Laufgemeinschaft der Deutschen Ultramarathon-Vereinigung e.V.

Transscania 2018

Üblicherweise entsteht ein Bericht von einem Ultra bei mir bereits während des Laufs. Dabei leiten mich Fragen wie „Was interessiert die Leser?“, „Was ist besonders an diesem Lauf?“, „Welche Erlebnisse sind am eindrucksvollsten?“ usw.

Beim Transscania hatte ich diese Überlegungen nur selten, und wenn, dann sind mir die entsprechenden Antworten verloren gegangen..

Der Reihe nach …

Nach meinem ersten 100 Meiler letztes Jahr (Mauerweglauf) sollten neue, längere Herausforderungen her. Meine Wahl fiel im Herbst auf den Transscania, einer doppelte Durchquerung der südschwedischen Landschaft Schonen (schwedisch „Skåne“, lateinisch „Scania“) von Bjärred an der schwedischen Südküste nach Håväng an die Ostküste und zurück nach Lund, dem historischen Zentrum Südschwedens. Insgesamt 246 km auf dem „Skåneleden“ (einem Wanderweg) überwiegend auf Trails und Schotterstraßen und einem Cut Off von 60 Stunden – für mich sehr herausfordernd aber es schien mir machbar …

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Quelle: transscania.se

 

Anfang November erhielt ich dann die Bestätigung vom Veranstalter, dass ich dabei bin – immerhin gab es nur 20 Startplätze.

Jetzt ging es für mich wirklich mit der Vorbereitung los: Karten vom  „Skåneleden“ organisieren, Google Maps analysieren etc.

Meine Trainings- und Wettkampfplanung richtete ich komplett auf diesen Wettkampf aus:

  • Mehr lange Läufe, dafür aufgrund der zeitlichen Belastung weniger Läufe;
    viele Nachtläufe, fast alle langen Läufe startete ich am späten Abend oder führten mich in die Nachtstunden
  • Die DM 100k im März in Rheine (ein Flop für mich, aber wir lernen ja mit Krisen umzugehen ;-)
  • Meinen ersten (und vermutlich auch einzigen) 24Stunden Lauf Anfang Juni in Saeby (DK) – auch kein Ruhmesblatt, aber ich wusste von hieran, dass ich bescheidener an mein großes Ziel herangehen musste. Auch rückte der Umgang mit Schlafdefiziten mehr in den Fokus.
  • Erstmalig lief ich auch einen Kurztrail (25k) bei Hitze mit Vorbelastung. Das machte mir wieder richtig Spaß, zumal ich recht weit vorne dabei war – und hierbei bleibt es mit Sicherheit nicht bei einem Lauf J

Im März traf ich in Rheine zufällig Georg, der den Transscania bereits 2016 finishen konnte und mir zahlreiche hilfreiche Tipps gab, die mir u.a. halfen, meine Ausrüstung abzurunden und zu optimieren.

Nach den 24Stunden von Saeby fiel ich in ein Motivationsloch, dass sich ab Anfang Juli so vertiefte, dass ich beschloss, das Tapering ‚mal auf 5 Wochen zu verlängern … Nicht die schlechteste Idee im Nachhinein.

Bereits drei Wochen vor dem Wettkampf ging es mit der Familie in den Urlaub nach Schweden. Wir reisten mit dem Wohnwagen durch den heißesten Sommer in Schweden seit Beginn der Wetteraufzeichnungen im 18. Jahrhundert. Statt zu laufen ging ich viel lieber mit meinen Lieben paddeln oder schwimmen. Ein angedachter langer Lauf mit meiner Fahrradbegleitung vom letztjährigen Mauerweglauf fiel leider aus, so dass aus dem langen Tapering eher eine lange Regenerationsphase wurde. J

Da ich bereits wochenlang vorher in der Hitze trainiert hatte, hatte ich eigentlich keine wirklichen Bedenken in Bezug auf die Temperaturen. Außerdem kündigte die Wettervorhersage eine Abkühlung auf die üblichen schwedischen Sommertemperaturen (20-25 Grad) an. Ich wusste, dass die Versorgung, insbesondere mit Nahrung und Wasser die große Herausforderung werden würde, da der Lauf komplett ohne Versorgungspunkte war. Es gab lediglich einen Dropbag Standort ungefähr in der Mitte Schonens, der zwei Mal passiert wurde, den ich aber nicht nutzte.

Am heißesten Tag des Jahres fuhr mich meine Familie nach Lund. Nach Besichtigung des eindrucksvollen Doms (immerhin der älteste Skandinaviens) bezog ich mein Hotel und machte mich auf zum „Pre-Race Dinner“. Am Eingang traf ich den einzigen weiteren Ausländer Rouven aus den Niederlanden, der aber in Lund lebt und mich gleich darauf hinwies, dass hier ein Teil der schwedischen Ultra Elite antrat.

Nach einem sehr netten und unterhaltsamen Briefing gab es ein Essen, das für deutsche Ultraläufer doch etwas exotisch (Thai) und insbesondere unterdimensioniert ausfiel. So war ich froh, mich bei einem Kiosk um die Ecke anschließend noch mit Sandwiches und Dosenbier stärken zu können.

Ich schlief recht gut, bis mich heftiger Regen weckte – über Schonen zog ein nicht vorher gesagtes, aber sehr heftiges Gewitter mit dem ersten richtigen Regen seit Wochen hinweg. Umdrehen, Hauptsache weiter schlafen, denn es würde lange dauern, bis ich dazu wieder Gelegenheit bekäme.

Leider fiel das Frühstück im Hotel aufgrund der frühen Uhrzeit aus, aber ‚mein‘ Kiosk war wieder die Rettung – Kanelbullar und Kaffee waren eine zumindest ausreichende Grundlage.

Im Startgeld enthalten war der Transfer von Lund zum Start in Bjärred, jeweils vier Läufer wurden in ein Taxi verfrachtet und 15 Minuten später waren wir an der „Långa Bryggan“, einer der längsten Seebrücken Schwedens. Hier gab es die für diesen Lauf obligatorischen GPS Tracker, die es Familie, Freunden und vor allem den zwei (!) Organisatoren erlaubten, die Läufer im Blick zu behalten, damit niemand verloren ging. Man konnte am Meer sehen, dass sich das Wetter grundlegend geändert hatte, ein starker Westwind sorgte für deutlich mildere Temperaturen als die Tage zuvor.

Nach ein paar letzten Instruktionen ging es pünktlich um 8.00 Uhr mit 20 Teilnehmern auf die Strecke, die ersten 400 Meter ‚übers‘ Meer.

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Foto: Christofer Kull (https://www.flickr.com/photos/ckull/sets/72157669970957837/)

Sehr früh wurde ich ans Ende des Feldes „durchgereicht“, hatten doch einige der Pros das Ziel, den bisherigen Streckenrekord (31:37) zu unterbieten und vor allem die Schallmauer von 30 Stunden zu durchbrechen – was auch gelang!

So wurden es immer weniger Gesprächspartner im Feld, aber schnell stellte sich heraus, dass ich vom Tempo und Anspruch gut mit der einzigen Frau im Feld harmonierte. Lupita war für mich ein echter Glücksfall, hatte sie doch bereits drei Mal am Rennen teilgenommen und zwei Mal gefinished. Und sie kam aus der Region und konnte mir vor allem auf der zweiten Hälfte des Hinwegs viele Details über das Leben in Schweden erläutern. Wir konnten uns viel erzählen und blieb die sonst bei mir übliche Gedanken (siehe oben) aus.

Nach 28 km kamen wir in Skrylle an, der erste Punkt, an dem es Wasser und Nahrung gab. Ein kleines Cafe in einem Naherholungsgebiet bot Essen und Getränke an, die ich gerne und ausreichend nutzte. Bargeld war wie immer in Schweden nicht notwendig, jede Kleinigkeit unterwegs (und wenn es nur ein Eis war) wurde einfach per Kreditkarte bezahlt.

Leider verpassten Lupita (die von Ihrer Familie supported wurde) und ich uns und so war ich die nächsten 40 km auf mich allein gestellt.

Bis Skrylle war das Rennen eher ein Prolog, viel Asphalt und Schotter, kaum Abwechslung. Hinter Skrylle ging es dann endlich auf die richtigen Trails, es gab nun Höhenmeter satt und vor allem immer wieder Begegnungen mit Rindern, da große Anteile des „Skåneleden“ durch weite, extensiv genutzte Weidelandschaften führten. Bereits die erste große Rinderherde jagte mir einen gehörigen Schrecken ein, meinte doch ein junger Bulle, sich mit einem Angriff auf mich profilieren zu können. Zum Glück habe ich immer noch eine rechte laute Stimme, die ihn im letzten Moment seinen Angriff abbrechen ließ.

Es folgten einige Höhenzüge und Trails, die, obwohl nicht höher als ca. 175 Meter über NN, doch einen Mittelgebirgseindruck hinterließen und aufgrund des Gewitters der letzten Nacht nicht immer einfach zu Laufen waren.

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Foto: Jens Kruse

Danach traf ich dann noch einmal zufällig im Restaurant eines Golf Klubs Hendrik, der auch bei seiner sechsten Teilnahme traditionell hier eine Mahlzeit einnahm. Da er Schwierigkeiten hatte, seine Mahlzeit aufzuessen, kam ich zum ersten Mal in meinem Leben zu einem traditionellen „Pytt in Panna“ (einem schwedischen Reste-Essen aus Kartoffeln, Fleisch, Roter Beete und Spiegelei).

In Blentarp (km 65) gab es erstmalig einen Supermarkt, ich aber hatte Pasta in einem Wirtshaus vorab per Mail bestellt. Leider war die Bestellung nicht beim Koch angekommen, der aber zauberte mir in kürzester Zeit die beste Nudelmahlzeit meiner Laufkarriere während eines Laufs, leider wie immer zu viel, als dass ein Ultraläufer Magen die Menge aufnehmen könnte.

Ich sollte mich nun beeilen, hatte ich mich doch in Snogeholm (km 72) mit meiner Familie verabredet. Wir hatten vorab vier mögliche Treffpunkte vereinbart, da der Campingplatz, auf dem unser Wohnwagen stand doch über eine Stunde Fahrzeit entfernt war.

Ich kam pünktlich in Snogeholm an und wurde perfekt von Silke und Jasper betreut und verwöhnt. Da es mittlerweile zu dämmern anfing, machte ich mich nachtfertig und als ich los laufen wollte, kam prompt Lupita vorbei, die ich bereits voraus gewähnt hatte. Von nun an liefen wir fast den gesamten Weg zusammen weiter.

Ziel war es, das Dorf „Lövestad“ (km 93) vor Mitternacht zu erreichen, da die dortige Gastwirtschaft üblicherweise so lange auf sein würde.

Gegen 23.30 Uhr trafen wir dort ein. Während Lupita 1 km weiter zum Haus Ihrer Eltern laufen wollte, genoss ich die herzliche Aufnahme in „Karlssons Hörna“, bekam mein geliebtes Käsebrot und gutes alkoholfreies Bier und hatte noch ein paar nette Gespräche mit den anwesenden Gästen und Wirtsleuten. Der Transscania ist tatsächlich für ein kleines Dorf in der schwedischen Provinz ein Ereignis. Per Beamer wurde die Karte mit den Trackerdaten an die Wand geworfen und jeder Läufer wurde mit großem „Hallo“ begrüßt. Die Gäste diskutierten fachmännisch die Leistungen insbesondere der Spitzenläufer – würde Martin den Rekord brechen?

Gut gestärkt ging es wieder weiter Richtung Ostküste, ich holte Lupita ab und dann folgten die schwersten Stunden der ersten Nacht: wir hatten Neumond und die orange Markierung des „Skåneleden“ war nur noch schlecht zu sehen (Wer wandert auch solche Wege nachts?). Oft mussten wir wieder zurück zur letzten bekannten Markierung, da wir einen falschen Pfad erwischten. Gegen 1.30 Uhr kam uns Martin als führender Läufer entgegen, er war bereits gegen Mitternacht in Håväng gewesen und wurde optimal durch eine sehr bekannte Ultra Läuferin (Marathon Mia) supported.

Zwischen 4.00 und 5.00 Uhr wurde ich sehr müde und unkonzentriert. Leider an völlig falscher Stelle, ging es doch jetzt das Tal des Flusses „Verkeån“, an dessen Ufern es über schmale und teilweise abgerutschte Single Trails weiter ging. Zu diesem Zeitpunkt war ich sicher, dass ich nur bis Håväng laufen wollte und mich dort von meiner Familie abholen lassen würde. Am Ende dieser schwierigen Strecke graute der morgen und mit letzter Konzentration traf ich in Vantalängan (km 114), einem kleinen Übernachtungsplatz für Wanderer mit  WC und Schutzhütte, die Entscheidung, es mit einem Power Nap, einem Kurz-Schlaf zu versuchen. Während Lupita weiter wandern wollte, legte ich mich in eine Schutzhütte und stellte mir den Wecker meines Mobiltelefons für 15 Minuten später ein. Ich wurde tatsächlich auch sofort wach und fühlte mich erholt und beinahe frisch und konnte bereits einen Kilometer später Hendrik und Niklas überholen, die ebenfalls in Vantalängan geschlafen hatten, aber deutlich länger (ca. 30 Minuten) und nun zum Sonnenaufgang bei ca. 16 Grad sehr froren. Lupita erreichte ich einige Kilometer später kurz vor dem Wendepunkt in Håväng. Dort tauchte ich meine Hände kurz ins Ostseewasser, bevor ich dankend das von Lupitas Eltern bereit gestellte Frühstück aufnahm: schwarzer Kaffee und Hot Dogs – etwas gewöhnungsbedürftig J. Und natürlich lief ich weiter!

In Brösarp hatte nun auch der Supermarkt auf, es gab dort wieder Kanelbullar und eine Art Bitter Lemon. Durch den Urlaub im Land vorab und der Tatsache, dass fast alle Supermärkte auf der Route zur gleichen Kette gehörten, hatte ich bereits im Vorweg einige Lebensmittel auf Verträglichkeit ausprobiert, so dass ich nicht viel Zeit beim Einkaufen verlor. Die Kilometer bis Lövestad vergingen gefühlt nun deutlich schneller, mussten wir doch nicht mehr nach dem Weg suchen. Auch konnten wir nun das Tal des „Verkeån“ genießen.

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Foto: Jens Kruse

Kurz vor Lövestad gab es bei Lupitas Eltern wieder Hot Dogs (gar nicht ‚mal so schlecht bei einem Ultra!) und dieses Mal auch auf meinen Wunsch etwas Milch im Kaffee – für Schweden, wie alle Skandinavier, eher unverständlich.

In Lövestad machte ich noch einen kurzen Stopp im örtlichen Tanta Emma Laden und sagte der Besitzerin kurz hallo, hatte sie doch den Läufern angeboten, sie bei Bedarf nachts anzurufen, damit sie den Laden für uns Läufer bei Bedarf öffnen würde.

Die Menschen am Wegesrand waren wie so oft eine echte Motivation: überall hörte man eine „brå jobbat“ (gut gemacht) und wurde man angefeuert, oft stand einfach jemand mit einer Flasche Cola oder Limonade am Wegesrand und bot einen Schluck an.

 

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Foto: Jens Kruse

Auf dem Weg nach Snogeholm kam uns im mitten im Wald ein völlig Unbekannter per Fahrrad entgegen, begrüßte uns überschwänglich wie alte Freunde, kannte (vermutlich wegen des Trackers) unsere Namen und bot uns auf den kommenden 3 Kilometer Mineralwasser und Chips an, die er auf dem Fahrrad mitführte. Wenige hundert Meter vor unserem Versorgungspunkt in Snogeholm (wir diskutierten gerade, ob wir es unter 48 Stunden schaffen würden) erwischte uns ein erster Schauer, es sollte im Verlauf des Abends leider nicht der letzte sein. Das wir es schaffen würden, war uns nun bei Kilometer 175 klar, hatten wir doch ein ausreichendes Zeitpolster.

Auch hier lief Lupita vor mir los, ich wechselte zum ersten Mal die Schuhe und legte erstmalig Gamaschen an – leider viel zu spät, musste ich doch vorher immer wieder kurz anhalten, um kleine Steine aus meinen Schuhen zu kippen.

Dies war eine gute Entscheidung, wie ich im weiteren Verlauf der Nacht feststellen konnte.

Zwischen Sövde und Blentarp fing es erneut an zu regnen, diesmal lang andauernd, was dafür sorgte, dass die Füße schnell durchweichten (hier, lieber Georg, konnte ich nun gut nachvollziehen, was durch 2016 durchmachen musstest …) und für Blasen sorgten.

Es war inzwischen merklich kalt geworden, doch in Blentarp war das Wirtshaus leider schon zu. Gerne hätten wir uns mit einem Tee o.ä. aufgewärmt. Der Abschnitt zum Golf Klub zog sich und ich erkannte leider nichts wieder. Auch musste ich jetzt verstärkt mit der Karte navigieren, da meine neue Uhr, die angeblich im Ultra Modus bis zu 120 Stunden funktionieren soll, rapide an Batteriekapazität verlor – und das trotz Nachladens bei den Treffen mit meiner Familie. Ich hatte leider auch das Kabel für die Uhr im Auto liegen gelassen, so dass ich die von Lupita angebotenen Power Bank nicht nutzen konnte. Am Golf Klub gönnte ich mir noch einmal einen kurzen Power Nap, während Lupita hier von Ihrer Familie versorgt wurde.

Es ging jetzt bei Nacht in die schwierigen Abschnitte über Römmelåsen und Väderkullen. Wir hatten mittlerweile ein super Teamwork bei der Orientierung entwickelt, mussten uns aber gelegentlich immer wieder kurz ausruhen. Dennoch waren wir wohl in diesem Abschnitt mit die schnellsten, wie uns später im Ziel bestätigt wurde. Der Schlafmangel und das schaukelnde Gehen (an Laufen war schon lange nicht mehr zu denken) über Stock und Stein auf rutschigem Grund mit einer Stirnlampe verlangten uns alle Konzentration ab. Einmal schliefen wir beide wohl kurz ein – wie lange konnten wir beide nicht sagen.  Der Regen hatte mittlerweile wieder aufgehört und so folgte auf die Morgendämmerung ein sehr schöner Sonnenaufgang. Die letzten 10 km vor Skrylle zogen sich unendlich hin, immer wieder musste ich Lupita ‚mitschnacken‘, blieb sie oft doch aus Müdigkeit einfach stehen.

Kurz vor Skrylle stand plötzlich Lupitas Mann mit dem Auto im Wald und versorgte Lupita letztmalig vor Lund. Im Auto hatte er einen Läufer, der leider aufgrund des hohen Rückstands und seiner körperlichen und psychischen Verfassung das Rennen aufgeben musste. Ab Skrylle versuchte ich noch einmal zu pacen, aber das mittlerweile neue Ziel, unter 50 Stunden zu bleiben, verfehlten wir, wenn auch nur knapp.

Das war auch nicht mehr wichtig, wir genossen einfach nur den Zieleinlauf ins Zentrum von Lund, wo uns eine ganz kleine Ansammlung von Läufern, Freunden und Familie erwarteten. Hier gab es dann das obligatorische Finisher Shirt.

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Foto: Magnus Bodin

Meine Familie war so nett und hatte mir das Auto in Lund gelassen – aber an Fahren war noch über 52 Stunden ohne echten Schlaf nicht zu denken und so nahm ich das Angebot von Lupitas Mann an, mich zum Campingplatz zu bringen, dankend an.

Auch jetzt, 5 Tage später spüre ich meine Beine noch. Das Schlafdefizit ist mittlerweile weitestgehend ausgeglichen. Ich habe eine Menge über mich, meinen Körper, aber auch meine Motivation(sfähigkeit) gelernt.

Und ich bin mir sicherer denn je, dass sich jede Grenze überwinden lässt. Wenn man es denn will, und bereit ist, seine Komfortzone(n) zu verlassen …

So ganz habe ich es allerdings noch immer nicht verinnerlicht, dass ich mein Ziel, den Transscania zu finishen, erreicht habe. Erst beim Schreiben dieser Zeilen wird mir klar, was ich geleistet habe und so langsam keimt Stolz auf – ich lass den Keim sich einfach ‚mal entwickeln.

P.S.1: Ob ich das noch einmal mache? Ich denke nicht. Obwohl …? Mit meinem Finish darf ich jetzt jederzeit wieder beim Transscania starten.

P.S.2: Ich habe jetzt sogar 6 UTMB Punkte. Ehrlich gesagt, weiß ich noch nicht, wohin damit … J Vielleicht kann ich sie ja für die nächste Herausforderung nutzen?

Jens Kruse 16.08.2018

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