Laufgemeinschaft der Deutschen Ultramarathon-Vereinigung e.V.


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Der LGU Deutschlandlauf ist eine Veranstaltungsreihe, bei der sich die Mitglieder gegenseitig besuchen oder gemeinsam eine Runde laufen. Seit Mai werden in allen Regionen verschiedene Etappen geplant und gelaufen, wobei sich die Betroffenen über die Strecke, die Länge, das Tempo, die Versorgung, An- und Rückreise selbst abstimmen müssen.

Gäste sind dabei gerne willkommen.

Rosenheim EviAm 6.8. wurde von zwei Startorten ein gemeinsames Ziel angelaufen. Es ging von München und Salzburg nach Rosenheim.

Für Evi und Guido Piehlmeier war es bei dieser Etappe im Vergleich zu Martin zwar von der Länge her etwas kürzer, aber aufgrund der Hitze eine harte Einheit, bei auf dem Deich gefühlte "mindestens 40 Grad".

Rosenheim Evi Damm

Rosenheim Evi Fluss

Rosenheim Evi Strecke

Martin ist in Salzburg gestartet. Hier sein Bericht:

Nach einigen Terminjonglierereien hatten wir es dann doch geschafft. Am Montag, 06. August fand das Treffen München/Salzburg in Rosenheim statt. Ursprünglich war auch über eine 2-Tages-Tour mit Übernachtung nachgedacht worden, letztendlich kristallisierte sich dann doch heraus, dass nur ein Tag gelaufen und dafür ein Treffen in der Mitte gefunden werden sollte. Leider haben wir unseren Lauf etwas kurzfristig bekanntgemacht, so dass dann doch nur Evi und Guido aus München und ich aus Salzburg uns getroffen haben. Evi und Guido waren aber dadurch genauso ungebunden in der Planung der Strecke wie ich. Sie fuhren erst mit der S-Bahn bis Holzkirchen und begannen dort ihren Lauf entlang des Mangfall-Radweges, ich selbst startete direkt ab der Haustüre.

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Da es bereits in den letzten Tagen sehr heiß war und auch für den Lauftag zwar zum Teil Wolken, aber trotzdem Temperaturen über 30°C angesagt waren, hatte ich mich für eine Strecke hauptsächlich abseits der Straßen, dafür durch Wälder und ohne Asphalt entschieden. Verpflegungsstationen brauchte ich nicht vorzubereiten oder einzuplanen, da ich immer wieder durch Ortschaften mit Einkaufsmöglichkeiten kommen sollte. Pünktlich um 06:00 Uhr verließ ich das Haus Richtung Deutschland. Schon nach 5 km überquerte ich die Saalach und damit die Grenze nach Deutschland, was ohne Stau und Passkontrolle unproblematisch war ?.

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Die mit Komoot geplante und auf GPS-Gerät und Laufuhr gespeicherte Route führte mich durch eine wunderschöne Landschaft, zum Teil über Wege, die mehr an Trampelpfade ...

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erinnerten, zum Teil über touristisch aufgewertete Wanderwege wie den Teisendorfer Rundwanderweg.

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Das erste Etappenziel Traunstein erreichte ich nach gut 35 km, etwas über 1/3 der Strecke aber weit über die Hälfte der insgesamt ca. 1.150 barometrisch gemessenen positiven Höhenmeter. Unterwegs hatte ich zwischendurch an Brunnen meine Wasserflaschen immer wieder aufgefüllt und mit Mineralien angereichert. Eigentlich benötigte ich keine weitere Verpflegungsaufnahme und lief ohne Zwischenstopp weiter Richtung Chiemsee. In der Planung hatte ich mich für die Nordumrandung des Chiemsees entschieden, hier führt auch die Bahnstrecke Salzburg-Rosenheim entlang, falls ich aufgeben sollte, wäre es auf dieser Route einfacher nach Rosenheim zu gelangen. An Aufgeben dachte ich aber überhaupt nicht, an Essen fast auch nicht, da musste ich mich (wie fast immer beim Laufen) zu zwingen. Mehr als ein Gel und ein Energieriegel gingen aber nicht zum Runterwürgen, dafür immer wieder Flüssigkeit. Nach 6,5 Stunden und 55 km war ich am Ufer des Chiemsees.

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Jetzt ein Bad nehmen, entspannen, Bier trinken und Eis essen - ein Traum! Aber wenig hinter Seebruck genehmigte ich mir dann doch eine Pause. Ein Gastgarten eines Campingplatzes war zu verlockend, zumindest ein kaltes, alkoholfreies Bier (naja, gut, es waren zwei) zur kurzen Regeneration gönnte ich mir. Außerdem steckte ich mir für den letzten Streckenabschnitt noch eine extra Portion Energie ein.

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13:30 Uhr, noch gut 35 km mit wenigen Höhenmetern vor mir - ich könnte evtl. bis 17:00 Uhr (unserem anvisierten Termin) in Rosenheim sein. Aufgefrischt ging es weiter. Jetzt musste ich ein kurzes Stück auf einem Radweg parallel der Straße in sengender Hitze laufen, puh das war schon mühsam. Jedes Mal, wenn etwas Schatten war, versuchte ich etwas schneller zu laufen, in praller Sonne wollte ich es nicht übertreiben. Vor Bad Endorf befindet sich eine ganze Seenplatte. Hier war es wieder angenehmer durch Schatten und, weil immer wieder eine leichte Brise vom Wasser her wehte.

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Am Simssee zeigten sich dann aber Schwächen der digitalen Planung. Eine Weggabelung wird auf dem GPS-Gerät nicht angezeigt. Zuerst folgte ich der Hauptrichtung nach rechts - Sackgasse. Zurück und auf der linken Strecke weiter - Ende in einem Sumpfgebiet. Wieder zurück mit permanentem Blick auf das GPS-Gerät. Wo ist nur der vorgegebene Pfad? Nirgends zu finden! Also musste ich mir im Wald meinen eigenen Weg durch die Wildnis suchen, in natura war nichts zu erkennen von einer Markierung oder gar Spuren eines ehemaligen Weges. Ich kraxelte entlang der angezeigten Strecke auf dem GPS-Gerät einen Hang hoch, wo ich dann wieder auf einen alten Wanderweg stieß. Weiter ging es auf der Ostseite des Sees. Weiter war es öfters mehr ein Suchen, denn der Weg ging über alte Pfade, die teilweise mit Dornen, Brennnesseln und Gestrüpp überwuchert waren, was ein Laufen unmöglich machte. Endlich gelangte ich auf den Rundweg um den Simssee, jetzt waren Orientierung und Laufen (trotz Hitze) wieder möglich. Einen kleinen Umweg musste ich noch auf mich nehmen, da ein Stück Wiese abgesperrt und explizit das Queren verboten war, hier führte wohl früher der Weg entlang, den mir mein Gerät anzeigte. Vom Südufer des Simssees sind es nur noch 8 einfache km nach Rosenheim.

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Die Stadtgrenze liegt direkt am Inn, gleich danach führt die Straße über die Mangfall. Irgendwo hier wollte ich mich kurz frisch machen und das Gewand wechseln, fand aber keinen direkten Zugang zum Wasser. Also einfach auf der Route weiter zum vereinbarten Treffpunkt. 500 Meter vor dem Ziel sah ich zum Glück noch den Stadtbach mit extra Zugang zum Wasser. Jetzt konnte ich mich doch noch schnell abkühlen und von Schweiß und Staub befreien. Eva und Guido hatten sich schon mit einer Freundin getroffen und warteten gemeinsam in einer Pizzeria auf mich.

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Den vereinbarten Zeitpunkt von 17:00 Uhr hatte ich zwar nicht einhalten können, trotzdem war es noch ein schöner Abend und gemeinsam gingen wir zum Abschluss zum Bahnhof. Zurück nach Hause ließen wir uns von der Bahn chauffieren und so verabschiedeten wir uns, Eva und Guido wieder zurück nach München, ich nach Salzburg. Letzte Anmerkungen: 93,56 km, 1.147 Hm, 12:35:20 h incl. Pause, Ø-Temp. 25,8°C, max. Temp. 39,0°C. Wieder neue, schöne, interessante Gegenden entdeckt und einen wunderbaren Lauftag gehabt. Wurmnavigation ist gut, GPS-Gerät ist besser, die Wirklichkeit ist am besten. Und überhaupt: Wo waren die vorhergesagten Wolkenfelder?

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Texte: Michael Irrgang, Martin Kurz, Bilder: Evi Piehlmeier, Martin Kurz, 13.8.2018

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