Laufgemeinschaft der Deutschen Ultramarathon-Vereinigung e.V.

Sorpesee Logo2Seit 2009 organisiere ich zunächst für die DUV, später dann für die LG Ultralauf unter dem Begriff „Trainingslager“ nette Wochenenden, bei denen viel geredet wird, viele praktische Trainingselemente gelernt werden und auch gelaufen wird. Aber eher, um gemütlichen Schrittes die tollen Landschaften kennenzulernen, wo die Ausrichtungsorte liegen. Bei diesen Veranstaltungen lag der Schwerpunkt stets auf der Theorie und dem Erlernen elementarer Athletikübungen und Übungen zur Verbesserung der Lauftechnick.

Ab diesem Jahr heißen diese Veranstaltungen Seminare und das nächste findet am Wochenende nach Ostern am Sorpesee statt und völlig neu im Veranstaltungsprogramm der LG Ultralauf sind die Trainingslager.

TLBonn LogoDas erste, richtige Trainingslager fand nun letztes Wochenende in Bonn statt und richtete sich an sehr erfahrene Ultraläufer, wobei damit nicht Geschwindigkeit, sondern eher Belastungsverträglichkeit gemeint ist, denn das Programm war ausgesprochen anspruchsvoll.

Die Teilnehmer bekamen ca 3 Wochen vor der Veranstaltung einen kleinen Trainingsplan zur Vorbereitung, damit sie am Wochenende nicht mit ungewohnten Trainingselementen konfrontiert wurden. Gerade die sehr spezielle Tempoeinheit am Freitag musste zwingend vorher geübt werden, um sich nicht total zu überfordern oder gar zu verletzen.

Gelaufen wurde eine Einheit aus dem klassischen 100km-Training, bei der man zwanzigmal 3 Minuten schnell und 1 Minute langsam läuft. Bei 15 Minuten Einlaufen und Auslaufen kommt eine Tempoeinheit von fast 2 Stunden Dauer heraus. Die Strecke zum Einlaufen führte die Gruppe vom Hotel zum Rhein, dann ging es am Rhein entlang Richtung Süden. Die Gestaltung sah so aus, dass die Gruppe immer gemeinsam den 3-Minutenteil startete und jeder in seinem Tempo lief, im Erholungsteil kam die Gruppe wieder zusammen, bevor wieder der nächste schnelle Abschnitt folgte. Nach 10 Abschnitten wurde einfach umgedreht und wieder zurückgelaufen. In Summe ergibt das eine Belastungszeit von genau 60 Minuten, in denen man etwa im 10km-Wettkampftempo läuft – da ermüden die Beine etwa ebenso stark wie die Willenskraft. Die Gruppendynamik hat es möglich gemacht, dass einige deutlich schneller als erwartet waren und es allen unglaublich viel Spaß gemacht hat.

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Die Gruppe am Samstagabend beim Essen

Am Samstag stand dann mit dem BBQU ein Wettkampf über 59,2, bzw. 74 km auf dem Programm. Für die 100km-Läufer, die sich beispielsweise auf die 100km DM in Störitz Ende März vorbereiten, war die kürzere Distanz die Empfehlung, 24h-Läufer oder Spartathlon-Aspiranten konnten ruhig die längere Strecke in Angriff nehmen. Obwohl sich die Trainingslagerteilnehmer am Freitag wirklich nichts geschenkt hatten, war von Ermüdung bei den Allermeisten nicht viel zu sehen und wurden super Zeiten erzielt. 

Bericht von der BBQU-Veranstaltung: Link

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Am Sonntagmorgen kurz vor dem Aufbruch zum Lauf im Siebengebirge

Wenn man in Bonn, am Endpunkt des Rheinsteiges, gastiert, ist natürlich klar, dass der Sonntag im Siebengebirge auf dem Rheinsteig gelaufen wurde. Außerdem funktioniert so eine Dreitagesbelastung am besten, wenn alle Einheiten grundverschieden sind. Allerdings stellten sich bei der Streckenplanung schon die Fragen: wie lang und wie schwer darf denn die Strecke sein? Eine komplette Runde sollte die Gruppe von Oberkassel über den Felsenweg zum Rheinsteig und dann über den Petersberg, Nonnenstromberg, Stenzelberg, Weilberg wieder zurück zum Hotel führen. Der Weg war so konzipiert, dass man beinahe an jeder Stelle vom Hinweg auf den Rückweg wechseln und so beliebig abkürzen konnte. Die Komplettstrecke war mit 24km und 800 Höhenmetern berechnet und schien mir absolut unmöglich in der geplanten Zeit zu schaffen, zumal die Strecke auch noch an ganz vielen geologischen Sehenswürdigkeiten und Fotomotiven vorbeiführte. Und gefrühstückt hatte die Gruppe vorher natürlich auch nicht. Allerdings gab es vorher einen kleinen Imbiss und Riegel und Wasser für den Notfall für unterwegs.

In der schnellen Gruppe, in der kein ortskundiger Läufer war, wurde streng nach Track gelaufen mit zwei Optionen zum Abkürzen einzelner Gipfel, doch Abkürzen gab es an diesem Tag nicht als Option und so rannte die Vierergruppe nicht nur den steilen, alpin anmutenden Felsenweg hoch, sondern den kompletten Weg, ließ dabei kein Hotspot aus und kam rechtzeitig zum späten Frühstück am Hotel an. Das war schon sehr beeindruckend!

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Fabian Benz erläuterte sein Training zum Spartathlon 2018 und stellte seinen Plan für dieses Jahr vor.

Abends gab es jeweils noch zwei kurze Vorträge. Am Freitag erzählte ich etwas zu den Trainingsgrundlagen mit den Schwerpunkten, welche Belastungsbereiche besonders wichtig sind und zur Periodisierung und Fabian Benz hielt einen einführenden Vortrag zum Spartathlon und am Samstagabend ging es dann um konkrete Trainingspläne für den Spartathlon, bzw. die 100km WM, jeweils im September.

Am Ende der Veranstaltung war eine Frage vermutlich ausdiskutiert: Macht eine derartige Verdichtung von belastenden Trainingseinheiten Sinn, wo nach jeder Einheit für sich schon der Trainingscomputer am Handgelenk meint, dass jetzt erst einmal 2 Tage Pause nötig sind und auch nach dem Prinzip der Superkompensation nach der Belastung doch eine Pause folgen sollte? Ja, unbedingt, auch wenn es komisch erscheint! In Summe waren es zwischen 10 und 12 Stunden intensives Training innerhalb von 43 Stunden. Dennoch wurden wahrscheinlich nicht die Ermüdungswerte erreicht, die beispielsweise beim Spartathlon im letzten Renndrittel vorliegen. Man muss die 12 Stunden Belastungszeit in Relation zur geplanten Wettkampfdauer sehen.

Das Fazit der Teilnehmer fiel geschlossen positiv aus, sowohl was die Laufeinheiten als auch die Vorträge anging.

Rückmeldung von Katrin Gottschalk:

Vielen Dank nochmal für das tolle Wochenende. Du hast uns total gefordert, aber im guten Sinne. Die Einheiten haben sehr viel Spaß gemacht in der Gruppe. Ich habe selten so gut trainiert und bin total überrascht, wie gut mein Körper das alles weggesteckt hat.

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Katrin Gottschalk gehörte zur Vierergruppe, die die 24km-Strecke meisterste. Hier mit Fabian Benz. Susanne Gölz und Hans-Dieter Jancken komplettierten die Gruppe.

Wir werden das mal beobachten, wer von den Teilnehmern in diesem Jahr Bestzeiten läuft, denn die Idee war ja schon, dass man durch die Teilnahme einen kleinen Leistungssprung macht.

Mein persönliches Fazit ist dadurch geprägt, dass ich am Freitagmorgen plötzlich etwas grippekrank war und das ganze Wochenende etwas neben mir stand. Da bin zunächst echt froh, dass alles so gut geklappt hat und dankbar für die fleißigen Helfer, die das möglich gemacht haben.

Insgesamt war das schon ein ziemlich cooles Wochenende. Für mich war es nur schade, dass ich die Einheiten am Freitag und Sonntag nicht mitlaufen konnte – da hatte ich mich nämlich schon richtig drauf gefreut.

Die Frage nach dem nächsten Mal wurde auch schon während der Veranstaltung gestellt. Die Antwort ist simple: Ob, wann und wo – alles ist ungewiss, obwohl schon klar war, dass die meisten der Teilnehmer wohl wieder dabei wären. Da die Teilnehmer am Freitagabend gelernt haben, dass man in der allgemeinen Vorbereitungsphase auch gut konditionelle Fähigkeiten bei Alternativsportarten trainieren kann, stand plötzlich die Frage im Raum, warum nicht ein Skilanglauftrainingslager im Winter. Ja, warum eigentlich nicht? Mal sehen.

Text und Fotos: Michael Irrgang, 18.02.2020

Am 15.2. fand in Bonn der BBQU, der Bonner Brücken Qualitäts Ultra, statt. Dabei galt es, die leicht modifizierte, 14,8 km lange Bonner Brückenrunde bis zu fünfmal zu laufen.

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41 Männer und Frauen starteten morgens nach einem kurzen Briefing. Morgens war es noch recht kalt, aber schon bald vertrieb die Sonne die Wolken und sorgte für frühlingshafte Temperaturen.

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Andreas Häußler war einer von wenigen, die fünf Runden liefen. Er schrieb zu seinen Beobachtungen und Erlebnissen einen netten Facebookbericht.

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Desiree Sauren, Dunja Pesnik, Jasmin Scherfeld und Sigrid Hoffmann kamen gemeinsam am VP an. Dunja, Jasmin und Sigrid liefen sogar das gesamte Rennen zusammen.

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Die beiden schnellsten Männer waren nach einer Runde noch eng beieinander: Thomas Dogen und Eule Frings.

Der Hauptversorgungspunkt lag auf der Beueler Seite; ein weiterer befand sich auf der anderen Rheinseite. So waren die Läufer bestens mit allerlei Getränken und Speisen versorgt.

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Nach 4 Runden im konstanten Tempo und einer Gesamtzeit von 4:40 Stunden kamen Susanne Gölz (LG Ultralauf) und Katrin Gottschalk (LG Ultralauf) gemeinsam ins Ziel und distanzierten den ersten Mann um über 15 Minuten! Das war allerdings keine Überraschung, denn Susanne ist amtierende Deutsche Meisterin im 100km-Lauf und Katrin hat schon einen Einsatz im 100km-Nationalteam in ihrer Vita stehen. Sie nahmen am Trainingslager teil, in welches der Lauf eingebettet war.

BBQU 6M 60K

Die ersten 3 Männer der Wertung 60k: 1. Thomas Dogen (LoComMedienAkademie Bonn) in der Mitte, 2. Eule Frings (Selbstläufer SV Altenahr) links und 3. Hans-Dieter Jancker (LG Ultralauf) rechts.

Mit Thomas hat ein in Bonn lebender Ultraläufer gewonnen, der bisher noch nicht so oft in Erscheinung getreten ist.

Es gab einige Teilnehmer aus Bonn. Die meisten waren allerdings Gastläufer. Sie konnten jederzeit starten, um eine oder zwei Runden zu laufen. Als Erinnerung bekamen sie dann eine schöne Urkunde und auf Wunsch eine Medaille. Auf diese Weise konnten sie einmal an der besonderen Atmosphäre einer Ultralaufveranstaltung teilhaben.

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Dritte Frau wurde Simone Durry (TG Neuss). Wenn die Läufer ins Ziel kamen, wurden ihre Zeiten notiert und in eine vorbereitete Urkunde übertragen. So konnte jeder Läufer kurz nach dem Zieleinlauf in einer kleinen Ehrung Urkunde und Medaille in Empfang nehmen. Rainer Grossmann, der schon an so vielen Wettbewerben teilgenommen hat, freute sich über die Auszeichnungen.

BBQU 7M 75K

Mittlerweile kamen auch die ersten 75k-Läufer ins Ziel, die insgesamt 74km zurückgelegt hatten. Schnellster war Ralf Giese (Lauffeuer Fröttstädt), Mitte, Zweiter wurde Fabian Benz (LG Ultralauf), links vor Peter Flock (Lauffeuer Fröttstädt) rechts.

BBQU 9MiriamAls einzige Frau ließ es sich Lokalmatadorin Miriam Kudermann nicht nehmen, 74km zu laufen. Sie konnte dabei ihren Heimvorteil geschickt ausnutzen, denn auch sie hatte keine große Lust mehr der vierten Runde eine weitere dranzuhängen. So telefonierte sie in der vierten Runde ihre Lauffreunde ab, wer Lust hätte, sie auf der letzten Runde zu begleiten. Zum Glück fand sich jemand und so konnte sie die Wertung W-75k gewinnen.

Aus Veranstaltersicht fällt das Fazit sehr positiv aus. Bei dem Wetter und den äußeren Bedingungen haben wir richtig viel Glück gehabt. Nach Hochwasser, Dauerregen und Sturm in den letzten beiden Wochen boten die äußeren Bedingungen optimale Voraussetzungen für eine längere Trainingseinheit. Bei den Abläufen und der Versorgung der Läufer hat alles wunderbar geklappt. Wir hatten genügend Helfer, die erstklassig die Veranstaltung unterstützten. So macht dann auch das Organisieren und Durchführen Spaß.

Das Feedback der Teilnehmer fiel einstimmig aus: Tolle Strecke und super Veranstaltung verbunden mit dem Wunsch, sie zu wiederholen. Nun, dass ist nicht sicher, aber mal sehen. Zumindest war die Zusammenarbeit mit der Stadt Bonn so gut, dass ich mir eine Wiederholung vorstellen könnte.

Ergebnisse:

Wertung 60k für 4 Runden und 59,2 Kilometer

Platz Frauen Verein Zeit
1 Katrin Gottschalk LG Ultralauf 4:40:38
1 Susanne Gölz LG Ultralauf 4:40:38
3 Simone Durry TG Neuss 5:30:30
4 Carina Jochum Selbstläufer SV Altenahr 5:36:26
5 DESIREE SAUREN BIRKESDORFER TV 6:12:49
5 Jasmin Schmerfeld   6:12:49
5 Sigrid Hoffmann LG Westerwald 6:12:49
8 Kerstin Conrad LG Ultralauf 6:16:37
9 Dunja Plesnik TuS Breckerfeld 6:20:32
10 Betty Mecking Running Team Grafenberg 6:52:41
11 Monika Lux   7:02:39
11 Yvonne Kohler   7:02:39
13 Nicole Riedling   7:51:21

 

Platz Männer Verein Zeit
1 Thomas Dogen LoComMedienAkademie Bonn 4:57:10
2 Eule Frings Selbstläufer SV Altenahr 5:06:00
3 Hans-Dieter Jancker LG Ultralauf 5:06:58
4 Bernhard Pfeifer   5:11:00
5 Klaus Haake LG Ultralauf 5:13:37
6 Christoph Susek   5:19:00
7 Sebastian Kahl   5:27:56
8 Michael Schmidt Lg Muli 5:32:00
9 Martin Steinmeister LG Heimerzheim 5:39:00
10 Rainer Grossmann TV Haibach 5:47:00
11 Roland Riedel LG Westerwald 5:55:21
12 Sizzo Stroh SSF Bonn Triathlon 6:48:00
13 Mario Luther LG Ultralauf 6:52:41
14 Rainer Wachsmann LSF Münster 7:03:47
15 Manfred Steckel TriathlonSteckelCologne 7:27:41
17 Sascha Nebling LG Ultralauf 7:37:23
16 Bernd Mohr   7:51:21

Wertung 75k für 5 Runden und 74,0 Kilometer

Platz Frauen Verein Zeit
1 Miriam Kudermann LG Ultralauf 7:55:00

 

Platz Männer Verein Zeit
1 Ralf Giese Lauffeuer Fröttstädt 6:29:00
2 Fabian Benz LG Ultralauf 6:55:28
3 Peter Flock Lauffeuer Fröttstädt 7:13:41
4 Andreas Häußler LG Ultralauf 7:22:52
5 Florian Hohenwarter   7:24:34
6 Mike Hausdorf LG Mauerweg Berlin e.V. 7:38:29
7 Stefan Gartz LG Ultralauf 8:00:17

 

3 Runden: Norbert Hoffmann (LG Westerwald)

2 Runden: Michael Bohm (LG Ultralauf), Imke Nebling, Jürgen Hahm (Selbstläufer SV Altenahr), Sandra Schmidt (LG Steinhagen), Moritz Rodert 

1 Runde: Dieter Brendemühl (LG-Ultralauf), Kurt Uhlhorn (Eile mit Weile , jeder Schritt zählt), Nora Karnowski (LG Ultralauf), Nikolas Hochheimer, Eileen Reppert, Irmgard Schulz (TEAM WIKI), Jens Krug, Wolfgang Menzel (Troisdorfer LG M.U.T.)

Text und Fotos: Michael Irrgang, 17.02.2020

BBQ LogoLetzte Woche stand aufgrund des Rheinhochwassers die Laufstrecke teilweise unter Wasser, gestern fegte ein Orkan über die Radwege am Rhein, aber der aktuelle Wettbericht sagt für Freitag trockenes Wetter und für Samstag sogar 2 Sonnenstunden bei Temperaturen bis zu 12 Grad voraus, bevor am Sonntag der nächste regenbringende Sturm über das Rheinland zieht. Klingt unfassbar gut, aber warten wir einmal ab.

Wetter

Die Vorbereitungen sind voll im Plan und wir freuen uns sehr auf die Veranstaltung. Aber immer, wenn etwas zum ersten Mal organisiert wird, gibt es dieses kribbelnde Bauchgefühl.

TLBonn LogoUnd eigentlich sind es ja gleich zwei Veranstaltungen, die wir organisieren. Da wäre zum einen das Trainingslager mit ca 15 Teilnehmern aus ganz Deutschland. Am Freitag gibt es eine anspruchsvolle Tempoeinheit, auf die sich die Teilnehmer bereits seit zwei Wochen vorbereiten. Abends folgen dann zwei Vorträge, einmal allgemeine Infos zum Training einmal zum Spartathlon. Samstags folgen dann der BBQU-Lauf und abends konkrete Pläne zur Vorbereitung auf die 100km WM in Winschoten und einmal zum Spartathlon, bevor zum Abschluss am Sonntag bei einer Strecke von ca 24 km mit 1000 Höhenmetern ein wenig das Siebengebirge erkundet wird. Zahlreiche Abkürzungen ermöglichen es allen Teilnehmern, rechtzeitig wieder im Hotel zu sein. Verdichten nennt sich das Trainingsprinzip, bei dem die Kerneinheiten einer Woche auf drei Tage zusammengeschoben werden und man definitiv seine Komfortzone verlässt.

Der BBQU findet auf der Bonner Brückenrunde statt, die mit einer Schleife ausgestattet amtlich vermessene 15km lang ist. Wollten wir eigentlich die etwa 500m kürzere Ideallinie laufen, so mussten wir Anfang der Woche feststellen, dass die Autobahnmeisterei den geplanten Radweg über die Südbrücke gesperrt hat und wir nun auf der anderen Seite laufen müssen. Die gesamte Planung war nicht arm an Überraschungen!

RheinVP1 660

Ungefähr hier zwischen den Bäumen bauen wir unseren Pavillon auf. Hier gibt es die Startnummernausgabe, Nachmeldungen, Taschenabgabe, den Start und den Hauptverpflegungsstand. In unmittelbarer Nähe sind Duschen und Toiletten. Ein zweiter Verpflegungsstand befindet sich auf der Bonner Seite kurz vor der Kennedybrücke. Der Standort auf der Beueler Seite ist ziemlich genau zwischen der mittleren und südlichen Brücke etwa bei der Pizzeria Canal Grande. Parkplätze sind etwas problematisch. Im Viertel gibt es wohl einige wenige, das Parkhaus unter der Kennedybrücke oder die Parkplätze am Bahnhöfchen sind ok, am Hariboschiff (Elsa-Brandströmstraße) gibt es viele Parkplätze, der Platz ist allerdings schon etwas weiter weg.

Die Startnummernausgabe beginnt um 8 Uhr. Wer früher kommt, läuft Gefahr, sich beim Aufbau zu engagieren. Wir unterscheiden beim Lauf zwischen Wettkampfläufer und Gastläufer. Die Wettkampfläufer starten alle um 9 Uhr und können so viele Runden laufen, wie sie mögen, bzw. innerhalb von 8 Stunden schaffen. Sie bekommen im Ziel eine eigene Ehrung mit Medaille und Urkunde. Für 4 und 5 Runden melden wir die Ergebnisse der DUV für die Statistik.

Medaille 660

Gastläufer können im Zeitraum zwischen 9 und 15 Uhr jederzeit starten und laufen dann eine oder zwei Runden. Auch sie bekommen eine Urkunde und auf Wunsch eine Medaille.

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Eine Besonderheit ist, dass die Startnummern nach dem Zieleinlauf wieder abgegeben werden müssen, weil sie wiederverwendet werden können. Auch an dieser Stelle versuchen wir, Müll zu vermeiden.

Eine Prognose auf den Rennausgang zu wagen, gestaltet sich schwierig, auch eine Aufzählung der prominenten Starter läuft Gefahr, einige zu übersehen. Die Motivation zur Teilnahme ist vielfältig wie immer. Dazu kommt, dass eine Top-Leistung zu zeigen und zu gewinnen, von Veranstalterseite nicht besonders gefördert wird, denn die Strecke ist nicht vermessen und zu gewinnen gibt es auch nichts. Dafür kann man für 20 oder 25 Euro viele Bekannte treffen und bei einer guten Versorgung einen langen Trainingslauf beispielsweise für die anstehenden Meisterschaften absolvieren.

Einige der Teilnehmer nehmen am Trainingslager teil, sind morgens weder ausgeruht, noch wäre es schlau, sich völlig zu verausgaben, da am nächsten Tag ein paar Berge warten. Andere Teilnehmer sind erst letzte Woche beim Grüngürtellauf 63km gelaufen und präsentieren sich ebenfalls nicht ausgeruht.

Auch ist nicht klar, wer die 75km angeht, wobei das Zeitlimit mit 8 Stunden den meisten wohl keine Option dazu lässt. Daher werden vermutlich die allermeisten 60km laufen. Vermutlich werden zunächst Kleingruppen im submaximalen Tempo unterwegs sein. Und dann wird es vielleicht in der letzten Runde spannend, wer Reserven hat und beschleunigt oder eher Tempo rausnehmen muss, um lächelnd zu finishen.

Nominell sehr stark besetzt ist das Frauenrennen mit Susanne Gölz, Katrin Gottschalk und Simone Durry.

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Vor genau 5 Monaten gewannen Susanne (Mitte), Katrin (Rechts) zusammen mit der Bonnerin Miriam Kudermann den Mannschaftstitel bei der 100km DM und treffen sich nun wieder.

Bei den Männern weist Roland Riedel die beste Vorleistung über 100km auf. Wir freuen uns sehr über die Teilnahme der Delegation aus dem Westerwald mit ihm sowie Sigrid und Norbert Hoffmann. Sigrid startete letztes Jahr mit Simone Durry erfolgreich bei der 24h WM und Norbert, mittlerweile in der M80 startend, ist zigfacher Deutscher Meister und mehrfacher Weltmeister im 100km-Lauf. Er lief sein letztes Rennen allerdings vor zwei Jahren.

Damit ist er allerdings nicht der älteste Teilnehmer, denn Dieter Brendemühl ist noch ein paar Monate älter.

Bei den Männern ist es schwer, einen Favoriten auszumachen. Die schnellsten Läufer, die von weit her angereist sind, Peter Flock, Hans-Dieter Jancker, Fabian Benz, Ralf Giese und Mike Hausdorf nehmen alle am Trainingslager teil und werden möglicherweise einen langsamen Trainingslauf machen.

Denkbar wäre, dass mit Thomas Dogen ein weitestgehend Unbekannter aus Bonn ganz vorne mitläuft.

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Die einzige Stelle, an der man sich verlaufen kann. Nachdem man zuvor 2 km auf dem breiten Deichweg gelaufen ist, muss man hier dem Rheinradweg folgen und rechts abbiegen.

Für viele Teilnehmer wird der Lauf zu einem großen Wiedersehen-Event, so hat sich beispielsweise die sogenannte Kölnpfad-Familiy in Bonn verabredet, aber es gibt auch einige Teilnehmer, die auf diesem langen Rundkurs ihren ersten Ultramarathon planen. Dann hoffen wir einmal, dass das Wetter auch viele tolle Erlebnisse zulässt.

Wir sehen uns!

Text und Bilder: Michael Irrgang, 12.02.2020

 

Letzte Woche in Rodgau wurde im Rahmen der Siegerehrung des DUV-Cups 2019 der Termin der bis dahin ausstehenden 24h-Meisterschaft und die finale Liste der DUV-Cup-Läufe 2020 bekannt gegeben.

Der SV Schwindegg, der in der Vergangenheit Anfang Oktober stets einen 6h-Lauf ausrichtete, wird vermutlich in diesem Jahr die 24h DM ausrichten! Damit stehen die Termine "unter Vorbehalt" fest. Diese Formulierung klingt "unsicher" - ist es aber nicht, sondern hängt mit dem Vergabeprozess der DLV-Meisterschaften zusammen. Daraus resultiert, dass auch die offiziellen DLV-Ausschreibungen noch nicht vorliegen, allerdings sind hier keine Überraschungen zu erwarten. Ganz wichtig ist natürlich die Startberechtigung, also wer an den Meisterschaften teilnehmen kann. 

Die 6h DM ist die einzige, die von der DUV ausgerichtet wird. Hier reicht die deutsche Staatsangehörigkeit. Bei den vier anderen Meisterschaften ist außerdem zwingend ein DLV-Startpass bei einem Leichtathletik-Verein erforderlich. Als vereinsloser Läufer kann man meist recht einfach sich einem Verein anschließen und einen Startpass bekommen. Wer einen Verein sucht, sollte zunächst einmal unter den DUV-Förderstützpunkten und den Mannschaften der Ultramarathon Bundesliga suchen, wo es viele Gleichgesinnte gibt, falls man in seiner unmittelbaren Region keinen geeigneten Verein findet.

Die Meisterschaftstermine

  • 28.03.2020, 100km, Störitz
  • 05.04.2020, 6h, Herne
  • 01.08.2020, Ultratrail, Ruhpolding
  • 03.10.2020, 24h, Schwindegg
  • 08.11.2020, 50km, Bottrop

Von der 6h-DM abgesehen sind die Meisterschaften also etwas für Vereinsläufer und Vereinsmannschaften. Die Ultramarathon Bundesliga ist ein Wettbewerb der Vereine, bei dem es darum geht, bei den fünf Meisterschaften erfolgreich abzuschneiden.

DU Cup 2020

Ein Wettbewerb für alle Ultrläuferinnen und -läufer ist der DUV-Cup. Hier kann jeder mitmachen und vielleicht sogar etwas gewinnen. In die Cup-Ergebnislsite kommt, wer an mindestens 3 (und höchstens 4) Cup-Läufen in die Wertung kommt. Dabei muss mindestens 1 Lauf aus beiden Pools enthalten sein. Wurden im letzten Jahr die Meisterschaftsläufe von dem Cup ausgeschlossen, so sind sie dieses Jahr wieder integriert, um den Meisterschaftsläufern ebenfalls die Teilnahme am Cup möglich zu machen. Die Attraktivität ist auch deswegen hoch, weil es pro Geschlecht drei Altersklassen gibt und außerdem schöne Preise winken.

Cup-Termine - Pool 1

  • 25.01.          Rodgau 50km
  • 21.03.          Schweriner Seentrail 61 km
  • 05.04.          Herne (DUV DM)  6h
  • 05.09.          Bottrop (BUF) 6h
  • 24.10.          Schwäbisch Gmünd 50 km
  • 08.11.          Bottrop (DLV DM) 50 km

Cup-Termine - Pool 2

  • 28.03.          Grünheide (DLV DM) 100 km
  • 16.05.          Rennsteiglauf 73 km
  • 20.06.          Zugspitz Ultratrail 102,5 km
  • 27.06.          Sachsentrail 70,3 km
  • 01.08.          Chiemgau 100 (DLV DM Ultratrail) 100 km
  • 03.10.          Schwindegg (DLV DM) 24h

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Wir freuen uns natürlich sehr, dass wir mit unserer BUF-Veranstaltung in den Cup aufgenommen wurden und hoffen natürlich auf viele Extra-Teilnehmer. In der Tat scheint der Termin für einen Formtest für die später stattfindende 24h DM günstig zu sein. Wem die 6h etwas zu wenig ist und lieber 100 km oder 100 Meilen laufen möchte, hat die Option am 24h-Lauf teilzunehmen und nach den gewünschten Distanzen oder Zeiten das Rennen zu beenden. Immerhin gibt es für diese Strecken bestenlistenfähige Zwischenzeiten.

Text: Michael Irrgang, 05.02.2020

 

Was hab ich gestern gemacht?
Ich war auf einen Geburtstag eingeladen. Der Schinder Alex hat eingeladen ins Paradies. Ein Winterparadies sollte es sein ... klingt gut dachte ich bei mir und sagte kurzerhand zu.
Offensichtlich haben wir doch sehr unterschiedliche Vorstellungen vom Paradies - sehr unterschiedliche sogar ... ‼️
Nun wir trafen uns mit etlichen bekannten und unbekannten Gesichtern im Festsaal von Holzhausen und Alex lud zum Festmahl - es gab ein reichhaltiges 4 Gänge Menu – Als Starter wurde ein üppiges Frühstück gereicht. Brötchen von liebevollen Vereinsfrauen liebevoll geschmiert und belegt, als Beilage köstlich dampfenden Kaffee. Da aber wohl nicht alle 4 Gänge in die Festhalle passten mussten wir wohl oder übel die anderen Teile der Mahlzeit woanders einnehmen. Laufend wohlgemerkt 😳. Oh oh ... da ist wohl was durcheinander geraten in der Einladung ... vielleicht hab ich da auch wieder was missverstanden. Auf jeden Fall sollten wir nur mit dem GPS bewaffnet zum nächsten Verpflegungsstand laufen ... ok wird schon gehen dachte ich mir und lief mit rund 130 anderen johlenden Geburtstagsgästen los.

Ich war voller Tatendrang, startete defensiv aus der ersten Reihe und war schnell durch das komplette Startfeld nach hinten durchgereicht...  Schinder1 Der Nebel war unglaublich mystisch und lag schwer über den Wiesen und Feldern von Holzhausen. Die Temperatur nur knapp über dem Gefrierpunkt, der Boden vom Nachtfrost hart gefroren…

Irgendwo in der Ferne ein Geräusch. Langgezogen, melodisch und geisterhaft erklang der Sound eines Dudelsacks …völlige Verwirrung und Irritation – Meine Augen versuchten im Nebel die Quelle auszumachen. Und dann stand wahrhaftig auf dem Feld auf der Kuppe eine einsame Dudelsackspielerin und spielte diese typischen Klänge die man sofort erkennt. Einfach magisch!! Jetzt hinten im Feld hatte ich meine Ruhe und trottete fröhlich summend vor mich hin auf dem Weg zum ersten Zwischengang. An der Burg Nassau, km 24 - gab es einen Gruß aus der Küche in Form vom Mega Muffins ... in liebevoller Detailarbeit einzeln dekoriert. Ein kurzer Schluck Jahrgangswasser - 2019er Nassauer Südhang und ein köstlicher Muffin später ging es wieder auf die Strecke. 
Bei km 35 nach einer kraxeligen Kloster Arnstein Kanzelrunde wurden wir in des Klosters Küche sehr weltlich mit dem zweiten Gang des Geburtstagsschmaus‘ versorgt. Hier gab es alles was die Küche hergab. Insekten, Maden, Schinkenkeule und ungarische Salami... ein Traum. Und doch durfte ich keine Zeit verlieren, hatte ich doch für die restlichen 32km nur noch rund 6h Zeit ... Also Vorräte auffüllen, noch ein gutes Bier zum runterspülen der Insektenreste und weiter geht’s. Trödeln ist beim Schinder Alex nicht.
Die Kilometer zogen einer nach dem anderen dahin und nach einer ausgiebigen Buschpause und Batterienwechsel im Navi war ich hoffnungslos letzter im Feld der Geburtstagsgäste. Ich kam nur noch mäßig voran. Wandern dominierte die Fortbewegungsart und Zweifel ob der Sinnhaftigkeit meines Tuns machten sich breit. Ängste, dass es am VP 2 nichts mehr zu Futtern für mich geben könnte verbunden mit der Sorge den Cut Off nicht zu schaffen.
Schinder2

 

Irgendwie kam ich dann doch dort an und oh Wunder - soweit zurück war ich gar nicht! Dort waren noch einige andere Teilnehmer und verließen gerade den Checkpoint oder waren noch beim Futtern des dritten Gangs... Hier wurden wir liebevoll von Alex‘ Frau mit allerhand Leckereien verwöhnt. Ich nahm all meine Routine zusammen, konzentrierte mich in der Futteraufnahme, Flaschen auffüllen, 2 Becher Cola, 1x Brühe ... garniert mit drei Kartoffeln und ratz fatz zwar immer noch aller aller letzter aber nur noch mit geringem Abstand wieder weg von diesem gastlichen Ort.
Die Zucker taten ihre Wirkung. Der VP war bei km 52 - nur noch 15km Rest ... überschaubar, handelbar und irgendwie greifbar ... plötzlich lief es auch wieder ... die Tatsache durch den Anblick der anderen Teilnehmer aus meiner Lethargie gerissen zu werden eröffnete plötzlich die Möglichkeit doch noch das Finish im Zeitlimit zu erreichen. Ich nutzte den Schwung des Moments und lief ... weiter - weiter - immer weiter ... nach und nach sammelte ich einige Teilnehmer ein und machte auf den letzten 15km noch 10 Plätze gut. Fazit... gefühlt ins vordere Drittel gekämpft und fast noch gewonnen 😉

Der vierte und letzte Gang des Geburtstagsmenus wurde wieder in der Festhalle serviertSchinder3 ...  dort gab es wahlweise Spanferkel oder Pommes Currywurst .. garniert mit einem alkoholfreien Weizen ... was thematisch den Magen schloss.
Hier hörte ich von einigen Teilnehmern, dass es schon wieder einen neuen Trend im Laufsport gibt ...  ich kann es nicht glauben auf was für absurde Ideen die Leute kommen. War es vor einigen Jahren dieses Trai-lrunning was schnell in aller Munde war gibt es jetzt schon wieder was Neues. Trai-ning ... es praktizieren einige schon und sie meinen, dass es ein völlig neuer Ansatz ist, um im Wettkampf deutlich entspannter zu sein.
Mir erschließt sich das überhaupt nicht. Sich 8-10 Wochen im Training zu quälen, damit es am Wettkampftag entspannt ist⁉️
Da bin ich doch lieber 8-10 Wochen entspannt und quäl mich nur am Wettkampftag ...

 

(Anmerkung d. Verfassers: nicht zur Nachahmung empfohlen!)

 

Schinder4

 

Text und Bilder: Thorsten Klenke

 

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