Laufgemeinschaft der Deutschen Ultramarathon-Vereinigung e.V.

Termine

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30.3.2019
DM 50km, Störitz

14.4.2019
6h, Mörfelden

25.-28.04.2019
Trainingslager, Zierenberg

8.6.2019
DM Ultratrail, Reichweiler

24./25.8.2019
DM 24h BUF, Bottrop

21.9.2019
100km, Kandel

(tw nicht offiziell)

 

Kilometerspiel:

Unser 1. Team in der 1. Liga

 

Unser 2. Team in der 3. Liga

 

„Susanne kann richtig schnell laufen“, schwärmt Franz Holzleitner, der diesmal nur als Zuschauer in die Leichtathletikhalle in Geisingen kam, wo zum 4. Mal auf einer 200m Bahn ein Halbmarathon und Marathon ausgerichtet wurde.

HM Susanne

Susanne Gölz hat es sich nicht nehmen lassen, ihren im Vorjahr gewonnenen Titel zu verteidigen. Mit 1:25h gewann sie mit großem Vorsprung und ließ nur 3 Männer vor sich. „Der Lauf passte perfekt in die Vorbereitung auf Marburg“, erklärte Susanne zu ihrem Start, die in 2 Wochen nach dem guten Ergebnis in Rodgau noch einmal über 50 km starten wird und mit dem gelungenen Formtest einmal mehr ihre fantastische Form bestätigte.

In der Ergebnisliste des Marathons befindet sich auch Klaus Mantel, der sogar 211 Runden zurücklegte und dabei mit einer Zeit von 3:45h seine Altersklasse gewann.

Text: Michael Irrgang, Bilder: Franz Holzleitner, 19.02.2019

Am Sonntag fand in Köln auf dem 63km langen, gut markierten Rundwanderweg durch Köln der Grüngürtelultra statt, welcher vom Kölnpfad-Orgateam Thorsten Klenke und Thomas Eller erwartungsgemäß perfekt organisiert wurde. Selbst beim Wetter hatten die beiden sich nicht lumpen lassen und die Läufer mit gefühlten 20 Grad und wärmer versorgt. Der Bericht hätte 10 verschiedene Schlagzeilen verdient, von „Perfekte Veranstaltung“, „Großes Familientreffen“, „tolle Vereinserfolge“, „viele stolze Gesichter“ und viele Varianten von „Ein Ultra im Februar ist ganz schön hart".

Von uns hatten sich über 20 Starter gemeldet und kurz vor dem Briefing kam es zu folgendem Gruppenbild.

G1 Gruppe

Von links: Patrc Wurmbach, Matthias Kröling, Stephan Finster, Dietmar Rosenau, Alex Hertzel, Rita Nowottny-Hupka (vorne), Stefan Gartz, Carmen Tautges, Andreas Rösler, Kerstin Konrad, Stefan Henscheid (hinten), Katja Dasbach, Michael Wiesner, Bine Scheerer, Mario Luther, Matthias Heinle, Michael Irrgang, Andreas Häußler und Anna Nowak.

G1 01Start

Vor dem Start konnte ich unser neues Mitglied Stefan Gartz kennenlernen.

G1 02Start

Obwohl diese drei Herren allesamt schon sehr erfahren sind, kann man beim Start stets eine Mischung aus Vorfreude und Anspannung sehen. Andreas Rösler, Dietmar Rosenau und Michael Wiesner kurz vor dem Start.

G1 03 Stefan

Unterwegs habe ich außer diesem Foto, welches entstand, als ich ein kurzes Stück mit Stefan Henscheid lief, keine weiteren Fotos gemacht, obwohl es an Motiven nicht mangelte, denn ich musste mich doch etwas konzentrieren, dass meine Kräfte nicht vor dem Track endeten.

G1 04 Alex

Obwohl ich beinahe ewig brauchte, war der Lauf auch aufgrund meiner netten Gesellschaft relativ schnell rum, so kam ich mit Engelbert und Frank ko und glücklich ins Ziel und saß nur wenige Sekunden später im Gras bei Alex Hertzel, der sich über einen unerwarteten zweiten Platz freuen konnte.

G1 06 Carm Bine

Carmen Tautges wollte ob ihrer Form zuerst überhaupt gar nicht starten, zeigte aber bei gefälligem Sonnenstein eine starke Leistung und konnte sich im Ziel über das Finishergeschenk in Form einer individuell angefertigen Kachel freuen. Bine Scheerer konnte verletzungsbedingt leider nicht starten. Viel Respekt gebührt ihrer Entscheidung, trotzdem zu kommen und sich als Helferin zur Verfügung zu stellen.

G1 05 Siegerehrung

Alex und Thorsten bei der Siegerehrung. Genau weiß ich nicht mehr, was Thorsten in dieser Situation sagte. Möglicherweise deutete er an, wie groß der Preis im nächsten Jahr wird.

Ein besonderes Highlight aus Vereinssicht war das erfolgreiche Abschneiden der Frauen. Anna Nowak konnte die Frauenwertung gewinnen und Katja Dasbach wurde als Dritte geehrt. Es gäbe noch vieles zu berichten von den kleinen und großen Erlebnissen auf und neben der Strecke, Facebook ist voll von Berichten zufriedener Teilnehmer. Insgesamt ist der Lauf eine absolute Top-Empfehlung.

Da Podestplätze immer etwas ganz Besonderes sind, freue ich mich sehr, dass Anna und Katja zu dem Lauf einen kleinen Bericht geschrieben haben.

Mein Einstand bei der LG Ultralauf - Bericht von Anna Nowak

Seit Dezember bin ich nun Mitglied in der LG Ultralauf - jetzt hatte ich zum ersten Mal Gelegenheit für meinen neuen Verein zu starten und das sogar mit einem sehr erfreulichen Ende.

G1 AnnaAber von vorn: Auf dem Programm stand der 2. G1 Grüngürtelultra in Köln. Für mich hieß das 63 km durch den äußeren Grüngürtel als Trainingslauf für den diesjährigen JUNUT. Die Wetteraussichten waren prächtig. 16 Grad und Sonne satt und das Mitte Februar. Zeit für kurze Hose und Zwiebelschalen-T-Shirt-Prinzip. Nachdem ich die ersten LG Ultralauf Mitglieder kennen gelernt und mich mit LG-Bekleidung eingedeckt hatte, ging es schon auf die Strecke. Ich lief den Rundkurs rechtsrum. (Bei der Anmeldung musste man sich entscheiden, ob man rechtsrum oder linksrum laufen will. Keine Ahnung, warum die Entscheidung auf rechtsrum fiel). Nachdem wir eine kurze Zeit am Rhein entlangliefen, entfernte sich schon bald eine große Gruppe Läufer und ich war für wenige Meter alleine unterwegs. Kurz habe ich darüber nachgedacht ein wenig Musik zu hören, bis ich hinter mir Schritte hörte. Mein Mitläufer Matthias hatte zu mir aufgeschlossen und wir kamen ins Gespräch. Ich erfuhr, dass er schon als zweiter Mann den G1 gefinished hatte, was mich kurzzeitig in Panik versetzte. Mit einer 5:30er Pace war ich eigentlich zu schnell unterwegs, aber da wir ganz gut miteinander unterwegs sein konnten, hielt ich das Tempo bei - und es lief erstaunlich gut. Praktischerweise hatte er den Track auf seine Uhr geladen, sodass wir uns während der gemeinsamen Laufzeit nur an wenigen Stellen verlaufen haben.

Nach vielen Gesprächsstunden wartete der einzige Verpflegungspunkt nach knapp der Hälfte der Strecke auf uns. Schnell die Wasserflaschen aufgefüllt und einige Snacks verdrückt und weiter ging es im Laufschritt Richtung Ziel. Die zweite Streckenhälfte war deutlich grüner als die erste, die eher urbanen Großstadtcharme hatte, um es freundlich auszudrücken. Nach knapp 45 Kilometer schloss eine kleine Gruppe Läufer zu uns auf und so liefen wir zunächst zu sechst weiter. Nach einigen Kilometer hatte ich dann Matthias verloren und etwas weiter musste ich dann auch die anderen ziehen lassen. Mittlerweile waren die Beine müde, die Knie schmerzten und das Ende war nicht so richtig in Sicht. Kurz vor der letzten Brückenüberquerung, kam dann aber Matthias doch nochmal von hinten angeeilt und hat mich mit motivierenden Worten ins Ziel gebracht. Das ist im Übrigen der Grund warum ich unseren Sport so mag. Man trifft einfach immer nette Leute, mit denen man gemeinsam Läufe bestreiten, Quatschen, Lachen und sich quälen kann.

Der letzte Kilometer war der härteste des gesamten Laufs - aber auch der war natürlich irgendwann vorbei. Und dann die Überraschung: Ich habe tatsächlich als erste Frau das Ziel erreicht in einer Zeit von 6:10 Stunden - damit bin ich mehr als zufrieden.

G1 A1

Der Gewinn: Neben einem schönen Pokal einen Startplatz für das nächste Jahr. Ich komme also wieder und freue mich auf viele schöne Laufkilometer und spannende Läufer-Geschichten.

G1 Grüngürtel Ultra in Köln - Bericht von Katja Dasbach

G1 KatjaWenn der Wecker sonntags zu unchristlichen Zeiten klingelt und man trotzdem leichtfüßig aus dem Bett hüpft, kann das nur einen Grund haben: irgendwo gibt es eine Strecke, die dringend gelaufen werden möchte.

Für mich hieß es letztes Wochenende bereits zum zweiten Mal „auf zum G1 Grüngürtel Ultra“ nach Köln.

Es war ein großes „Hallo“ in der Dreifachturnhalle in Köln-Mülheim. Thorsten Klenke und Thomas Eller ließen es an Nichts fehlen und hatten sogar ein Frühstücksbuffett für uns bereitgestellt.

Bevor es zum Start ging, habe ich mich noch bei Michaela mit einem LG-Ultralauf Outfit eingedeckt.

Nach einem kurzen Briefing durch Thorsten vor der Tür wurden wir auf die 63km entlassen.

G1 K1

Nur wenige hundert Meter später trennte sich bereits der Läuferpulk, da die eine Hälfte den Grüngürtel rechtsherum und die andere Hälfte linksherum zu laufen hatte.

Ich sortierte mich tempomäßig deutlich zu ambitioniert ein. Es war mir zwar bereits bei den ersten Schritten klar, doch die nette Gesellschaft und die guten Gespräche ließen jegliche Vernunft verstummen. Ab Kilometer 29 wurde es richtig interessant, denn nun kamen uns die „Linksherum-Läufer“ entgegen. Kurz drauf erreichten wir den VP bei Kilometer 32. Hier war alles aufgetischt, was sich das Läuferherz so wünscht. Gut gelaunte Helfer versorgten uns und schickten uns mit netten Worten auf die zweite Hälfte der Runde.

Bei Kilometer 42 kam es wie es kommen musste, das zu hohe Anfangstempo rächte sich und ich musste den netten Trupp um mich herum ziehen lassen. Ein Halbmarathon fehlte mir noch bis zum Ziel. Mittlerweile hatte die Sonne die Luft ordentlich erwärmt und mir ging die Flüssigkeit aus. Doch redenden Menschen kann geholfen werde. Ein netter Spaziergänger füllte mir auf meine Frage hin mein Soft Flask mit Wasser und weiter ging es Richtung Ziel. An einer der unzähligen roten Ampeln wurde ich noch vom Meldeläufer und Stephan eingesammelt, kurz flammte die Hoffnung in mir auf, dass ich mich da nochmal dranhängen könne. Nun ja, konnte ich nicht. Aber irgendwie näherte ich mich dann doch der lang ersehnten Mülheimer Brücke und damit gleichzeitig den letzten Metern bis zum Ziel. Als Thorsten mich dort in Empfang nahm und mir eröffnete, dass ich die drittplatzierte Frau sei, setzte dies einem perfekten Tag das Sahnehäubchen auf. Nach dem Duschen habe ich meine Batterien an der üppigen Zielverpflegung aufgeladen, alle Einlaufenden mit herzlichem Applaus willkommen geheißen und noch einige richtig tolle Stunden in netter Gesellschaft verbracht.

G1 K2

Text: Michael Irrgang, Anna Nowak, Katja Dasbach, Bilder: Michael Irrgang, Carmen Tautges, Katja Dasbach, 18.02.2019

 

Viele von unseren Mitgliedern schließen sich dem Verein an, weil Sport in einer Gemeinschaft einfach mehr Spaß macht und man sich gegenseitig motiviert und hilft. Einige Neumitglieder werden allerdings bei uns Mitglied, um von der Kompetenz der erfahrenen Läufer und Trainer zu profitieren.

Denn ganz so einfach, wie der Laufsport oftmals beschrieben wird, ist Ultralaufen nun doch nicht, denn Trainingsbelastungen von mehr als 10 Stunden in der Woche und Wettkämpfe von 100km oder länger sind sehr fordernder Hochleistungssport.

TG Bahn

Ohne ein Mindestmaß an Technik- und Athletiktraining geht es nicht. Im Trainingsseminar lernt ihr die richtigen Übungen!

In einem mehrjährigen Aufbautraining müssen zunächst Grundlagen geschaffen, die Athletik und Technik trainiert werden, damit man nicht zwei Jahre Spaß und erste Erfolge hat, sich dann aber durchaus vermeidbare Verletzungen häufen.

Im Spitzenbereich wollen talentierte, ehrgeizige Sportler ihr Potential ausschöpfen und an internationalen Wettkämpfen oder Meisterschaften teilnehmen.

Dafür ist das genetische Talent eine wichtige Grundlage, aber Trainingsfleiß nach einer bewährten Trainings-Systematik ist sicher ebenso wichtig, um in die Nationalmannschaft der Ultraläufer zu gelangen.

Daher haben wir uns im Präsidium entschlossen, die Trainingsunterstützung zu verbessern und eine Trainingsgruppe aufzubauen. Das Angebot hat verschiedene Bausteine:

1. Öffentliche Trainingspläne

Diese Texte befinden sich auf der Homepage und sind von allen Interessierten nutzbar. Hier werden elementare Trainingsideen und beispielhafte Pläne vorgestellt.

2. Trainingstipps in Newslettern

Unsere Vereinsmitglieder erhalten etwa monatlich einen Newsletter, der immer auch ein Trainingsthema beinhaltet. Zuletzt ging es beispielsweise um die Rekonvaleszenz, also wie man nach einer längeren Pause/Verletzung wieder mit dem Training beginnen sollte.

Oft werden auch saisonale Tipps oder das Training für bestimmte Wettkämpfe gegeben. So hatten wir beispielsweise bereits im Herbst 2017 mit der Vorbereitung auf die 100km-Meisterschaft Anfang März in Rheine begonnen. Mit Erfolg, denn viele unserer Vereinsmitglieder liefen neue Bestzeiten, wir gewannen mit den Mannschaften viele Titel und wurden „Mannschaft des Tages“.

3. Gegenseitige Hilfe/Beantwortung von Fragen

Wir haben eine sehr umfassende Kompetenz in unseren Reihen, sei es zu Trainingsthemen, medizinischen Fragestellungen oder zu bestimmten, speziellen Veranstaltungen. Und wir haben eine Kultur des gegenseitigen Helfens und verschiedene Plattformen, um miteinander in Kontakt zu kommen und sich auszutauschen. Für Fragen und Antworten zu Trainingsthemen steht natürlich insbesondere das Trainerteam zur Verfügung.

4. Durchführung von Trainingsseminaren

Die aktuellen Trainingslager mit den Schwerpunkten „Grundlagen/Trail“ und „Für Fortgeschrittene“, bei denen es eher um Wissensvermittlung geht, werden zukünftig als „Seminare“ bezeichnet. Sie dienen dazu, den Teilnehmern Ideen und Verständnis für ihr eigenes Training zu vermitteln, indem viele Trainingselemente gezeigt und erklärt werden.

TG Treppe

Ein sehr gutes Trainingselement ist nicht nur für Trailläufer das Treppentraining.

5. Durchführung von regionalen Trainingslagern oder -läufen

Ultras trainiert man durch Ultras, also kann man sich doch wunderbar zu gemeinsamen, längeren Trainingsläufen oder sogar Trainingsblöcken verabredeten. Geplant sind hier Veranstaltungen von 1 bis 3 Tagen Länge, die von lokalen Coaches organisiert werden.

Denkbar wären beispielsweise ein Zweitageslauf auf einem Wanderweg oder Trainingseinheiten wie 8 x 10km Tempodauerlauf mit 10 bis 15 min Pause.

TG Lauf

Lange Gruppenläufe machen sehr viel Spaß, sind sehr effektiv und bringen einen zu schönen Punkten.

6. Personal Coaching in der neuen LGU Trainingsgruppe

Das ist der schwierigste Baustein im Gesamtkonzept, der mittlerweile die Konzeptphase verlassen hat und bereits in der Umsetzung ist. Die Idee ist, ein kompetentes Trainerteam aufzubauen, welches Vereinsmitglieder persönlich betreut.

Das ganze ist recht offen angelegt, d.h. mit einer bestimmten, allerdings recht hohen Qualifikation kann jeder Trainer werden und jedes Vereinsmitglied kann die Hilfe in Anspruch nehmen, sei es für einen mehrmonatigen Aufbau für ein bestimmtes Rennen oder für einen auf Dauer angelegten Formaufbau.

Aktuell gibt es keine validierte Trainingslehre für den Ultramarathonlauf, sondern jeder Autor hat auf der Basis seiner eigenen Erfahrungen sich eine Trainingsphilosophie entwickelt. So erklären sich recht unterschiedliche, sogar widersprüchliche Empfehlungen.

Die Herausforderung besteht darin, für alle ca 100 Trainingselemente zu bewerten, für welche Zielsetzung und für welches Läuferprofil und für welche Trainingsphase sie geeignet oder eher nicht geeignet sind.

Wenn ein konkreter Trainingsplan erstellt wird, muss der richtige Mix der Elemente ausgewählt und geschickt in eine zeitliche Struktur gebracht werden. Das geplante Training muss dem Athleten helfen, seine Ziele zu erreichen, die aber auch in seinen Alltag passen und schließlich auch Spaß machen, denn nur ein motivierter Sportler wird sich effizient entwickeln.

Neben der Erarbeitung einer „LGU-Trainingslehre“ müssen wir aber auch Werkzeuge zur Planung und Protokollierung abstimmen, eine Coaching-Methodik entwickeln, die beispielsweise die Jahresplanung standardisiert und auch bestimmte Kommunikationswege definieren.

Das ganze Konzept basiert auf dem Grundsatz, dass Athlet und Trainer einen persönlichen Nutzen von der Zusammenarbeit haben. Der Athlet bekommt einen erstklassigen, persönlichen Trainingsplan und bezahlt dafür einen kleinen monatlichen Betrag, der zu 100% an die Trainer weitergeleitet wird. Dabei sind einige gesetzliche und steuerliche Anforderungen zu beachten.

Mit der Umsetzung sind wir schon recht weit. Das Trainerteam steht für die erste Phase, inhaltlich werden wir einige Details im „Trainingslager“ im April in Zierenberg abstimmen und die erste Testphase läuft bereits. In der Testphase geht es darum, für eine vertraute Person einen Trainingsplan zu erstellen, also eine Jahresplanung machen, Ziele definieren, Wettkämpfe planen, Mesozyklen planen und dann schließlich einen Tag-für-Tag-Plan erstellen. Der Athlet protokolliert sein Training und am Ende der Testphase gibt es dann ein qualifiziertes Feedback.

Im Sommer oder Herbst etwa können wir dann anderen die Aufnahme in die Trainingsgruppe anbieten. Allerdings wollen wir klein anfangen und uns für den Start die Zeit nehmen, die es für eine solide Vorbereitung braucht. Wenn wir über den Sommer alle offenen Punkte klären, die Testphase durchführen und die Methoden und Werkzeuge abstimmen, können wir im Herbst mit 2 bis 6 Athleten anfangen und ggf. Anfang 2020 auf 10 Athleten erhöhen.

Fazit:

Einige Punkte sind schon seit langer Zeit umgesetzt und helfen unseren Mitgliedern, sich auf ihre Saisonhöhepunkte gut vorzubereiten. Andere sind neu, scheinen aber gut durchführbar zu sein, denn als wichtigste Voraussetzung haben wir bereits zwei passende, qualifizierte Trainer gefunden, die mit mir die Traineraufgaben wahrnehmen können. Aus den Erfahrungen des LGU-Deutschlandlaufes 2018 haben wir einige regionale Laufgruppen für die Trainingsläufe und die Inhalte der Seminare sind ebenfalls vorhanden und bewährt.

Ich finde das alles sehr spannend und freue mich, dass wir unseren interessierten Vereinsmitgliedern eine noch individuellere, qualifizierte Trainings-Unterstützung anbieten können. Die Teilnahme an den Veranstaltungen (Seminare und Trainingsläufen) steht jedem Läufer offen, die Trainingsgruppe ist allerdings exklusiv für die Vereinsmitglieder gedacht. Allerdings bieten wir uns durchaus als „Zweitverein“ an, d.h. der Athlet bleibt mit seinem Startpass bei seinem Hauptverein und wird zusätzlich bei uns Mitglied. Nur dadurch hat er Zugang zum Newsletter, zu unserer geschlossenen Facebookgruppe, kann mit anderen Vereinsmitgliedern Kontakt aufnehmen und genießt weitere Vorteile unserer Gemeinschaft.

Das erste Feedback ist sehr ermutigend. Alle, die sich zu dem Thema äußerten, fanden das eine prima Idee und zwei hatten direkt Unterstützungsbedarf zur Vorbereitung auf einen schweren, alpinen Berglauf, bzw. den Spartathlon geäußert. Passt!

Text und Bilder (Archiv von verschiedenen Trainingslagern): Michael Irrgang, 15.02.2019 

Letztes Wochenende fand im Harz die Brocken Challenge statt und einige von unseren Mitgliedern waren vor Ort und berichten von ihren Erlebnissen.

Start Kruse

Kurz vor dem Start ist eine gewisse Vorfreude nicht zu übersehen. Kathi, Evi und Jens.

BC AndreasAls erster kam Andreas Weber ins Ziel. Er meint dazu:

Brocken-Challenge No. I gefinished 😃❄️🥇

Zur BC wollte ich schon lange mal, hatte es aber nie so richtig ernsthaft verfolgt. Ich glaube, ich hatte bisher erst einmal an der Startplatz-Verlosung teilgenommen und mir keine große Hoffnung auf einen Start gemacht. Umso mehr habe ich mich dann über mein Losglück gefreut!

Losglück? In den Tagen vor dem Start kamen schon Zweifel auf, wenn man den Wetterbericht angeschaut hat. Unten Dauerregen und weiter oben Schnee und Orkanböen…💨

Es kam dann aber ganz anders, der Regen blieb aus, es war recht mild und der Orkan hat sich „nur“ auf dem Brockengipfel ausgetobt. Die erste Hälfte des Rennens fühlte sich eher wie ein Straßenmarathon an (keine Schnee, ganz wenig Eis und für meinen Geschmack zu wenig Trail) und war nach ca. 4h geschafft. Ab Barbis wurde es dafür recht heftig. Abwechselnd ging es über Eis oder durch tiefen, nassen Schnee…. Zum Glück hatte ich mir beim Dealer noch ein Paar Yaktrax zugelegt, diese aber schlauerweise über die schwersten Passagen im Rucksack transportiert 😂 Weiter oben wurde der Schnee dann besser und dass Laufen etwas einfacher.

Ab dem letzten VP blieben mir noch 70min um unter den 9h zu bleiben, also nochmal alle Kräfte mobilisiert und bis zum Gipfel durchgelaufen. Oben dann „Winterwonderland“ und ein Wind, der mich fast wieder vom Berg geweht hätte. Nach 8:55 als achter Läufer im Ziel und um ein tolles Erlebnis reicher!

BC SNR Andreas

BC KathiKatharina Bey lief ein beherztes Rennen und erzielte einen guten vierten Platz in der Frauenwertung.

Getreu ihres Mottos zeigte sich auch die diesjährige Brocken Challenge wieder einmal kalt, hart und schön – wobei die Kälte hinter den anderen beiden Attribute etwas zurücksteckte.

Ich war bereits zum dritten Mal in Folge dabei und freute mich nach kurzer Nacht im Reitstall über das reichhaltige Frühstücksbuffet am Start.

Pünktlich um 6 Uhr ging es auf die von Fackeln gesäumte Strecke, die uns nach etwa 10 Kilometern in den kleinen Ort Landolfshausen führte. Üblicherweise schläft das Dorf noch, wenn die Läufer dort frühmorgens vorbeikommen, doch dieses Jahr hatten sich die Einwohner vorgenommen, uns eine tolle Begrüßung mit Musik und Feuerwerk zu bescheren.

Kurze Zeit später erwartete uns ein wunderschöner Sonnenaufgang mit Blick über weitläufige Felder und die Ausläufer des Harzes. Bis zur Marathonmarke, die in Barbis erreicht war, kam ich getragen vom Rückenwind gut voran; ab dem Steinaer Tal wurde der Weg jedoch etwas beschwerlicher.

Der Waldboden zeigte sich nun entweder komplett vereist oder von glitschigem Schneematsch bedeckt, was das Vorankommen deutlich mühsamer machte. Endlich kam eine lang ersehnte Bank in Sicht, auf der ich mir meine Schneeketten über die Schuhe zog. Schlagartig stellte sich ein himmlisches Laufgefühl ein. Ich konnte wieder Gas geben und fand mich plötzlich auf Position vier der Frauen wieder.

Im Harz verdichtete sich die Schneedecke zunehmend und wir liefen durch eine traumhafte Winterlandschaft. Auf dem neben den Gleisen der Brockenbahn verlaufenden Weg bot sich zudem eine unverhofft gute Aussicht über die Täler sowie auf das Ziel am Brocken.

Der letzte Kilometer stellte mit Sturmböen von über 100 km/h noch einmal eine ganz besondere Herausforderung dar, die das Finish nach 10 Stunden und 45 Minuten aber umso überwältigender machte.

Im warmen Goethesaal konnte ich den Tag dann im Kreise vieler bekannter Gesichter Revue passieren lassen, bevor es am Abend an den Abstieg nach Schierke ging.

BC J E 1

Jens und Evi liefen die ganze Zeit gemeinsam. 

Jens Kruse meint zu dem gemeinsamen Erlebnis BC:

Bei meinem zweiten Anlauf hat es für 2019 endlich geklappt, ich durfte an der BC 2019 teilnehmen. Wie bei mir üblich, habe ich mich wochenlang akribisch auf dieses Rennen vorbereitet. Da ich den Harz aus meiner Bundeswehrzeit kannte, wusste ich ‚was mich klimatisch erwarten kann – von eisigen Temperaturen und meterhohem Neuschnee bis tagelangem Dauerregen war ich auf alles eingestellt. Am Wochenende vor dem Lauf war ich zusammen mit meinem Sohn ‚noch ‚mal kurz oben‘, wir wanderten von Bad Harzburg auf den Brocken mit viel Schnee und Eis und ich konnte die neuen Yaktrax, aber auch die schwedischen Winterlaufschuhe mit Spikes endlich einmal ausführlich ausprobieren. Und das war gut so!

Der Wärmeeinbruch vor dem eigentlichen Renn-Wochenende sorgte dann dafür das Schnee und Eis (fast) vollständig im Harzvorland verschwunden waren und so lief ich zusammen mit Evi die erste Marathonstrecke für meine Verhältnisse recht flott an. Aber kaum hinter Bad Lauterberg nach 46 km war es Zeit, die Yaktrax anzulegen – gefrorener Altschnee, teils sehr sulzig, machte das Vorankommen sehr mühselig.

Die langen Abschnitte des Entsafters, die man eigentlich überwiegend hätte laufen können wurden zur Wanderstrecke und so wurde schon sehr früh klar, dass ich meine angestrebte Zeit von unter 12 Stunden nicht erreichen würde. Machte aber nichts, hatte ich doch mit Evi genug Gesprächsstoff und wir konnten die Landschaft und insbesondere die Verpflegungsstellen genießen. Am Ende der beiden ‚Entsafter‘ Abschnitte gab es dann auch unerwartet und dafür umso mehr geliebtes Käsebrötchen.

Die nun folgenden letzten Abschnitte waren für mich ein Heimspiel, hinunter nach Oderbrück ging es dann endlich wieder auf festem Schnee und auch Richtung Brocken ließ es sich dann immer wieder einmal laufen.

Das Wetter war fantastisch, wir konnten teilweise weit ins nördliche Harzvorland schauen. Doch an der Brockenstraße, nur ca. 1 km vor dem Ziel änderten sich die Verhältnisse: Schneegraupel mit Orkanböen und die inzwischen eingesetzte Dunkelheit machten den Aufstieg nicht nur schwierig, sondern auch schmerzhaft: auch ein Gesichtspeeling war im Startpreis enthalten.

Finish Kruse

Nach 12:38 h kamen wir ins Ziel, der obligatorische Fotohalt am Brockenstein entfiel, wir hätten ihn vermutlich auch nicht gefunden.

Ein ausdrücklicher Dank geht an alle mit der Vorbereitung, Durchführung und Nachbereitung dieses Event befasstem Personen, u.a. des ausrichtenden ASMF, die ein fantastischen Lauf anbieten.

Und schließlich hat auch Evi PIehlmeier einen Bericht geschrieben

Geschafft!

Es gibt ja bereits ausführliche Berichte über den Lauf an sich, die Wegbeschreibung, da will ich mich nicht wiederholen. Das kann man alles auf der Homepage der Brocken Challenge (BC) nachlesen.

BC ElkeIm Vorfeld, nachdem ich ja das Losglück hatte, habe ich auch alles gelesen, was ich finden konnte und auch alle Filme und YouTube-Videos über die BC mehrmals angesehen und studiert. Je näher der Termin nun kam, umso nervöser wurde ich auch. Vor allem die Logistik vor und nach dem Lauf und die Ausrüstungsfrage beschäftigten mich sehr. Und eben auch das Wetter. Man kann da ja alles erwischen. Aber es hat sich alles gelöst. Zum einen war glücklicherweise Jens mit seinem Auto dabei und wir hatten das gleiche Hotel in Göttingen gebucht. Denn das Hotel, der Ort der Startnummernausgabe mit Briefing und der Start, das lag alles sehr weit auseinander.

Zum anderen hatte ich doch die wichtigsten Ausrüstungsgegenstände durch meine Vorstudien identifiziert, das waren die Schneeketten für die Schuhe. Wie manche es ohne diese Teile nach oben geschafft haben, ist mir ein Rätsel. Hier hatte ich mich für die Snowline Spikes entschieden. Super auf den vereisten Stellen, nur im angetauten Schnee wären wohl die Yaktrax noch besser gewesen. Und auch die zwei Tage zuvor gekaufte Sturmhaube erwies sich beim Abstieg als Volltreffer.

Überhaupt: der Abstieg. Auch das konnte ich mir im Vorfeld nicht vorstellen: nach 80 km ist es noch nicht vorbei, sondern man muss erst noch 10 km absteigen nach Schierke, von wo aus ein Bus einen dann nach Göttingen zurückbringt. Und doch, man kann es.

Einfach nicht nachdenken war die Devise. Und auch die Vorfreude auf das, was wir als erstes in Schierke im Café Winkler bestellen werden, half: einen Schierker Feuerstein. Und man war auch nicht allein. Bis auf ein paar Kilometer zu Beginn bin ich gemeinsam mit Jens gelaufen, was sehr angenehm, unterhaltsam und kurzweilig war. Dies kann man bei unserem Foto bei Kilometer 42 in Barbis recht gut erkennen.

Bis dahin war es auch ein sehr entspannter Lauf bei überraschend angenehmen Temperaturen und ohne Niederschlag. Sogar die Sonne hat sich gezeigt. Und dann die unglaublichen Helfer an den Verpflegungsstellen mit den durchaus spannenden Essensangeboten, wie getrocknete Rot-oder Grünkohlsnacks, diversen Energiekugeln usw. Es war immer eine Freude. Die größte Überraschung gab es zwischen den beiden Entsafter-Abschnitten am Jagdkopf bei km 53,8. Es hieß immer, da gibt es "nur" Getränke. Und als wir ankamen, gab es auch hier volles Programm und vor allem zu unserem Glück Käsebrötchen, was tat das gut. Damit konnten wir gut gestärkt die restlichen ca. 26 km angehen.

BC MedailleDie nächsten Verpflegungsstationen lagen nicht mehr so weit auseinander, alle unter 10 km, das kann man gut im Kopf aushalten. Ich hatte mir als Ziel als erstes natürlich „Ankommen“ gesetzt, aber doch gehofft, das Ganze unter 12 h zu schaffen. Die 12 Stunden sind es nun nicht geworden, aber das macht überhaupt nichts. Denn das Finale auf dem Brocken war dann doch grandios.

Als wir am Weg entlang der Brockenbahn waren, war es wirklich wunderschön: der Untergrund war wieder schön hart gefroren, somit gut zu laufen, die Sonne war zwar schon untergegangen, aber man konnte gut die eingefrorenen Bäume vor dem dunkelblauen Hintergrund sehen, es war wie in einem Zauberwald. Dann allerdings setzte auf den letzten 1,5 km ein unglaublicher Sturm mit Graupelschauer und auch noch Gewitter ein. Wir konnten den Kopf nur gesenkt halten, teilweise rückwärts gehen, die Hände schützend vors Gesicht halten und irgendwie Richtung Brockengipfel hochstolpern.

Ein solches Eis-Peeling hatte ich noch nie erlebt. Der an sich obligatorische Besuch des Brockensteins war natürlich aussichtslos, da wir ihn gar nicht erkennen konnten Und dann endlich die erlösenden Rufe und Lichter der Helfer vor Ort, rein gestolpert ins Brockenhaus, irgendwie hat Jens noch ein Selfie von uns gemacht. Und dann: geschafft!

Im Goethesaal wurden wir toll empfangen, es gab eine schöne handgemachte Medaille (wieder was Besonderes für meine Sammlung) und wir erhielten unsere Dropbags zurück. Nachdem wir uns umgezogen hatten, gab es was Warmes zu essen, wir applaudierten weiter jedem Neuankömmling und beschlossen, mit der nächste Gruppe nach Schierke zurück zu wandern und dann unten im Café Winkler auf den Bus zu warten.

Zunächst mussten wir uns wieder durch diesen unglaublichen Sturm bewegen, was zu Beginn nur eingehakt ging. Aber dann waren wir weiter unten wieder geschützt auf der Brockenstraße, sahen schon die Lichter von Schierke und es hieß, einfach nur einen Fuß vor den anderen zu setzen. Nach 2 Stunden hatten wir dann endlich das Café erreicht. Als dann der Veranstalter mit den letzten Läufern dort eintraf, ging es zurück nach Göttingen. Im Hotel waren wir erst wieder um 1:00 Uhr.

Also es war ein sehr langer Tag, aber ich habe es ganz gut ausgehalten. Ich bin froh, dass ich die BC gemacht habe (hatte es ja schon lange im Kopf, aber auch immer wieder Zweifel im Vorfeld). Es verlief alles problemlos und so ab dem nächsten Mittag hatte ich dann trotz eines mächtigen Muskelkaters auch ein breites Grinsen auf und war recht stolz auf mich. So kann ich die Brocken Challenge in sehr guter Erinnerung behalten. Ganz nach dem Motto „Der Schmerz vergeht, der Stolz bleibt.“

Texte: Andreas Weber, Kathi Bey, Jens Kruse, Evi Piehlmeier, Bilder: Andreas Weber, Jens Kruse und Silke Reinecke (besonderen Dank für die Freigabe), 13.02.2019

SW 1

Burg befindet sich im Osten Brandenburgs, genauer gesagt im Oberspreewald. Hier leben die Wenden. Ein kleines Völkchen mit einer eigenen (slawischen) Sprache (Wendisch bzw. je nach Region Sorbisch) und einer eigenen Kultur. Da sie eine landesrechtlich geschützte Minderheit darstellen, ist diese Doppelsprachigkeit in vielen Regionen Brandenburgs auf Ortschildern und sämtlichen öffentlichen Gebäuden in der Lausitz sichtbar – sogar das Eingangsschild des Brandenburger Landtages ist in dieser Sprache beschriftet und es gibt einen eigenen Fernsehkanal.

SW 6In diesem 3000 Jahre alten, von unzähligen Kanälen durchzogenen Siedlungsgebiet der Wenden wird die Post sogar per Kahn zu den Einwohnern gebracht, weil manche Höfe nur über das Wasser erreichbar sind. Für die speziellen Spreewaldkähne benötigt man übrigens einen besonderen Kahn-Führerschein, um mit ihnen schleusen und staaken zu können. Selbst schwere Lasten wie Heuballen oder Baumaterialien werden damit transportiert. Die 300 Fließe (rund 970 km Wasserstraße) stellen ein Biosphärenreservat dar, da das Gebiet zur Unesco Schutzzone gehört. 

Für Berliner und Brandenburger ist der Spreewald das Sinnbild schöner Festtagstrachten mit aufwändigen Stickereien auf den ausladenden Kopfhauben (das Anziehen der Tracht kann bis zu 4h dauern!). Die Röcke sind ebenfalls reich und bunt in Handarbeit bestickt (weiß war bis 1900 die Farbe der Trauer). Typisch für den Spreewald sind auch die Urlaubs-Kahnfahrten, die mit Reet gedeckten Häuser (deren Glückssymbol die gekreuzten Schlangen sind) und die vielen Kanäle mit ihrer fast urwaldähnlichen Natur. Saure Gurken, Kartoffeln mit Quark und Leinöl, die Tradition der kunstvollen Ostereierverzierung gehören ebenso zur sorbisch-wendischen Kultur wie die Geselligkeit. In Chosebuz (Cottbus) ist das Staatstheater und der größte Faschingsverein Brandenburgs. Muss ich noch mehr erwähnen? Die Lausitzer können eben feiern – und zwar richtig feste!!!!

SW 2

Gedacht war dieser Lauf als Training und als Vorbereitung auf die Saisonläufe für alle. Ich hatte bei der Anmeldung zudem von wunderschönem Winterwetter mit FROSTWIESEN geträumt. Doch aus diesem Traum wurde nichts. Die Wiesen waren matschig im zauberhaften Spreewald und auf der 30 km-Strecke sah ich ab der 2ten Hälfte fast nur noch gut durchfeuchtete Ultras. Die Kleidung der hochmögenden Textilindustrie half beim Laufen auch nur sehr bedingt gegen dieses Schmuddelwetter. Die Startzeit war zwischen 9-11 Uhr angesetzt. Rund 2000 Läuferinnen und Läufer auf allen Strecken waren gemeldet. Allein für die 30 km-Strecke (die sich aus einer 10 km-Runde zusammensetzte und einer 20 km-Runde) waren es 261 Teilnehmer. Das Wetter war - wie oben schon angedeutet - ausgesprochen ungemütlich: Von Sonnenschein keine Spur, der Himmel grau in grau, kräftiger Wind, Spreewaldwasser von oben (damit der Spreewald nicht austrocknet und die „Wassernattern“ im Sommer ein Schwimmrevier haben) und mit 5 Grad recht frisch. Als man den Namen „FROST-Wiesenlauf“ für diesen Lauf erfand, hat man sich wohl etwas dabei gedacht. Ich brach auf und hatte den Ehrgeiz, dass mich die beiden Herren, nicht vor km 10 einholen und hielt Ausschau. Die Brücken über die unzähligen Fließe waren auf der 20 km-Runde etwas, das mich schwer ausbremste. Hans-Dieter überholte mich ca. bei km23,5 und Falk bei km25.

SW 4

Mit Falk konnte ich ein Selfie machen – die Stelle war günstig (auf der Strecke war es manchmal sehr eng) und ich wollte niemanden behindern oder von seinem Bestreben abhalten, diesen Lauf als tollen Trainingslauf zu nutzen. Hans-Dieter zog seiner Wege, doch das Warten im Ziel gestaltete sich bei solch unwirtlichem Wetter als unmöglich und so gibt es leider kein Foto von uns Dreien zusammen. Trotzdem wussten wir Drei, dass wir zusammen laufen und für unsere persönliche Zeit kämpfen. Die Zeit stand zwar nicht auf der Urkunde, jedoch gab es eine Cut-Off-Zeit und diese lag für 30 km bei 5h30. Sehr gut machbar für alle.

SW 3Die Verpflegung war spreewaldtypisch: Saure Gurken, Leberwurststullen, Schmalzstullen, Obst, Glühwein und allerlei leckerer Kleinkram.

Im Ziel standen sie da, die Wendinnen mit ihren äußerst kostbaren Festtagstrachten. Da der Wind so stark wehte, gab es weder einen Ziel-Einlaufbogen, noch die prächtigen handbestickten Hauben auf den Köpfen der wendischen Damen zu sehen (die nur mit Nadeln festgesteckt werden), was diese mit ihrem charmanten Wesen elegant zu überspielen wussten.

So standen diese mitten im Matsch und warteten geduldig auf die gut durchnässten Läufer. Das war so herzerwärmend, egal wie durchgefroren man ankam.

Dieses freundliche Lächeln in den Gesichtern und die vielen anderen schönen Eindrücke vom Lauf und dem Spreewald habe ich versucht, mit ein paar Fotos einzufangen.

 

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Ach ja, gelernt habe ich auch noch etwas: Die Umstände können noch so widrig und unveränderlich sein, niemand ist daran gehindert, trotzdem schöne Eindrücke und Erlebnisse nach Hause mitzunehmen, wenn man dafür offen ist. Es ist eben wie so oft im Sport: Auf die innere Einstellung kommt es an! Euch allen viel Spaß beim Trainieren!!!

Text und Bilder: Elisabeth Ploch, 11.02.2019 

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