Laufgemeinschaft der Deutschen Ultramarathon-Vereinigung e.V.

BUF2019 CEs sind noch über zwei Monate, bis in Bottrop im Rahmen des dortigen Ultramarathon Festivals der Startschuss zur ersten DLV-Meisterschaft im 24h-Lauf erfolgt. Bei den Läuferinnen und Läufern sollte das Training auf Hochtouren laufen, die nächsten 4 bis 6 Wochen sollten idealerweise für sehr umfangorientiere Trainingswochen genutzt werden mit Testwettkämpfen über 100km oder 12h. Falls noch nicht erfolgt, wäre jetzt ein guter Zeitpunkt, um sich anzumelden und die Reise zu planen.

Die Organisatoren von Adler-Langlauf Bottrop und der LG Ultralauf sind mitten in der Vorbereitung und planen, einige Punkte zu verbessern und Anregungen der Teilnehmer aufzugreifen. So werden wir die Beleuchtung verbessern, haben die Uhrzeit des Startes vorverlegt und bauen ein neues Siegerpodest, weil uns das klassische Podest für einen 24h-Lauf nicht geeignet erscheint, da die Stufe zu hoch und die Standfläche für eine Mannschaftsehrung viel zu klein ist.

Die aktuellste Änderung der Ausschreibung ist die Ausweisung einer 100-Meilenzwischenzeit für die 24h-Läufer. Das ermöglicht nicht nur den 24h-Kaderathleten, die Ende Oktober zur 24h-WM fahren, taktische Varianten der Renngestaltung. Diese Zwischenergebnisse sind bestenlistenfähig und werden in der DUV-Statistik aufgeführt.

Einige der Kaderathleten stehen bereits auf der Startliste, weitere erwägen eine Teilnahme. Bei einigen Talenten kann man vermuten, dass sie die WM-Norm angreifen werden, auch wenn die Normerfüllung für die diesjährige WM zu spät ist.

Silver IAU Label 2019Die Veranstaltung hat dieses Jahr als einziger Lauf in Deutschland für zahlreiche Spitzenergebnisse in der Vergangenheit das IAU-Silber-Label erhalten und tatsächlich gab es im letzten Jahr auf allen Strecken sehr gute Siegerleistungen, einige Deutsche Rekorde und viele, persönliche Bestleistungen.

Leistungsmedaille 2018

Eine Besonderheit der Wettbewerbe in Bottrop ist die Vergabe der LG Ultralauf Leistungsmedaille. Diese wird nicht für Platzierungen vergeben, sondern für absolute Leistungen. Jeder, der eine Spitzenleistung erbringt, kann die Medaille in Gold, Silber oder Bronze erhalten. Die erforderlichen Leistungen sind allerdings recht hoch und liegen etwa bei den verschiedenen Kader-Normen. Im letzten Jahr wurden immerhin einmal Gold, einmal Silber und dreimal Bronze vergeben. Neben der Medaille gibt es einen Eintrag im Register „Ausgezeichnete Athleten“ für die Ewigkeit, den man hier findet. Link: Ausgezeichnete Athleten

Stand heute zählt Titelverteidiger Marcel Leuze aus Hamburg zu den Favoriten, der gerne dreimal hintereinander Meister werden möchte, was bisher nur Stu Thoms in den Jahren 2014 bis 2016 geschafft hat.

Bei den Frauen ist Antje Krause gemeldet, die 2009 bereits das erste Mal auf dem Podest stand, in der Zwischenzeit sechs Mal 24h-Lauf-Meisterin wurde, davon fünfmal (2013 bis 2017) hintereinander. Eine unglaubliche Reihe, die nur deswegen unterbrochen wurde, weil sie im letzten Jahr an der etwa zeitgleich stattgefundenen 100km-WM teilnahm.

Mit Simone Durry, Sigrid Hoffmann und Stefan Wilsdorf sind weitere Kaderathleten gemeldet, wobei natürlich nicht klar ist, ob sie ihr Leistungspotential wirklich abrufen wollen. Aber es ist schön, dass sie angemeldet sind, denn diese Meisterschaft ist eine besondere, weil es die erste ist, die der DLV veranstaltet.

logo dlv tandem 260Im letzten Jahr hatte die DUV mit dem DLV den Wechsel der Ultramarathon-Meisterschaften von der DUV zum DLV vereinbart, bei denen es Weltmeisterschaften gibt. Das betrifft neben der 24h-Meisterschaft auch die Meisterschaften im 50km-Lauf und im Ultratrail.

Das ist sicher ein Meilenstein in der Entwicklung des Ultralaufsports, aber nicht frei von Nachteilen für die Veranstalter und Sportler.

Zunächst einmal hat die Erstellung der Meisterschaftsausschreibung deutlich mehr Zeit als üblich gekostet, denn für den DLV ist es die erste Meisterschaft mit einem Zeitlauf. Link zur Ausschreibung

In der klassischen Leichtathletik gibt es Qualifikationsleistungen und Zeitlimits, aber keine Mindestleistungen und Medaillenstandards wie im DUV-Regelwerk vorhanden. Letztendlich waren die Gespräche mit den Ansprechpartnern der DLV-Wettkampforganisation und Michael Sommer als DLV-Ultramarathon-Berater aber sehr konstruktiv.

Die Meisterschaft mit Ausschreibung steht im normalen DLV-Meisterschaftskalender und man kann davon ausgehen, dass sie von einigen interessierten Sportwarten gelesen wird, wobei ich nicht glaube, dass Leichtathletikvereine, die bisher keine Ultraerfahrungen haben, Athleten entsenden werden.

In den Gesprächen wurde auch klar, dass die Leichtathletikordnung (DLO) an einigen Stellen nicht ultra-typisch ist und angepasst werden sollte, was allerdings eine Herkulesaufgabe ist.

Die DLO ist das Regelwerk, wie bestenlistenfähige Läufe, insbesondere Meisterschaften zu organisieren sind. Da steht beispielsweise, dass der Start durch einen Starter, also einem Kampfrichter mit einer besonderen Qualifikation, mit einem Schuss erfolgen muss. Bisher hat das immer der Schirmherr der Veranstaltung, der Oberbürgermeister von Bottrop mit einer Druckluftsirene gemacht, aber das geht vermutlich nicht mehr.

Für die Läufer ist die größte Hürde die Anmeldung zur Meisterschaft. Die erste Frage ist, ob man überhaupt startberechtigt ist und die nächste, wie man sich anmeldet. Eigentlich sollte das in diesem Beitrag genau erklärt sein. Link Wichtige Infos zur Meisterschaft.

Die wichtigsten Inhalte:

- Man benötigt einen Startpass. Den kann jeder Leichtathletikverein kurzfristig ausstellen.

- Bei der Anmeldung zur Meisterschaft bitte in das Feld „Startpassverein“ nur den korrekten Vereinsnamen eintragen. Das Feld „Team/Verein“ wird für den offenen Lauf genutzt und kann abweichende Inhalte haben. Teilnehmerbeitrag überweisen und fertig.

Je mehr Teilnehmer es in der DM-Wertung gibt, desto besser. Dieser Lauf wird in den Medien eine hohe Aufmerksamkeit bekommen und durch viele Teilnehmer können wir Läufer selbst dazu beitragen, dass unser Sport als attraktiv wahrgenommen wird. Dies gelingt durch eine große Streuung über alle Altersklassen, motivierte Läufer und gute Leistungen, eine freundliche, kooperative Stimmung im Läuferfeld und eine erstklassige Organisation.

Natürlich ist die Deutsche Meisterschaft das Herzstück der Veranstaltung, aber auch andere Wettbewerbe und Starter verdienen Aufmerksamkeit. So starten beispielsweise im offenen Lauf über 24h Wolfgang Schwerk, einer der besten deutschen Ultraläufer aller Zeiten sowie einige Gäste aus Belgien und den Niederlanden.

Der 6h-Lauf und die Staffeln eignen sich insbesondere für Ultralauf-Einsteiger dieser Meisterschaft beizuwohnen. Aber auch der 100km-Nachlauf hat schon einige interessante Starter, wie Bernd Orlowski.

Interessant ist sicher auch, wen man da so auf und neben der Strecke noch so alles trifft. Beispielsweise haben ranghohe DLV-Mitarbeiter ihr Kommen zugesagt, das halbe DUV-Präsidium ist vor Ort, DLV-Teamchefs, Vorjahressiegerin Anke Libuda, die DUV-Förderstützpunkte aus Berlin, Würzburg, Schwindegg, Wolfenbüttel und dem Allgäu sind in der Startliste vertreten, Bottrop und LG Ultralauf sowieso.

Aktuell sind noch etwa 110 Startplätze für den 24h-Lauf und 50 für den 6h-Lauf vorhanden. Link zur Anmeldung und Teilnehmerliste. Eine Online-Anmeldeschluss ist bis zum 11.8. oder Erreichen des Teilnehmerlimits möglich.

Text und Bilder: Michael Irrgang, DLV-Logo: DLV-Homepage, 20.06.2019 

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