Laufgemeinschaft der Deutschen Ultramarathon-Vereinigung e.V.

Der 156 Kilometer lange Hermannsweg gilt als einer der schönsten Höhenwege Deutschlands und verläuft über den Kamm des Teutoburger Waldes. Der Hermannsweg geht in den Eggeweg über, beide zusammen ergeben die Hermannshöhen. Diese gehören zu den „Top Trails of Germany“. Ein weiterer Top Trail, den ich als selbstorganisierten Etappenlauf erkunden wollte.

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1. Etappe

Was für ein erster toller Tag auf dem Hermannsweg. Nach einer entspannten Anreise mit dem Zug bin ich morgens in Rheine, dem offiziellen Beginn des Weges, gestartet. Zunächst ging es recht flach dahin. Die ersten Meter entlang der Ems, dann wechselten sich Wälder und Felder ab, bis ich schließlich nach 20km am Fuße des Teutoburger Waldes ankam. Ab da ist der Hermannsweg der Kammweg, wofür er bekannt ist (gilt er doch als einer der schönsten Höhenwege Deutschlands). Bis Tecklenburg (km38) geht der Weg durchweg durch den Wald, gespickt mit tollen Aussichtspunkten über die Ebene vom Münsterland.

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Ein Highlight waren auf der 1. Etappe die Dörenther Klippen, eine Sandstein-Felsformation, die aus dem Wald herausragen. Hinter Tecklenburg geht es gefühlte Ewigkeiten an Kalksteinbrüchen vorbei, was zumindest für die Aussicht hilfreich ist. Das Ziel der 1. Etappe war Bad Iburg, das ich nach 63km erreichte.

km 62,6; hm 1046; std 7:57

2. Etappe 

Der 2. Tag auf dem Hermannsweg war erneut eine Freude! Anders als am ersten Tag ging es hinter Bad Driburg direkt den ersten Berg hoch. Während am Vortag der Weg durch ein stetiges und kurzes Auf und Ab geprägt war, so war die Charakteristik der 2. Etappe zwar auch von einem stetigen, aber immer langgezogenem Auf und Ab geprägt. Die Anstiege waren zum Teil echt knackig, was die Sache mit dem schweren Rucksack nicht einfacher gemacht hat. Das Wetter verwöhnte mich wieder mit reichlich Sonnenschein, so dass ich direkt in kurzer Hose gestartet bin (Ende Februar, da hatte ich mich bei der Planung im Vorfeld auf anderes eingestellt).

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Unterwegs gab es mehrere Türme, die ich natürlich nicht einfach so passieren konnte. So bestieg ich jeden und sammelte zusätzliche Höhenmeter. Leider war es etwas diesig, wodurch die Fernsicht nicht ganz so gut war. Eine Pause konnte ich nach 22km beim Bäcker im örtlichen Supermarkt machen, wo ich bei den Anwesenden etwas irritierende Blicke auf mich zog. Nach 50km erreichte ich dann Bielefeld, das Ziel der 2. Etappe.

km 52 (114,6); hm 1551 (2597); std 6:53 (14:50)

3. Etappe

Am 3. Tag meiner Tour führte mich der Hermanns- und später der Eggeweg bis nach Altenbeken, zu meinem Ziel. Aber erstmal zurück zum Start der Etappe: Nach einem kurzen Lauf durch die Bielefelder Altstadt ging es hoch zur Burg Sparrenberg. Von dort und von dem anschließenden Promenadeweg hatte ich einen schönen Ausblick über die Stadt bei einem herrlichen Sonnenaufgang. Nach gut 5km war ich zurück auf dem Kamm des Teutoburger Waldes. Dieser eröffnete sich mit Verlauf des Weges immer mehr zu einem breiten Gebirge, was ein deutlicher Unterschied zu den ersten beiden Etappen ist.

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Das erste Highlight war das Hermannsdenkmal, das ich nach guten 30km erreichte. Nun habe ich den Namensgeber des Weges wenigstens mal kennengelernt, auch wenn er nicht so gesprächig war. Das nächste Highlight waren die Externsteine, die wie aus dem Nichts aus dem Wald auftauchten. Als Touri bin ich natürlich hoch zur Plattform. Etwas überraschend für mich war das dritte Highlight der Etappe: der Gipfel vom Lippischen Velmerstot. Dort oben ist eine Landschaft, mit der ich einfach nicht gerechnet hatte - eine Heidelandschaft mit zerklüfteten Sandsteinfelsen. Von dort geht der Hermannsweg hinab nach Leopoldstal, dem offiziellen Ende. Ich bin jedoch weiter auf dem Eggeweg Richtung Süden bis Altenbeken gelaufen, da ich von dort bequem und ohne umzusteigen nach Hause fahren konnte.

km 64,2 (178,8 total); hm 1650 (4247 total); std 8:31 (23:21 total)

Die Hermannshöhen sind absolut ein Laufabenteuer wert. Wenn also mal jemand Lust hat, einen eigenen Etappenlauf zu machen, so kann ich diesen auf jeden Fall empfehlen!

Text und Bilder: Sebabstian Gonschorek, 11.03.2019

Auf seiner im Aufbau befindlichen Internetseite berichtet Sebastian auch von anderen Touren und gibt Tipps zur Vorbereitung und Durchführung: http://www.ultraweit.de/

 

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