Laufgemeinschaft der Deutschen Ultramarathon-Vereinigung e.V.

Nach 2014 fanden dieses Jahr zum zweiten Mal die Ulltratrail-Meisterschaften in Reichweiler beim K-UT statt. Rund um den Keufelskopf galt es, eine anspruchsvolle Strecke von 78km mit ca 3000 Höhenmeter zu bewältigen, die mit schmalen Wegen, knackigen Anstiegen, brutalen Downhills, Wald- und Wiesenwegen und immer wieder auch schönen Ausblicken auf die wunderbare Pfälzer Landschaft alles bot, was ein Trailliebhaber mag.

Am Ende des Tages setzte sich sowohl in der Einzel- als auch in den Mannschaftswertungen Erfahrung durch, denn alle Top-Platzierten haben bereits eine längere, erfolgreiche Ultralaufvita.

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Gewonnen haben Pia Winkelblech (Landau Running Company), die damit ihren Titel des Vorjahres souverän verteidigen konnte und Andre Collet, der bereits mehrfach an 100km-Weltmeisterschaften teilnahm. Das Podest komplettieren Annette Müller und Pamela Veith sowie Max Kirschbaum und Martin Ahlburg.

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Am ersten Versorgungspunkt waren drei Favoriten noch beisammen. Martin Schedler, Deutscher Meister im Ultratrail und WM-Teilnehmer, Max Kirschbaum und Andre Collet. Martin musste als erster abreißen lassen, denn nach überstandener Krankheit war er noch nicht 100%ig fit. Zwischen Max und Andre entwickelte sich ein spannendes Duell, was letztendlich Andre mit knappen Vorsprung für sich entscheiden konnte.

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Kurz vor dem Briefing und Start hatten wir uns zu unserem obligatorischen Vereinsfoto zusammengestellt. Die Spannung knisterte förmlich im Team, denn für einige war es der erste Lauf mit diesem technischen Anspruch, für andere war es der erste Meisterschafts-Start. So begannen alle mit viel Respekt und hochmotiviert das Rennen. Auf der Meisterschaftsstrecke waren wir wieder mit einem sehr starken Team vor Ort, bestehend aus einer Frau und zwanzig Männern. Außerdem startete Michael Bomm auf dem Short Trail.

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Eric Geidel, ein starkes, neues Vereinsmitglied, an der ersten Wasserstelle. „Verpflegungspunkt“ wäre etwas übertrieben, denn das Konzept der Veranstaltung sieht eine Semi-Autonomie vor, was bedeutet, dass es an den Versorgungspunkten lediglich Wasser zum Nachfüllen gibt. Sämtliche Verpflegung für die 8 bis 15 Stunden Laufzeit musste in einem Rucksack von den Läufern mitgeführt werden!

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Falk Sittner zeigte bei km 19 noch keinerlei Anzeichen von Anstrengung.

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Am Wegesrand hatte das Organisationsteam um Eric Tuerlings viele lustige, manchmal tiefsinnige Sprüche platziert, außerdem ab und zu Kilometermarken. Dazu gab es eine überwiegend hervorragende Markierung der Strecke mit Flatterbänder und Kreidepfeilen – was natürlich längst nicht allen Teilnehmern Extrakilometern ersparte.

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Manche Schilder enthielten allerdings Geheimbotschaften in fremden Sprachen und so manch einer der sie nicht schnell genug decodieren konnte, fand sich sitzend im Unterholz wieder. Überhaupt: Stürze und ein wenig Blut gehören bei einem richtigen Trail einfach dazu, war eine andere Botschaft. Und in der Tat hielten sich nach meinem Eindruck der Erzählungen die Gestürzten und die Nicht-Gestürzten die Waage.

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Stefan Beckmann, einer unserer erfahrensten Trailläufern fiel so unglücklich auf das Knie, dass er den Lauf chancenlos abbrechen musste, was megaschade ist. Er war damit nicht der einzige, der stürzte – denn unsere Sturz- und auch unsere Verlaufspezialisten hatten ja einen Ruf zu verteidigen.

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Wir hatten ein klasse Supportteam vor Ort. Cathrin Haake und Sylvia Faller, die gerne selbst gestartet wäre, sich aber im Training verletzte, waren mit Martina Stumpf-Irrgang unsere Motivationshelfer an den „Tankstellen“.

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Klaus Haake ist noch nicht im Ziel, sondern freute sich auf Sekunden der Muße am Versorgungspunkt.

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Ein Meister der Selbstmotivation ist Willi Klesen. Ihm nimmt man ohne Zweifel ab, dass er bis zum Ende einfach nur Spaß hatte. Auf der anderen Seite hatte er eine sehr gute Form und fühlte sich bei dem Streckenprofil richtig wohl.

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Franz Faller mit mir kurz vor dem Versorgungspunkt bei km 47. Der Eindruck täuscht – wir waren beide bereits ziemlich ko. Der letzte Versorgungspunkt war ca 15 km vor dem Ziel und die dortigen Betreuer ermunterten zum Endspurt: „Nur noch die Kindergartenrunde!“ Als Wiederholungstäter wusste ich aber, dass dies auch nur einer der üblen Scherze von Eric war, denn es folgte der schwierigste Teil mit unglaublich steilen Rampen im Auf- und Abstieg. Hier waren teilweise Seile zum Hochziehen gelegt, denn mit Stöcken alleine wäre der Weg nicht zu schaffen gewesen. Und mit Sicherheit waren das zwei Tage vorher noch gar keine Wege, sondern im Dickicht versteckte Abgründe. Kein normaler Streckenplaner käme auf die Idee, hier eine Läufergruppe hoch- oder runterzulassen.

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Passenderweise thematisierten sich nun verstärkt auf den Schildern der Schmerz und die Erlösungssehnsucht. Noch ein Beispiel: Beeil dich, das Bier wird warm.

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Bis zur Siegerehrung beglückwünscht der Organisationschef Eric Tuerlings die Finisher höchstpersönlich und übergab ihnen die wohlverdiente Medaille, wie hier Walter Hösch, der wieder einmal eine klasse Leistung zeigte und am Ende des Tages in seiner Alterklasse mit der Silbermedaille belohnt wurde.

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Wieder einmal unser erfolgreichster Läufer war Hans-Dieter Jancker, der gleich ein ganzes Medaillenset mit nach Hause nehmen konnte: Gold in seiner Altersklasse, Silber mit der Mannschaft Männer 50+ und Bronze mit der Männermannschaft. Seine Leistungen sind sehr beeindruckend.

Der Jüngste im Team war auch gleichzeitig der Beste: Jonathan Gakstatter lief in der Gesamtwertung auf Platz 8 und konnte nach einer längeren Verletzungspause voll überzeugen. Diese Platzierung in einem sehr starken Meisterschaftsfeld ist sein bisheriger größter, sportlicher Erfolg, über den er sich sehr freuen konnte.

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Mit Kerstin Conrad waren wir in der Frauenwertung gut vertreten. Obwohl sie nach eigener Aussage keine Trail-Spezialistin ist, lief sie ein tolles Rennen und kam ohne größere Probleme nach dem Absolvieren der Runde wieder in Reichweiler am Dorfgemeinschaftshaus an.

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Mit Spannung wurde die Auswertung der Mannschaftswertungen erwartet. Es gab bei den Männern zahlreiche Vereine mit einem Team und ein klarer Favorit war im Vorfeld nicht zu erkennen. Am Ende setzten sich die Freunde aus Kempten vom LG Allgäu durch mit einem überragenden Thomas Miksch auf Platz 7 der Gesamtwertung. Das unser erstes Team auf dem Podest landete – darauf hatten wir gehofft, aber das unser zweites Team sogar die Bronzemedaille holte, übertraf dann doch unsere Erwartungen.

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Man könnte auch sagen, suche die drei Unterscheide, so verblüffend ähnlich ist dieses Bild, aber es zeigt die Wertung der Männermannschaften 50+. Auch hier siegte – diesmal nicht überraschend – LG Allgäu vor zwei Mannschaften von uns. Interessanterweise sind es sogar überwiegend die gleichen Personen! Leider waren zum Zeitpunkt der Mannschaftsehrung nicht mehr alle Geehrten anwesend, da einige von ihnen bereits ihre Heimreise antreten mussten.

Eine Frauenmannschaftsehrung fand, so lange ich vor Ort war, nicht statt. Von den Anmeldezahlen hätten Landau Running Company und LC Blueliner eine bilden können.

Die Bundesligaauswertung kann nur grob geschätzt werden, da es noch keine Ergebnisliste gibt. Aber aufgrund der starken Mannschaftsleistungen unserer Männer vermute ich, dass wir den Lauftag gewonnen haben und zum zweiten Mal in dieser Saison „Mannschaft des Tages“ wurden. Allgäu hat beide Mannschaftswertungen gewonnen und in der AK M55 die erste drei Plätze belegt – das hat schon Gewicht und sind 24 oder 25 Roh-Punkte - das könnte Platz 2 bedeuten. Die Berliner LG Nord haben mit ihren 4 Leuten in der Gesamt- und Altersklasse ebenfalls gut gepunktet, allerdings ist unklar, wo sich die Männer-Mannschaft einreiht. Landau war bei den Frauen stark, aber bei den Mannschaften nicht genannt. Würzburg und die Blueliner waren ebenfalls gut dabei. Die Auflösung gibt es in den nächsten Tagen, wenn die Ergebnisliste in die DUV-Statistikdatenbank eingespielt wurde.

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Thorsten Klenke kam als letzter von uns ins Ziel, als die offiziellen Ehrungen schon beendet waren. Er zeigte eine enorme Willensleistung, indem er diesen Lauf erfolgreich zu Ende gebracht hat. Entsprechend begeistert wurde er von allen Anwesenden bejubelt. Franz Faller, der ebenfalls große Kämpferqualitäten zeigte, gratulierte mitfühlend.

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Zu meinem Lauf: Mein Trainingszustand war wie leider zuletzt oft nicht so gut und so war mein Plan, wirklich langsam zu beginnen und dann im Laufe des Rennens nur noch ein bisschen langsamer zu werden. Das hat sogar einigermaßen funktioniert und so konnte ich mich von VP zu VP im Ranking etwas steigern und zwischendurch ab und zu einen von uns treffen und ihn einige Kilometer begleiten. Ansonsten unspektakulär: Kein Sturz, keine Extrakilometer, keine Krämpfe, keine Blasen, keine anderen Probleme – mit mehr Training hätte ich unterwegs noch mehr Spaß gehabt und mich über die Herausforderungen der Strecke uneingeschränkt gefreut. So war ich unglaublich happy nach einer schier endlosen Anstrengung ins Ziel zu kommen.

Weitere Bilder zur Veranstaltung;

Die Platzierungen werden ergänzt, nachdem die Ergebniliste vorliegt.

Text: Michael Irrgang, Bilder: Martina Stumpf-Irrgang, Cathrin Haake, Sylvia Faller, Michael Irrgang, 10.06.2019

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Josef Hader, Alfred Dorfer, Klaus Eckl und Lisa Eckhart: Die Österreicher sind bekannt für ihre kabarettistischen Extreme. Aber sie können es auch im Laufen extrem. In der Alpenrepublik locken viele lange Trailläufe mit vielen Höhenmetern. Und es geht auch flach und extrem: Bereits zum elften Male wurde der 48-Stunden-Lauf in Gols am Neusiedlersee ausgetragen.

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Es begann mit drei weiblichen und acht männlichen Finishern im Jahre 2008. Aus dem Geburtsjahr resultiert auch noch der Rekord über 422 km von Ultralauflegende Iannis Kouros, die weibliche Bestleistung liegt bei 305 km, erlaufen von Karin Sperrer.

Beide Bestmarken wurden heuer nicht erreicht. Die Leistungen von 2019 können sich trotzdem sehen lassen, aber hallo !!! : Die Wienerin Judith Regner erreichte mit einem 48 Stunden lang durchgängigen, leichtfüßigen Laufstil (dem Autor dieser Zeilen ein bewunderndes Rätsel) 263 km, der (ebenso aus Sicht des Autors) junge Pole Tomasz Wasziewicz (hoffentlich mit genügend vielen „c“ und „z“ richtig geschrieben) bewundernswerte 348 km.

G9Die LG Ultralauf war ebenfalls vertreten: Die Berlinerin Elisabeth Ploch absolvierte ihren zweiten 48er und meiner einer als frischgebackenes LG Ultralauf-Mitglied wollte sich zum ersten Mal über dieses Format wagen und über die 24 Stunden hinaus neue Erfahrungen sammeln. Sozusagen, wie das Raumschiff Enterprise meiner Kindheit in neue Galaxien vorstoßen.

Bei der Anfahrt auf das Festivalgelände war Elisabeth, dank der LG Teambekleidung leicht zu erkennen. Sie wusste nichts vom „Vereinskameraden“ da ich mich zur Zeit der Anmeldung noch vereinslos registrieren ließ. Ich hingegen sah ihre Vereinszugehörigkeit ja aus der Teilnehmerliste.

Nach herzlicher Begrüßung wurden gleich die ersten gemeinsamen Fotos gemacht und Infos und Erfahrungen ausgetauscht bzw. bekam ich von ihr wertvolle und interessante Tipps bezüglich der 48 Stunden. Diese Tipps setzten sich während des Rennens hilfreich fort. Herzlichen Dank nochmal an dieser Stelle.

Elisabeth schaffte eine sehr deutliche persönliche Bestleistung von 177 km. Dies bedeutete Platz 4 bei den sechs weiblichen Finishern. Mein primäres Ziel war natürlich, die 48 Stunden überhaupt durchzuhalten. Auf Basis der 24-Stunden-Lauf Ergebnisse der letzten zwei Jahre, 118 -132 km, dachte ich mir, wenn durchkommen, dann wären 200 km super. Als selbstständiger Masseur und Manualtherapeut mit 60 bis 80 Stunden pro Woche bleiben immer nur das Wochenende und Feiertage zum Trainieren. Aber für diese Ultras, so sage ich mir, sind meine vielen 15 bis 17 Stunden Arbeitstage besser als mancher Trainingslauf. So kann man sich das halbleere Glas halbvoll reden.

Beide Ziele wurden erreicht: Knecht Rupprecht hat die 48 Stunden durchgehalten und mit 204 Kilometern noch den 18.Platz bei 27 männlichen Finishern erreicht. Besonders froh war ich, den Golser Lauf für das 48 Stunden Debüt gewählt zu haben: Ein absolut herzliches Betreuer- und Organisationsteam. Habe selbst bei Sri Chinmoy-Läufen keine solche Betreuung erlebt.

Das Buffet, „die Labe“ , ließ keine Wünsche offen.

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Die Laufstrecke selbst ist auf dem Volksfestplatz, neben der Neuen Mittelschule, in der Übernachtungsmöglichkeiten, Massage, Toiletten etc. waren, vor allem SAUBER!!! Ein flacher Rundkurs von einem Kilometer, an einigen Stellen ein paar Bäume. Eingebettet in den 48er ist noch ein Sechs-Stunden-Lauf,so dass es Samstag ab zehn etwas voller, aber nie störend wurde. Wolfgang Franz von www.zeitnehmung.at (Ergebnisse und Video), der sich für die Zeitmessung verantwortlich zeichnete war gleichzeitig Moderator und für die Musik zuständig. Vielen Dank für die Realisierung meines Ostbahnkurti – Musikwunsches. „War leiwand“. Hat mich aus einer Gehphase umgehend wieder in eine Laufphase gebracht. Wolfgang führte mit Sympathie, Sachkunde und respektvollem Schmäh durchs 48 Stunden-Programm.

Als ich am „after race day“ nachmittags, bei blauestem Himmel beim Apfelmohnstrudel und einer Melange am Neusiedler See auf der Seeterrasse saß, ärgerte ich mich nur, nicht noch ein, zwei Tage mehr angehängt zu haben. Die „cinemascope“-Landschaft der pannonischen Ebene mit dem See und den gemütlichen Menschen versetzen einen in einen äußerst angenehmen, regenerativen „chillout“-Modus.

Das Orga-Team des Golser Ultrafestivals um Magdalena Hafner will den Lauf auch für die Zukunft, von der Teilnehmeranzahl, sehr limitiert halten um diese Betreuung zu garantieren und um nicht auf ein anderes Gelände ausweichen zu müssen. Gott sei Dank. Um es mit den Worten eines anderen Österreichers (Bodybuilder, Schauspieler, Gouverneur) zu sagen: „I`ll be back“.

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Text: Oliver Rupprecht, Bilder: Elisabeth Ploch, 06.06.2019

Einige Mitglieder von uns waren bei der diesjährigen Austragung des Abtraumes, bzw. der kürzeren Variante Halbtraum. Der Veranstalter schreibt dazu auf seiner Homepage:

Der ALB-Traum100 ist ein Benefizlauf in der Erlebnisregion Schwäbischer Albtrauf.  Die einzigartige Landschaft mit reizvollen Ausblicken auf dem 115 Kilometer langen Albtraufgänger-Wanderweg im Landkreis Göppingen findet erstmals am 12. Mai 2018 statt.  Ein kürzere Variante über rund 57 Kilometer wird als HALB-Traum am gleichen Tag angeboten.

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Die Strecke bot alles, was eine Mittelgebirgslandschaft bei gutem Wetter bieten kann. Schöne Wiesenwege, herrliche Ausblicke, aber auch steile Auf- und Abstiege.

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Thorsten Klenke berichtet

(H)Albtraum - die halbe Distanz vom Albtraum100 - immerhin 57km mit 1.700HM. War ich im Vorfeld auch für die volle Distanz gemeldet, verlief mein Training bis hierhin doch eher suboptimal. Irgendwann kommt der Punkt, wo man den ungeschminkten Tatsachen ins Auge blicken muss und ein mögliches Downgrade die bessere Alternative zum absehbaren DNF darstellt. Erleichternd hinzu kam noch die deutlich schlaffreudigere Startzeit um 9:00 Uhr am Samstag morgen. Das Zeitlimit aufgrund von Wanderern und Nordic Walkern auf 19h angelegt versprach einen entspannten Rennverlauf, wenn es denn dann nicht mehr läuft ... Direkt nach dem Start ging es recht zügig und deutlich hoch. Der Albtrauf setzte die erste Duftmarke und den ersten Aussichtspunkt am Ostlandkreuz, einem Kriegerdenkmal zu Ehren der Vertriebenen aus den Ostprovinzen Mähren. Ich hab geschnauft wie eine der historischen Dampflocks, die immer wieder die Geislinger Steige erklimmen. Zumindest hatte der Körper Betriebstemperatur erreicht. Ich lief ein Stück mit Gerhard Börner, den ich aber dann doch ziehen lassen musste. Das Rennen ist noch lang und bloß keine überschüssigen Körner zu früh auf der Strecke verteilen. So kam ich doch erstaunlich gut in den Lauf und begann die Strecke zu genießen. Diese führte in stetigem Wechsel von feinsten Singletrails über Wald- und Forstwege - immer mal kurz unterbrochen von kleineren Schotter- Asphaltpassagen - in ebenso stetigen Wechsel von Auf- und Abstiegen ...

AT LogoInsgesamt 6 mal ging es im Verlauf der Strecke den kompletten Albtrauf hoch und runter. Aussichten wechseln sich mit wunderschönen kleinen Ortschaften ab, die drei VP‘s gut verteilt, und mehr als ausreichend bestückt mit allem was der Ultraläufer braucht ... incl. supernetten Helfern....

Wenn diese Strecke nicht so unfassbar anstrengend wäre 😜 insgesamt lief es doch erstaunlich gut und in einer für mich ansehnlichen Zeit von 8:57h bin ich ins Ziel gelaufen. Die Zeit täuscht ein wenig über meinen tatsächlichen Zustand hinweg... Ehrlich gesagt war ich im Ziel am Ende meiner Möglichkeiten. Das Ziel Sub 9h rein zu kommen hat mir nach hinten raus alles abverlangt und die komplette Strecke wäre ein weiteres persönliches Waterloo geworden. So bin ich zufrieden mit mir und meiner erreichten Zeit und Pflege meinen ausgeprägten Muskelkater...

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Der Albtraum100 ist aus meiner Sicht eine ganz klare Laufempfehlung im Kalender. 5/5 👍🏼👍🏼👍🏼👍🏼👍🏼

Überhaupt ist dieser Lauf eine Bereicherung für den Ultralaufkalender. Inspiriert vom Konzept der Brockenchallenge ist er als reiner Benefizlauf angelegt und alle Startgelder werden zu 100% für gemeinnützige Zwecke gespendet.

AT 05Unsere Trail-Experten Christoph Janthur und Stefan Beckmann begnügten sich nicht mit der Hälfte, sondern lernten den gesamten Albtrauf-Wanderweg kennen.

Stefan schrieb dazu:

War das ´ne harte Nummer !! Der Albtraum 100 verlangt einem auf seinen wunderschönen 115 km alles ab. Auf meiner Uhr standen am Ende 3740 HM. Stetige harte An- und Abstiege zogen dir die Körner aus dem Körper. Dieser Lauf gehört mit zu meinen härtesten 100ern. Toll Christoph und Werner, dass ihr mich begleitet habt. Vielen Dank an das Orgateam. Klasse ein reiner Spendenlauf für den guten Zweck. Hier muss man einfach mal gelaufen sein. !!!!!

Die Ergebnisliste der langen Strecke zeigt Alexander Klass als besten LG-Läufer auf einem guten 18 Platz. 

Texte: Homepage des Veranstalters, Thorsten Klenke, Stefan Beckmann, Michael Irrgang, Bilder: Thorsten Klenke, Stefan Beckmann, Karen Keller, Logo: Albtrauf, 01.06.2019

Homepage: www.alb-traum-100.de 

 

Ralf Simon auf Platz 4 beim Olympian Race Nemea/GR

Heute erhielt ich von Ralf folgende E-Mail:

"Am 28.05.2010 wurde, bei 38 Grad Celsius, 'The 5. Olympian Race‘ von Nemea nach Olympia (Griechenland) gestartet.

In maximal 28 Stunden sind 180 km mit ca. 3800 HM zu bewältigen, wobei gut die Hälfte aus sogenannten 'Dirty Tracks' bestehen.

Ralf Simon (LG-DUV) konnte dieses Rennen in 23h 07min auf dem 4. Platz der Gesamtwertung beenden."

Dann auf zum Spartathlon lieber Ralf, dort hats du noch eine Rechnung offen und die sollte dieses jahr dann beglichen werden!

Herzlichen Glückwunsch!

Wolfgang Olbrich, Sportwart

 

Mein erster Rennsteiglauf – mein erster Supermarathon

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Über den Lauf an sich brauche ich sicher nicht allzu viel sagen, da dies der 47. Rennsteiglauf gewesen ist und der Lauf allgemein bekannt ist. Der Rennsteiglauf ist eine wirklich gut organisierte Veranstaltung, die Jahr für Jahr viele Läufer anzieht. Ich kann nun auch verstehen warum.

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RS 12Allein schon die tolle Landschaft ist es wert, dort einmal mitzulaufen. Jetzt ist dieser Tag nun aber auch schon wieder Geschichte.

Angemeldet war ich ja schon seit Dezember und dann war Tag X dann auch schon da.

Die Vorbereitung auf den Lauf war durchwachsen. Höhenmeter hatte ich kaum trainiert. Hinzu kamen einige Erkältungen, die die Vorbereitung behindert hatten.

Meinen Start bei der Harzquerung hatte ich kurzfristig abgesagt, weil ich befürchtet hatte, danach wieder eine Erkältung zu bekommen. Und wie das immer so ist – die Erkältung bekam ich trotzdem. Eine Woche vorher.

Bin dann ein paar Tage gar nicht mehr gelaufen, um zur Ruhe zu kommen. Letzte Woche dann wieder gestartet und ein paar km gesammelt. Mir ging es zum Glück wieder deutlich besser und mir war klar, dass ich auf jeden Fall starten würde. Man hatte 12 Stunden Zeit und das schien machbar.

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Und dann ging es am Freitag auch schon los Richtung Eisenach. Privat hatte ich einiges umdisponiert und konnte jetzt zusammen mit meiner Tante und meinem Onkel fahren. Meine Tante ist selbst auch gestartet.

Wir brauchten uns so also um nichts weiter kümmern. Mein Onkel hat alles geregelt mit Gepäck usw. Am Freitag haben wir dann die Startunterlagen abgeholt und waren abends noch zum Kloßessen. Ich war schon zu dem Zeitpunkt ziemlich nervös.

Abends sind wir früh ins Bett gegangen, aber an Schlaf war kaum zu denken. Ich habe immer wieder auf die Uhr geschaut und nur oberflächlich geschlafen. Egal, es ist wie es ist. Um vier Uhr sind wir aufgestanden. Ab fünf Uhr gab es Frühstück und dann ging es schon bald zum Startbereich.

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Dort wurden noch ein paar Fotos gemacht und ich habe kurz ein paar Mitglieder von der LGU kennengelernt. Mehr Zeit war einfach nicht. Die Stimmung am Marktplatz war toll. Man hat die Aufregung förmlich gespürt. Viel gesagt hab ich dann nicht mehr, war ich doch eher mit meinen eigenen Gedanken beschäftigt. Aber dann ging es auch schon los…. ;-)

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Von meiner Tante wusste ich, dass es kurz nach dem Start erst mal bergauf geht. Und so war es dann auch. Mein Plan war, die Antiege schnell hoch zu gehen und bergab immer zu laufen. So hab ich gehofft, möglichst weit gut durchzukommen. Der Plan ging bis zum Schluss auf!

Auf den ersten 25 km dachte ich trotzdem, ich bin im falschen Film. Noch nie bin ich so viel bergauf unterwegs gewesen. Am Vorabend hatten wir schon das Hotel für nächstes Jahr reserviert, auf den ersten 10 km wollte ich das schon wieder stornieren ;-)

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Aber was soll ich sagen, man gewöhnt sich an alles und so hab ich dann km für km weitergemacht. Die Landschaft war so schön, die Aussicht richtig toll. Ich hab das einfach genossen. Hab nicht zu sehr an die Anstiege gedacht, ich war ja nicht allein. Viele andere Läufer hatten ja auch zu kämpfen. Als der Inselsberg erreicht war, hab ich mich schon mal sehr gefreut.

Kurz danach hatte mein Onkel gewartet. Dort dann kurz erzählt, was getrunken, Cap aufgesetzt und dann weiter gelaufen. Ich habe jeden Verpflegungspunkt (VP)mitgenommen. Dort immer getrunken und an den größeren VPs auch immer etwas gegessen.

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Eine kleine 250 ml Trinkflasche hatte ich auch dabei, so dass ich immer versorgt war. Die VPs waren super ausgestattet und alle waren dort sehr freundlich und hatten ein paar nette Worte für die Läufer übrig. Das fand ich klasse. Irgendwann bin ich bei der zweiten Zeitmessung angekommen. Und war dort immer noch guter Dinge.

Die Strecke wurde danach allerdings nicht einfacher und ich musste acht geben, mir meine Kräfte weiterhin gut ein zu teilen. Wichtig war für mich, dass ich in Oberhof nicht rausgenommen werden, weil ich das Ziel sonst nicht im Zeitlimit erreiche. Auch das hat geklappt und ab da waren es nur noch 20 km. Ich hab dann für mich immer gerechnet. Selbst, wenn ich nur noch gegangen wäre, hätte ich das Ziel rechtzeitig erreicht!

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Es ist wie so oft, ab 40 km konnte ich wieder besser laufen. Da macht mir das alles nichts mehr aus. Selbst die Anstiege gingen relativ locker vorbei. Manchmal bin ich schneller gegangen, als mancher gelaufen ist. Bergab war ein Segen für meine Beine und die letzten 10 km ging es ja auch fast nur noch bergab. Da konnte ich auch noch gut laufen.

Das Ziel war nun sehr nah. Und dann kam auch schon die Zielgerade; man wird namentlich genannt, bevor man über die Ziellinie läuft. Das war für mich ein großartiger Moment und man denkt nur noch, noch ein paar Meter und dann hast du es tatsächlich geschafft.

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Im Ziel bekam ich dann meine Medaille und auch das schicke Shirt konnte ich abholen. Ans Aufgeben hab ich zu keinem Zeitpunkt gedacht. Ich hatte auch keinen mentalen oder körperlichen Einbruch. Vielleicht habe ich an diesem Tag alles richtig gemacht. Ankommen war mein Hauptziel, ein kleines Wunschziel war eine Zeit unter 10 Stunden. Es sind nur wenige Minuten mehr geworden und darüber habe ich mich wirklich sehr gefreut.

Für mich war ein Lauf dieser Art absolut Neuland, schon allein wegen der vielen Höhenmeter. Aber ich fand es toll und das Zimmer für nächstes Jahr ist natürlich nicht storniert.

Wo ein Wille ist, ist auch ein Weg – auch wenn dieser größtenteils bergauf geht ;-)

Text: Steffi Reuter, Bilder Steffi Reuter und Cathrin Haake, 22.05.2019

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