Laufgemeinschaft der Deutschen Ultramarathon-Vereinigung e.V.

KonradVogl

239 km – 7.500 Höhenmeter – non stop

Bei einem der längsten non Stop Trailläufe in Deutschland, dem Jurasteig Ultratrail kurz JUNUT 239 km, war der Ultraläufer Konrad Vogl aus Reichling unterwegs. Er stellte sich mit insgesamt 90 weiteren Startern aus 9 Nationen dieser unglaublichen Herausforderung. Die Teilnehmer hatten etwas mehr als 2 Tage – maximal 54 Stunden Zeit, den Jurasteig mit einer Länge von 239 km und kumulierten 7.500 Höhenmetern zu bewältigen.

Normalerweise wird dieser Rundkurs in 12 Tagesetappen erwandert. Das Läuferfeld wurde anhand der persönlichen Laufleistungen durch den Veranstalter im Herbst 2017 eingeladen. Unter riesigem Applaus der zahlreichen Zuschauer erfolgte Punkt 9 Uhr der Startschuss auf dem Markplatz von Dietfurt im Altmühltal bei angenehmen Temperaturen. Die Teilnehmer mussten 12 VPs (Versorgungspunkte) während des Rennens anlaufen. Weiterhin erfolgt die Kontrolle der vorgegebenen Laufstrecke mittels GPS-Tracker. Somit konnte die Rennleitung sowie der interessierte Zuschauer im Internet jeden Läufer verfolgen. Zur Orientierung auf der Strecke dienten den Läufern, die angebrachten „Jurasteigplaketten „ an den Bäumen sowie das persönliche GPS Gerät, auf welchem man sich die Route herunterladen musste. Die Strecke führte größtenteils über Pfade, Schluchten und Waldwege.

Nach den VPs in Riedenburg. und Kelheim ist in Matting nach 78,5 km und 2655 Höhenmeter der erste cut off VP erreicht. Hier ist auch die erste Gepäckaufbewahrung (Drop- Bag). Nachdem Vogl die Vorräte aufgefüllt und sich kleidungstechnisch fertig für die erste Nacht gemacht hat, wurden die Läufer in Kleingruppen in völliger Dunkelheit mit dem Rettungsboot der Freiwilligen Feuerwehr über die Donau geschifft. Weiter ging es nun in der um den Gefrierpunkt kalten Nacht über die VPs Schönhofen, Pielenhofen, Dallackenried nach Schmidmühlen, wo sich nach gelaufenen 138,5 km und 4.800 Höhenmetern der zweite cut off VP befand. Vogl traf dort in den Morgenstunden ein. „ Dieser VP war für mich wahnsinnig wichtig, nachdem ich hier warmes Essen und reichlich warme Getränke aufnehmen konnte. Nach ca. 24 Stunden Laufzeit ist es wichtig seine Energie reichlich nachzufüllen. Nachdem für den Tag sehr warme Temperaturen angekündigt waren, musste sich Vogl am VP noch Kleidungs- und Versorgungstechnisch auf die anstehende Tagesetappe vorbereiten.


Über Hohenburg ging es nach Kastl. Hier befand sich auch das Ziel für die Läufer, welche sich für die 170 km ( Bambinistrecke) gemeldet hatten. Für Vogl auf der Langstrecke bedeutete dieser VP einen weiteren cut off Punkt mit Gepäckaufbewahrung. Mit der entsprechenden Kleidung und Stirnlampe ausgerüstet ging es nun in die gefürchtete zweite Nacht. „ In der zweiten Nacht ist man dann schon über 36 Stunden unterwegs und vernimmt immer mehr diese zunehmende Müdigkeit. Der Körper springt nun in die Reserve, die Füße und Muskeln werden verkrampfter. Die schmerzenden Fußsohlen ignoriert man“. Weiter geht es über Habsberg nach Deining. Die zweite Nacht wirkt auf die Läufer noch kälter und anstrengender. Vogl berichtet: „ Ich habe angefangen zu halluzinieren, sah Bänke, wo gar keine waren, Tiere, Gebäude, Gesichter im Nebel, mein Kopf spielte Märchenland. Mit Kopfrechnen versuchte ich mich wach zu halten, irgendwie, pikste mir ab und an selbst in die Haut um wach zu bleiben“. Nach 202 km und 7.000 Höhenmeter war der letzte cut off VP auf der Strecke – Deining erreicht. An diesem VP wurde Vogl darüber informiert, dass derzeit nur noch 35 Läufer in der Wertung sind- der Rest ist bereits ausgestiegen.

Nach einer Menge an Kaffee und Schmalz- und Nutellabroten geht Vogl auf die 21,1 km zum letzten VP nach Holnstein. „Aufgrund der Müdigkeit habe ich mich auf diesem Teil um 5 km verlaufen – dies war ein absoluter Horror und Tiefpunkt. Da würde man am liebsten aufhören und nur noch schlafen“ Vogl verpflegte sich jedoch am VP ein letztes mal, und motiviert sich, Auch die VP-Betreuer motivieren ihn mit den Aussagen, dass er sehr gut dabei ist, und mit zu den besten gehört - bevor es auf die letzten 16 km nach Dietfurt ins Ziel geht. Nach 48:49 Stunden erreichte er in Dietfurt als 13 ter der Gesamtwertung von 30 Finishern und Platz 3 in der AK das Ziel. Der Ausfall von 60 Läufern und somit 2 Drittel des Starterfeldes zeigt, welche Anforderungen an die Akteure gestellt wurden.

„Bei dem Lauf habe ich mir immer wieder vorgesagt: Hör nicht auf wenn es weh tut, hör auf wenn du im Ziel bist“.

Foto: Jasmin Vogl Text: Margit Messelhäuser und Dominik Wimmer 25.04.2018

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