Laufgemeinschaft der Deutschen Ultramarathon-Vereinigung e.V.

2 Wolfgang von hinten Bernath

Bild 1: Wolfgang in seinem Element

Im Heidelberger Regenwald

Als 2013 zum ersten Mal der Heidelberger "Trail-Marathon" ausgetragen wurde, war klar, dass ich dabei sein wollte. Die Runde über die drei "Berge" - Heiligenberg, Weißer Stein und Königstuhl - war nett und bot schon einige Höhenmeter. Mir hat es gefallen, die "Spezialisten" fanden es nicht "trailig" genug. Seitdem arbeiten die Veranstalter (die auch den Mannheimer "Dämmermarathon" im Program haben) daran, die breiten Wege durch schmale Pfade und die gemäßigten An- und Abstiege durch Steileres und Steinigeres zu ersetzen. Der Heidelberger Odenwald hat da ja schon etwas zu bieten. So wurde die Strecke mit der Zeit deutlich anspruchsvoller.

Als dieses Jahr dann der "Long Distance Trail" mit 50 Kilometern und 2000 Höhenmeter dazu kam war klar, dass ich mal wieder mitlaufen wollte. Prinzipiell klang mir das erstmal nach einem "Jokertrail" im Oktober, bei näherer Betrachtung sind die Unterschiede aber dann doch beträchtlich. Die "Berge" werden in umgekehrter Reihenfolge passiert und es gibt kaum gleiche Streckenabschnitte. Die etwas "wilderen" Abschnitte des Joker fehlen und natürlich auch die Unwägbarkeiten eines Traillaufs im Februar.

1 Briefing am Samstag

Bild 2: Briefing auf dem Karlsplatz in Heidelberg

Als es am 6. Oktober dann los ging, war schonmal das Wetter sehr "trailig". Es regnete praktisch von Startschuß bis zum Zielschluss. Die Wege waren also gut präpariert, es sollte schließlich niemand mit staubigen Schuhen nach Hause kommen. Start und Ziel sind mitten in der Altstadt auf dem Karlsplatz, entstanden im 19. Jahrhundert, als man das mittelalterliche Franziskanerkloster kurzerhand abriss. Neu gestaltet und mit Tiefgarage unterfüttert wurde der geräumige Platz dann im 20. Jahrhundert. Logistisch ist das nicht schlecht, auch die Bergbahn auf den Königstuhl für die Staffelläufer ist gleich vor Ort. Der erste Kilometer führt über Kopfsteinpflaster durch die Altstadt und über die alte Brücke, dann geht es gleich steil aufwärts. Wer richtig schnell sein will, sollte sich vorn aufstellen und den "Anlauf" zügig absolvieren, denn hier droht gleich ein kleiner Rückstau. Ein kurzes Stück führt die Strecke dann über den Philosophenweg, wer es nicht flach und geteert mag, kann wenigstens kurz den Ausblick genießen, denn nirgends hat man einen schöneren Blick auf Altstadt, Schloß und Neckar. Dann geht es zügig nach oben durch die sogenannte "Thingstätte". Eine Art Amphitheater aus der Nazizeit.

Kaum auf dem "Heiligenberg" angekommen (die Klosterruine wird nicht direkt angelaufen, wer aufpasst sieht die Hinweistafel auf den noch erkennbaren keltischen Ringwall), geht es auch wieder schön trailig nach unten. Nach gut sechs Kilometern dann die erste Verpflegungsstelle. Es gibt Iso und Wasser, Banane und Müsliriegel. Die nächsten zehn Kilometer sind so abwechslungsreich mit auf und ab, wechselnden Untergründen, alles auf Pfaden, dass ich ganz überrascht bin, als schon der "Weiße Stein" auftaucht. Auf der Kuppe (548m) steht ein weithin sichtbarer Fernmeldeturm und eine beliebte Ausflugs-Gaststätte. Heute sind die Läufer dank Regenwetter fast ganz unter sich. Auch hier gibt es Verpflegung - man muß bei diesem Lauf eigentlich nichts selbst mitschleppen. Die nächste Landmarke ist der "Lange Kirschbaum", auch dem Teilnehmer beim "Jokertrail" wohlbekannt. Der Wanderparkplatz bietet ideale Bedingungen für VP und Staffelwechsel.

Ging es von hier aus bei den früheren Austragungen erholsam aber etwas langweilig wieder bergab Richtung Neckar, haben die Streckenplaner sich jetzt etwas Spannenderes ausgedacht. Es geht über Trails runter aber immer wieder auch bergauf. Von steinig und verblockt über wurzelig bis hin zu fetten Downhill-Matschpassagen ist alles dabei. Vor allem bei letzteren bin ich recht stolz auf mich, dass ich das ohne unfreiwilligen Bodenkontakt schaffe. Wenigstens sehe ich nur von den Knieen abwärts aus wie ein frisch gesuhltes Wildschwein. Die Straßenlaufschuhe an meinen Füßen sind hier sicher nicht ideal. Trailschuhe die sich mit meinen Füßen gut verstehen werden jedoch noch gesucht.

So bleibt man immer voll konzentriert und ruckzuck ist man wieder im Neckartal. Auch dort gibt es wieder Verpflegung, es muß also niemand darben. Wir laufen durch das Stift Neuburg (der Abt hat's erlaubt) und kommen durch eine Unterführung direkt auf den Leinpfad am Neckarufer. So laufen wir nach rund 27 Kilometern jetzt gut 20 Zentimeter über dem Wasserspiegel. Ein ganzer Trupp von DLRG-Leuten und ein zugehöriges Boot sorgen dafür, dass keiner von uns absäuft. Als ich an ihnen vorbeilaufe kauen die meisten auf lecker duftenden Pizzastücken rum. Man könnte neidisch werden. Für die meisten dürfte sich aus dem Gang unterhalb der Straße, am Wasser entlang, eine ganz neue Sicht aufs Neckartal ergeben. Ich erinnere mich vor längerer Zeit bei Sommerhitze hier mal gelaufen zu sein. Wie auch immer, man spart sich eine Passage durch den Ort Ziegelhausen. Nur wenn der Neckar noch ein bischen höher steigt (was gelegentlich der Fall ist) wird man wohl auf eine parallel verlaufende Straße ausweichen müssen.

Die Flußquerung über die Brücke nach Schlierbach teilt der Lauf mit dem Joker (andere Richtung) und dem örtliche Halbmarathon. Die einzige Alternative hieße hier Schwimmen. Man hält sich aber nicht lange mit der Ortschaft auf sondern ist ruckzuck wieder im Wald, wo es gleich wieder ordentlich aufwärts geht. Auf dem Weg zur "Himmelsleiter" passiert man nach einer Weile die Stelle, wo die Extraschleife des "Long Distance Trails" wieder auf die Marathon-Runde trifft. Es ergibt sich somit ein relativ kurzer Streckenabschnitt, den man zweimal läuft.

Besagte Himmelsleiter - eine krummbuckelige Natursteintreppe, angelegt 1844, mit zum Teil recht hohen Stufen - tangiert man insgesamt drei Mal. Den ersten kurzen Abschnitt vor und nach der Extraschleife und den Hauptabschnitt beim finalen Aufstieg auf den Königstuhl. Sie führt über insgesamt 270 Höhenmeter vom Heidelberger Schloß zum Gipfel des Königstuhls, der höchsten Erhebung im Umkreis (568 m). Wenn man sich in der Heidelberger Altstadt aufhält und Bewegungsdrang verspürt kann man auch auf Treppenstufen von ganz unten über das Schloss zum höchsten Punkt der Gegend aufsteigen, das sind dann circa 1600 Stufen. Bevor ich nach oben darf, steht aber die 8 Kilometer lange Zusatzschleife an, die aus dem Marathon einen Ultra macht und rund 500 zusätzliche Höhenmeter bringt. Optisch empfinde ich das Felsenmeer immer wieder als Highlight. Ich bleibe meistens mal kurz stehen, damit ich mich in Ruhe umschauen kann ohne dabei auf die Nase zu fallen. In meinem Geschwindigkeitsbereich ist hier nicht gerade viel Verkehr. Nachdem ich auf den ersten zwei Dritteln der Strecke etwas zügiger unterwegs war, weil ich die cut-off Zeit an der Abzweigung in die Extraschleife nicht so richtig abschätzen konnte bei den herrschenden Wetterbedingungen, habe ich mich auf dem letzten Abschitt etwas zurückgenommen. Letztlich hätte ich dann genug Zeit gehabt, die Extraschleife zweimal zu laufen. Aber man soll ja nichts übertreiben. Trailtechnisch ist die Schleife nicht besonders schwierig, denn der steile Abschnitt durch das "Felsenmeer" bietet soliden und überwiegend griffigen Untergrund. Geröllhaltige Abschnitte fehlen aber auch nicht. Sollte man auf dem letzten Teil der Schleife dann doch noch ausrutschen, fällt man wenigstens zielsicher wieder auf die Marathonstrecke.

Die kleine Doppelung hat mich nicht gestört. Die Himmelsleiter empfinde ich persönlich nicht als besonder schwer. Nach den ganzen Matschpassagen habe ich es eher genossen, soliden Stein unter den Sohlen zu haben. Hoch laufen zu wollen, wäre nicht sehr sinnvoll, ich steige zügig und überhole auch so ständig. Auf dem Königstuhl angekommen gibt es bei schönem Wetter einen sehr netten Ausblick zu bewundern. Diesmal ist es eher diesig, aber ich wohne praktisch am Fuß des Königstuhls und kenne das Panorama zur Genüge. Dafür gibt es noch einmal Verpflegung. Die in Stücke geschnittenen Müsliriegel sind vom Regen gut eingeweicht und rutschen um so besser durch die Speiseröhre. An den letzten beiden VPs gibt es auch Cola. Die derzeit hier zu bewundernde Baustelle ist nicht so dekorativ und mein Versuch, unten in der Stadt mein baldiges Kommen telefonisch kund zu tun, läuft ins Leere. Kein Empfang. Ich passiere also die Endstation der Bergbahn und mach mich so locker, wie es halt noch geht, denn jetzt kommt der letzte aber nicht gerade der einfachste Downhill.

Gut, dass ich den in den letzten Wochen ein paarmal geübt hatte, denn solche technisch anspruchsvolleren und doch schon recht steilen Bergabpassagen gehören nicht grade zu meinen Lieblingsübungen und werden von mir sonst gerne gemieden. Heute kommt noch ordentlich Wasser dazu. Im allgemeinen finde ich das eher hilfreich. Wo Wasser fließt ist der Gripp in der Regel besser, da Sand und Schmodder ja weggewaschen werden. Die Füße sind eh seit langem schon nass. Weiter unten gibts dann einen letzten Gegenanstieg und nochmal einiges an Matsch. Davon hab ich jetzt doch die Faxen dicke und zieh' das Tempo nochmal ein bischen an. Am Schloss vorbei geht es schließlich durch den zugehörigen Garten, die Überreste des vor 400 Jahren hochgerühmten "Hortus Palatinus". Dann noch einige nasse Treppenstufen und ein bischen Kopfsteinpflaster und schon kommt der Karlsplatz wieder in Sicht. Der Zieleinlauf geht durch das Zelt, in dem auch die Gepäckaufbewahrung untergebracht ist.

Ich bin nicht wasserscheu, zumal beim Laufen, aber jetzt freu ich mich doch, aus dem ewigen Gepiesel rauszukommen. Zum Schluß gibts noch ne Medaille um den Hals und auch "Gelita 2019" ist gelaufen. Der Hauptsponsor verdient übrigens sein Geld mit Gelatine - ob es deswegen unterwegs mal Gummibärchen gab? Nachdem bei mir dieses Jahr viel Erholung und wenige Läufe auf dem Programm stand und ich mich auch nur relativ kurz spezifisch vorbereitet hatte, bin ich mit meiner Zeit von 5:53 sehr zufrieden. Das Kontingent von 150 Startplätzen für die 50Km-Variante war im Vorfeld ausgeschöpft worden. Dass nur 90 Ankommer in der Liste stehen mag dem Wetter geschuldet sein, aber man unterschätzt einen solchen Lauf auch leicht. 50Km höhren sich erstmal nach nicht viel an aber die grünen Hügel des Odenwaldes mit viel Auf und Ab können doch ganz schön Kräfte zehren. Der Sieger Nikki Johnston - ein Schotte aus Düsseldorf - hat die Sache in beeindruckenden 3:44 runtergerissen. An einigen Stellen der Strecke hätte ich ihm heute gerne zugesehen.

3 Im Ziel

Bild 3: Wolfgang im Ziel

Auch wenn es bei schönem Wetter - letztes Jahr gab es "goldenen Oktober" pur - natürlich netter ist, fand ich den Lauf sehr schön und habe es genossen. Aber ich laufe auch sonst gar nicht ungern bei Regen durch den Wald. Man hat seine Ruhe und alles glänzt so schön grün und frisch gewaschen.

Für süddeutsches Mittelgebirge bietet der Lauf ganz ordentlich Höhenmeter und Trailpassagen sicher auch nicht schlecht als Vorbereitung auf Höheres. Ansonsten gibt es Wald und Mehr. Die Streckenmarkierung ist sehr gut, auch wenn der stellenweise vorhandene Nebel dichter geworden wäre, hätte sich hier sicher niemand verlaufen. Viele Streckenposten harren am Wegrand aus bis auch der letzte durch ist. An kürzeren Strecken sind auch Runden mit 9 und mit 30 Kilometern (hier "Halftrail" genannt) im Angebot und natürlich der Marathon. Ich hoffe, auch der 50er wird uns in den nächsten Jahren erhalten bleiben.

16.10.2019 Text: Molfgang Metzger Bilder: Wolfgang Metzger, Wolfgang Bernath, Karin Zimmermann

 

Seit 2015 veranstaltet die DUV eine Vereinsmeisterschaft unter dem Titel „Ultramarathon Bundesliga“. Nach drei zweiten Plätzen in den vergangenen Jahren konnte das Team der LG Ultralauf in diesem Jahr erstmalig die Meisterschaft gewinnen.

BL Tabelle 2019

Die Ziele der Einführung waren, die Meisterschaften attraktiver zu machen und die Vereine, insbesondere die DUV-Förderstützpunkte zu stärken, da eine gute Tagesplatzierung nur mit guten Mannschaften zu erzielen ist. Meister wird ein Verein, wenn die Mitglieder bei den fünf Meisterschaften im Ultralaufbereich gut abschneiden.

Je Meisterschaft (Lauftag) werden die Einzel- und Mannschaftsergebnisse mit einigen Sonderregelungen in Punkten bewertet und addiert. Das sind in der Tabelle die Rohpunkte. Daraus ergibt sich ein Ranking der Vereine und je nach Platz eine definierte Anzahl von Wertungspunkten. Entscheidend für die Tabelle sind letztendlich die Wertungspunkte und als nachgelagertes Kriterium bei Gleichheit die Rohpunkte.

Das genaue Regelwerk sowie die vollständige Tabelle kann auf der Statistikseite der DUV nachgelesen werden: hier klicken.

Der Tagessieger eines Lauftages bekommt den Titel „Mannschaft des Tages“. Gab es in den vergangenen Jahren in einer Saison teilweise vier verschiedene Vereine, die den Tagessieg erringen konnten, weil sich einige Vereine auf einzelne Disziplinen spezialisiert haben oder andere aufgrund der räumlichen Nähe ein großes, leistungsstarkes Team mobilisieren konnten, so erzielte dieses Jahr die LG Ultralauf vier Tagessiege, davon in Mörfelden (6h) und Bottrop (24h) recht souverän, in Kandel (100km) recht knapp. In Bottrop wurde mit 99 Rohpunkten der höchste jemals erzielte Wert seit Einführung der Rohpunkte geschafft.

BL MdT 2019

Ausblick

Die Überlegenheit der LG Ultralauf in diesem Jahr ist etwas überraschend und eher dem Umstand geschuldet, dass andere Vereine bei den Meisterschaften schwächer als sonst vertreten waren. So brachten selbst größere Vereine oftmals keine Mannschaft in die Wertung. Die Teilnehmerzahlen bei den Meisterschaften lagen dieses Jahr deutlich unter den Werten der Vergangenheit. Möglicherweise hängt das auch damit zusammen, dass in diesem Jahr neben den 100km-Meisterschaften drei weitere Meisterschaften nun vom DLV veranstaltet wurden.

Klar ist, dass die Attraktivität der Bundesliga direkt mit der Attraktivität der Meisterschaften zusammenhängt. Spannende Wettkämpfe sind dann zu erwarten, wenn auch kleinere Vereine die Chance auf ein gutes Abschneiden haben, zumindest an einem Lauftag und die Aussicht auf den Titel „Mannschaft des Tages“. Wie die Vergangenheit zeigt, ist das bei dem aktuellen Regelwerk durchaus möglich, es erfordert allerdings eine gewisse Präsenz. Dennoch werden gerade im DUV-Sportausschuss moderate Anpassungen der Berechnungen diskutiert.

K100B

Unser erfolgreiches Läufer- und Betreuungsteam aus Kandel: Eine gute Frauen-, Männer- und Männer50+-Mannschaft legten den Grundstein für den Vereinserfolg bei der 100km DM.

Für viele unsere Mitglieder sind die Deutschen Meisterschaften die wichtigsten Veranstaltungen im Jahr und so freuen wir uns schon auf eine neue Bundesligasaison 2020.

Text, Grafiken und Bild: Michael Irrgang, 13.10.2019

Auch im nächsten Jahr bieten wir wieder ein Laufseminar „Grundlagen Ultramarathon & Trailrunning“ an, in dem die Teilnehmer viele Grundlagen über unseren Sport lernen können. Seit kurzem ist die Online-Anmeldung freigeschaltet: Hier klicken

Sorpesee

Blick von der Terasse

Am Wochenende nach Ostern, vom 16. bis 19 April 2020 sind wir im Bildungszentrum Sorpesee untergebracht; wahlweise in Einzel- oder Doppelzimmer bei Vollpension. Die Gegend ist sehr schön und bietet viele hügelige Laufstrecken, die insbesondere für unseren Trailrunning-Workshop ideal sind. Wir lernen in Praxisübungen einfache Techniken zum Bergauf- und Bergablauf, die richtige Technik beim Stockeinsatz sowie typischen Trail-Running-Trainingselemente kennen.

Koordinationstraining

Koordinationstraining hat viele Facetten. Typische Übungen zur Rhythmisierung.

Zum Training gehören aber noch mehr wichtige Themen, die jeder Ultraläufer kennen sollte, z.B. das notwendige Athletiktraining, eine sportlergerechte Ernährung, mentale Strategien. Im Bereich Trainingsplanung werden die verschiedenen Trainingsbausteine erläutert, damit die Teilnehmer lernen, sie sinnvoll zu kombinieren.

Eine Besonderheit dieser Veranstaltung wird der Schwerpunkt Verletzungen sein mit den beiden Bausteinen Verletzungsvermeidung und Erste-Hilfe.

Insgesamt gibt es ein recht abwechslungsreiches Programm aus Theorie und Praxis, wobei der Schwerpunkt auf der Wissensvermittlung von Grundlagen liegt.

Eine Teilnahme ist offen für alle interessierten Läuferinnen und -läufer, unabhängig des Alters oder Leistungsniveaus oder der bisherigen Lauferfahrung. Besonders empfehlenswert ist eine Teilnahme für Leute, die entweder noch gar nicht oder noch nicht so lange Ultras laufen oder ihr Training selbst planen. Sie lernen die Bausteine des Trainings kennen, um gut vorbereitet am Start des Traumlaufes zu stehen und mit Freude die Ziellinie überspringen zu können.

Weitere Infos: Hier klicken

Vorläufige Agenda: Hier klicken

Bilder Bildungseinrichtung Sorpesee, Trainingslager Zierenberg 2019, Text: Michael Irrgang, 06.10.2019

Platzierungen

Edda Bauer und Michael Bohm vertraten die Fahnen der LG Ultralauf beim 6-Tagelauf in Policoro/Italien. Dabei lief Edda in ihrer Altersklasse einen neuen fantastischen Weltrekord mit 516,718 km. Nachfolgend schildern die beiden ihre Eindrücke von dem Lauf:

20190922 180649Kopie

Edda Bauer:

Für mich war’s der beste aller meiner bisherigen 6-Tage-Läufe. Gute Organisation, herzliche Atmosphäre, komfortable Unterbringung, Essen (z.B. konnte man sich den frischen Salat selbst anmachen – Balsamico, feine Speiseöle und Gewürze standen zur Auswahl nach persönlichem Geschmack bereit) und Getränke einschließlich Bier gab’s im Restaurant an der Strecke – da konnte man gemütlich sitzen, Beine hochlegen und ein Pläuschchen halten. Z.B. seinem Kummer über die drückende Hitze Luft machen. Das erhörten die Götter und schickten prompt am Ende des 2. Tages ein kurzes aber heftiges Unwetter. Danach ging ein frischer Wind. Pech nur, wenn (wie in meinem Fall) die hinsichtlich Blasenbildung günstigsten Laufschuhe vorerst unbrauchbar weil triefend nass waren.

Und wie verblüfft war ich, als nach 429 km Organisator und weitere nette Menschen mich mit großer Deutschlandfahne begrüßten! Das war der alte auf dem IAU-Dokument nicht aktualisierte AK-Rekord. Somit kam ich ein zweites Mal (dann an der richtigen Stelle) in den Genuss. Pasquale denkt darüber nach, einen Lauf in kälterer Jahreszeit zu organisieren.

Herzliche Grüße aus Offenburg von Edda

20190922 174621Kopie

Michael Bohm:

Ein Abenteuer namens 6 Tage Lauf.
Vom 16-22.9.19 haben Edda Bauer und ich am Ultra Marathon Festival in Policoro in Italien teilgenommen.
Für mich war es das erste Mehrtages Nonstop Event.

Ich habe mich zu Beginn des Jahres entschieden einen 24h Lauf und einen 6 Tagelauf zu machen und mein Training auf den Sommer ausgerichtet. Vor dem Event hatte ich ca 3800km abgespult, im Schnitt 100km pro Woche in 2019. Die 24h Läufe waren auch erfolgreich mit 2 Mal 190/192km, so dass ich mich optimal vorbereitet fühlte.

Am Montag 15h war der Startschuss von 32 Läufern bei Temperaturen weit über 30grd.
Ich bin vorsichtig angegangen in de Hitze und habe erst ab 22Uhr bei angenehmeren Temperaturen das Tempo angezogen.

Der Dienstag verlief ähnlich mit Hitze tagsüber.
Ich habe meine Schlafpausen auf die Tag gelegt und versucht nacht möglichst viel auf der Strecke zu sein. Die ersten 48h liefen normal, ohne ein spezielles 6Tage Lauf Gefühl.

Nach der 2. Nacht fand ich mich von P5 auf P2 verbessert, was sicherlich der unterschiedlichen Schlafstrategie geschuldet war (ich habe noch keine Analyse der Splitzeiten der Läufer)

Am Ende es Dritten Tages fingen Probleme mit den Füssen an. Scheuerstellen und Blasen wuden versorgt aber ich wollte oder konnte meine Laufschuhe nicht mehr anzieht, da diese so schmerzten. Glücklicherweise hatte ich noch meine Barfussschuhe mit, die ich auf der Arbeit trage. Lederhalbschuhe nich recht unsportlich aussehen. Mit diesen habe ich die 2. Rennhälfte beendet. Ich hatte mittlerweise meine P5 zurückbekommen.

Unabhängig von der Schuhthematik begann nun auch die zweite Rennenphase, mental und körperlich.
Ich fühlte mich in einen Notfall Modus versetzt, in dem sich alles dem Ziel unterordnet die Position zu halten und die Kilometer zu sammeln. Alles Störungen, die nun auftraten mussten schnell behoben werde. Muskuläre Probleme durch den geänderten Laufstil mit den Barfussschuhen , weitere Blasen , Phasen der Energiearmut, Aussetzter im Wachsein.
Der Notfall Modus war erstaunlich gut. Es ist mindestens 2x vorgekommen, dass ich es nicht mehr geschafft habe , den Wecker zu stellen, da ich vorher in einem komatösen Schlaf viel. Jedes Mal bin ich allein Sub 2h erwacht (einmal davon war ich "sicher" 60h geschlafen zu haben und damit das Rennen vorbei ist) .

Die letzte Rennphase begann am Samstag früh 32h vor Rennende.
Ich hatte 1,5 h Pause gemacht mit Duschen und 1h Schlaf.
Ich war knapp auf P6 gefallen , wollte aber nicht mehr schlafen bis zum Ende.

Die letzte Phase war vom Positionskampf P5/P6 geprägt, der gleichzeitig AK P2/P3 bedeutete.
Ich konnte über den Tag seine Pausen nutzen um 8k Vorsprung zu bekommen, den es zu verwalten galt. Um mit der Energie zu haushalten bin ich in der letzten Nacht nur gegangen mit exakt 5km/h.
Um halb 6 morgens am letzten Tag, als ich dabei war meinen "Endspurt" zu planen und den 700k nahe zu kommen, verspürte ich einen plötzlichen starken Schmerz in Fuss aussen, als wäre eine Sehne umgesprungen. Die Behandlung dauerte ca 2h und ich musste verschiedene Fortbewegungsarten (Ministry of Silly Walks) ausprobieren . Letztendlich bin ich laufend und gehend ins Ziel gekommen.

672km in 144h Platz 5 gesamt, AK P2.
Wir haben Eddas Weltrekord der AK W75 bestaunt. Einem Landesrekord von Weißrussland (Platz 4) und mindestens 3 weitere AK National Rekorde.

Eine im Wortsinn phantastische Reise, die ich noch gar nicht verarbeitet habe.

Liebe Grüße Michael

20190922 173542 Kopie

30.09.2019 Text: Edda Bauer, Michael Bohm Bilder: Edda Bauer, Michael Bohm, Rennveranstalter

20190921 104502

Von Lausanne nach Genf

Am 20. und 21. September 2019 fand die dritte Ausgabe des LG Trail statt. Die Haupstrecke über knapp 120km mit ca. 3600 HM startete am Sonnabend Morgen 02:00 Uhr von Lausanne. Als ich gegen 23 Uhr am Freitag eintraf, war gerade der Zieleinlauf des Urbantrail über 18km. Im Zeitrahmen des LG 120 gab es auch noch die halbe Strecke und Staffeln.

Startnummer abholen, umziehen und dann konnte ich im Stadion Pierre de Coubertin sogar noch eine halbe Stunde schlafen vor dem Start. Was für ein Luxus.

Start mit Fackeln und dann ging es erstmal 10 km entlang des Genfer Sees, erstaunlich, dass es in dieser dichtbesiedelten Region nicht nur Seeboulevards sondern streckenweise noch Ufertrails gibt. Nach 10km gings dann aber nach Norden entlang eines Flüsschens in die Ausläufer des Jura-Gebirges. Es war sternklar mit Halbmond und der Weg war bis zum Morgengrauen nicht besonders technisch. Bei Kilometer 39 konnte man einen Drop-Bag deponieren, so dass man auf Rat der Veranstalter mit Strassenschuhen loslaufen und dort auf Trailschuhe wechseln konnte. Das habe ich getan und war damit sehr zufrieden.

20190921 082716

Danach wurde es steiler. Es ging hoch und runter mit insgesamt drei grossen Huckeln, die sich die Höhenmeter teilten. Es wurde aber nie so très, très, très technique wie im Briefing vor dem Start angekündigt wurde. Natürlich gab es ordentlich verblockte Wege aber auch super fluffige Waldtrails. Teilweise aber sowohl bergan als bergauf definitv zu steil für mich zum laufen. Sehr abwechslungsreiche Strecke und für mich immer gut passend die Wechsel zwischen Trail zu Asphaltstrassen  (immer, wenn es mir zu anstrengend wurde) und zurück (immer, wenn es mir zu langweilig wurde). Die Trails waren dabei deutlich in der Überhand. Viel Wald natürlich aber auch weite Aussichten auf die Alpen und den Mont Blanc, der sich aber in Dunst hüllte. Überall gab es Kühe, in allen Farben, kein Kilometer ohne Kuhglocken.

Mit vielleicht 120 Solo-Läufern und nochmal 40 Staffelläufern war das Feld nicht wirklich groß und dennoch bin ich nie allein gelaufen. Merkwürdigerweise war der Kontakt zwischen den Läufern gering. Irgendwie liefen fast alle nur mit sich, auf mein Hallo bei den häufigen Begegnungen hat vielleicht mal ein Viertel überhaupt eine Reaktion zurückgegeben. Nun ja, ein paar kleine Gespräche haben sich trotz meiner unterirdischen Französischkenntnisse ergeben und ich habe mich mit den Aussichten auf die fantastische Landschaft unterhalten.

20190921 124548

Es gab 7 Verpflegungsstationen abwechselnd einen großen mit Komplett-Angebot und einen kleinen, an dem es nur Getränke und manchmal noch irgendwas gab. Etwas vermisst habe ich Kartoffeln und Salztabletten, wie sie in Deutschland inzwischen gebräuchlich sind. Aber ansonsten das normale notwendige Angebot auch etwas gewöhnungsbedürftige Chia-Gels und vor allem sehr aufmerksame Helfer. Die Helfer waren dann auch wiederum äussert leicht in Gespräche zu verwickeln. Die Ausschilderung war umwerfend gut, verlaufen habe ich mich nur dreimal und das lag nur an mir.

Ein Wermutstropfen war die Versorgung nach dem Zieleinlauf. Natürlich ist es schick mitten in Genf auf dem See-Boulevard zu finishen. Aber mal ehrlich, wen von all den Leuten, die dort den Sonnabend Abend gefeiert haben, hat das interessiert? Die Duschen waren so gut in einem Strandcafe versteckt, ich musste zweimal meine Tasche hin und her schleppen bis eine Helferin mit mir auf die Suche ging und wir nach einigen widersprüchlichen Angaben die unbeleuchteten, kalten Duschen fanden.

Klar war dann auch, dass ich in diesem Festgewusel nirgends meinen Schlafsack würde ausrollen können und da ein Hotelzimmer in Genf nicht unter 300 Franken zu haben ist, musste ich also den letzten Zug bekommen, was für einigen Stress gesorgt hat. Aber naja, vielleicht bin ich nur darum so schnell gelaufen. Überhaupt war alles auf Läufer ausgerichtet, die mit dem eigenen Auto kommen aber das ist ja leider noch immer bei fast allen Läufen so.

20190921 131834

Dies war mit einer der schönsten Läufe, die ich bisher gelaufen bin. Fast alles super organisiert und durchdacht. Sehr empfehlenswert! Vielen Dank an die Veranstalter!

Weitere Infos unter lgtrail.com

30.09.2019 Text und Bilder Dina Böhm

 

Bitte beachten Sie, dass unsere Webseite Cookies zur Verbesserung und Gewährleistung der Funktionalität verwendet. Bitte lesen Sie unsere Datenschutzerklärung und Nutzungshinweise, bevor Sie unsere Seite nutzen. Indem Sie auf unserer Seite weitersurfen oder auf den Einverstanden-Button klicken, bestätigen Sie, dass Sie unsere Datenschutzerklärung und Nutzungshinweise gelesen haben und damit einverstanden sind.
DATENSCHUTZERKLÄRUNG UND NUTZUNGSHINWEISE LESEN EINVERSTANDEN