Laufgemeinschaft der Deutschen Ultramarathon-Vereinigung e.V.

Nach 2014 fanden dieses Jahr zum zweiten Mal die Ulltratrail-Meisterschaften in Reichweiler beim K-UT statt. Rund um den Keufelskopf galt es, eine anspruchsvolle Strecke von 78km mit ca 3000 Höhenmeter zu bewältigen, die mit schmalen Wegen, knackigen Anstiegen, brutalen Downhills, Wald- und Wiesenwegen und immer wieder auch schönen Ausblicken auf die wunderbare Pfälzer Landschaft alles bot, was ein Trailliebhaber mag.

Am Ende des Tages setzte sich sowohl in der Einzel- als auch in den Mannschaftswertungen Erfahrung durch, denn alle Top-Platzierten haben bereits eine längere, erfolgreiche Ultralaufvita.

KUT 01

Gewonnen haben Pia Winkelblech (Landau Running Company), die damit ihren Titel des Vorjahres souverän verteidigen konnte und Andre Collet, der bereits mehrfach an 100km-Weltmeisterschaften teilnahm. Das Podest komplettieren Annette Müller und Pamela Veith sowie Max Kirschbaum und Martin Ahlburg.

KUT 01b

Am ersten Versorgungspunkt waren drei Favoriten noch beisammen. Martin Schedler, Deutscher Meister im Ultratrail und WM-Teilnehmer, Max Kirschbaum und Andre Collet. Martin musste als erster abreißen lassen, denn nach überstandener Krankheit war er noch nicht 100%ig fit. Zwischen Max und Andre entwickelte sich ein spannendes Duell, was letztendlich Andre mit knappen Vorsprung für sich entscheiden konnte.

KUT 02

Kurz vor dem Briefing und Start hatten wir uns zu unserem obligatorischen Vereinsfoto zusammengestellt. Die Spannung knisterte förmlich im Team, denn für einige war es der erste Lauf mit diesem technischen Anspruch, für andere war es der erste Meisterschafts-Start. So begannen alle mit viel Respekt und hochmotiviert das Rennen. Auf der Meisterschaftsstrecke waren wir wieder mit einem sehr starken Team vor Ort, bestehend aus einer Frau und zwanzig Männern. Außerdem startete Michael Bomm auf dem Short Trail.

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Eric Geidel, ein starkes, neues Vereinsmitglied, an der ersten Wasserstelle. „Verpflegungspunkt“ wäre etwas übertrieben, denn das Konzept der Veranstaltung sieht eine Semi-Autonomie vor, was bedeutet, dass es an den Versorgungspunkten lediglich Wasser zum Nachfüllen gibt. Sämtliche Verpflegung für die 8 bis 15 Stunden Laufzeit musste in einem Rucksack von den Läufern mitgeführt werden!

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Falk Sittner zeigte bei km 19 noch keinerlei Anzeichen von Anstrengung.

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Am Wegesrand hatte das Organisationsteam um Eric Tuerlings viele lustige, manchmal tiefsinnige Sprüche platziert, außerdem ab und zu Kilometermarken. Dazu gab es eine überwiegend hervorragende Markierung der Strecke mit Flatterbänder und Kreidepfeilen – was natürlich längst nicht allen Teilnehmern Extrakilometern ersparte.

KUT 06

Manche Schilder enthielten allerdings Geheimbotschaften in fremden Sprachen und so manch einer der sie nicht schnell genug decodieren konnte, fand sich sitzend im Unterholz wieder. Überhaupt: Stürze und ein wenig Blut gehören bei einem richtigen Trail einfach dazu, war eine andere Botschaft. Und in der Tat hielten sich nach meinem Eindruck der Erzählungen die Gestürzten und die Nicht-Gestürzten die Waage.

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Stefan Beckmann, einer unserer erfahrensten Trailläufern fiel so unglücklich auf das Knie, dass er den Lauf chancenlos abbrechen musste, was megaschade ist. Er war damit nicht der einzige, der stürzte – denn unsere Sturz- und auch unsere Verlaufspezialisten hatten ja einen Ruf zu verteidigen.

KUT 08

Wir hatten ein klasse Supportteam vor Ort. Cathrin Haake und Sylvia Faller, die gerne selbst gestartet wäre, sich aber im Training verletzte, waren mit Martina Stumpf-Irrgang unsere Motivationshelfer an den „Tankstellen“.

KUT 09

Klaus Haake ist noch nicht im Ziel, sondern freute sich auf Sekunden der Muße am Versorgungspunkt.

KUT 10

Ein Meister der Selbstmotivation ist Willi Klesen. Ihm nimmt man ohne Zweifel ab, dass er bis zum Ende einfach nur Spaß hatte. Auf der anderen Seite hatte er eine sehr gute Form und fühlte sich bei dem Streckenprofil richtig wohl.

KUT 11

Franz Faller mit mir kurz vor dem Versorgungspunkt bei km 47. Der Eindruck täuscht – wir waren beide bereits ziemlich ko. Der letzte Versorgungspunkt war ca 15 km vor dem Ziel und die dortigen Betreuer ermunterten zum Endspurt: „Nur noch die Kindergartenrunde!“ Als Wiederholungstäter wusste ich aber, dass dies auch nur einer der üblen Scherze von Eric war, denn es folgte der schwierigste Teil mit unglaublich steilen Rampen im Auf- und Abstieg. Hier waren teilweise Seile zum Hochziehen gelegt, denn mit Stöcken alleine wäre der Weg nicht zu schaffen gewesen. Und mit Sicherheit waren das zwei Tage vorher noch gar keine Wege, sondern im Dickicht versteckte Abgründe. Kein normaler Streckenplaner käme auf die Idee, hier eine Läufergruppe hoch- oder runterzulassen.

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Passenderweise thematisierten sich nun verstärkt auf den Schildern der Schmerz und die Erlösungssehnsucht. Noch ein Beispiel: Beeil dich, das Bier wird warm.

KUT 13

Bis zur Siegerehrung beglückwünscht der Organisationschef Eric Tuerlings die Finisher höchstpersönlich und übergab ihnen die wohlverdiente Medaille, wie hier Walter Hösch, der wieder einmal eine klasse Leistung zeigte und am Ende des Tages in seiner Alterklasse mit der Silbermedaille belohnt wurde.

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Wieder einmal unser erfolgreichster Läufer war Hans-Dieter Jancker, der gleich ein ganzes Medaillenset mit nach Hause nehmen konnte: Gold in seiner Altersklasse, Silber mit der Mannschaft Männer 50+ und Bronze mit der Männermannschaft. Seine Leistungen sind sehr beeindruckend.

Der Jüngste im Team war auch gleichzeitig der Beste: Jonathan Gakstatter lief in der Gesamtwertung auf Platz 8 und konnte nach einer längeren Verletzungspause voll überzeugen. Diese Platzierung in einem sehr starken Meisterschaftsfeld ist sein bisheriger größter, sportlicher Erfolg, über den er sich sehr freuen konnte.

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Mit Kerstin Conrad waren wir in der Frauenwertung gut vertreten. Obwohl sie nach eigener Aussage keine Trail-Spezialistin ist, lief sie ein tolles Rennen und kam ohne größere Probleme nach dem Absolvieren der Runde wieder in Reichweiler am Dorfgemeinschaftshaus an.

KUT 16

Mit Spannung wurde die Auswertung der Mannschaftswertungen erwartet. Es gab bei den Männern zahlreiche Vereine mit einem Team und ein klarer Favorit war im Vorfeld nicht zu erkennen. Am Ende setzten sich die Freunde aus Kempten vom LG Allgäu durch mit einem überragenden Thomas Miksch auf Platz 7 der Gesamtwertung. Das unser erstes Team auf dem Podest landete – darauf hatten wir gehofft, aber das unser zweites Team sogar die Bronzemedaille holte, übertraf dann doch unsere Erwartungen.

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Man könnte auch sagen, suche die drei Unterscheide, so verblüffend ähnlich ist dieses Bild, aber es zeigt die Wertung der Männermannschaften 50+. Auch hier siegte – diesmal nicht überraschend – LG Allgäu vor zwei Mannschaften von uns. Interessanterweise sind es sogar überwiegend die gleichen Personen! Leider waren zum Zeitpunkt der Mannschaftsehrung nicht mehr alle Geehrten anwesend, da einige von ihnen bereits ihre Heimreise antreten mussten.

Eine Frauenmannschaftsehrung fand, so lange ich vor Ort war, nicht statt. Von den Anmeldezahlen hätten Landau Running Company und LC Blueliner eine bilden können.

Die Bundesligaauswertung kann nur grob geschätzt werden, da es noch keine Ergebnisliste gibt. Aber aufgrund der starken Mannschaftsleistungen unserer Männer vermute ich, dass wir den Lauftag gewonnen haben und zum zweiten Mal in dieser Saison „Mannschaft des Tages“ wurden. Allgäu hat beide Mannschaftswertungen gewonnen und in der AK M55 die erste drei Plätze belegt – das hat schon Gewicht und sind 24 oder 25 Roh-Punkte - das könnte Platz 2 bedeuten. Die Berliner LG Nord haben mit ihren 4 Leuten in der Gesamt- und Altersklasse ebenfalls gut gepunktet, allerdings ist unklar, wo sich die Männer-Mannschaft einreiht. Landau war bei den Frauen stark, aber bei den Mannschaften nicht genannt. Würzburg und die Blueliner waren ebenfalls gut dabei. Die Auflösung gibt es in den nächsten Tagen, wenn die Ergebnisliste in die DUV-Statistikdatenbank eingespielt wurde.

KUT 18

Thorsten Klenke kam als letzter von uns ins Ziel, als die offiziellen Ehrungen schon beendet waren. Er zeigte eine enorme Willensleistung, indem er diesen Lauf erfolgreich zu Ende gebracht hat. Entsprechend begeistert wurde er von allen Anwesenden bejubelt. Franz Faller, der ebenfalls große Kämpferqualitäten zeigte, gratulierte mitfühlend.

KUT 19

Zu meinem Lauf: Mein Trainingszustand war wie leider zuletzt oft nicht so gut und so war mein Plan, wirklich langsam zu beginnen und dann im Laufe des Rennens nur noch ein bisschen langsamer zu werden. Das hat sogar einigermaßen funktioniert und so konnte ich mich von VP zu VP im Ranking etwas steigern und zwischendurch ab und zu einen von uns treffen und ihn einige Kilometer begleiten. Ansonsten unspektakulär: Kein Sturz, keine Extrakilometer, keine Krämpfe, keine Blasen, keine anderen Probleme – mit mehr Training hätte ich unterwegs noch mehr Spaß gehabt und mich über die Herausforderungen der Strecke uneingeschränkt gefreut. So war ich unglaublich happy nach einer schier endlosen Anstrengung ins Ziel zu kommen.

Weitere Bilder zur Veranstaltung;

Die Platzierungen werden ergänzt, nachdem die Ergebniliste vorliegt.

Text: Michael Irrgang, Bilder: Martina Stumpf-Irrgang, Cathrin Haake, Sylvia Faller, Michael Irrgang, 10.06.2019

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