Laufgemeinschaft der Deutschen Ultramarathon-Vereinigung e.V.

Frank BUF 1Am 01.09./02.09.2018 wurden in Bottrop die Deutschen Meisterschaften im 24h-Lauf ausgetragen. Doch es wurde in den einzelnen Altersklassen nicht nur um den Titel gekämpft. Gleichzeitig war dies der letzte Wertungslauf für die Ultralauf-Bundesliga und einige Mannschaften hatten die Möglichkeit, sich mit einer guten Leistung in der Gesamtwertung noch zu verbessern. Somit waren alle Teilnehmerinnen und Teilnehmer hochmotiviert. Auch wir von der LG Ultralauf waren gewillt, gute Leistungen zu erbringen, denn als Mitveranstalter wollte man sich von seiner besten Seite zeigen und konnte sich am Ende sogar über eine historische Bestleistung freuen. Parallel fanden noch ein 6 und 12h-Lauf statt.

Pünktlich um 12 Uhr erfolgte der Startschuss, die Meute wetzte los und ich mittendrin. Ich war bemüht, bei meiner Premiere das Rennen nicht zu schnell anzugehen, denn 24h sind eine verdammt lange Zeit, in der viel passieren kann. Aber leider ist mir genau dieser typische Fehler unterlaufen. Die ersten zwei Stunden verliefen gut ...... eigentlich schon zu gut und normalerweise hätte ich es besser wissen müssen, dass es so nicht weitergehen kann und auch nicht sollte. Nach etwa vier Stunden machten sich die ersten Probleme bemerkbar, zunächst in Form leichter Krämpfe in den Oberschenkeln, vermutlich in Folge von Salzmangel ...... habe die möglichen Auswirkungen der Temperaturen einfach ein wenig unterschätzt! Wenig später kamen bei beiden Füßen noch Beschwerden im Bereich der Achillessehne hinzu ...... zurückzuführen auf die Belastung und einer falschen Schuhwahl ...... einem (weiteren) typischen Fehler, der vielen noch weniger erfahrenen Läuferinnen und Läufern unterläuft.

Frank BUF 2

Kurz habe ich ans Aufgeben gedacht, doch hier habe ich die Rechnung ohne Carsten gemacht. Mit einigen aufmunternden Worten und einem unplanmäßigen Schuhwechsel, auf den ich nicht vorbereitet war (musste meine Schuhe aus der anliegenden Turnhalle holen (!) ) , ging es zurück auf den Kurs. Nach einer Weile habe ich die für mich perfekte Balance aus Laufen und Gehpausen gefunden und konnte gut Strecke machen.

Frank BUF 3Gegen 22 Uhr folgte dann die nächste Krise, doch Carsten war wieder zur Stelle. Nach einer Massage und einem Kleiderwechsel (denn inzwischen hatte es sich merklich abgekühlt) setzte ich das Rennen marschierend fort. Ohne es zu merken, erreichte ich um etwa 2:40 Uhr das Minimalziel von 100 Km und war somit in der Wertung. Liebäugelte ich vor dem Rennen damit, 160, 170, vielleicht sogar 180 Km erreichen zu können, war ich überaus glücklich, zumindest die 100 Km erreicht zu haben. Mittlerweile machte sich die Müdigkeit bemerkbar und trotz wärmerer Kleidung begann ich, leicht zu frieren. Daher entschied ich, mich aufzuwärmen, eine Weile zu schlafen und den Lauf fortzusetzen, sobald es wieder etwas wärmer ist. Ursprünglich war geplant, erst gegen 7, spätestens 8 Uhr wieder auf die Strecke zurückzukehren. Aber auch hier machte ich die Rechnung wieder ohne Carsten. Behutsam weckte er mich (keine Ahnung, wie spät/früh es war), gab mir einen kleinen Schluck von seinem Kaffee, unterstütze mich bei der „tiefen Hocken“ , um meine Muskeln und Sehnen ein wenig zu dehnen und schickte mich anschließend wieder auf den Kurs. Die erste Runde war der Horror. Sämtliche Glieder waren steif und ich kam gefühlt nur im Schneckengang voran. Doch von Runde zu Runde ging es besser und sammelte marschierend so Kilometer für Kilometer. Um ca. 10:40 Uhr standen etwas mehr als 120 Km auf meiner Habenseite. Nun begann ich zu rechnen und wusste relativ schnell, dass die 130 Km noch in Reichweite sind. Plötzlich machte es „klick“ und meine Beine liefen fast wie von alleine! Die Zuschauer und unser tolles Betreuerteam feuerten mich an und trugen mich so regelrecht über die Strecke. Etwas mehr als eine Stunde später war es dann geschafft ...... die 130Km-Marke ist tatsächlich gefallen .... und nach 24 h stehen zumindest noch insgesamt 131,75 Km auf der Uhr.

An dieser Stelle möchte ich noch mein Lob und Dank an das Betreuerteam aussprechen. Ihr habt Alle einen echt tollen Job gemacht. Doch Einer verdient es dennoch, ein wenig hervorgehoben zu werden, nämlich Carsten und auch sein Physio-Team. Wärst Du/Ihr nicht gewesen, hätte ich sehr wahrscheinlich schon am Vortag aufgegeben. DANKE!!! Ebenso möchte ich allen freiwilligen Helferinnen und Helfern danken, die so für einen reibungslosen Ablauf dieser Veranstaltung gesorgt haben. Außerdem war es schön, einige neue, aber auch viele bekannte Gesichter wieder gesehen zu haben und ich freue mich schon sehr auf ein baldiges Wiedersehen beim Jubiläumslauf in Troisdorf.

Text: Frank Gehle, Bilder: Michael Irrgang, 11.09.2018

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