Laufgemeinschaft der Deutschen Ultramarathon-Vereinigung e.V.

BUF2019 CMittlerweile ist es ein paar Tage her, dass die Läufer bei einer irren Hitze durch den noch nie so staubig erlebten Batenbrockpark in Bottrop um die Wette rannten, die Betreuer halfen, wo sie konnten und die Orga mit all den fleißigen Helfern ebenfalls 2 Tage schwitzen und rackerten.

In Anbetracht der Umstände wurden absolut erstklassige Leistungen erbracht, insbesondere beim 24h-Lauf. Den einzelnen Berichten und Rückmeldungen zufolge hat es euch allen großen Spaß gemacht. Auch das Echo in den Medien war großartig. Das freut uns natürlich sehr. Es war zweifellos eine besondere Veranstaltung. Damit ihr möglichst lange an dieses denkwürdige Wochenende und an den Lauf zurückdenkt, könnt ihr euch ganz viele Erinnerungen sichern.

Zunächst haben wir die DLV-Urkunde repariert. Falls ihr an der DM teilgenommen habt, könnt ihr euch jetzt die korrekte Urkunde ausdrucken. Auch stehen die Rundenprotokolle zur Verfügung und laden zur Analyse ein, wer sich das Rennen gut oder weniger gut eingeteilt hat. Beides kann über die Ergebnisse bei Raceresult aufgerufen werden: https://my5.raceresult.com/113583/results?lang=de

Bilder und Ergebnisse gibt es in den verlinkten Galerien. Gerne könnt ihr die Bilder verwenden, idealerweise mit einem Quellverweis "Veranstalter BUF" oder so.

24h-Lauf

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Bei der Meisterschaft hat sich letztendlich die Erfahrung der Favoriten durchgesetzt. Während Antje Krause und Simone Durry sich recht frühzeitig ihre Positionen sicherten und festigten, war der Männerwettkampf recht lange offen. Marcel Leuze war stets in der Führungsgruppe und sicherte sich letztendlich Platz 2, Felix Weber hat sich lange zurückgehalten, konnte aber letztendlich ungefährdet mit Streckenrekord gewinnen. Auf Platz 3 und 4 gaben Marko Gränitz und Michael Eitner bärenstarke Debuts. 

Bei den Mannschaften konnten sich bei den Frauen LC Blueliner und bei den Männern SportTREND Ultralaufteam Braunschweig  jeweils vor zwei Teams der LG Ultralauf durchsetzen.

BL BUF Tageswertung

Aufgrund der sehr guten Mannschaftsplatzierungen konnte sich die LG Ultralauf in der Tageswertung der Ultramarathon Bundesliga klar durchsetzen und damit uneinholbar bei einer noch ausstehenden Meisterschaft die Saison als Meister abschließen. Nach ein paar Vizemeistertitel freuen wir uns natürlich darüber sehr. DANKE an das komplette Meisterschaftsteam an dieser Stelle.

BL BUF

Aufgrund des guten Abschneidens konnte sich der Laufclub Blueliner auf den zweiten Platz der Gesamtwertung platzieren, auch Würzburg konnte sich ein paar Plätze verbessern.

Bei den Staffeln haben wir in Bottrop einen klassen Auftritt der Läuferinnen und Läufer der Ostalb Runners gesehen. 360km war die Ansage, 371 haben sie geschafft. Eine absolute Spitzenleistung ist das, RESPEKT.

Zu der Bildergalerie: Bildergallerie 24h

6h-Lauf

Der 6h-Lauf wurde gleichzeitig gestartet und die Ärmsten hatten über die gesamte Wettkampfdauer mit der Hitze zu kämpfen. Dennoch kamen viele Läuferinnen und Läufer ganz ordentlich durch und wir konnten sogar eine Rekordbeteiligung vermelden, nachdem wir aus Angst vor Streckenüberfüllung im letzten Jahr nur ein kleines Starterfeld vorgesehen hatten. Michael Krüger konnte sich bei den Männern im Wettkampf ebenso souverän durchsetzen wie Gundi Weckenmann bei den Frauen.

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Zu der Bildergalerie: Bildergallerie 6h

100km-Lauf

Der 100km-Lauf ist etwas für Nachtschwärmer. Bei angenehmen Temperaturen bei romantischem Licht durch den Park zu laufen hat schon was. Leider gestaltete sich das Rennen unerwartet spannend. Nachdem sich anfangs eine Reihenfolge bei den Männern festgesetzt hatte, schieden nacheinander alle Führenden aus. Matthias Kröling war von seinem Sieg daher mehr als überrascht, bei den Frauen gab es einige Führungswechsel aber letztendlich setzte sich hier Christiane Schlaps durch.

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Vor dem Start der 100km-Läufer war noch Zeit für ein Gruppenbild. Kaum zu glauben, dass es nur 5 Männer und 3 Frauen in die Ergebnisliste schafften.

Zu der Bildergalerie: Bildergallerie 100km

LG Ultralauf

Ber2 4

Wir treffen uns ja immer sehr gerne bei Ber2 4bMeisterschaften und auch diesmal waren wir wieder sehr zahlreich vertreten. Es waren noch ein paar Leute mehr, als auf dem Gruppenbild. In Summe waren wir etwa 50 Läuferinnen und Läufer, 10 Betreuer und 5 Helfer bei der Organisation. Das war schon ein tolles Gruppenerlebnis.

Vor dem Start überreichte Präsidiumsmitglied Evi Piehlmeier Edda Bauer die wohlverdiente LGU Leistungsmedaille in Gold aufgrund ihrer Leistung bei dem 48h-Lauf in Kladno, bei dem sie in ihrer Altersklasse Weltrekord lief.

Herzlichen Glückwunsch zu dieser außergewöhnlichen Leistung!

Zu der Bildergalerie: Bildergallerie LG Ultralauf

 Ber2 T1

Eine tolle Unterstützung gab es von der Firma FitLine, die nicht nur unseren Versorgungsstand durch ihre Produkte aufwertete, sondern sie ermöglichte den Teilnehmern bei der Startnummernausgabe das Getränk und die verschiedenen angebotenen Riegel zu probieren.

Fragen zu den konkreten Produkten sowie zum gesamten Sortiment konnten die prominenten Werbepartner von FitLine, Achim Heukemes und Mario Windelschmidt, direkt beantworten.

Weitere Bilder von der Organisation

Wer steckt eigentlich hinter dem BUF, wollt ihr wissen? Wie man so etwas Großes auf die Beine stellt? Nun, wir sind ein großes Team, so bleibt die zu tragende Last für den Einzelnen handhabbar und durchaus noch Zeit für Spaß. 

Seit Jahren organisieren die Veranstaltung Adler-Langlauf Bottrop und LG Ultralauf gemeinsam, jeder hat seine Bereiche und an den Schnittstellen arbeit man harmonisch miteinander.

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Zu der Bildergalerie: Bildergallerie Organisatioin

Die LGU Leistungsmedaille für ausgezeichnete Athleten

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Eine Besonderheit des BUFs ist, dass hier jeder die LGU Leistungsmedaille in Gold, Silber oder Bronze bekommen kann, die es für sehr gute Leistungen gibt. Dreimal Silber und einmal Bronze wurden in diesem Jahr verteilt. Felix und Marcel freuen sich über Silber, die von Evi und mir überreicht wurden. Da wir hier ein Register über "Ausgezeichnete Athleten" führen, ist dieser Ruhm für die Ewigkeit!

Ergebnislisten:

Text und Bilder: Mcihael Irrgang, 02.09.2019 

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Bild 1: Vor dem Start erfolgte ein Briefing von Michael Irrgang:

Mein erster Ultramarathon nach über drei Jahren Pause ist geschafft.

Am Samstag den 24.08.2019 um 11 Uhr ertönte das Startsignal für den 24h-Lauf in Bottrop.

In diesem Jahr wurde die Deutsche Meisterschaft im 24h-Lauf zum ersten Mal vom Deutschen Leichtathletik-Verband (DLV) veranstaltet. Das Bottroper Ultralauf Festival (BUF) wurde wieder perfekt von der LG Ultralauf und von den Adlern-Langlauf Bottrop ausgerichtet.

Schon um 11 Uhr waren die Temperaturen enorm hoch und ich versuchte mich nicht von den anderen Läufern ziehen zu lassen, sondern mein eigenes Tempo, in meiner für diesen Lauf angedachten Pulsfrequenz, zu finden. Was nicht wirklich einfach ist, ich lief gefühlt viel zu langsam und ich wurde von immer mehr Läufern überholt und dann sogar von den führenden Läufern überrundet. Auf Grund der langen Pause, den hohen Temperaturen und meiner Vorbereitung für diesen Lauf, wahr mir klar, dass ich hier keine 220 km laufen kann, somit ließ ich die anderen Läufer ziehen und konzentrierte mich auf mich und meinen Lauf.

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Bild 2: Bei 30 Grad im Schatten müssen die Kräfte gut eingeteilt werden.

Ich bekam in jeder zweiten Runden am Verpflegungsstand (VP) der LG Ultralauf eine Trinkflasche mit einem nassen Buff gereicht, damit kühlte ich meine Handgelenke und meinen Kopf, was wirklich gut tat. So lief ich Runde um Runde in meinem Pulsbereich und rangierte in der Gesamtwertung im Bereich 40-45 und in der Altersklasse im Bereich 8-9.

Nach ca. 75 km machte meine vordere rechte Oberschenkelmuskulatur Probleme und ich ließ mich massieren. Nach der Massage brauchte ich zwei Runden um wieder normal zu laufen, aber nach so einer Laufstrecke (75 km) und der Massage tun die ersten Meter oder Kilometer bei mir meistens mehr weh als davor, gibt sich normalerweise schnell wieder. Dies tat es auch diesmal für die nächsten 35 km, leider kam das Problem auf beiden Oberschenkeln wieder. Somit wieder zur Massage und wieder das Anlaufen danach. Da die Probleme mit den Oberschenkeln hauptsächlich bei Gefälle auftraten, ging ich diese Passagen nach der zweiten Massage nur noch und erhoffte mir eine weitere Besserung der muskulären Probleme, leider ohne Erfolg. Ich versuchte es einige Runden in diesem Rhythmus, doch meine Muskeln machten immer mehr zu und ich hatte die Befürchtung das Rennen abbrechen zu müssen. Somit versuchte ich es mit Gehen, vielleicht werden die Muskeln damit wieder lockerer. Leider nicht. Und lustiger Weise wurde ich beim Gehen in der Rangliste nicht weiter nach hinten gereicht, sondern ich rutschte weiter nach vorne. In meiner Altersklasse war ich dann irgendwann auf Platz 2, obwohl ich nur gehend unterwegs war. Durch das Gehen verschlechterten sich meine Probleme nicht und somit blieb ich im Rennen.

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Bild 3: Gut im Rennen liegend arbeitet sich Oliver langsam nach vorn

Ich bekam durch meine Vereinskollegen die Nummern und Abstände der Läufer in meiner Altersklasse (AK) auf den Plätzen 1, 3 und vier genannt und konnte diese dann auf der Strecke beobachten. Somit war ich beschäftigt und die Zeit verging, trotz Gehens, wie im Fluge.

Der Läufer auf Platz 1 in meiner Altersklasse (AK M45) lief locker an mir vorbei, no way für mich.  Dann überholte mich der Läufer auf  Platz 3 und ich versuchte zu folgen, was ohne Probleme gelang. Erstens ging er auch, und zweitens nicht umbedingt Ideallinie und somit konnte ich folgen und ihn sogar wieder überholen. AK Platz 4 lag zu diesem Zeitpunkt 9 Runden hinter mir. Ok, da musste ich mal schauen. Der Abstand änderte sich nicht, obwohl er immer wieder an mir vorbeizog, machte wohl Pausen.

Meine Vereinskollegen hielten mich in den letzten Stunden über die Abstände zu den AK M45-Läufern im Bilde und gaben mir viel Sicherheit und Zustimmung. Ich musste nur bis zum Schluß auf der Strecke bleiben und konnte damit den Vizemeistertitel in der AK M45 erringen.

Ca. 10 min vor Ende der Veranstaltung kam ich an unserem VP (LG Ulrtrlauf) mit den wunderbaren Betreuern vorbei, die Stimmung war so toll, da konnte ich nicht daran vorbei laufen, ich wollte mich in diesem Moment bei meinen Betreuern bedanken und mit ihnen die letzten Minuten des Laufes feiern.

Ich wurde in den letzten 24 Stunden so großartig von Alex und Alex, Evi und Sylvia betreut, vielen lieben Dank dafür, ihr wart top und habt einen großen Anteil an meiner erbrachten Leistung. Danke auch für die schmerzhaften und doch wohltuenden Massagen.

Ich bin mit meinem „Ultra-Comback“ sehr zufrieden, Deutscher Vizemeister in der AK M45 nach drei Jahren Pause. Ich hatte keine Probleme mit meiner Achillessehne oder meinen Knien, was sonst immer einschränkende Faktoren bei meinen 24h-Läufen waren.

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Bild 4: Die gute Leistung wurde mit Platz 2 in der Altersklasse 45 belohnt

Diesmal waren es die Oberschenkel, wieso?? Lag es an den Schuhen ohne Sprengung, war die Umstellung zu kurzfristig? Möglich…, doch habe ich dadurch bei langen Läufen keine Kniebeschwerden mehr, also weiter ohne Sprengung, weiter dehnen, funktionelles Training, Qi Gong und Yogilates.

Wie geht es jetzt weiter, im nächsten Jahr die 240km? Bestimmt ein realistisches Ziel, da ich bei mir in mehreren Bereichen Verbesserungspotential sehe. Die Vorbereitung kann beginnen.

Mein besonderer Dank geht an meine Freundin Heike und an unsere Familien und Freunde, die mich das ganze Jahr unterstützen oder auf mich verzichten müssen, da ich entweder arbeite, laufe oder zwischen Ulm, Lohmar oder Bad Krozingen pendle.

Ich bedanke mich bei allen Verantwortlichen und Helfern des Laufes.

Im Rahmen meiner 24h-Läufe sammle ich immer Spenden für den „Förderverein für krebskranke Kinder e.V. in Freiburg“, in diesem Jahr sind es bereits über 1150€, über weitere Spenden würde ich mich sehr freuen. (Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!)

Vielen Dank an alle Spender.

30.08.2019 Text: Oliver Ruf, Bilder: LG Ultralauf

 

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(Aus dem Innenleben eines Ultraläufers)

Ziele:

Bei meinem dritten 24h-Lauf sollten die 200 km fallen. Nachdem ich 2017 eher zufällig meinen ersten 24h-Lauf mit 177 km absolviert hatte und 2018 in Bottrop bei 187 km aufgrund eines Ermüdungsbruches nur eingeschränkt trainieren konnte, wollte ich es 2019 wissen, mindestens jedoch die Spartarthlonqualifikationsweite erneuern.

Vorgeplänkel:

Auch dieses Frühjahr lief nicht komplikationslos. Im Februar und April hatte ich einen Krankenhausaufenthalt, weswegen ich meinen Startplatz für den Spartarthlon frühzeitig zurückgegeben hatte, damit sich noch ein Nachrücker gründlich vorbereiten konnte. Letztendlich war alles nicht so schlimm wie befürchtet und ich konnte mit dem Training loslegen.

Trainingsvorgeplänkel:

Ende Mai besuchten mich unser Sportwart Michael Irrgang und seine liebe Frau Martina in Hannover und ich zeigte den beiden laufend bzw. radfahrend die Stadt. Michael erzählte mir dabei von seiner Idee einer Trainingsgruppe, bei der erfahrene Trainerinnen und Trainer gegen Aufwandentschädigung Athleten des Vereins individuell betreuen könnten. Ich hatte sofort Interesse und fragte, wann es losgehen könnte. Bis auf den Papierkram sei alles klar, meinte Michael. Ich schlug ihm vor, mich als Testkandidat zu nehmen, um das neue Konzept auszuprobieren. Ein erster Plan für vier Wochen wurde mir von einer erfahrenen Vereinskollegin nach einem Interview geschrieben.

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Bild 1: Michael und ich bei einer Runde durch Hannover, mein Vater (im Hintergrund) und Martina (macht das Foto) begleiteten uns auf dem Fahrrad

Training:

Leider musste sie die Aufgabe aufgrund ihrer hohen Belastung kurze Zeit später zurückgeben, so dass mich Michael an der Backe hatte. Nachdem ich die vier Wochen abtrainiert hatte, bekam ich die nächsten Wochen die Einheiten von Michael vorgeschlagen. Dabei stellte ich fest, dass die beiden zwei sehr unterschiedliche Trainingskonzepte verfolgen. Während die eine lieber ein intensives Training und mit langen Läufen bis zu 50km bevorzugt, setzte der andere auf weniger intensive Einheiten aber deutlich längere lange Einheiten und mehr Umfang. Ich bin überzeugt, dass mich beide Konzepte besser gemacht haben bzw. hätten, als wenn ich allein trainiert hätte. Welches das bessere ist kann ich nicht beantworten und ist vermutlich auch individuell unterschiedlich.

Michael nutzte den Umstand, dass ich viel Zeit habe, voll aus. So standen häufig 8 Laufeinheiten pro Woche auf dem Plan mit zusätzlichem Alternativtraining in Form von Fitnessstudio, Aquajogging, Halteübungen, Seilspringen, Dehnen, Fußgymnastik, Radfahren und natürlich Lauf-ABC. Insbesondere Nüchternläufe mit kurzen und mittleren Distanzen (bis 29km) waren häufige Trainingselemente. Dazu extensive Intervalle, zügige Dauerläufe und lange Läufe am Wochenende. 

Die Zeit bis zum Wettkampf war recht knapp, so dass die Wochenumfänge auch sehr stark gesteigert wurden. Erstaunlicherweise haben meine Muskeln und Sehnen alles relativ gut verkraftet. Bis auf einen latenten leichten Schmerz im linken Fuß, der entweder von der Plantarsehne oder vom Zehenstrecker kam, hatte ich kaum Probleme. Durch einen wöchentlichen Termin bei meiner Physiotherapeutin wollte ich außerdem Problemen vorbeugen und Ansätze von Problemen gleich im Keim ersticken. Das hat auch sehr gut geklappt. Andererseits ist zweimal mein Immunsystem bei Trainingspeaks von über 200 km/Woche ausgestiegen, so dass das Training für einige Tage unterbrochen werden musste. Eine Erkältung und Herpes an der Lippe waren jeweils einmal die äußeren Anzeichen dafür. Außerdem stellte sich gegen Ende eine mentale Müdigkeit ein, so dass ich beim Alternativtraining teilweise etwas geschlampt habe und die Laufeinheiten ziemlich lustlos abgespult hatte. Hier hätte ich mir einen Trainingspartner/Schicksalsgenossen gewünscht, mit dem ich mir das Leid hätte teilen können.

Vorbereitungswettkämpfe:

Im Rahmen des Trainings habe ich vier Vorbereitungswettkämpfe bestritten; drei 6h Läufe und einen 12h-Lauf. Dabei habe ich sowohl verschiedene Ess- und Trinkvarianten als auch verschiedene Konzepte gegen Blasenbildung an den Füßen ausprobiert. Bei zwei 6h-Läufen bin ich recht schnell gelaufen und habe vermutlich 90% meines Potentials abgerufen. Mit jeweils über 67 km konnte ich meine gefühlt gute Form bestätigen. Zufällig waren die Wetterbedingungen ähnlich ungünstig warm wie später in Bottrop, was mich damals sehr geärgert hatte, da ich meine bisherige offizielle Bestweite von ca. 68,4 km sicher überboten hätte. Andererseits habe ich dort verschiedene Varianten der Kühlung ausprobiert, die ich in Bottrop nochmals optimiert hatte. Die beiden anderen Wettkämpfe über 6h und 12h nutzte ich dafür, um das Anfangstempo für Bottrop zu üben. Mit 61 km und 116 km hatte ich die Zielweite sehr gut getroffen, wobei mich insbesondere der 12h-Lauf drei Wochen vor Bottrop optimistisch stimmte, da ich mich im Ziel noch ausreichend frisch fühlte, um weitere Stunden in Angriff zu nehmen. Auch war dort das Wetter ideal, leicht bewölkt mit 17 bis 24 Grad inklusive einem kurzen Regen. „Schade, dass die DM nicht schon an diesem Wochenende stattgefunden hat“, dachte ich mir.

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Bild 2: Beim 12 h-Lauf am Hollener See fanden Helmut Schöne und ich ideale Bedingungen vor.

Tapering/Nachtläufe:

Nun war endlich die Taperingphase erreicht, die etwas Erleichterung versprach. Jedoch wollte ich noch unbedingt noch etwas in der Nacht trainieren, um meinen Körper an die ungewöhnliche Laufzeit und die Dunkelheit zu gewöhnen. Ein erster Versuch über 10 km war sehr interessant, weil ich bemerkte, dass ich ziemlich unsicher aufgrund der anderen Lichtverhältnisse bei Straßenbeleuchtung bzw. mit Stirnlampe gelaufen bin. Der zweite Versuch sollte eigentlich über 50 km gehen, musste jedoch aufgrund einer unerwarteten diabetesbedingten Unterzuckerung meiner Fahrradbegleitung, die ich für den Getränke- und Nahrungstransport gewinnen konnte, nach 24 km abgebrochen werden. Ich fand die Länge des Laufes jedoch ausreichend, um das Laufen bei Nacht für mich als Trainingsbestandteil abzuhaken.  Ansonsten standen noch langsame Läufe und einfache Intervalle mit sehr wenig Wiederholungen auf dem Programm.

Carboloading:

Als nächstes beschäftigte mich das Carboloading. Nach dem Lesen verschiedener Artikel begann ich am Mittwoch mit der vermehrten Aufnahme von Kohlenhydraten in Form von Brot, Brötchen, Streusselkuchen, Müsliriegel, Pasta und Pellkartoffeln, Energiedrink und alkoholfreies Weizenbier. Aus verschiedenen Informationen schloss ich, dass ca. 10g Kohlenhydrate/Tag/KG-Körpergewicht im Mittel empfohlen werden. Akribisch habe ich die Kohlenhydratangaben auf den Verpackungen zusammengerechnet bzw. recherchiert und dabei festgestellt, dass die für mich errechnete Menge von 700g nicht zu schaffen ist. Ihr glaubt gar nicht, was man dafür alles Essen und Trinken müsste. Außerdem muss das ganze Zeug ja auch vor dem Lauf und nicht während des Laufs wieder raus, so dass ich am Freitag weniger gegessen und noch mehr getrunken habe. Etwas irritiert hat mich der Hinweis, dass wenig Lebensmittel mit einkettigen Kohlenhydraten (Zucker), sondern mehrkettige Kohlenhydrate besser seien, aber andererseits ein Honigbrötchen am Morgen vor dem Wettkampf empfohlen wird. Wer diesen Widerspruch aufklären oder mich auf einen Irrtum hinweisen kann, möge mich bitte anschreiben. Wichtig erscheint mir auch zu erwähnen, dass zum Ende des Carboloadings eher wenig Ballaststoffe aufgenommen werden sollten, um die Darmaktivität besser kontrollieren zu können. Daher auch vor dem Wettkampf Weißmehl- und keine Mehrkornbrötchen.

Der mentale Plan 

Ich war davon überzeugt, dass ich die ersten 12 Stunden im Griff haben würde, da ich die bereits nahezu perfekt in der Vorbereitung absolviert hatte. Zwischenziele waren klar im Kopf einprogrammiert und außerdem hatte ich noch einen Joker gegenüber dem Trainingswettkampf: Das weltbeste Betreuerteam der LG Ultralauf mit individueller Verpflegung und Motivation.

Sorgen machten mir die zweiten 12 Stunden. Wie kann man die trainieren ohne vorher die 12 ersten Stunden gelaufen zu sein? Man kann sich ja nicht im Training völlig abschießen, weil im Gegensatz zum Wettkampf danach das Training weitergehen muss. Ich hatte mir die Rundenzeiten aus dem Vorjahr schicken lassen und festgestellt, dass ich in den zweiten 12 Stunden unfassbar langsam war, obwohl ich in Erinnerung hatte, dass ich alles gegeben hatte. Ich hatte für mich eine Vielzahl von Motivationsmöglichkeiten vorbereitet:

  • - das Summen von Ohrwürmern
  • - Gespräche mit dem innerem Schweinehund „Du Lusche, dich mache ich fertig“
  • - Das weltbeste Betreuerteam sollte mir die langsamen Rundenzeiten aus dem Vorjahr jede Runde mitteilen, die es zu schlagen gilt
  • - Kilometersammeln für einen guten Zweck im Wettstreit mit einem Vereinskollegen
  • - viele Schritte für den Fittnesstracker machen
  • - gegen Ende knappe Entscheidungen im Mannschaftswettbewerb beeinflussen oder Vereinsrekorde mit der Mannschaft aufstellen usw.
  • - zwischendurch pro Kilometer einen Tuc-Keks futtern
  • - wenn’s schwer wird, lächeln
  • - das Erreichen der Zeitmessung, des weltbesten Betreuerteams, des Garagenhofes, des Mülleimers, des „Berges“, des Wasserbehälters, des Rondells, der Zielkurve
  • - und wenn gar nichts hilft, machen wir das Beste draus

Motivation war für mich der Schlüssel zum Erfolg. Vor mir musste immer eine Möhre baumeln, die erreichbar schien, dann würde ich irgendwie durchkommen können und ich konnte mir jede Runde eine von den vielen Möhren aussuchen, die ich aufgelistet habe. Ich hatte in der Woche vor dem Wettkampf alles mit der Chefin Evi des weltbesten Betreuerteams über eine Stunde am Telefon durchgesprochen und die Chefin hat versprochen zu liefern.

Die zwei großen Unbekannten

Sorgen bereiteten mir noch zwei weitere Aspekte:

Der latente leichte Schmerz im linken Fuß, von dem ich anfangs berichtete, wurde nicht weniger. Auf einer Skala von 0 bis 10 war es eine 2. Die Stelle schwoll an und wurde rötlich, was für eine Entzündung sprach. In Rücksprache mit meiner Physiotherapeutin entschied ich mich für die chemische Keule, eigentlich eine Atombombe, 3x IBU 600/Tag von Montagnachmittag bis Freitagnachmittag. Dadurch sollte die Entzündung ausgelöscht werden.(Bitte nicht nachmachen ohne Rücksprache mit einem Arzt). Ob es hilft, würde ich Samstagmorgen beim Start erfahren. Zumindest in der Vergangenheit hatte es zweimal geklappt.

Das zweite Problem, was mir noch mehr Sorgen machte, war das Wetter. Je näher der Wettkampf kam, desto wärmer war die Prognose. Anfangs fand ich noch Wetterprognosen unterhalb von 30 Grad, doch später war alles gleich schlecht. Jetzt musste sich zeigen, ob das Kühlkonzept was taugte.

Die Verpflegung 

Die Verpflegung bei Ultraläufen ist immer eine schmale Gratwanderung zwischen Kotzen und Verhungern. Man braucht gleichzeitig Kohlenhydrate zur Energieversorgung und Mineralien gegen Krämpfe, also süß und salzig nicht zuviel und nicht zu wenig. Mein Arsenal bestand aus Tuc-Keksen, Bounty, Pellkartoffeln, Salztabletten mit Magnesium und Calcium, Weizenbier, Iso, Iso mit Koffein und Wasser, im ungünstigen Fall noch Tee und Zwieback. 

Iso wollte ich ursprünglich vom offiziellen Verpflegungsstand nehmen, um das weltbeste Betreuerteam etwas zu entlasten. Michael hatte in einem Vorbericht geschrieben, dass der DLV Iso einer bestimmten Marke dem Veranstalter kostenlos zur Verfügung stellt. Ich hatte daraufhin das Produkt gegoogelt, um in Erfahrung zu bringen, wieviel Energie darin enthalten ist. 24% Kohlenhydrate, davon 24% Zucker aufgelöst in einem halben Liter hat mich nicht begeistert, schien mir jedoch machbar zu sein. Besorgt hat mich eine andere Angabe: Mit jedem halben Liter würde ich meinen Tagesbedarf an Magnesium aufnehmen. Für andere DLV-Laufveranstaltungen, die überwiegend auf der Bahn und maximal bis zum Marathon auf der Straße stattfinden, mag das in Ordnung sein. Bei einem 24h-Lauf wäre die Magnesiummenge jedoch so gigantisch hoch, dass ich befürchtete, die 24h mehr sitzend als laufend zu verbringen. Als ich Michael und Martina meine Bedenken mitteilte, beschloss das weltbeste Betreuerteam (hier Martina) für unser Team eigenes Iso mit einer besseren Zusammensetzung anzurühren.

Schuhe

Für Training, Testwettkämpfe und Wettkampf hatte ich mich für den Kinvara von Saucony entschieden. Größe 44,5 für die schnellen Einheiten, Größe 45 für die langen Einheiten. Vorteil: leicht, geringe Sprengung (4mm), viel Raum vorne, Nachteil: Im Profil sammeln sich beim Lauf auf Schotterwegen Steine an, die die Dämpfung beeinträchtigen. Ich hatte deswegen zwischendurch mit Trailschuhen von Brooks geliebäugelt, aber nicht getestet. Ist jemand von euch in Bottrop mit Trailschuhen gelaufen und kann darüber berichten?

Anreise

Die Anreise erfolgte am Freitag relativ ereignisarm. Mit meinem lieben Vater, der als Helfer bei der Zeitnahme vorgesehen war, fuhren wir nach einem ausgiebigen Frühstück ca. drei Stunden nach Bottrop. Einchecken im Hotel und anschließend in den Batenbrockpark. Alle begrüßen, Startnummer abholen, Streckenbesichtigung, etwas essen, zurück ins Hotel, alle Sachen für morgen bereit legen, die Zeit vertreiben, bis man müde genug zum Einschlafen ist. Im Hotel haben wir noch Vereinskollegin Katrin getroffen, mit der man sich immer sehr humorvoll unterhalten kann. Wir bildeten mit Katrin über das Wochenende eine kurzweilige Fahrgemeinschaft zwischen Hotel und Batenbrockpark. 

Der Wettkampftag beginnt:

In der Vergangenheit hatte ich schon schlechter als sieben Stunden geschlafen und bin gegen sieben Uhr aufgestanden um meine morgendliche Magentablette zu nehmen. 

7:45 Uhr: ein Stück Streusselkuchen, check

8:00 Uhr: Frühstück mit Katrin, zwei Brötchen mit schwarzem Kaffee, check

8:45 Uhr: Füße waschen, Zehen mit Klebeband einwickeln, Füße mit Bodyglide einschmieren, check

9:00 Uhr: Brustwarzen abkleben, Bodyglide an die üblichen Gefahrenstellen, check

9:15 Uhr: Laufsachen, Brustgurt, Startnummer, etc. anziehen, check

9:30 Uhr: nochmal Verpflegung und Rucksack mit allen Klamotten für mögliche und unmögliche Fälle checken (Ich hatte sogar eine Regenjacke mit), check

9:45 Uhr: Mit einem Taxi und Katrin zum Batenbrockpark (mein Vater war schon um 8:00 Uhr zum Aufbauen gefahren)

10:00 Uhr: Das weltbeste Betreuerteam begrüßt, Einweisung wo ist was bei meinem Krempel

Für mich standen drei Trinkflaschen bereit: Wasser, Iso, Weizen(noch in der Kühltasche). Im Gegensatz zu Bechern haben sie durch den Nuckel den Vorteil, dass der Inhalt überwiegend den Magen und nicht das Laufshirt erreicht. Das weltbeste Betreuerteam würde mir die Getränke anreichen, ich während des Laufens trinken, die Trinkflasche 50m weiter in einen Bottich werfen und weiterlaufen. Schnell effizient und sogar umweltfreundlich. Zurückholen und Nachfüllen erfolgt durch wen? Na ihr wisst schon. 

10:35 Buff aufsetzen, wichtig!, check

10:40 Mobilisation und ein wenig Lauf-ABC zum ...hmm, es waren ja bereits 24 Grad

10:50 Startaufstellung und Begrüßung durch die Stadt Bottrop 

11:00 Start

Wer nur den Bericht über den Lauf lesen möchte, kann hier anfangen. :-)

Es gilt die ersten 12 Stunden abzuspulen. Die ersten Kilometer pendeln sich bei 5:35min/km bis 5:45min/km ein. Vorgesehen waren 5:45 - 5:50. Da man im Wettkampf immer zu schnell losläuft, ist es also genau richtig. Eine Runde hat genau 1258 Meter. Also grob anfangs jede Stunde 8 Runden alias 10 km.

Lageplan 2019

Bild 3: Die Laufstrecke im Batenbrockpark

Herbert Steffny hatte mir mal erklärt, dass der Körper maximal 0,9 Liter Flüssigkeit/Stunde verwerten kann, alles darüber fließt ungenutzt durch. Benötigt man mehr zur Kühlung, muss man entweder langsamer laufen oder von außen kühlen. Mein Plan ist es also jede Stunde ca. 0,9 Liter zu trinken, um zu kühlen und Energie aufzunehmen. Für den Salzausgleich sollen alle zwei Stunden eine oder zwei Salztabletten helfen. Alle zwei Runden wird getrunken: Wasser, Iso, Wasser, Weizen. Für die äußere Kühlung habe ich einen Schwamm, den ich ständig in bereit gestelltes kühles Wasser tauche und über dem Kopf in den Buff träufeln lasse. (Während der warmen Testläufe hatte ich keinen Buff, da floss das Wasser vom Kopf in die Schuhe und begünstigte die Blasenbildung.) Dazu feuchte ich immer wieder Arme und Gesicht an, weil durch die Verdunstung Kälte entsteht. Nun, was soll ich sagen. Ich bin begeistert. Es funktioniert! 

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Bild 4: Bottrop, 30 Grad, der Buff sitzt! Ist es irgendwo irgendwie zu warm? Schwamm drüber!

Ich laufe und laufe und fühle mich wohl. Der linke Fuß zeigte auf der Schmerzskala eine 0,5 an. Die Rötung war völlig verschwunden.

In Runde 11 musste ich pinkeln, in Runde 17 nochmal und in Runde 25 kam das große Geschäft auch dazu. Alles kein Grund zur Sorge, jedoch schien nicht sämtliche Flüssigkeit zum Kühlen genutzt zu werden. Ich beschloss, nur noch dreimal pro Stunde zu trinken. Wasser, Iso, Weizen! Wieso sollte ich durch überflüssiges Trinken und Pinkeln Zeit verschwenden? 

Ab Runde 25 habe ich 5 Tuc-Kekse gegessen. Energie, Salz und Zählmarken bis Runde 30 bzw. 37,5 km. Schwups, und schon ist der Marathon in Sichtweite und dann auch nach 4:03h erreicht. Die Rundenzeiten sind weiterhin kontinuierlich unter 6:00min/km. Allerdings stellte ich fest, dass ich nach der Getränkeaufnahme zunehmend Atemprobleme hatte und führte das auf das Luftanhalten während des Trinkens zurück. Ich beschloss daher zukünftig während des Trinkens kurz zu gehen, da ich das unangenehm fand. 

Ab Kilometer 70 wurden die Rundenzeiten etwas langsamer. Kurzzeitig hatte mal der Schweinehund herausgeguckt, dem ich kurz meine Meinung gegeigt habe. Weg war er. Es war jetzt gegen 18 Uhr und die wärmste Phase des Laufes war fast vorüber. Zwar war es mit 28 Grad immer noch zu warm, aber die Kühlung hatte ausgezeichnet funktioniert. Einige Läufer, die mich anfangs öfters überholt hatten, hatte ich länger nicht mehr gesehen. Ich wähnte sie in einer Pause oder mit mir in gleicher Geschwindigkeit meine Runden drehend und eine kleine Staubwolke durch den trockenen Boden hinter sich herziehend.

Der zweite Marathon war nach 8:18 h erledigt. Nun wurde das Laufen deutlich unangenehmer. Ich merkte, wie die Kohlenhydratvorräte aufgebraucht waren und die Maschine in die Fettverbrennung überging. Ich versuchte noch etwas Bounty nachzutanken, aber die Zeiten pendelten sich jetzt recht schnell zwischen 6:30min/km und 6:45min/km ein. Die Kraft floss dahin.

Die 100 Kilometermarke passierte ich nach 10:10h. Eine wunderbare Zeit genau im Plan, aber ich hatte immer im Hinterkopf, dass ich einbrechen könnte. 

Mittlerweile war es fast dunkel. Ich holte meine Stirnlampe vom weltbesten Betreuerteam, dem meine Unmut nicht verborgen geblieben ist.

Als ich die Stirnlampe einschaltete, war ich erstmal völlig baff. Ich sah Milliarden kleine weiße Punkte im Scheinwerferkegel. Was war das? Bildstörung? Nieselregen? Insekten? Es war Straßenstaub, feinste Partikel, die die vor mir laufenden Teilnehmer aufwirbelten. Nun ja, ist halt so. Ich war froh, dass ich eine logische Erklärung für die Punkte gefunden hatte. 

Etwas später gesellte sich Michael zu mir, der als Staffelläufer mich eine Runde begleitete. Ich erzählte ihm von meinen Problemen. Von der verlorenen Kraft und von meinen Atemproblemen, die sich jetzt auf die ganze Strecke ausdehnten und ich mir nicht erklären konnte. Michael versuchte mich etwas aufzumuntern, was ihm nicht wirklich gelang. Ich sei sehr gut im Rennen, die Beleuchtung sei gut, die Strecke schön, die Temperaturen gut und so weiter. Ich sah vor mir nur einen ewig weiten Weg bis zur 200 Kilometermarke. 

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Bild 5: Das weltbeste Betreuerteam bei der 24 Stundendauerbetreuung. Im gelben Trikot Volker.

Das weltbeste Betreuerteam stellte mir nun seine Geheimwaffe in Form von Volker zur Seite. Volker war eigentlich für den 100 km-Nachtlauf gemeldet, der im Rahmenprogramm um 18:00 Uhr gestartet war. Er hatte aber keine Ambitionen und machte mich zu seiner Mission, indem er mich die nächsten 12 Stunden begleitete, motivierte und mir jeden Wunsch von den Augen ablas. Die nächsten Runden verliefen etwas besser und ich hatte nach 12 Stunden 114 Kilometer auf der Uhr. Nur einen Kilometer hinter dem Plan. Und das, obwohl wir einen ungeplanten Boxenstop einlegen mussten. Eine erste größere Blase unter meinem rechten Fußballen konnte ich nicht mehr ignorieren. Damit war das Blasenkonzept gescheitert. Trotz des Blasenpflasters, welches mir das des weltbeste Betreuerteam mit Volker verpasst hatte, musste ich die nächsten 12 Stunden mit Schmerzen der Stufe 4 im rechten Fußballen verbringen.

Die nächsten Stunden kriege ich nicht mehr richtig zusammen. Anfangs lief es trotz der Schmerzen etwas besser und ich konnte tatsächlich einige Runden unter den von Evi angesagten Rundenzeiten des Vorjahres bleiben. Andererseits hatte ich den Eindruck, dass meine Atembeschwerden immer schlimmer wurden. Wir wechselten inzwischen in immer längere Gehabschnitte, damit ich im wahrsten Sinne des Wortes Luft holen konnte. Ich konnte und wollte auch nichts mehr essen, stand zwischendurch an der Strecke und wollte mich übergeben. Kam aber nichts. Weiter gehts. Volker hatte die Uhr im Blick. 200 Kilometer waren immer noch drin. Die Runden wurden immer länger und quälender. Mittlerweile hatte ich auch unter dem linken Fußballen eine Blase mit Stufe 3, die abgeklebt wurde. Durch den unrunden Lauf meldeten sich dann nach und nach Knie, Gesäßmuskel, Rücken und Nacken. Jeder Schritt schmerzte im ganzen Körper, zusätzlich keine Luft, aber die Chance auf 200 km war da. Ich habe die Uhr bei der Zeitmessung noch genau in Erinnerung, als wir die 170 km erreicht hatten. 4:33:00 für lächerliche 30 Kilometer. Ich konnte noch ausrechnen, dass das 9min/km sind. Unfassbar langsam. Normalerweise hüpfe ich die Strecke auf einem Bein rückwärts, aber heute? Volker und ich machten uns auf den Weg. Laufen, gehen, luftholen, laufen, gehen... Die Kilometerzeiten passten: 8:35, 7:45, 8:09. Wir erarbeiteten uns einen kleinen Puffer. Dann passierte es. Urplötzlich innerhalb von wenigen Metern meldete sich mein Darm. Ich sagte zu Volker: „Ich muss aufs Klo.“ „Ich muss schnell aufs Klo“. Noch 200m, noch 100, noch 50. Rein ins Gebäude, falscher Raum. Wieder raus und hintenrum. Doch so hinten rum war es bei mir bereits zu spät. Als ich das Klo erreichte, saß ich im mehrfachen Sinn in der Scheiße. Ich wusste das und Volker wusste es auch. Die Zeit floss dahin, meine letzte Kraft floss ins Klo und einen Teil davon schmierte ich mit Klopapier aus meiner Hose. Meine Moral war gebrochen. Also machen wir das beste draus. Das letzte Fünkchen Motivation, was noch übrig war. Wir gingen zum weltbesten Betreuerteam und holten erstmal Zwieback, den ich fast nicht runtergekriegt habe. Die nächste Runde gab es Haferschleim und danach Tee. Inzwischen war es hell. Mein Zustand stabilisierte sich. Die Atemnot wurde etwas weniger, aber hat mich noch mächtig behindert. Ich begann wieder sehr kleine Abschnitte zu laufen. Zwei Laternen, ca. 50m. Dann wieder gehen. Am Garagenhof bis zum Mülleimer, dann wieder gehen. Weiter, immer weiter. Ich wollte wenigstens mein Ergebnis vom letzten Jahr erreichen, 187 km. Inzwischen motivierte ich mich an bestimmten Stellen immer ein ganz kleines Stück weiter zu laufen als die Runde davor. Volker hatte inzwischen seine 100 Kilometer fertig und durfte mich nicht mehr begleiten. Ab und zu nahm ich einen neuen Abschnitt dazu. 190 Kilometer schienen möglich, vielleicht 191. Ich machte eine Art Fahrtspiel. Im Schatten laufen, in der Sonne gehen. Inzwischen hatten wir wieder weit über 25 Grad. 

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Bild 6: Von der Nacht gezeichnet.

Es war noch ca. eine Stunde zu laufen als mich kurz vor der Zeitmessung ein Vereinskollege überholte. Er hatte mich letztes Jahr in der letzten Runde überholt. Es hatte mich etwas gewurmt, weil ich die letzte Runde damals mit meinem Vater gegangen war. Völlig legitim und normal, dass er mich überholt hat. Sollte er hinter mir hergehen, nur weil ich gehe? 

Ich wusste nicht, wie er dieses Jahr im Rennen lag und schaute erstmals auf die Leinwand, wo die Ergebnisse angezeigt wurden. Ich 150 Runden, er 149. Ich ging, er lief. Der wird doch nicht schon wieder... Eine kurze Überschlagsrechnung ergab, dass es schlecht um mich stand. Was blieb mir anderes übrig. Tunnelblick! Beine in die Hand und irgendwie laufen, irgendwie bewegen, nur schnell. Ich blickte mich immer wieder um, wo bleibt er, wo kommt er. Noch 45 Minuten. Sooo lang. Immer noch nicht in Sicht. Weiter laufen, irgendwie laufen. Das weltbeste Betreuerteam wusste nicht was passiert war und brach in Begeisterungsstürme aus. Noch 30 Minuten, immer noch nichts zu sehen. Wieder eine Runde geschafft. Das weltbeste Betreuerteam in Extase. Ich in Panik. Wo bleibt er? Dann, 15 Minuten vor Schluss, da ist er. VOR MIR. Was war passiert? Hat er mich überholt? Habe ich es nicht gemerkt? Habe ich ihn eingeholt? Er ging, ich lief. Hmm. Als ich auf seiner Höhe war ging ich auch, fing unverfänglich ein Gespräch an. „Wie gehts? Ist schon ganz schön warm wieder.“ Wie sollte ich rauskriegen, ob ich ihn wieder eingeholt habe oder er mich? „Wie weit bist du?“ „Etwas über 190!“. Aha. Aber wieviel hatte ich? Und wieviel ist „etwas“? War ich eine Runde vor ihm oder waren wir gleichauf? Wir gingen auf die Zeitmessung zu. Noch 12 Minuten! „Ich laufe noch ein bisschen“ und weg war er. Ich hielt die Luft an, ich war fertig. Lägen wir gleichauf, er wäre dann vorne. Ich tendierte jedoch dazu, dass ich eine Runde vorn war und wurde etwas ruhiger. Ich ging, er lief. 1,258 km?, in 12 Minuten? Klingt machbar. Uff, auf geht’s! Eine Runde später und eine Minute vor Schluss sehe ihn sitzend im Schatten, ich laufe noch vorbei, suche mir ebenfalls einen Schattenplatz und hörte die Schlusssirene. 

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Bild 7: Das weltbeste Betreuerteam in Höchstform

Aus und vorbei. Nie wieder tue ich mir das an! Nie wieder! Kurze Zeit später kommt das weltbeste Betreuerteam jubelnd auf mich zugelaufen mit Stuhl und Getränken. Was für ein geiler Verein! 195,850 Kilometer, neue persönliche Bestleistung, Deutscher Seniorenmannschaftsmeister, Deutscher Vizemannschaftsmeister bei den Männern, Deutscher Vizemeister in der Altersklasse Ü50, zwei Runden vor meinem Vereinskollegen (ich hatte ihn wohl mit Tunnelblick zwischendurch überholt und es nicht gemerkt)

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Bild 8: Siegerehrung für die Seniorenmannschaften mit meinen Vereinsfreunden Klaus Haake und Michael Bohm, auf Platz 2 unsere zweite Mannschaft mit Konrad Vogl, Helmut Schöne und Willi Klesen (nicht im Bild). Auf dem dritten Platz die Sportfreunde vom Bautzener LV Rot-Weiß.

Natürlich muss ich mich an dieser Stelle bei ganz vielen lieben Menschen ganz herzlich bedanken. Ich zähle keine Namen auf, weil ich Angst habe jemanden zu vergessen. Ihr wisst schon, dass ihr gemeint seid. 

Nie wieder? Nächstes mal sind sie fällig, die 200!

P.S. Katrin hat mich darauf gebracht, dass die Atemprobleme durch die staubige Luft entstanden sein könnten. Hat jemand sowas schonmal erlebt und kann das bestätigen?

28.08.2019 Text: Jens Allerheiligen Bilder: LG Ultralauf, Martina Irrgang, Run for Fun/Hollenseelauf

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Mit sehr guten Leistungen gewannen Antje Krause und Felix Weber (SportTREND Ultralaufteam Braunschweig e.V.) die Deutsche Meisterschaft im 24h-Lauf, die am vergangenen Wochenende in Bottrop ausgetragen wurden. Platz 2 erzielten Simone Durry und Marcel Leuze (Turnerbund Hamburg Eilbeck) und auf dem Platz 3 standen Ilka Friedrich (Laufclub BlueLiner) und Marko Gränitz (Laufgemeinschaft Würzburg). Rechts steht Michael Sommer, der in seiner Funktion des DLV-Ultramarathonberaters vor Ort war.

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Der 1. Bürgermeister der Stadt Bottrop, Klaus Strehl, informierte sich bei Markus Sobolewski, Sportwart des mitausrichtenden Vereins Adler-Langlauf Bottrop, über die aktuelle Veranstaltung, bevor er nach einem Grußwort pünktlich um 11 den Startschuss der 24h-Läufer gab und 108 Männer, 47 Frauen sowie 11 Staffeln auf einen ganz langen Tag durch den Batenbrockpark schickte.

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Die meisten Läuferinnen und Läufer präsentierten sich zu ihrem Saisonhöhepunkt nicht nur in guter Form, sondern auch hoch motiviert und starteten entsprechend schnell. Das Rennen wurde durch Taktik entschieden, Bestleistungen waren kaum zu erwarten. Es galt, genügend zu trinken, zu essen und zu kühlen. Man musste sehr aufzupassen, dass genügend Salz zu sich genommen wurde und der Körper nicht überhitzte. Doch wer kann schon mit 3 Bällen jonglieren? Es war wirklich nicht einfach und am Ende setzten sich erwartungsgemäß die erfahrendsten Läuferinnen und Läufer durch.

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Bei Temperaturen von über 30 Grad galt es viel zu trinken, sich von außen zu kühlen und das Tempo etwas zu reduzieren, um die ersten, heißen Stunden zu überstehen. Erst ab 19 Uhr wurden die Temperaturen angenehm und die Bedingungen für sehr gute Leistungen besserten sich.

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So konnte nicht nur ein neuer Streckenrekord der Männer, sondern auch ein neuer deutscher Rekord in der Altersklasse M80 durch Werner Stöcker (LG Wittgenstein) gelaufen werden.

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Vieles ist auch eine Frage der Ausrüstung und Einstellung, Hermann Fischer gefällt der Lauf.

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Die Siegerehrung war schon etwas Besonderes. Nachdem die führenden 3 Männer und Frauen auf dem neu gestalteten und gebauten 24h-Lauf-gerechtem Podest geehrt wurden, erhob sich die Gruppe der müden Läufer und Betreuer zu der Nationalhymne, die von dem überregional bekannten Blasorchester Ruhrkrainer wunderbar vorgetragen wurde.

Die Ehrung wurde von Dankesworten von Michael Sommer eingeleitet, der als DLV-Repräsentant vor Ort war sowie vom Vorstand/Präsidium der ausrichtenden Vereine Adler-Langlauf Bottrop und LG Ultralauf.

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Die Mannschaftswertung der Frauen gewann das Team von Laufclub BlueLiner vor zwei Teams der LG Ultralauf.

Bei der Mannschaftswertung Männer gewann SportTREND Ultralaufteam Braunschweig e.V. ebenfalls vor 2 Teams der LG Ultralauf. Bei den Männern Senioren gewann LG Ultralauf 1 vor LG Ultralauf 2 und Bautzener LV Rot-Weiß 90. Bei der Frauenmannschaft Seniorinnen gab es nur eine Mannschaft der LG Ultralauf.

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Im 100km-Lauf, der um 18 Uhr gestartet wurde, waren die besten Frauen und Männer: Matthias Kröling, Mario Schröer, Wolfram Andrae und bei den Frauen Christiane Schlaps, Alexandra Richter und Renate Greiff.

Die 6-Stundenläufer haten ihren Wettkampf genau in der Mittagshitze.

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Die Gewinner der Frauen und Männer waren Gundi Weckenmann, Michaela Winter und Aiyanna Hahnen, bzw. Michael Krüger, Johannes Plöttner und Tiemo Schilling-Frenk. Insgesamt gab es eine Rekordbeteiligung, aber die Läuferinnen und Läufer hatten schwer zu kämpfen und kaum einer schaffte seine Wunschleistung.

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Das Team des mitausrichtenden Vereins, LG Ultralauf, war in allen Einzelwettbewerben mit über 50 Startern vertreten und gewann insbesondere durch das sehr erfolgreiche Abschneiden der Mannschaften die Tageswertung der Ultramarathonbundesliga und gewann vorzeitig den Meistertitel in diesem Jahr.

Ergebnisse: Link

Ein weiterer Bericht sowie Bildergalerien sind geplant und werden in Kürze veröffentlicht.

Vielen Dank für eure Teilnahme und die vielen anerkennenden Worte, die uns per Mail, Facebook und anderweitig erreichten. Es freut uns, dass fast alles wie geplant geklappt hat und es euch gefallen hat. Wahrscheinlich sehen wir uns im nächsten Jahr wieder, dann aber mal ohne DM-Status.

Text und Bilder: Michael Irrgang, 26.08.2019

Letztes Wochenende fand zum 8. Mal der 100-Meilen-Lauf auf dem Berliner Mauerweg statt. Seit 2011 erinnert der Mauerweglauf an die Opfer der früheren Grenze, die Deutschland zwischen 1961 und 1989 teilte. Jedes Jahr wird speziell einem Maueropfer gedacht. Dieses Jahr war es Dieter Wohlfahrt, dessen Konterfei auch die Finishermedaille trägt. Dieter Wohlfahrt wurde als Fluchthelfer am 9. Dezember 1961 in Staake erschossen. Am Gedenkort wurde kurz innegehalten und an einer aufgestellten Pinnwand konnte man seine Gedanken auf kleine Karten schreiben und anbringen.

Unser Verein war auch dieses Jahr mit einigen Läufern vertreten. Ein paar Berichte haben uns erreicht bzw. wurden via Facebook zur Verfügung gestellt, die wir hier veröffentlichen.

Fabian Benz hat alle LGU-Teilnehmer an diesem Lauf auf der Finisherliste ausfindig gemacht und folgende Übersicht erstellt:

Name

Zeit

Altersklasse

Verein

JANCKER Hans-Dieter (M65 1952)

17:02:34

1. M65

LG Ultralauf

BENZ Fabian (M30 1988)

19:04:59

1. M30

LG Ultralauf

HEINLE Matthias (M40 1978)

19:20:12

9. M40

LG Ultralauf

NOWOTTNY-HUPKA Rita (W60 1959)

20:03:21

1. W60

LG Ultralauf/ LT Wischlingen Dortmund

CONRAD Kerstin (W45 1971)

21:24:15

4. W45

LG Ultralauf

SITTNER Falk (M35 1981)

21:33:29

12. M35

LG Ultralauf

MANTEL Klaus (M55 1963)

21:38:37

7. M55

LG Ultralauf

FÜHRER Ralf (M50 1966)

21:56:28

20. M50

LG Ultralauf

ROSENAU Dietmar (M55 1960)

22:33:51

16. M55

LG Ultralauf

HERTZEL Alex (M35 1981)

22:55:56

14. M35

LG Ultralauf

LANDWEHR Matthias (M45 1970)

23:12:34

36. M45

LC Solbad Ravenberg/LG Mauerweg/LG Ultralauf

FALLER Sylvia (W50 1965)

23:37:18

4. W50

LG Ultralauf

PIEHLMEIER Eva (W45 1971)

23:37:18

9. W45

LG Ultralauf

LAUTERBACH Alexander (M35 1980)

23:37:19

18. M35

LG Ultralauf

PETRY Michael (M50 1967)

26:46:09

50. M50

LG Ultralauf / Team Erdinger alkoholfrei

WURMBACH Patric (M45 1971)

28:07:41

54. M45

LG Ultralauf

RÖSLER Andreas (M55 1962)

29:22:08

46. M55

LG Ultralauf

 

 

 

 

HEDELT Holger (M50 1968)

19:34:00

10. M50

Irene Athletic Club

VOGL Konrad (M55 1961)

21:30:10

4. M55

TEAM GOTHAER Schmidt- Füssen-

GARTZ Stefan (M40 1975)

22:10:29

16. M40

LT Bittermark Dortmund

MAKIOLA Stefanie (W35 1983)

23:03:29

2. W35

Ultrafriesen e.V.

Zusätzlich konnten vor Ort noch zwei unserer Mitglieder mit unserer Leistungsmedaille in Silber geehrt werden:

Ehrung 13

Rita Nowottny-Hupka ist am 9.3. in Münster Deutschen Rekord im 6h-Lauf in ihrer Altersklasse (65,29 km) gelaufen und Hans-Dieter Jancker hat ebenfalls in seiner Altersklasse den Deutschen Rekord im 6h-Lauf mit 72,882 km am 14.4. in Mörfelden geknackt:

Ehrung 2 

Teamerfolg pur! (Evi Piehlmeier)

Vor wohl genau einem Jahr haben Sylvia, Alex und ich beschlossen, den Mauerweg in 2019 zusammen zu laufen. Und natürlich wollten wir auch die Gürtelschnalle, also Hauptsache Zielzeit sub 24h.

TE 1Der grobe Plan kam dann ein paar Tage vorab via WhatsApp von Alex und Carsten:

 

Das waren die „Rauslaufzeiten“ (frühestens und spätestens) an den VPs. Ab VP9 hatten wir dann unsere beiden Radbegleiter Franz und Guido. 

TE 2

Unser Team in Berlin von links nach rechts: Franz, Sylvia, Evi, Carsten, Alexander und Guido.

Bis kurz vor km70 (Sacrow) lief es auch noch für alle ganz gut wie man an folgendem Bild erkennen kann:

TE 3 

Dann begannen bei jedem von uns unterschiedlichste Krisen. Bei mir kam z.B. in Sacrow Übelkeit auf, ich konnte dadurch am VP nichts zu mir nehmen und bin ohne längeren Stopp langsam weitergegangen. Sylvia und Alex holten mich schnell wieder ein, und so ging es gemeinsam weiter. Die meiste Zeit waren wir alle 3 gemeinsam unterwegs, immer von VP zu VP. Den Plan oben hatten wir dann nicht mehr im Kopf, konnten uns auch irgendwie nicht mehr merken, was beim VP stand, also welcher km, wieviel bis um nächsten VP usw. Aber wir hatten ja unsere Radbegleiter! Sie hatten angefangen, für uns zu rechnen und uns immer Zeiten vorgegeben, bis wann wir spätestens beim nächsten VP sein müssen, um unser Ziel zu erreichen (dabei auch netterweise von uns unbemerkt die Zeitangaben mit einem Puffer versehen). Und wenn wir schneller waren, wurden wie gelobt. Das funktionierte prima. Blieb einer zurück, dann wurde dieser immer von einem Radler begleitet, der andere hat die beiden vorne geführt. Am VP waren wir immer wieder zusammen, wenn auch nur kurz. Ein Highlight bescherten uns unsere beiden Männer zum Beispiel in Babelsberg. Da besorgten sie jedem von uns 2 Kugeln Eis, die zu diesem Zeitpunkt wahnsinnig erfrischten. Es gab aber auch Schrecksekunden. Als erstes stürzte Sylvia ein paar Kilometer vor Wechselpunkt 3 (WP3), hat sich aber gekonnt abgerollt und so ihre vor kurzem gebrochene Hand gerettet. Ich stürzte später in der Dunkelheit, weniger gekonnt. Dabei ging auch meine Stirnlampe zu Bruch. Glücklicherweise hatte Guido eine Ersatzlampe dabei, die allerdings nur schwaches Licht von sich gab. Aber durch die Radlampen konnten die schwierigsten Passagen weitestgehend ausgeleuchtet werden. Da war es manchmal wirklich finster mit sehr unebenem Untergrund. Und wir haben uns gegenseitig gezogen, sind stellenweise in einem richtigen Gleichtakt zusammen gelaufen - das begeistert mich immer noch. Bei der East Side Gallery gab es noch die nächste positive Überraschung: Kerstin Hommel hat auf uns gewartet. Sie ist so lange aufgeblieben, hat online verfolgt, wo wir uns befinden, damit sie uns die letzten Kilometer noch ins Ziel begleiten kann. Was für ein Einsatz und was für eine Unterstützung! Von ihr ist auch unser Zieleinlauf-Foto:

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Die Stadionrunde haben wir zusammen mit Guido und Franz absolviert. Und wir haben es geschafft - als Team! Darauf bin ich mächtig stolz.

Mein erster 100 Meilen Lauf in Berlin, ein Krimi mit Happy End (Alexander Hertzel)
Alex3Ich muss einmal kurz etwas weiter ausholen, und zwar sind wir bei der Vorbereitung. Seit Anfang des Jahres habe ich öfter mal etwas längere Läufe oder Wettkämpfe als Testlauf gemacht, hier und da mal die Verpflegung oder auch Ausrüstung getestet. Unter anderem auch den Köln G1, der mir nach dem Intervall-Plan von Michael gezeigt hat, was ich noch aus mir rausholen kann. Die Prognosen waren vielversprechend. Hier und da noch ein paar Läufe bis es Ende Mai, dann kam der Plan für Berlin. Da der erste Plan schon gefruchtet hatte, musste also der 24h Plan auch von Michael dran glauben, oder eher gesagt, ich musste dran glauben.
Alles war geplant und stand fest, mein Kumpel als Radbegleitung, wie und wann wir was machen und verpflegen. Als die ersten längeren Läufe ( also nicht wirklich lang ab 30 k ) anfingen, merkte ich, dass meine Radbegleitung nicht den Elan, Schweiß und Blut investiert wie ich, so musste ich ihn öfter motivieren als er mich. Da ich auch manchmal sehr kurzentschlossen bin und mich das ganz schon störte, habe ich ihn 3 Wochen vor dem Wettkampf seinen Posten als Begleitung entzogen. 
Ok, nicht gerade intelligent werden jetzt viele denken, aber Entscheidungen müssen einfach mal schnell fallen. 
Also, Planung in die Tonne, alles neu planen und das schnell.
Da meine Frau mit nach Berlin kam, hatte Sie neue Aufgaben bekommen, die ihr dann im Nachhinein auch echt Spaß gemacht haben. Da Sie gesundheitlich aber nicht lange Rad fahren kann, musste jetzt von WP zu WP geplant werden. Also Verpflegung, Klamotten, Pausen, alles neu bedenken. Ich könnt noch mehr schreiben, kommen wir aber jetzt zum eigentlichen Lauf. 
Angekommen am Freitag Mittag im H4/H2 Hotel, wo auch alles andere war (Empfang, Pastaparty, Briefing und Medaillen-Übergabe).
Ich muss sagen, alles sehr gut durchdacht und hervorragend geplant von den Veranstaltern sowie den ganzen Volunteers, einfach super. Am Abend vorher die Adressen der WPs mit meiner Frau durchgegangen und alles gepackt.
Samstagmorgen! Der Tag ist gekommen.
Vom Start an lief der Lauf quasi perfekt, Ausrüstung, eigene Verpflegung, aber auch die VPs waren super ausgestattet und es lief. Mit meiner Euphorie, die ersten 100k in 10 Std. zu laufen, lag nichts im Weg. Da meine Frau dann mit dem Auto von WP zu WP gefahren ist, war sie immer früh genug da und konnte sogar noch etwas Sightseeing machen :-).
Da ja der Lauf relativ flach sein sollte, habe ich mich zwar gefragt, unter was die Berliner flach verstehen, aber irgendwie hätte das nur ein Sauerländer sagen können. Also Steigungen waren genug vorhanden. 
Bei ca. km 50 hatte ich ein Problem mit dem ganzen Kopfsteinpflaster und bin irgendwie doof aufgekommen und leicht umgeknickt. Oh nein! Habe mich erst mal nicht dran gestört, weil es lief ja.
Bei km 65 merkte ich, dass der Fuß immer dicker wurde und das meiner Lauf-Ökonomie nicht wirklich gut tut. Über Schmerzen reden wir noch nicht. Aber WP 2 am Schloss Sacrow war ja schon in Reichweite. Ab diesen WP stand aber dann fest, Pace rausnehmen, der Fuß wird nicht besser, aber ich will kein DNF, die Monate harte Arbeit zuvor sollten noch nicht zu Ende sein.
Ok, weiter geht‘s, habe mir dann eingeredet, 11 Std. sind auch noch gut für 100 k, es ist noch alles offen. Am WP 3 angekommen, machten sich die ersten Blasen bemerkbar, die Füße wurden anders belastet, da ich schon anfing, schonender zu laufen. Was für ne Scheisse. 15 min Pause am WP und die Schuhe gewechselt, mit etwas mehr Dämpfung. 
Also auf auf, mein Ziel unter 24 Std. war noch nicht verloren und aufgeben? Nein! Unzählige Nachrichten von Freunden und Verwandten haben mich immer weiter ziehen lassen. Jetzt nur noch 3x20 und ich kann den Sack zu machen. 
Die Kilometer und die Stunden zogen durch Berlin, habe mich von VP zu VP gerettet, die restlichen Wege mit Kopfsteinpflaster haben es auch nicht wirklich verbessert, Scheisse, hatte ich Schmerzen in den Beinen.

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Bei km 140 war es dann um mich geschehen, ich konnte nicht mehr, mir kamen die Tränen vor Schmerz, keinen Bock mehr, ich war am Ende angelangt.
Vor lauter Verzweiflung habe ich meine Frau angerufen und habe ihr gesagt, dass Sie mich abholen soll, ich will und kann nicht mehr.
Gott sei Dank kennt sie mich und hat mich ordentlich am Telefon zurechtgewiesen, aber auch ermuntert und Mut gemacht. Ich kann euch sagen, das war der längste HM meines Lebens. Laufen war Tabu, die Stöße beim Aufkommen waren unerträglich, wandern ging aber noch, also Zähne zusammenbeißen und durch, sub 24 war noch nicht verloren. Keine Ahnung wie ich das gemacht habe, aber es ging weiter! Am vorletzten VP habe ich mich kurz nochmal hingesetzt, bin dann auch sofort in einen Sekundenschlaf gefallen, aber 2 Kaffee am VP haben es wieder gerichtet. 
Alex4Die letzten km kann ich euch auch nicht mehr sagen, was alles so in Berlin los war, ich war in so einem Tunnel, ich habe nichts mehr mitbekommen.

Um 4:55 Uhr war es dann so weit: Ich kam auf den Sportplatz und war überglücklich, doch noch zu finishen und dann noch mit 22:55:56. Ich kann es immer noch nicht ganz fassen, aber ich kann euch sagen, der Lauf bleibt erst mal ganz ganz fest in meinen Kopf.
Nun ist es Montag Mittag, der Fuß ist immer noch verdammt dick, aber ich kann ihn schon wieder bewegen, also nicht mehr lange und das Training für irgendeinen verrückten Lauf kann wieder beginnen. 
PS: Gratulation an alle Teilnehmer, egal ob Finish oder nicht, meinen Respekt hat jeder!

Kerstin 1Mauerweglauf 2019 - ohne Motivation zur PB (Kerstin Conrad)

Wenn man sich bereits 10 Monate vorher um einen Startplatz bemüht, ist dies keine Garantie dafür, dass man auch hoch motiviert und voller Lauffreude an der Startlinie steht. Am Samstag morgen 05 Uhr im Friedrich-Ludwig Jahn Stadion, eine Stunde vor Startschuss hätte ich am liebsten gesagt: einmal alles zum Mitnehmen und für den Weg zurück ins Bett noch einen heißen Kaffee 🙈 Warum war das so? Ich hatte nicht gut trainiert in diesem Jahr und meine Füße schmerzten seit ein paar Wochen - Achillessehne und Hallux - doofe Kombination. Aber die Reise war lange gebucht, ein Fahrrad stand in Berlin bereit und Achim wollte zur Not die ganze Nacht mit mir verbringen 😍🚲
Trotzdem... der innere Schweinehund bellte und ich war so unsicher wie nie.
Lauffreund Micha, dem ich mein Leid klagte, meint, er hätte schon so schlimme Bilder von meinen Füßen gesehen, das könnte ich nicht toppen 😂🤣 und außerdem wüsste ich doch, wie es gehe. Willi hatte mir gestern ähnliches geschrieben und so langsam fing ich an meiner Einstellung zu schrauben an. Danke auch Dir Patric für deine gute Laune und den unerschütterlichen Glauben an einen Zieleinlauf - du hast sicher unterwegs mehr gekämpft als ich und hast mir trotzdem auf die Strecke geholfen 😘

Der Rest der 100 Meilen war dann eigentlich unspektakulär 🤪 ich bin total ruhig und langsam los gelaufen, irgendwann kamen Betti und Inga bei mir vorbei 👩‍❤️‍💋‍👩, wir liefen ein Stück gemeinsam, verloren uns an einem VP, aber ich laufe sehr gerne alleine und hatte ab km 52 Achim an meiner Seite, vielen Dank mein Schatz für deine Geduld und Unterstützung und die Erfüllung meiner Wünsche 🍉🥣🥤
Die ersten 100km schafften wir unter 12 Stunden und freuten uns, dass, auch wenn wir ab da nur wanderten, wir noch ein wenig Schlaf vor der Siegerehrung bekommen würden. Hahaha ... wir rechneten nun immer in Laufzeit und Schlafzeit 😴🛌
Dabei war die Nacht wirklich toll, es wurde endlich kühler, ein rötlich gelber Vollmond 🌕 stand am Firmament, der Wald war herrlich ruhig, die Stadt später umso lauter und voller Leben 🎡🤹‍♂️🕺
Wir waren gleichmäßig langsam unterwegs, sparten aber Zeit mit unseren kurzen Pausen ein und kamen gut voran. In Teltow kämpfte ich kurz mit Übelkeit 🤢 aber die dort angebotene Suppe war so salzig, dass mein Magen geschockt jeden Widerspruch aufgab. Dadurch, dass ich beim Laufen immer ungewöhnlich viel schwitze, verliere ich a) jede Menge Salz - dieses Problem war nun gelöst. Ein anderes machte jedoch zunehmend auf sich aufmerksam. Ich hatte mich in den letzten Stunden trotz einer dicken Schicht Melkfett wund gelaufen an den Beinen und bei einem Wechsel der Laufhose sah ich das Malheur. Noch 60k to go und keine Wundsalbe 🙈😢 auch darum werde ich noch länger an Berlin zurück denken 💭 auaaa‼️
Wir hatten immer wieder kurze Gespräche und Begleitung anderer Läufer, ich liebe ja das Laufen in der Nacht und dies alles lenkte ab und machte aus dem Erlebnis eine wunderschöne Erinnerung. Die letzten 10, 9, 8 km... in einer Stunde soll schon alles vorbei sein? 7, 6, 5 km.., Checkpoint Charlie, Reichstag, Brandenburger Tor 😍 4, 3, 2 und 1km... den lieben Konrad von der LG Ultralauf Familie noch getroffen auf der Zielgeraden und dann die Stadionrunde, wo es keinen Schmerz, bloß pure Freude gibt 🎖💫 Christina und Elke im Ziel - mit bekannten Gesichtern ist es wie ein nach Hause kommen 🧡💛💚
Die Zeit ist super, das freut mich auch, doch dieses Jahr war der Start die Challenge, der Kampf mit dem Glauben und dem Vertrauen an mich selbst, ich habe mir damit zuviel Druck gemacht. Ich danke meinem Lieblingsmenschen Achim für dein Vertrauen und deine Unterstützung ❤️ du warst mein linkes Bein und mein rechter Arm, du warst meine positiven Gedanken und meine mentale Stärke - wir haben vieles richtig gemacht und freuen uns nun schon aufs nächste Jahr 🏃🏻‍♀️🚲🍀
Vielen lieben Dank Elke für all deine Orga und den schönen gemeinsamen Sonntagnachmittag, die vielen Bilder und Geschichten 😘
Ultralaufen ... ist eben nicht einfach bloß Startnummer anziehen und los laufen... ist Gemeinschaft, Lauffamilie, Unterstützung und Freundschaft, ist Motivation, Lob, Herzlichkeit und jede Menge Spaß. Ultralaufen ist auch mal gemeinsam erlebter Schmerz und Kampf mit Körper und Geist aber eben auch gemeinsam geschaffene Erinnerungen, glückliche Momente, Stolz auf sich selbst sein und die anderen, Grenzen finden und verschieben, wachsen und zusammen größer werden. Und genau darum möchte ich im nächsten Jahr wieder kommen, diese besondere Stadt und diesen besonderen Lauf erleben und Teil dieser Gemeinschaft sein 👫👭👬👭👫

Stefan 1Mauerweglauf 2019 - Let´s do it (Stefan Gartz)

Seit Dezember letzten Jahres arbeite ich auf diesen Zeitpunkt hin. Mauerweglauf - Mein erster 100 Meiler. Im Vorfeld schon diverse Wettkämpfe gemacht, damit dieser hier gelingt. 6Std Münster, 6Std Herne, WHEW 100 und Kölnpfad 10x11. Heute also 160km.
Bis Dato 2800km dieses Jahr abgerissen und trotzdem stellt sich am Start die Frage - Hab ich wirklich alles gemacht, damit es heute reicht? Für mich war die Vorgabe - ANKOMMEN. Von Michael Irrgang (LG Ultralauf) hatten wir einen Zeitplan, wann man wo sein müsse (und in welcher Pace), damit man die magische 24 Std Grenze knackt und somit noch die Gürtelschnalle bekommt. Das sollte der Fahrplan für Ralf und mich sein. Ralf hab ich beim Lippedammultra kennengelernt. Wir waren beide etwa gleich schnell und im Gespräch kam raus, dass wir beide in Berlin gemeldet waren. Also beschlossen wir, in Berlin zusammen zu starten. Gerade auf Ultras ist es gut, wenn man in den schlechten Phasen, die jeder durchmacht, jemanden hat, der einen da rausholt. Und wenn es nur die Aufforderung ist, weiter zu machen.
So standen wir also um 6:00 zusammen an der Startlinie. Vorher wurden natürlich noch die diversen Ultrakollegen begrüßt, die man sowieso immer wieder auf allen Veranstaltungen trifft. Zielvorgabe für die ersten VPs war ein 6:45er Schnitt. Dazu noch Pausen von 3-5 min pro VP. Die VPs machten wir schneller und die Pace war bei 6.37min/km Dazu waren die Temperaturen noch sehr erträglich. Bis so ca. Mittag. Ab km 75 wurde es dann langsam drückend und die Sonne kam raus. Am VP Meierei merkte ich, wie mein Kreislauf etwas blöd wurde. Also erst mal hinsetzen und Energie zuführen (in Ruhe). Nach einiger Zeit (schätze mal 10min) ging es mir dann besser, so dass die Reise weiter ging. Bei km 103 warteten dann die Drop Bags 3 auf uns. Hier hatten wir die Kopflampen und Nachtutensilien deponiert. Wir waren beide noch relativ frisch und so ging es frohen Mutes in die Nacht hinein. Bei mir ab 110 km, bei Ralf ab 125 km dann Neuland. So weit waren wir beide noch nicht. Bis dahin hatten wir auf unseren Laufplan gute 46 Minuten rausgelaufen. Die sub 24Std waren, auch wenn wir nur noch gehen würden, relativ sicher (auch wenn auf einem Ultra nichts sicher ist). Ralf hatte seit km 100 Probleme mit dem Oberschenkel. Ich, wie gesagt, nur einmal mit dem Kreislauf. So streuten wir immer mal wieder kurze Gehpausen ein, aber alles in allem lief es rund. Irgendwann kam dann der "letzte Marathon". Nur noch 42km. - Marathon geht immer. Aber es gibt halt auch lange - langsame Marathons. So wurde es langsam zäh. In der Nacht formierten sich diverse Zweierteams. Mal überholten wir ein Team, dann wieder ein anderes uns, um dann 10 Minuten später wieder von uns überholt zu werden. Das Tempo war mittlerweile irgendwo bei 7:00 bis 7:30 angekommen. Eigentlich nur noch ein leichtes Auslaufen. Der Puls dümpelte irgendwo bei 130 rum. Optimales Tempo in der Fettverbrennung. Nach gut 20 Std im Rennen doch ein guter Wert. Das gab Sicherheit. - Gegen 1:00 nachts meinte Ralf - wenn wir jetzt den Schnitt so halten, schaffen wir noch sub 22 Std. So viel Zeit hatten wir zwischenzeitlich auf unseren Plan rausgelaufen. Eigentlich eine nette Idee. Bei km 151 / Checkpoint Charlie musste ich dann aber wieder meinem Kreislauf etwas Ruhe geben. Ausgerechnet hier gab es keine Cola mehr. So fragte Ralf mich, ob es ok für mich ist, wenn er die Sub 22 probiert. Da ich nicht wusste, wie sich mein Kreislauf entwickelt, sagte ich ihm nur, er solle loslaufen. Sandra wartete am Charlie mit dem Klapprad (seit 2:00) auf mich, um uns/mich auf den letzten 10 km zu begleiten. Hier wanderte ich erst einmal los. Wobei Wandern... Ich „speedwalkte“ laut Uhr im 8:30er tempo. Bis ich merkte, dass etwas Kraft zurück kam und der Traubenzucker wirkte. Bei km 4.7 vor dem Ziel gab es noch einen kleinen VP. Noch schnell etwas nachladen und weiter. Unterwegs sammelte ich noch einen Mitläufer ein, der fragte, ob er sich anschließen dürfe. Er brauchte jemanden, der ihn zieht. So ging es am Brandenburger Tor und an der Britischen Botschaft vorbei, nachts um 3:30. Die Straßen wurden immer verwinkelter und ich war froh, dass Sandra mit auf den Weg achtete, so dass wir uns bloß nicht verlaufen. 1km kann ja soooo lang sein. So erreichten wir gegen 4.00 das Stadiongelände. Sandra trat in die Pedale, um am Ziel auf mich zu warten. Jetzt nur noch die letzten 300m auf der Tartanbahn. Die Lampions an der Strecke leuchteten und das Ziel naht. Jetzt noch einmal alle Kraft mobilisieren und mit Würde und vielleicht sogar etwas Tempo ins Ziel kommen.
Offiziell waren es dann 22Std 10Min und 28 Sekunden.
Platz 100 von über 460 Startern.
Voller Stolz und emotional gerührt ging es dann um 14:00 zur Siegerehrung für alle Teilnehmer. Hier durfte ich dann meine Medaille und die schwer erarbeitete Gürtelschnalle entgegen nehmen.
Im Ziel der Gedanke - Wirst du noch einmal einen 100Meiler laufen? Sicher nicht....
Wobei ich heute - einen Tag später sagen würde - Naja. Schließlich bin ich bei der TorTour ja schon angemeldet.

Texte und Bilder: Eva Piehlmeier, Alexander Herzel, Kerstin Conrad, Stefan Gartz, 23.08.2019

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