

Der Hexenstieg Ultra verläuft größtenteils auf dem gleichnamigen Wanderweg von Osterode nach Thale und auf einer anderen Route zurück. 2017 lief ich bei diesem Rennen das erste Mal die volle Distanz und war sofort gefesselt von diesem Abenteuer. Man überquert die höchsten Berge und lernt den Harz in seiner ganzen Schönheit kennen. Somit meldete ich mich nach dem Lauf direkt für das Folgejahr an. Leider hat 2018 die Gesundheit nicht ganz mitgespielt, weshalb ich in das Betreuerteam gewechselt bin und zusammen mit meiner Frau die VP in Thale betreut habe. Dies war auf der einer Seite schön, da man dafür von den Läufern viel Dankbarkeit erfährt und auch die Sicht der Betreuer intensiv kennenlernt. Auf der anderen Seite war ich natürlich etwas traurig, da ich selbst nicht mitlaufen konnte. Aber 2019 sollte folgen…

Ein Jahr lang war es nun mein Plan, 2019 wieder am Hexenstieg Ultra teilzunehmen und diesen auch zu finishen. Das Ziel in meinen Kopf war, meine Zeit von 35:13h zu verbessern. Regelmäßig befasste ich mich in Gedanken mit der Strecke und in den Wochen vor dem Start lernte ich die Route mit den Gegebenheiten förmlich auswendig. Wo sind welche Anstiege? Welche gut laufbaren Abschnitte gibt es? Wo werde ich in der Nacht sein? All das und vieles mehr waren Punkte, mit denen ich mich akribisch auseinandersetzte. In den Tagen vor dem Start schrieb ich mir einen Laufplan mit den VPs und den jeweiligen km-Abständen. Auch die Zeiten für die Abschnitte trug ich grob ein. Am Ende kam eine Zielzeit von 32 Stunden heraus. Ein Blick auf die bisherigen Gewinnerzeiten zeigte mir, dass der Plan ganz schön taff war. Egal, ich hatte in meinem Kopf ein klares Ziel.

Am Abend vor dem Start traf ich beim Briefing Claudia Lederer, mit der ich bereits in einem Trail-Trainingslager zusammen gelaufen bin. Außerdem kenne ich Claudia von der LG Ultralauf und diversen anderen Laufveranstaltungen. Kurz zeigte ich ihr meinen waghalsigen Plan, was sie anscheinend nicht davon abhielt, gemeinsam mit mir am Folgetag um 6 Uhr zu starten. Dies freute mich sehr, denn zusammen verging die Zeit wie im Flug.

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Außerdem ergänzten wir uns gut. Liegt die Stärke von Claudia im konstanten Laufen auf den langen, laufbaren Abschnitten, so liegt meine Stärke eher auf den technischen Passagen. Wir zogen uns also gegenseitig und lagen zeitweise fast 50min vor meinem Zeitplan. Dies führte jedoch dazu, dass die VPs oft noch gar nicht mit uns rechneten und jeweils leichte Hektik ausbrach. Trotzdem wurde sich überall toll um uns gekümmert. Die VPs waren von Anfang bis Ende wirklich schön, mit vielen herzlichen helfenden Händen.

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Den Wendepunkt in Thale erreichten wir gegen 19 Uhr. Nach 105km fühlten wir uns soweit auch noch recht gut. Schnell zogen wir trockene und etwas wärmere Sachen an, denn nun ging es in die Nacht hinein. Kurz nach dem Verlassen der VP fing es an zu regnen. Leider nicht dieser leichte Nieselregen, nein, es wurde richtig nass. Nur 9km waren es nun bis zum nächsten VP (km 114). Das reichte, um durchnässt anzukommen. Auch die Regenjacken halfen hier nicht wirklich. Jetzt sollte der Lauf zur Kopfsache werden.

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Es war kurz nach 21 Uhr, wir waren durchnässt, es sollten max. 2°C werden und der nächste bemannte VP lag 35km entfernt. Dies alles führte dazu, dass wir konstant liefen, wo es nur ging. An Pausen war nicht zu denken, da sofort die Kälte über uns kam und wir wie Espenlaub zitterten. Noch vor Sonnenaufgang überquerten wir den Wurmberg. Auf dem Weg hinab legten wir eine Zwangspause ein, da eine Blase eine kleine Not-OP erforderte. Nach Thale war die VP km 164 die erste Möglichkeit, wo wir uns etwas aufwärmen konnten. Im Auto des dortigen Betreuungsteams – herrlich. Danach wurde es deutlich heller und somit wärmer. Bei Sankt Andreasberg schien uns endgültig die Sonne ins Gesicht, was nach der Nacht einfach nur traumhaft war. Mittlerweile war es 8 Uhr, es lagen also 26 Stunden und 175km seit dem Start hinter uns. Nur noch Marathon.

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Da Claudia nach der anstrengenden Nacht in der Sonne noch etwas länger ihre Akkus auffüllen wollte, entschieden wir uns, die letzten km getrennt fortzusetzen. Die letzten 40 km sollten es noch einmal in sich haben. Sehr technisch, mit viel auf und ab. Es ging nördlich der Oderteiche über den Märchenweg hinauf nach Torfhaus. Wie sagte ein Mitläufer, Martin Leimbach, im Ziel? Märchen sind bekanntlich grausam. Es sollten noch die Wolfswarte und der Weg vor und hinter der Hanskühnenburg folgen. Dies kann man einfach beschreiben. Steine, überall Steine, große und kleine, rund und eckig, dazwischen Wasser von Pfützen und Bächen. Um 12:16 Uhr erreichte ich die Hanskühnenburg und gönnte mir noch einmal eine kurze Pause. Ich lag 16min hinter meinem Zeitplan, hatte mir jedoch für die letzten 12km bergab 2 Stunden eingeplant. Um 13:38 Uhr erreichte ich dann das Ziel in Osterode. Nach mehr als 200 zurückgelegten Kilometern war ich überrascht, dass meine Beine mich noch so schnell getragen haben. 31 Stunden und 38 Minuten nach dem Start erreichte ich als Erster überglücklich das Ziel in Osterode, wo meine Familie an der Ziellinie bereits auf mich wartete. Claudia kam nach 34:25h in Ziel und wurde damit Dritte bzw. Erstplatzierte bei den Frauen.

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Vielen Dank an dieser Stelle noch einmal an Claudia für den gemeinsamen Lauf und die vielen helfenden Hände rund um Michael Frenz. Ihr wart alle klasse!

Daten Hexenstieg Ultra 2019; Länge: 215km; Höhenmeter: ca. 3.800; Veranstalter: Michael Frenz (Meldeläufer); Datum: Ende April; Bemannte VPs: 11

Text: Michael Irrgang, Claudia Lederer, Sebastian Gonschorek, Bilder: Claudia Lederer, Sebastian Gonschorek; 30.04.2019

Von Donnerstag bis Sonntag fand in Zierenberg bei Kassel ein „DUV-Trainingslager für Fortgeschrittene“ (Ultraläufer) statt. Inhaltlich stand die Vermittlung von notwendigem Wissen im Vordergrund, um sich die Balance von Freude, Gesundheit und dem sportlichen Erfolg zu erhalten.

Es war mein 11. DUV-Trainingslager, das ich organisierte, dennoch variiere ich stets die Inhalte und sportlichen Übungen. Bereits in der Einleitung erläuterte ich in der „Erfolgsformel“, dass das Wettkampfergebnis nicht nur von der Leistungsfähigkeit, sondern auch von mentalen und taktischen Faktoren abhängt. Doch bevor die ersten fachlichen Vorträge anstanden, ging es raus zum ersten Praxisblock: Koordination und Lauftechnik.

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Natürlich durfte das Spiel mit den gelben und blauen Bällen ebenso wenig fehlen …

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 … wie auch die Übungen mit dem Springseil.

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Melanie Fraas leitete eine Übungsreihe zur Lauftechnikschulung an.

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Falk Sittner, Claudia Brunnmüller und Susanne Raßmann schafften diese Übung, die eigentlich aus dem Dreisprungtraining kommt, mit Leichtigkeit. Abends gab es noch zwei kurze Vorträge. In einer Einleitung zum Thema Ultramarathontraining erläuterte ich einige Prinzipien wie zum Beispiel die Periodisierung und später

berichtete ...

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... Philipp Sahm, ein erfolgreicher Hawaii-Finisher, dass Ultramarathon und Triathlon sich wunderbar ergänzen.

Am nächsten Morgen traf man sich bereits um 7 Uhr zur morgendlichen Runde.

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Frank Ewen und Carsten Schwenke stärkten sich etwas, bevor es losging.

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Am Freitagmorgen war die Gruppe noch recht groß, die vor dem Frühstück durch die Wald- und Wiesenlandschaft rund um den Dörnberg laufen wollte.

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Susanne Gölz, Simone Berger, Michael Eitner und Manuel Tuna freuen sich auf einen interessanten Tag. Der Freitag ist traditionell der Techniktag, an dem die anspruchsvollen Übungen im Bereich Athletik- und Tempotraining anstanden, die sinnvollerweise durchgeführt werden, wenn die Muskulatur noch gut erholt und belastbar ist.

Doch zunächst startete der Tag mit Theorie. In einem ersten Vortrag stellte ich den hohen Nutzen und die vielfältigen Einsatzmöglichkeiten von Ausgleichstraining vor nach dem Motto „effektiver trainieren – weniger laufen“. Gerade im Kraftbereich ist ein passendes Ergänzungsprogramm, was regelmäßig durchgeführt wird, zur Wahrung der Gesundheit, aber auch zur Leistungsverbesserung, unumgänglich. In der Einführung zum Thema Athletiktraining stellte ich die Konzepte verschiedener Autoren vor, insbesondere den aktuell sehr populären Ansatz von Crossfit.

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Der Übungspart begann mit klassischen Übungen im Unterarm- und Seitstütz. Erfreulicherweise kannten und beherrschten die meisten Teilnehmer einige Grundübungen, wie hier Dirk Minnebusch den Seitarmstütz. Da die besten Übungen diejenigen sind, die man bisher nicht gemacht hat, zeigte ich zunächst ein größeres Repertoire an mittelschweren und schweren Übungen.

Als Abschluss dieses Trainingsteils gab es einen Vorschlag, wie man so eine Trainingseinheit „Stabitraining“ gestalten kann. Vier mittelschwere Übungen, die je viermal 20 Sekunden durchgeführt wurden, bei 10 Sekunden „Pause“ mussten absolviert werden. Insgesamt waren es dann 8 Minuten super effektive Übungen, die zugegebenermaßen etwas anstrengend waren.

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Anschließend zeigte ich weitere Übungen zur Stärkung der Rumpfmuskulatur, z.B. diese Übung für den Rücken. Bekanntermaßen bin ich kein Freund von Fitnessstudios und noch weniger von Gerätetraining, sondern bevorzuge funktionales Training mit freien Übungen, höchstens unterstützt durch leichte Gewichte oder einem Theraband.

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Auch hier folgte zum Abschluss eine Kür bestehend aus vier verschiedenen Übungen, die nach der HIIT-Methode durchgeführt wurden und ein weiteres Mal so manchen Teilnehmer seinen Maximalpuls spüren ließ.

Der Nachmittag begann mit einer Vorstellung des Tempotrainings für Ultraläufer – ein sehr schwieriges Themengebiet mit unglaublich viel Potential zur Leistungssteigerung, aber auch sich zu verletzten. Hier gilt es einiges zu beachten und zu erklären, beispielsweise wie man solche Trainingseinheiten richtig aufbaut – mit Warmlaufen, Mobilisierung und anderen Maßnahmen.

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Ein Ziel dieser Praxiseinheit war auch viele Varianten von Trainingselementen zu zeigen, insbesondere von welchen, die man sehr gut in einer inhomogenen Gruppe durchführen kann. Obwohl das Wetter nicht optimal war, waren die Beteiligten mit viel Engagement und Spaß dabei.

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Das Abendprogramm begann mit einem Bericht von Kirsten Althoff über den erfolgreichen Einsatz mentaler Strategien. Hatten wir am Vortag noch ein Beispiel von mangelnder mentaler Vorbereitung besprochen, welches mit einem vorzeitigen, vermutlich vermeidbaren Rennabbruch endete, so zeigte Kristen, wie man es besser machen kann. Die Teilnehmer bekamen viele brauchbare Mentaltipps.

Abends gab es einen Vortrag von Michael Sommer, der als DUV-Sportwart an der Veranstaltung teilnahm, über das Thema „Faszination Ultramarathon“, in dem er unter anderem einige Stationen seiner langen Laufkarriere vorstellte.

Bei meinen DUV-Trainingslagern habe ich gerne und oft Spitzensportler oder DUV-Präsidiumsmitglieder als Gäste dabei und als Michael zusagte, habe ich mich sehr gefreut. In den zahlreichen Diskussionen waren seine Beiträge stets sehr fundiert und hilfreich.

Der Abschluss der Tempotrainingselemente erfolgte am Samstagmorgen. Auf der morgendlichen Runde wurden sowohl intensive als auch extensive Berganläufe eingebaut.

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Holger Claus, Martin Kurz, rennen vorne weg, Michael Eitner und Rita Nowottny-Hupka folgen flotten Schrittes.

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Nach dem Frühstück brachen zwei Laufgruppen und eine Wandergruppe auf, um auf dem Habichtswaldsteig bei strahlendem Sonnenschein die Gegend zu erkunden. Anfang der Woche versprach der Wetterbericht noch anhaltenden Regen für das gesamte Wochenende. Letztendlich hatten wir unglaubliches Glück. Auch wenn am Samstag die beiden Laufgruppen gegen Ende noch etwas nass wurden, konnten fast alle Laufeinheiten bei sehr guten äußeren Bedingungen durchgeführt werden. Vom Haus aus führte ein Weg direkt sehr steil zu den Helfensteinen, wo obiges Gruppenbild entstand.

Anschließend ging es meist über den H2-Wanderweg mit Zusatzschleifen durch Wälder und über Wiesen durch eine einmalig schöne Landschaft. Mittags gab es ein kleines Picknick, später folgten Kaffee und Kuchen, bevor die Samstagsvorträge starteten.

Zunächst gab es einen Vortrag zum Thema Krisen und Katastrophen, in dem insbesondere Methoden zur Vermeidung und Linderung von Krisen vorgestellt wurden.

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Besonders anschaulich wurde das Thema Katastrophen anschließend im Vortrag von Andreas Leischker zu dem Thema Wildnismedizin dargestellt.

Die Samstagsthemen hatten es durchaus in sich, denn das nächste handelte von Übertraining und Laufsucht. Dabei erläuterte ich zunächst, dass das „klassische Erklärungsmodell“ von „zu viel, zu oft, zu intensives Training“ nicht ausreicht, um die medizinischen Phänomene zu verstehen. Will man für sich oder andere einen anspruchsvollen Trainingsplan erstellen, bei dem sich die Belastung und Erholung die Waage halten, muss man den Unterschied zwischen Belastung und Beanspruchung kennen sowie zwischen kurzzeitiger und chronischer Ermüdung unterscheiden können sowie idealerweise den stressbasierten Ansatz beherzigen.

Übertraining ist ähnlich wie die umgangssprachliche „Laufsucht“ ein Krankheitszustand, der tatsächlich in Ultralaufkreisen vorkommt, den man allerdings anhand einiger Indikatoren recht zuverlässig frühzeitig erkennen und gezielt gegensteuern kann.

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Zufällig war eine politische Gruppe zu einer Klausurtagung im gleichen Tagungshaus, die viele sportliche Leute hatte. Nachdem man recht schnell feststellte, dass die unterschiedlichen Interessen einer gemeinsamen Laufeinheit nicht kompatibel sind, einigten wir uns als gemeinsame Sporteinheit auf eine Runde Tabata, was wir gemeinsam mit viel Motivation und Spaß umsetzten.

Noch vor dem Essen folgte das Thema Doping. Damit sollten sich Läufer auchauseinandersetzen, da es letztendlich das Ergebnis einer Dopingmentalität ist, die selbst im ambitionierten Breitensport weit verbreitet ist. Wer hier noch an Übertreibung dachte, den weckte Martin Kurz am nächsten Tag in seinem Vortrag über Medikamentenmissbrauch aus seinen Träumen, denn eine Zahl aus einer Befragung unter Marathonteilnehmern war, dass etwa die Hälfte aus Angst vor Schmerzen prophylaktisch Schmerzmittel nahm, die meist überhaupt keinen Effekt haben, außer langfristig der Gesundheit zu schaden und kurzfristig einige Risiken bedeuten. Auch zu seinem Unterthema Nahrungsergänzungsmittel war sein Fazit niederschmetternd.

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Bevor die Abendvorträge starteten, übergab Michael Sommer dem „DUV-Newcomer des Jahres 2018“ Felix Weber die entsprechende Auszeichnung. Dass Felix ein außergewöhnlicher Läufer ist, davon konnten wir uns zur Genüge überzeugen. Das war schon toll, dass mit ihm und Susanne Gölz zwei der aktuell größten Talente in Deutschland am Trainingslager teilnahmen. Nachdem zuvor schon viele Grundlagen zur Trainingsgestaltung besprochen wurden – von abstrakten Prinzipien bis zu konkreten Trainingselementen- wurden nun Trainingspläne verschiedener Autoren für das 100km-Wettkampftraining vorgestellt. Dabei richtete sich der mittlerweile geschulte Blick auf die Wochenperiodisierung mit den Tempoeinheiten und den langen Läufen, aber auch auf die Mesozyklen mit Belastungs- und Erholungswochen.

Jeder Plan hat sein Gestaltungskonzept, seine Besonderheiten und hat sich vermutlich in der Praxis mehrfach bewährt. In der Diskussion stellte sich aber schnell heraus, dass die meisten, erfahrenen Läufer gar nicht nach vorgefertigten Plänen trainieren und auch warum und wie stattdessen. Auch wenn zur fortgeschrittenen Stunde sicher nicht mehr jeder der Diskussion in Gänze folgen konnte, waren die Anregungen hochspannend.

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Aus den unterschiedlichsten Gründen wird die Morgenlaufgruppe von Tag zu Tag immer kleiner. Michael Eitner, Manuel Tuna, Hans-Dieter Jancker, Falk Sittner, Frank Ewen, Andreas Leischker, Philipp Sahm, Felix Weber ließen es sich nicht nehmen, mit mir zum letzten Mal an diesem Wochenende noch eine Runde zu laufen. Dieses Mal hatte ich als Besonderheit eine kleine regenerative Runde mit Crossfit-Elementen vorbereitet.

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Nach den Technik- und Krafteinheiten am Freitag und dem langen Lauf am Samstag war die Muskelermüdung bei allen deutlich zu spüren. Dennoch ist es möglich und für die Regeneration durchaus hilfreich, eine Einheit wie diese durchzuführen. Dabei werden ca 5 Minuten ganz langsam gelaufen, gefolgt von einer leichten, einminütigen Athletikübung, wie beispielsweise einem Hampelmann – schummeln erlaubt. Dabei kann man sehr gut „herumliegende Hilfsmittel“ verwenden, was zu einer recht spontanen Zusammenstellung von Übungen führt.

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Die Sonntagsvorträge eröffnete Martin zum Thema Medikamentenmissbrauch und Nahrungsergänzungsmittel. Anschließend erzählte ich etwas zum Thema Betreuung, denn was nützt eine tolle Form, wenn man am Wettkampftag sein Potential nicht abrufen kann? Dazu sind Bereiche wie Ernährung, Taktik und Krisenbewältigung zu optimieren und dabei können gute Betreuer eine ganz entscheidende Hilfe sein.

Zum Abschluss gab es noch einmal einen Baustein zum Thema 24h-Training, da sich einige der Teilnehmer auf die 24h DM und den Spartathlon vorbereiten.

Fazit:

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Wir hatten viel Spaß.

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Wir wurden rundum gut (dieses Mal vegetarisch und vegan) versorgt.

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Wir haben eine wunderbare Gegend kennengelernt.

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Wir waren eine tolle Gemeinschaft.

Gerne wieder? Mal sehen. Die LG Ultralauf formt gerade ein Trainingsangebot, in dem solche Veranstaltungen ein wichtiger Baustein sind, weil sie sehr gut geeignet sind, Läuferinnen, Läufer und Trainer jeglichen Leistungsniveaus bei der Gestaltung ihres Trainings oder ihrer Athleten zu unterstützen. Allerdings wird es vermutlich „Trainingslager“ geben, in dem überwiegend gelaufen und auf Vorträge weitestgehend verzichtet wird, und Veranstaltungen, bei denen die Theorie im Vordergrund steht und die dann auch „Trainingsseminare“ heißen werden.

Text. Michael Irrgang, Bilder: Dirk Minnebusch, Martina Stumpf-Irrgang und Michael Irrgang, 29.04.2019

GC 1¡Arriba! ¡Arriba! ¡Suerte! ¡Suerte!

Also, wer an seinem ersten Urlaubstag ohne Akklimatisierung um 01:00 aufsteht, um mal eben über Gran Canaria zu laufen, und das sage ich ohne jegliche Koketterie, der hat solide einen an der Marmel, dieser Wahrheit muss ich mich wohl stellen. "Ich sage aber auch" (Danke Merkel): Das ist mein Leben, bis ich mir die Haxen breche.

So war das auf dem WUT schnell abgemacht, als ich von Figo erfuhr, dass sie einen Startplatz für das Skyrace Gran Canaria gewonnen hatte, aber nicht die Zeit hatte, ihn zu laufen, dass ich mich dieses Startplatzes erbarmte, wo ich doch ohnehin mit meinen Junx auf GC weile, auch wenn ich erst am Abend vorher landen sollte.

So fuhr ich dann ein paar Kilometer zum Ziel, von wo uns der Shuttlebus zum Start fahren sollte, was er auch tat, auf der Autobahn rund um die Insel, was dem einen oder anderen, unter anderem mir, nochmals eine gute Stunde bei unwiderstehlicher Panflötenmusik Zeit gab, über das Vorhaben nachzudenken. Denn ich wusste, dass ich zwar einiges an Marathons und Ultras in den vergangenen Wochen gelaufen bin, aber Höhenmetertraining in dieser markanten Form war nicht dabei.

GC 2Am Start stellte ich fest, dass ich nicht nur niemanden kannte, sondern auch der einzige Läufer aus Deutschland (für China hätte gleiches gegolten) war. Trotzdem kommt man ja irgendwie ins Gespräch, auch wenn, das muss man leider sagen, die Englischkenntnisse der Teilnehmer und Organisatoren ungefähr auf dem Niveau meiner Spanischkenntnisse lagen (pequeño). Naja, ich habe mich dann später noch sehr nett mit einer Elsässerin unterhalten, die gut Deutsch konnte und auch mein Französisch ist besser als eingeschätzt, wenn es denn charmant herausgefordert wird ;-)

GC 8Aber erst Mal ging es um 05:00 arribamäßig los auf den ersten Berg, der quasi ohne Laufstrecken steil von Meereshöhe auf 1.400m führte. Da verstummten die Gespräche schnell, als jedem klar wurde, dass das nicht der Sternenhimmel ist, der über einem so schön leuchtet.

Reichlich geplättet kam ich also in einen schönen Wald in dem es ziemlich neblig wurde. Als die Sonne aufgegangen war, wusste ich was es war, denn jetzt schauten wir auf die Wolken. Alleine für diese Eindrücke noch vor der ersten VP, das war mir klar, lohnte sich der Lauf, auch wenn die eigentlichen Strapazen noch kommen sollten.

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Blöderweise hatte ich meine Salzpillen vergessen, und auf der VP schien man der Ansicht zu sein, dass nach schlappen 1400hm am Stück die Läufer mit gefrorenen Bananen und mit ohne Salz glücklich würden. Immerhin, Cola gab es. Sorry, lächerlich. Die sollten Mal bei Witzke, Klenke et. al. in Lehre gehen, wie VP geht.

Auch an der zweiten VP sah es nicht viel besser aus, aber da war wenigstens Stimmung (siehe Video auf Facebook). Bei den Ausblicken auch kein Wunder. Die armen Menschen, die einen GC-Urlaub verbringen, ohne die Insel gesehen zu haben. Nur so viel: Die Schönheit der GC-Natur lässt sich von der Autobahn noch nicht einmal erahnen. Lichtdurchflutete Wälder, gigantische Täler und Schluchten, alles da. Und man muss auch nicht selber rauflaufen, mit dem Auto kommt man zumindest in die Nähe (warum hat mir denn das keiner vorher gesagt).

Am großen VP3 gab es immerhin etwas warmes zu essen, und das war auch gut so, denn der Pico de las Nieves stand zur Besichtigung an, und das war jetzt nochmals richtig steil. Gut, dass er bis oben bewaldet ist, was ich nie für möglich gehalten hätte, denn so langsam fing die Sonne auch an zu knallen.

Beim Runterlaufen ging es erst noch durch schöne Wälder, VP4 kam vorbei, dann über romantische, aber schwer laufbare mittelalterliche Eselskarrenwege (breiter waren die halt nicht). Schon da mit nachlassender Konzentration wusste ich meine Stöcke zu schätzen. Noch einmal ein schöner Blick auf ein Felspanorama, dann ging es über Geröllhänge weiter runter zu VP5. Die dortige Talsperre und auch die nächste hatte leider nix, wenn man die Sengbachtalsperre kennt, das trübe Wasser wirkte ebenso wie die verrosteten Rohre auch nicht gerade vertrauenserweckend.

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Doch nun zum "letzten Berg". Dort merkte ich dann in gleißender Sonne, dass ich meine Reserven aufgebraucht hatte und noch vor dem VP eine Pause brauchte, vielleicht hatte ich auch zu wenig Wasser oder habe die nicht guten Mangostücke nicht vertragen, vielleicht war das VP-Wasser auch nicht gut, wer weiß. Auf jeden Fall musste ich mich mal 5 Minuten hinsetzen. Andere Läufer fragten besorgt, ob alles klar ist, und wenn ein Läufer sagt, alles klar, dann ist auch alles klar.

An der VP6 musste ich mich dann nochmals hinsetzen und viel Wasser trinken. Das und ein kleiner Krampf (maximal 70% vom Hubut), woran das lag, war ja nun klar, bewog den "Sicherheitschef", mich aus dem Rennen zu nehmen. Dieser Mensch mit dicker Plauze, der Ausstrahlung eines ausgestopften Teddybären (sorry, da muss ich jetzt streng werden) und mit ohne Englisch, war offenbar nicht in der Lage, zu begreifen, dass ein erfahrener Läufer mit mehr als 100 Marathons und diversen Ultras beurteilen kann, ob es ihm gut geht. Und so kündigte ich Teddybär an, dass ich mit oder ohne seiner blöden Bip ins Ziel laufen würde.

Es ging dann auch wieder besser auf dem letzten Berg, viele andere besorgte Läufer fragten solidarisch, wie es mir den ginge, stellten aber fest, dass ich in gleichem Tempo mithalten konnte, so what. Sie empfahlen mir auch, mich bei der Rennleitung wegen offensichtlich unbegründetem Ausschluss zu beschweren, aber sowas ist nicht wirklich meine Baustelle. I am running just for fun.

Auch Kollegen des Teddybären kamen mir nochmals entgegen und stellten nach mehreren Nachfragen fest, dass ich mich kontinuierlich in Richtung Ziel bewegte. GC 9Aber da sollte noch ein Downhill kommen. Und der war gemein. Zwar ging er gemächlich über kaum laufbare Geröllpfade hinab, aber der Blick auf die Uhr zeigte, dass wenige Kilometer vor der Ziellinie noch 600hm zu verlieren seien. Und der Blick ins Tal ging weit auf das Meer.

Oh-oh, das war ja klar. Scharf rechts in ein verblocktes Flussbett hinein, stacks stacks, und weiter runter. Trotz Stöcke habe ich mich dreimal hingelegt, aber so ist das mit den Erfahrungen. Mogan war zum Greifen nah, aber es kamen immer neue Flussbette.

Aber irgendwann kam es dann doch, noch einmal über die Matte, der Helfer wusste schon, warum die nicht piepte ;-) Aber es kamen noch vier Kilometer durch die Stadt. Aber die wurden gezogen, hallo. Wollte ja nicht den Moganern den Eindruck hinterlassen, dass man nur noch auf Gehilfen gestützt ins Ziel humpeln könnte (mir war ja schon danach). Und dann sah ich die Uhr: Noch eine knappe Minute bis zur nächsten vollen Stunde - klarer Fall.

Wenn man eben ein Ziel hat (ein kleines oder ein großes) dann geht eben schon noch was :-)

Medaille umgehangen und dann fragte dann doch noch einer nach meiner Nummer. Knappe Antwort: Bitte beim Teddybären holen und dann auch gleich M50 eintragen :-)

GC AFazit: Schöner Lauf, aber die Orga darf für die dritte Auflage noch draufpacken. Da waren viele herzliche und motivierte Helfer dabei, aber die Zielverpflegung (Bananen, Wasserkanister zweifelhafter Herkunft) passt einfach nicht zu einem Monster dieser Größenordnung, Startverpflegung gab es gar nicht. Und wenn man die Internationalität der Teilnehmerschaft hervorhebt, dann muss man das auf Englisch machen. So und bei mir ist jetzt mal eine Woche Pause. Oberhalb 10km läuft da nichts mehr (für zwei Wochen) 😀

Tet und Bilder: Andreas Häußler, 22.04.2019

VORBEREITUNG

Im letzten Jahr habe ich mir den Lauf als ersten "richtigen" Wettkampf ausgesucht. Alle anderen Ultraläufe bis dahin sollten Vorbereitungsläufe mit unterschiedlichen Zielsetzungen sein. Mein Wunsch war es, einen Frühjahrslauf bei angenehmen und warmen Temperaturen zu laufen. Und dabei auch die italienische Berglandschaft in der Toskana zu genießen. Mein Traingsziel war: "Done in one day", also unter 24h - 4 Monate nahm ich mir Zeit für das Aufbauen der Fitness. 

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BOLOGNA

Ich bin mit dem Zug angereist, obgleich Bologna auch einen Flughafen hat. Aber in der heutigen Zeit zählt jeder Beitrag für den Klimaschutz und 69,90€ Hin und zurück 1. Klasse gaben den unwiderstehlichen Ausschlag zur Reise mit der Bahn. Bologna ist gar nicht so groß im Centrum und bestens innerhalb eines Tages zu Fuß zu erkunden. Es gibt tollen Kaffee, leckere Pasta und Pizza, schöne Bauten und Kirchen. Lebhaftes Stadtgewirr - ich wohne auf dem Land, das war eine willkommene Abwechslung.

DAS RENNEN

Gestartet wird um 23 Uhr. Finde ich schwer, weil man den Tag "irgendwie rumhängt" und wartet und dann in der Nacht doch irgendwann Mal müde wird, ging aber schnell vorbei. Von Beginn an laufen wir im leichten Regen, ca. 10 Grad. Der Regen nimmt zu und hört erst nach 7 Stunden auf. Oben in den Bergen herrscht zugiger Wind bei ca. 5 Grad. Das hatte ich mir anders vorgestellt. Der Trail ist seifig matschig. Teilweise kommt einem ein Gebirgsbach entgegen. Kilometerlang - die ganze Zeit. Gott sei Dank gibt es doch viele Asphaltanteile - zum ersten Mal bei einem Ultratrail sind wir alle dankbar dafür.

FL 2Es ist ein ständiges rutschen und schlidern. Teilweise kommen wir nur im Schritttempo voran. Mancher steile Abschnitt wird nur möglich weil man mit den Händen Halt an Steinen im Boden findet. Während im Wald die Flüche im lautstarken Italienisch erschallen, kann ich es sehr gelassen nehmen. Spine Race und Legends Trail machen es möglich ... Gegen Morgen kommt nicht das lang ersehnte Sonnenlicht sondern der Nebel. Sichtweise eine Armlänge. Die sonst gute Ausschilderung des Trails ist einfach nicht mehr zu finden. Gott sei Dank habe ich mein GARMIN GPSMAP 66S mit dabei. Eine Gruppe Läufer erkennt schnell, dass ich das Gerät dabei habe und für die Zeit des Nebels (ca. 1 Std.) Sind wir eine kleine Seilschaft. Den Rest des Rennens laufe ich alleine, keiner zu sehen weder hinter noch vor mir. Nur an den VPs treffe ich bekannte Gesichter immer wieder. Auch sie laufen einzeln, jeder hat seinen Rhythmus. Dann wird es endlich Tag und der Regen kommt auch nicht wieder. Dafür wird der Wind immer mehr zunehmen und zur Versöhnung gibt es ab 17 Uhr blauen Himmel und einen traumhaften Sonnenuntergang.

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Kalt bleibt es trotzdem. Wer hat, läuft mit Handschuhen Die Strecke ist abwechslungsreich und fordernd. Mehr als 5.000 hm sind schon viel. Insbesondere der letzte Berg 2 km vor dem Ziel Monte Corcina ist wirklich ein steiler Brocken und wird so manchen ans Limit gebracht haben, so auch mich. Geröll und Steine gibt es haufenweise und 20% Neigung hoch oder runter wird nicht als steil bewertet. Bei ca km 100 gibt es einen lustigen Abstieg, ca. 3 km ich brauche bei den nassen Bedingungen ca. 45 min für den Downhill. Überall tiefes Gefälle links des trails - bestimmt 100m. Und eine Drahtseilsicherung. Naja ... Da ist halt ein Seil ... Oder auch Mal nicht. Spannend. Aber ich bin froh als der Abschnitt hinter mir liegt. Dropbagstation km 70 Was man sich so alles ausmalt: Dusche, Halle zum Umziehen, heiße Nudeln, Mal aufwärmen. Was die Realität ist: Nasse Wiese im Wind mit offenem Großzelt. Hier hatte keiner mit dem Wetter gerechnet. Hier plante man mit 20 Grad. Sei es drum kalte Nudeln essen sich schneller und nach knappen 10min bin ich schon wieder los. Bei km 93 würden wir dann aber voll entschädigt.

FL 3

Ein toller VP mit allem was man will. Da gab's dann meine geplante Restpause 20min (von 30min dropbagstation Stop) mit Pasta und alkoholfreiem Bier.

FL 5Meine Kraft war bei km 100 und nach ca. 4.500 hm so ziemlich aufgebraucht. 17h 50min die Durchgangszeit. Ich wußte also: ich schaffe in jedem Fall mein Ziel sub 24h. Von nun an war ich mit deutlich weniger Druck unterwegs - aber blieb zügig. Das nächste Ziel wäre ein Finish im Tageslicht gewesen. Aber das ging nicht mehr Ich bin rundum glücklich und zufrieden - ein toller Lauf

Selbst gestoppte Zielzeit: 22h 30min; Platzierung: derzeit nicht online; 100km mit 4.500 hm Durchgangszeit: 17h 50min

Text und Bilder: Michael Frenz, 21.04.2019

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