Laufgemeinschaft der Deutschen Ultramarathon-Vereinigung e.V.

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Online-Anmeldung ist geöffnet: <hier klicken>

Auf dem wunderschönen Frankfurter Grüngürtelwanderweg planen wir am 17.10. einen Ultralauf aufzurichten, den Frankfurter Grüngürtel Ultra oder kurz: FGGU.

Es werden 2 Strecken angeboten. Die ganze Runde hat 68km und bei einem Start am ersten Versorgungspunkt wird die zu laufende Strecke ca 50 km lang sein.

Wir planen drei, coronagerechte Versorgungspunkte und eine Zielverpflegung. Es wird für alle Teilnehmer eine Medaille und eine Urkunde geben sowie für die Finisher beider Strecken einen Eintrag in der DUV-Statistik. Das Teilnehmerlimit wird voraussichtlich 100 Gesamtstarter sein.

Aktuell verhandeln wir noch die genauen Standorte der VPs, aber die Stadt Frankfurt hat bereits ihre Genehmigung signalisiert, sodass wir in Kürze die genaue Ausschreibung und Anmeldungsmöglichkeit freischalten können.

Für die LG Ultralauf-Mitglieder haben wir in der Nähe vom Start/Ziel ein ganzes Hotel reserviert und planen nach dem Lauf unsere jährliche Jahresabschlussfeier.

 

Wir freuens uns auf Eure Teilnahmen

Euer LGU Präsidium

Text und Logo: Michael Irrgang, 19.08.2020

02.08.2020, Text: Michael Irrgang, Bilder: Michael Irrgang, Martina Stumpf-Irrgang, Florian Schütz

Der Chiemgauer 100km- und 100 Meilenlauf, die in jeweils großen Runden über die Chiemgauer Alpen führen, gehören zweifellos zu den anspruchsvollsten und schönsten Ultratrailstrecken in Deutschland.

Eigentlich sollte dort in diesem Jahr die Deutsche Meisterschaften stattfinden und so meldeten sich viele Vereinskollegen an. Nach der DM-Absage durch den DLV meldeten sich einige der DM-Teilnehmer ab, andere wechselten auf die 100-Meilenstrecke. Letztendlich standen 4 Männer am Start der 100 Meilenstrecke sowie 2 Frauen und 6 Männer am 100km-Start und konnten – wieder einmal – eine Wahnsinnsveranstaltung erleben.

Die Finisherquote war dieses Jahr besonders niedrig. Das kann daran liegen, dass die Strecke in diesem Jahr mit der Verlegung des Start-/Zielbereiches in das Eislaufzentrum in Ruhpolding etwas schwieriger als im letzten Jahr war, allerdings hat das Wetter sicher auch seinen Anteil daran. An beiden Lauftagen knallte die Sonne ausdauernd vom Himmel und bescherte im Tal Temperaturen von weit über 30 Grad. An einigen sonnigen Abschnitten schien die Temperatur aber 10 Grad mehr zu haben. Daher wurden Kühlen, Trinken und natürlich auch die Nahrungsaufnahme zu rennentscheidenden Fähigkeiten.

01 Startgruppe100mi

Unsere 100-Meilenläufer Willi Klesen, Christoph Janthur, Michael Irrgang und Ulf Oeppert kurz nach dem gemeinsamen Briefing.

Die 100-Meilenläufer konnten sich innerhalb eines Zeitfensters ihre Startzeit aussuchen. Bei den taktischen Überlegungen zur individuell besten Startzeit floss insbesondere die Abschätzung ein, wie lange man wohl für die ersten 90 km benötigt, da für den Start in die zweite, 70km-lange Runde ebenfalls ein Zeitfenster vorgegeben war. So startete ich um 13 Uhr, die anderen starteten 2, bzw. 3 Stunden später.

Christoph Janthur musste aufgrund einer Fußverletzung vorzeitig abbrechen. Ulf Oeppert habe ich zweimal unterwegs kurz getroffen. Beim ersten Mal, bei km 50, hatte er meinen zeitlichen Vorsprung aufgeholt und war voll gut drauf, beim zweiten Mal erklärte er seinen Ausstieg nach der ersten Runde von 90 km. Wirklich schade.

02 Willi

Willi versprühte auch bei km 140 noch gute Laune. Seinem Naturell entsprechend munterte er Mitläufer und Betreuer unermüdlich auf und hätte sich dabei fast „verzockt“. Als schneller Läufer war er relativ spät gestartet, dann aber nicht ganz so schnell wie geplant und möglich unterwegs. So kamen er und sein Mitläufer mitten auf dem Hochfelln-Gipfel in ein Gewitter rein und erreichten nur ganz knapp das Ziel im Zeitlimit.

Der 100km-Lauf wurde in mehreren Wellen ab 5 Uhr gestartet. Die Läuferinnen und Läufer liefen zunächst eine Auftaktrunde von 30km, bevor die identische 70km-Runde der 100-Meilenläufer folgte. Aufgrund der angekündigten Meisterschaft waren einige Trail-Spezialisten am Start, die uns 100-Meilenläufer früher oder später teils auf deprimierende Art und Weise überholten. Die kurzen Gespräche waren von gegenseitigem Respekt und Anfeuerung geprägt, die einen: Wie kann man so schnell den Berg hoch/runter rennen? Und die anderen: Wie kann man so lange in der Hitze laufen?

Die zweite Runde hat eine Besonderheit: An der berüchtigten Weiche in Egg, bei Kilometer 80, bzw. 140 müssen sich die Läufer entscheiden, über den Hochfelln zu laufen und noch einen wahren Höhepunkt mitzunehmen mit 20 km und 1100 Höhenmeter bis ins Ziel oder die Abkürzung, die ohne nennenswerte Höhenmeter in 5km mit Wertung ins Ziel führt.

03 Egg Team

An dieser Versorgungsstation wurde ein Teil unseres Betreuerteams eingesetzt, welches die Veranstaltung unterstützte. Steffi Knopf, Martina Stumpf-Irrgang, Eva und Guido Piehlmeier versorgten die erschöpften Läufer in Egg.

Der 100km-Wettkampf ist nicht unbedingt einfacher als die 100-Meilen, da das Zeitlimit ein schnelleres Tempo verlangt. Außerdem sind die schwierigsten, aber auch schönsten Stellen auf der zweiten Runde. Auf jeden Fall sind in Egg alle Läufer gleichermaßen ermüdet, egal, ob sie nun 80 oder schon 140km gelaufen sind. Und die kurze Variante ist so verlockend und bei der Hitze 145 oder 85 km gelaufen zu sein, ist zweifellos eine großartige Leistung.

04 Andreas Alex

Alexander Klaas an unserem VP bei km 80 und Andreas Weber kurz vor dem Start. Beide wählten die kürzere Variante und liefen von Egg direkt ins Ziel.

05 Fallers

Franz und Sylvia Faller erreichten nach einem sehr langen Tag glücklich das Ziel. Ihr gezeigter Kampfgeist verdient allerhöchsten Respekt. Recht früh im Rennen hatten sie sich ordentlich verlaufen, trotzdem sich und das Rennen niemals aufgegeben und konnten letztendlich das Rennen regulär als 85km-Finisher beenden. Wie Sylvia im Ziel berichtete, hatten sie so viel trainiert und wollten das Finish unbedingt. Ein gutes Beispiel davon, dass Umwege zwar Zeit und Energie kosten, aber nicht unbedingt das Ziel – zumindest, wenn man genügend Reserven hat. Eine tolle Moral haben die beiden gezeigt.

So hat jeder Teilnehmer seine eigene, großartige Geschichte, die von Willenskraft, Kameradschaft und Begeisterung geprägt ist; einige gingen leider nicht positiv aus.

06 Michael Colin

Michael Bohm kurz vor dem Start und Colin Keuker-Sample, am Tag nach dem Lauf.

So stürzte Michael Bohm in einem technisch äußerst schwierigen Abschnitt und musste das Rennen bedauerlicherweise vorzeitig beenden, wie auch Colin, der am nächsten Tag mit viel Humor berichtete, dass er die technischen Passagen ganz gut gemeistert hat, aber über eine Bordsteinkante stolperte. Beiden ist nicht viel passiert, aber ihre Rennen konnten sie nicht mehr fortsetzen.

Wie es unseren Vereinsmitgliedern Erich Strack und Renate Greiff ergangen ist, weiß ich nicht, aber Erich stieg nach dem Trackingprotokoll bereits nach der ersten 30km-Runde aus. Auch auf der 100-Meilenstrecke stiegen die ersten Teilnehmer bereits nach 20 km aus. Das ist gar nicht so überraschend, denn das Laufen bei Hitze ist nicht jedermanns Sache, insbesondere, wenn es teilweise mit höchsten körperlichen Anstrengungen einhergeht. Dehydrierung und Überhitzung sind nicht unbedingt harmlose Begleiterscheinungen, die mit ein bisschen Kampfgeist bewältigt werden können, sondern ernsthafte, gesundheitliche Folgen haben können. Daher ziehe ich auch den Hut vor denen, die sich dafür entscheiden, solche Wettkämpfe frühzeitig abzubrechen.

Renate ist offensichtlich nach der Hörndlwand etwa nach 41 km ausgestiegen. Da hatte sie gerade den allerschlimmsten Teil hinter sich gebracht, denn in der prallen Mittagshitze die Hochebene zu erklimmen, die den Namen „Wand“ nicht zufällig im Namen hat, ist einfach nur fürchterlich. Oben sind die meisten „völlig fertig“ und dem Verzweifeln nah. Als Belohnung und zur Erholung gibt es dort einen kleinen Versorgungspunkt mit netten Leuten.

07 Michael Michael

Zwei  Bilder von Florian Schütz: Michael Bohm bei einem Anstieg auf der ersten Runde, die er ohne Stöcke lief und eins von mir am Versorgungspunkt auf der Hörnlwand-Ebene.

Mein eigener Lauf ist – wie fast immer – eine längere Geschichte mit „Happy End“.

Für mich war dieser 100-Meilenlauf ein ganz besonderer, weil ich im letzten Jahr aufgrund von ein paar kleinen, taktischen Fehlern die Strecke nur auf der verkürzten Variante beenden konnte, worüber ich mich schon ein wenig geärgert hatte.

Obwohl mir ein Finish so wichtig war, waren meine Vorbereitungen eher suboptimal, die Fokussierung fehlte irgendwie. So kam es, dass ich ohne Laufschuhe anreiste und ein paar Tage vorher welche kaufte. Um sie einmal auszuprobieren, wanderte ich den Hausberg von Ruhpolding, den Rauschberg, einmal flott rauf und lief flott wieder runter. Erst später stellte ich fest, dass das eine 1.000 Höhenmetertour war und der tagelang anhaltende Muskelkater deutete an, dass die Aktion vielleicht nicht so schlau war. Aber die neuen Schuhe fühlten sich prima an und rechtzeitig zum Start schienen die Beine auch wieder ok zu sein.

08 Start

Für meine Startzeit hatte ich mir 14 Uhr als ideal ausgerechnet, aber mich kurzfristig auf 13 Uhr umentschieden. Zum einen, um mehr Zeit zum Trinken und Kühlen zu haben und zum anderen, um den Puffer auf das Gesamtzeitlimit im Bedarfsfall voll ausnutzen zu können. Die beste Entscheidung des Tages.

09 Tag1Portrait

Die Landschaft war ein Traum. Die Wege wechselten von technisch anspruchsvollen Singletrails und leicht zu laufende Forstwege, die als Verbindungsstücke die Highlights der Region verbanden.

Aufgrund der hohen Temperaturen und der Anstrengung schwitzte ich wie nie zuvor in einem Wettkampf. Nasser hätte mich Regen nicht machen können. Aber ich konnte ganz gut essen und trinken und war fast die ganze Zeit sehr zuversichtlich. Auch habe ich für mich unüblich Unmengen von Salztabletten zu mir genommen, da ich permanent eine starke Krampfneigung hatte. Grundsätzlich gefällt mir 30 Grad dennoch besser als kalter Regen.

10 Stoisseralm

Gegen Abend - selbst in der Nacht - kühlte es nur geringfügig ab. Dieses Bild entstand auf der Stoißer Alm, wo ein kleiner Kontrollpunkt eingerichtet war. Bis auf die ersten Kilometer lief ich die gesamte Zeit alleine, weil ich mich sehr auf die Strecke und mich konzentrieren musste. So habe ich mich beispielsweise nur zweimal um 20 Meter verlaufen und blieb sonst immer auf der markierten Originalstrecke.

11 Michael Bild

Manchmal habe ich Fotopausen gemacht, um mir eine kleine Pause zu gönnen und mich zu unterhalten, denn ich fand jeden Höhenmeter sehr anstrengend.

Die Nacht ging recht schnell vorüber. So richtig müde wurde ich gar nicht und konnte gut Strecke machen, obwohl ich an den Versorgungsstellen stets eine längere Pause benötigte.

Dennoch schaltet man manchmal ein wenig ab und so fürchtete ich schon einmal, an Halluzinationen zu leiden, als ich auf einem Forstweg laufend erschreckte und dachte, plötzlich hüpfende Steine zu sehen, was sich bei näherer Betrachtung als Kröten herausstellte, die auf den Wegen vermutlich die Restwärme nutzten.

Die ersten 90 km beendete ich dann um kurz nach 5 Uhr, also etwa 50 min langsamer als ursprünglich geplant, aber mit neuer Startzeit sehr gut passend. Da ich die ganze Zeit über mit klitschnassen Sachen rumlief, hatte ich einige Scheuerstellen, die neu eingecremt und abgeklebt werden mussten. Aufgrund des früheren Startes hatte ich etwas Zeit und nutze sie, zumal Martina trotz der frühen Stunde extra gekommen war.

12 Noch 2km

Die ersten drei Kilometer der zweiten Runde, sind auch die letzten. Man musste sich nur umdrehen und erhielt einen tollen, Sehnsüchte erweckenden Blick.

13 Schlechter WegWie ich einigen Gesprächen entnehmen konnte, lieben viele Trailläufer solche Strecken: Nun, ich nicht.

Hoch komme ich nicht gut mangels Kraft und runter bin ich zu ungeschickt, bzw. fehlt mir schlicht die Übung. Außerdem nutze ich recht intensiv meine Stöcke und zwar sowohl zur Unterstützung als auch zur Sturzvermeidung und hier kann ich sie nicht so gut einsetzen.

Unter dem Strich bin ich an solch „technischen Stellen“ unglaublich langsam und mir erscheinen solche Anstiege endlos. Hier im Wald war es wenigstens nicht heiß, wenngleich unglaublich schwül.

14 Hoerndlwand

Die Hörndlwand ist einfach der Hammer. Zunächst geht es von einer Alm über einen felsigen Pfad ewig bergan. Bei einer Verschnaufpause stellte ich dann fest, dass es bis zum nächsten VP noch ca 600 m sind. Dann verlässt man den Wald, denkt man sei da und sieht diese Wand! Ich war ca um 9 Uhr oben und die Sonne brannte schon unerträglich. Alle 10 Schritte musste ich kurz stehen bleiben, Puls und Schweißproduktion erreichten maximale Leistungswerte. Mein Mantra war etwa: Nimm dir Zeit, jeder Berg ist irgendwann zu Ende.

15 Hoerndlwand VP

Oben auf der Hochebene gab es diesen Kontrollpunkt. Die Betreuer haben die gesamte Ausrüstung inklusive Kanister mit Wasser und die gesamte angebotene Verpflegung die Wand hochgeschleppt. Meine wenigen Worte, die ich dort fand, drückten die Bewunderung für die Betreuer aus. Die großartigen Jungs und Mädchen haben all das Zeug gestern Abend hochgebracht: „Dann steht die Sonne nicht im Berg und ohne 100km Anlauf sei der Aufstieg gar nicht so schlimm“, meinten sie - meine Leistung anerkennend. Puh, klingt logisch, aber trotzdem nicht nachvollziehbar, denn die Höhenmeter auf einer steilen rutschigen Piste bleiben. Unglaublicher Einsatz der Supporter!

Wo es steil hoch geht, geht es oft auf der anderen Seite steil wieder runter und der folgende Abstieg war der zweitschlimmste der Strecke. Über einen schmalen Weg, bei dem sich grobe Felsblöcke mit rutschigem Geröll abwechselten, ging es schnell bergab. Das war die Stelle, an der mich die 100km-Spitze überholte. Und wie! Sie hüpfen nur so bergab, wo ich manchmal über einen einzigen Schritt nachdenken musste. Obwohl Sicherheit mein oberstes Gebot war, rutschte ich in einer sehr steilen Passage einmal aus und landete unsanft auf meinem Hosenboden. Zum Glück war nichts passiert. Bei dem gleichen Downhill musste Michael Bohm bei seinem Sturz sein Rennen beenden. Da hatte ich Glück gehabt.

16 Almwiese

Vom Rest des Rennens gibt es kaum mehr Bilder, weil der Tunnel immer enger wurde. Dieses entstand um die Mittagszeit und zeigt eine wunderbare Wiese, die man runterlief. Nicht zu steil, gepflegte Wege, angenehme Temperaturen – einfach nur schön. Dennoch nahm meine Laufgeschwindigkeit kontinuierlich ab. Zwei Zehennägel schmerzten etwas und nahmen die Freude beim Bergablaufen. Ansonsten das übliche: Schwitzen, hoher Puls und Kraftlosigkeit.

Bei KM 120 kurz nach dem VP in Kohlstadt kam noch so ein steiler Berg, als es vermutlich eine Schiwiese hochging: Sehr steil, mitten in der Sonne. Wieder musste ich alle 10 Schritte eine Pause machen und kam kaum weiter. Oben angekommen machte ich mir schon Sorgen, ob ich das Zeitlimit schaffe, denn mittlerweile war ich um Stunden hinter dem Plan. Besonders an den sehr steilen und sehr technischen Stücken verlor ich sehr viel Zeit. Aber jetzt lief es wieder ganz gut und ich freute mich schon auf Egg, um Martina und weitere Vereinskollegen zu sehen.

17 InEggEgg war die berüchtigte Weiche, aber schon im Vorfeld habe ich mir überlegt, dass es keine Diskussion geben wird. Ich war etwa gegen 17:30 Uhr da und hatte 1,5 Stunden Vorsprung vor dem Zeitlimit.

Dieses gilt für beide Wettkämpfe, was m.E. nicht besonders sinnvoll ist, da die 100km-Läufer deutlich mehr Reserven haben und für die restlichen 20km im Durchschnitt vermutlich 1 Stunde schneller sind. Für mich war klar, dass es eng wird, ich aber eine gute Chance habe.

Also nur kurze Pause und weiter.

Der Aufstieg zum Hochfelln bedeuteten auf 6km ca 900 Höhenmeter bergauf. Erstaunlicher Weise war der Weg überwiegend ganz gut zu in Nordic Walking-Technik zu marschieren und so erreichte ich deutlich früher als befürchtet den Gipfel, wo mit Michaela Kirchner und Stephan Finster mich zwei Vereinskollegen erwarteten. Irgendwie ist es schön, wenn man weiß, dass man an den Versorgungsstellen von netten Bekannten erwartet wird.

Der Abstieg war an Gruseligkeit nicht zu überbieten. Dachte ich bis zu diesem Zeitpunkt, der Weg führt über „normale Wanderwege“, so fragte ich mich nun, was hier normal sei! Es ging nicht nur brutal steil bergab, sondern zusätzlich zu den üblichen großen Felsenbrocken und Wurzeln spannten sich in Kniehöhe Äste über den Weg. Im Ziel sagte man mir, es sei ganz einfach, man könne sich doch wunderbar an den Ästen festhalten. Das stimmt eigentlich, aber auf die Idee, die Stöcke wegzulegen, bin ich in dem Moment leider nicht gekommen.

Doch auch dieses Stück war irgendwann zu Ende und nun folgten noch die letzten 13 Kilometer, tendenziell bergab mit einem kleinen Anstieg von ca 200 Höhenmetern. Das Problem kam jetzt allerdings von oben. Es donnerte in der Ferne, aber ich traute der Sache nicht und lief etwas schneller über den Grad, der unter normalen Umständen einem tolle Aussichten mit viel Glücksgefühlen beschert. Heute und mir aber nicht. Das Gewitter kam immer näher, es blitze über einem, der Donner grollte erschreckend laut und zu regnen fing es jetzt auch noch an. Und ich war ganz alleine unterwegs auf einer Almwiese. Nach dem Motto „Angst macht schnell“ konnte ich, nachdem ich meine Regenjacke und die Stirnlampe angezogen hatte, zwei schnelle Kilometer einlegen und erreichte den letzten Versorgungspunkt. Nun wollte ich erst einmal das Gewitter abwarten. Es waren ja nur noch 11 km und ich hatte noch über 3 Stunden Zeit. Eine kurze Diskussion, ob es wegen des Gewitters und der Hitze eventuell eine Kulanzregelung geben könnte und der Cutoff wohl etwas verschoben wird, ließen mich dann doch sofort aufbrechen. Ich wusste ja nicht, was noch kommt, aber „einfach“ ist nach 150 km nichts mehr. Nach der Trockenheit und dem plötzlichen, vielen Regen war die Strecke nicht nur nass, sondern nun auch unangenehm rutschig. Dafür war zunächst die Markierung mit Leuchtreflektoren perfekt. Meist sah man gleich mehrere Markierungen. Doch da fast alles ein Ende hat, so stoppte auch dieser Luxus etwas zu früh. Möglicherweise waren die Streifen ausgegangen und man wechselte zu Plan B, der Markierung mit Mehl. Das war wahrscheinlich für viele, die früher, also im Trockenen und Hellen hier durchliefen super, aber nicht mehr für mich. Meine Wurmnavigation auf der Uhr, die übrigens seit Stunden regelmäßig „Batterie schwach“ anzeigte, war ebenfalls nicht eindeutig und so musste ich einmal auf dem Handy mit Kartennavigation die Strecke kontrollieren. Aus „einmal“ wurde ständig, denn auf gar keinem Fall wollte ich mich jetzt noch verlaufen, wo ich ein Finish um 23:45 Uhr prognostizierte.

18 Ziel

So kam es dann etwa auch und mit einem sicheren Puffer zum Zeitlimit erreichte ich das Ziel in der Eishalle von Ruhpolding. Kurz hinter mir erreichte auch Willi das erlösende Ziel.

Das ich das Zeitlimit so ausreizen würde, hätte ich nie gedacht, aber die Wärme hat enorm viel Energie gezogen. Unterwegs habe ich keinen „Brunnen“ ausgelassen, ohne dort meine Arme und den Kopf zu kühlen, habe unglaubliche Mengen getrunken und Salztabletten geschluckt. Gegessen habe ich eher weniger, an den VPs ein wenig und unterwegs dem Iso-Getränk vertraut.

Insgesamt musste ich wie noch nie um ein Finish kämpfen. Der Weg zum Ziel war die ganze Zeit über ein schmaler Grat und ich musste über die Gesamtzeit sehr achtsam sein. Ich bin wirklich froh, es geschafft zu haben. Der Zehnte von elf Platzierten zu sein, bedeutet zwar der vorletzte Platz, aber die anderen 36 Gestarteten, die gar nicht ins 100-Meilen-Ziel gekommen sind, deuten an, dass es an diesem Tag alles andere als einfach war. Übrigens: Das Finisher-T-Shirt habe ich gleich am übernächsten Tag angezogen und werde es natürlich ganz nach oben auf den Stapel legen.

19 Sonntag

Am Sonntag gab es noch die schöne Siegerehrung und anschließend gingen wir noch in das berühmte Windbeutel-Restaurant von Ruhpolding, wo wir das Wochenende gemütlich ausklingen ließen.

Dabei wurden ein paar lustige und abenteuerliche Geschichten ausgetauscht. Letztendlich hat es wieder einmal allen Läufern und Betreuern Spaß gemacht. Und mal sehen, ob die, die nun mit den Chiemgauer Alpen eine Rechnung offen haben, im nächsten Jahr wiederkommen, um sie zu begleichen.

Der langjährige, scheidende Organisator Gi Schneider hat zumindest den Staffelstab an ein neues Organisationsteam weitergereicht, welches sich bei der Siegerehrung kurz vorstellte und einen guten Eindruck hinterließ. Also heißt es wahrscheinlich: Fortsetzung folgt!

Weitere Bilder, Berichte, Ergebnisse findet man auf der Veranstalterseite: https://www.chiemgauer100.de/

Text und Bilder: Matthias Kröling, 5.8.2020

BU1
Sommer 2020 – schon seit einem halben Jahr bin ich nicht mehr mit Startnummer gelaufen. Dabei läuft das Training gerade fantastisch, so gut wie noch nie. Wo also hin mit der Form? Ab zum Ballon Ultralauf 100 Meilen Sommer Edition, ab nach Unna-Alte Heide. Ist das noch im Pott oder ist das schon Westfalen? Oder ist das noch Westfalen oder schon im Pott? Als Ostwestfale, der seit über 10 Jahren im rheinischen Köln wohnt, eine Frage, bei der ich mir nur die Finger verbrennen kann.
Also zurück zur Veranstaltung. Im letzten Sommer hat Jan-Philipp Struck, ein sehr umtriebiger Läufer mit vielen Ultra-Ideen im Kopf, das erste Mal einen 100Meiler organisiert. Damals, so ist zu hören, war der Start-Ziel-Bereich noch im Garten seiner Großeltern. Nach einer Ausgabe über 100km im Winter 2019 sollen dieses Jahr am ersten Augustwochenende wieder 100 Meilen gelaufen werden.
Worum geht’s bei dem Lauf?
Die Läufer:innen starten am Samstagmorgen um 10:00 Uhr auf eine Runde über 5 Meilen. Dafür haben sie 100 Minuten Zeit. Danach erfolgt der nächste Start über 10 Meilen, wofür man 200 Minuten Zeit hat. Anschließend der Start über – genau! – 15 Meilen mit – genau ;-) – 300 Minuten Zeitvorgabe. Schließlich 20 Meilen in 400 Minuten. Dann das ganze wieder rückwärts. Es ergibt sich dadurch folgendes  Programm für’s Wochenende:
  • Samstag, 10:00 Uhr: 5 Meilen
  • Samstag, 11:40 Uhr: 10 Meilen
  • Samstag, 15:00 Uhr: 15 Meilen
  • Samstag, 20:00 Uhr: 20 Meilen
  • Sonntag, 02:40 Uhr: 20 Meilen
  • Sonntag, 09:20 Uhr: 15 Meilen
  • Sonntag, 14:20 Uhr: 10 Meilen
  • Sonntag, 17:40 Uhr: 5 Meilen
Die Gesamtstrecke von 100 Meilen muss also in einer Bruttozeit von 33h 20min absolviert werden. Klingt vor allem deswegen machbar, weil – und das ist das Geniale an diesem Konzept – man nach der Vollendung einer Runde so lange Pause machen kann, bis der Countdown für den Start der nächsten Runde heruntergezählt wird. Alles getreu dem Motto von Jan-Philipp: „Wer früher im Ziel ist, kann länger Pause machen“. Zu laufen waren jeweils 5-, 10-, 15- und 20-Meilen-Runden, die in allen Himmelsrichtungen vom Veranstaltungsgelände und wieder dahin zurückführten. Anmelden kann man sich für eine bestimmte Anzahl von Runden. Jede:r Läufer:in kann aber beim Lauf für sich selbst entscheiden, ob er oder sie nicht doch die nächste Runde ausfallen lassen möchte, um sich etwa noch länger am Buffet satt zu essen (oder mit den Helfer:innen Schnaps zu trinken).
BU0
Der Lauf ist mit viel Liebe zum Detail organisiert. Irgendwie ist diese Formulierung manchmal ja ein bisschen abgedroschen, aber mir fällt für die Beschreibung des Ballon-Ultralaufs einfach nichts Passenderes ein. Überall hängen Luftballons, es gibt einen roten Teppich für die Finisher bei der Siegerehrung, es gibt „100 Meilen Challenger-Schärpen“ für alle diejenigen Läufer:innen, die nach 5 Runden (oder 70 Meilen) noch die Möglichkeit haben, die gesamte Strecke zu absolvieren, und vieles mehr.
Erst wenige Tage vor der Veranstaltung bin ich auf den eigentlich recht naheliegenden Gedanken gekommen, doch mal bei Volker anzufragen, was er an diesem Wochenende eigentlich so vorhat. Wohnt er doch in Strickherdicke und damit nur wenige Kilometer vom Veranstaltungsgelände entfernt. Volker hatte nicht nur Urlaub, sondern sich sogar auch unabhängig von mir bereits um eine Nachmeldung bemüht. Großartig! Ich wollte eigentlich schon am Freitagabend auf dem Gelände zelten, aber Volker meinte, ich könnte ja auch bei ihm noch mal in einem richtigen Bett pennen, bevor wir dann das Wochenende durchlaufen. …Warum komme ich eigentlich nie auf diese naheliegenden Gedanken?
Am Samstagmorgen reisten wir gegen 8:30 Uhr an und hatten gerade noch so eben Glück, mit Volkers Auto auf dem nicht mehr genutzten Sportplatz am Bürgerhaus Alte Heide parken zu dürfen. Dann Zelt, Stühle und Tisch aufgebaut – alles bereit für einen Kurzurlaub, ein wahres „Ultralauf-Festival“! Es waren noch einige andere LGUler:innen gemeldet. So hatte ich auch im Vorfeld der Veranstaltung mit Mario geschrieben, der in den ersten beiden Runden auch direkt gut loslegte. Volker hatte sich zwei Tage zuvor eine Verspannung im Rücken zugezogen. Er wollte zwar genauso wie ich die 100 Meilen bezwingen, aber der Körper muss da ja auch ein bisschen mitmachen.
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Briefing mit Abstand
Nach einem Hitze-Horror-Freitag mit etwa 35°C und stickig-feuchter Luft in Köln läuteten bei mir alle Alarmglocken für das Wochenende. Bitte nicht zu heiß! Am Samstag war der Himmel zunächst erstmal bedeckt. Ich lief die 1. Runde über 5 Meilen gemeinsam mit Volker in 48:12 min. Das heißt auch, dass wir jetzt schon über 50 min wieder Pause machen konnten bis zum nächsten Start. Ach, herrlich! Beine hochlegen, ein bisschen was futtern – SO geht Urlaub! Die 2. Runde über 10 Meilen wollten Volker und ich nicht mehr zusammen laufen, da er eine höhere Grundgeschwindigkeit hat als ich. Ich traf aber einen mir aus Köln bekannten Läufer, mit dem die Runde bei einem ausführlichen Streitgespräch über die aktuelle Corona-Lage  in 1:36 h beendet werden konnte. Und nun schon wieder etwa 1:45h Pause, wie geil ist das denn!
BU3Zu Beginn der 3. Runde kam die Sonne raus. Wir folgten staubigen Kieswegen nach Kamen, um dann von dort nach Afferde und wieder zurück nach Unna zu laufen. Bei ca. Km 9 gab es als Überraschung ein Wassereis aus dem Kofferraum einiger Helfer:innen. Ansonsten gab es auf den Runden „nur“ unbemannte Wasser- und Verpflegungsstationen, die im Vorfeld mit selbst in Frühstückstüten gepackte Verpflegung bestückt werden konnte. Ich selbst habe ab der 10Meilen-Runde einen Rucksack mit Wasserblase dabei gehabt, sodass ich in Bezug auf die Verpflegung unabhängig vom Inhalt der Stationen war. Kaum hatten wir Kamen nach etwa 13km verlassen, schlug die Mittagshitze zu. Es war mittlerweile Nachmittag und die Sonne brannte erbarmungslos. Ich hatte immer noch ein für mich selbst überraschendes Tempo unter 6min/km und wollte dies so lange wie möglich halten. So holte ich einige Läufer, unter ihnen auch Volker, ein, die sich trotz guter Wegmarkierung (zweifarbig mit Sprühfarbe) in der Kamener Innenstadt verlaufen hatten. Ich rechnete damit, dass sie mich wieder überholen würden, aber das geschah nicht. Stattdessen lief ich auf noch einen Läufer auf, dann auf noch einen und war plötzlich Zweiter, wie man mir sagte. Nach 2:33 h beendete ich so auch die 15Meilen-Runde, die allerdings nicht 24, sondern 26 km lang war. Dies war im Vorfeld von Jan-Philipp aber auch gesagt worden, sodass man während der Runde davon nicht böse überrascht wurde. Vor mir zwar noch ein Läufer, der allerdings die beiden ersten Runden noch nicht mitgelaufen war. Etwas überrascht, aber natürlich zufrieden stellte ich mich im Ziel erstmal unter eine der beiden Outdoor-Duschen, die der Organisator extra für uns Läufer:innen zur Verfügung gestellt hatte. Danach ein alkoholfreies Bier und schon fühlte ich mich fast wieder wie neu. Aber auch nur fast, denn so wie mir ging es vielen anderen Leuten, die ganz schön angeschlagen waren von dem Hitzelauf. Leider war hier auch Schluss für Mario, dem die Hitze zu sehr zu schaffen gemacht hatte.
Zum Glück hatte ich wieder knapp 2,5 h Zeit, mich zu erholen. Das hieß in diesem Fall auch: mit der Liege ab in den Schatten und Beine hoch! Kräfte sammeln für die 20Meilen-Runde. Der Start dazu erfolgte um 20 Uhr. Die Sonne hatte bereits an Kraft verloren und wir liefen über Pfade, Wiesen, Felder und durch kleine Wälder dem Sonnenuntergang im Rücken. Die Luft kühlte sich langsam, aber sicher ein wenig ab. Herrlich! Schon kurz nach dem Start pendelte ich wieder um einen 6er-Schnitt herum, mal etwas schneller, mal etwas langsamer. Komisch war nur, dass nur wenige Leute schneller liefen. Genauer gesagt lief gar keiner schneller und nach 9 km übernahm ich die Führung. Was ist denn hier los, wo sind denn all die Cracks hin? Oder waren gar keine gemeldet? Naja, vielleicht schließt ja noch jemand zu mir auf. Es kam aber nur der Chef-Markierer auf seinem Mountainbike, der mir ein paar Km Gesellschaft leistete. Die Sonne ging unter, es wurde kühler und ich fühlte mich großartig. Die Strecke wurde trail-lastiger, wir erreichten das Ostholzbachtal. Da wir bisher vor allem ebene Strecken gelaufen waren, bedeutete dies eine tolle Abwechslung. Mittlerweile hatte ich mich etwas an den Gedanken gewöhnt, dass mich niemand mehr einholen würde – damit war der Wettkampf für mich endgültig eröffnet! Jetzt wollte ich natürlich möglichst auch einen Vorsprung rauslaufen! Diese 20 Meilen waren auch wieder nicht 32, sondern knapp 34km lang. Ich beendete sie nach 3:31 h und zähen letzten Kilometern, was trotz der paar hundert Höhenmeter für mich persönlich noch einen sehr guten Schnitt darstellt. Auf den letzten Km zuckte Licht am Himmel – was zunächst wie ein harmloses Wetterleuchten aussah, endete für alle anderen Läufer:innen hinter mir in einem üblen Gewitter, dass ich selbst mit hohem Puls schlaflos im Zelt über mich ergehen ließ. Ich dachte an Volker und all die anderen, die sich jetzt durch Blitz, Donner und Starkregen kämpfen mussten… oh scheiße. Glücklicherweise verletzte sich niemand nachhaltig und auch Volker kam knapp eine Stunde später abgekämpft ins Ziel. Für ihn war an dieser Stellt Schluss, der Rücken spielte einfach nicht mehr mit. Schade!
Das Gewitter verging, aber ich machte kein Auge zu. Für mich war diese Situation völlig neu: ich war noch nie Führender in einem solchen Rennen! Wie gehe ich das jetzt an? Um 2:40 Uhr dann der nächste Start, wieder die 20Meilen-Runde, dieses Mal allerdings andersherum. Nur knapp 20 Läufer:innen (von insgesamt über 150 Gemeldeten) standen an der Startlinie. Die Hitze des Tages und das vorherige Gewitter hatte das Feld stark dezimiert. Ich fühlte mich allerdings gut ausgeruht durch knapp 3h Pause (wenn auch ohne Schlaf) und legte sofort wieder los mit einer Pace von unter 6 min/km.
Nach 2 km kam ein anderer Radler als Begleiter und wir unterhielten uns ein wenig. Von den übrigen Läufer:innen konnte (oder wollte) niemand nachsetzen und so hatte ich bereits nach wenigen Kilometern mehrere Minuten Vorsprung. Die Wiesen waren natürlich tropfnass vom Regen und dementsprechend seifig die Wege. Völlig ungeeignet für meine Hoka Bondi, aber es ging irgendwie. Leider hatte mein Radbegleiter ebenfalls zu kämpfen und nach 10 km fiel er nicht nur zurück, sondern musste aussteigen. Ich hatte die Nacht für mich, den Wald, den kühlen Wind. Im wilden Ostholzbachtal zählte ich drei Rehe, sechs Feuersalamander, zwei Frösche, dazu mehrere tolle Falter.
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Wie schön sich das Laufen in den Tag anfühlt, können nur Ultraläufer:innen nachvollziehen.
Herrlich ist es morgens im Wald, bevor die Dämmerung anbricht! Als es hell wurde, war ich aus dem Waldgebiet raus, packte meine Lampe in den Rucksack und lief berührt und immer noch hart am 6er-Schnitt entlang zurück zum Ziel. Ich hatte mir zwar mehr Zeit gelassen als in der Runde davor, aber es trotzdem noch in 3:49 h geschafft. Mein Vorsprung auf den Zweitplatzierten hatte ich auf knapp 1 Stunde ausgebaut. Nach einer herrlichen Dusche zwang ich mir etwas zu Essen in den Magen (ich glaube, es war ein doch ziemlich leckeres veganes Chili) und legte mich dann wieder auf die Matte.
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Die 6. Runde – also das zweite Mal die 15Meilen-Runde – startete um 9:20 Uhr. Nun, am Sonntagmorgen, waren wieder ein paar mehr Läufer:innen am Start und es gab auch ein bisschen Publikum. Das und der Gedanke an meine Führung verleitete mich zu einer eitlen Tat: Zum Start spurtete ich im 5er-Schnitt von der Linie los und ging sofort mit deutlichem Abstand in Führung. Schon nach ein paar hundert Metern atmete ich etwas schwerer und tadelte mich selbst. Wie blöd kann man eigentlich sein! Ist das hier ein Halbmarathon oder was? Wenn ich mich jetzt noch von 10 Leuten kriegen lasse, dann bekommen alle diejenigen Recht, die sagen, dass man am Anfang halt nicht so übermotiviert und zu schnell loslaufen sollte wie ein Anfänger. Okay, aber eigentlich ist es auch nur ein verlängerter Halbmarathon. 15 Meilen, die in diesem Falle aber 26 km lang sind. Nach 2 km hatte ich wieder einen Radfahrer neben mir. Dieses Mal allerdings einen, der wusste, was es hieß, Ultra zu laufen. Helmut fand die richtigen (und nicht zu viele Worte), überließ mir immer die Innenkurven und checkte an den Straßenüberquerungen vorausschauend den Verkehr ab. So war es wirklich angenehm! Allerdings war die einmal sich stabilisierende Pace von etwa 5:40 min/km bei der nun wieder hervorkommenden Sonne auf den staubigen Kieswegen wirklich anstrengend. Irgendwie schaffte ich es, das Tempo zu halten und kam nach 2:28 h ins Ziel. Vier Minuten schneller als gestern, aber nun schon insgesamt 144km auf dem Tacho. Wieder 2,5h Pause und dann die tolle Nachricht, dass es Volkers Rücken etwas besser ging. Wir wollten die letzten beiden Runden wieder gemeinsam angehen.
Die Tatsache, dass ich mittlerweile knapp 1,5 h Vorsprung in der Gesamtwertung auf den Zweiten herausgelaufen hatte und der Lauf damit 15 Meilen vor Schluss praktisch entschieden war, zog mir ein bisschen den Stecker. Volker und auch sein Kumpel Helmut (der Radbegleiter der vorherigen Runde war mit ihm befreundet, wie ich im Anschluss freudig feststellte – diesmal in Laufschuhen) waren auf der 10Meilen-Runde dabei. Es war seltsam – ich war mittlerweile nur noch mit großen Anstrengungen in der Lage, auch nur annähernd einen 6er-Schnitt zu laufen. Vielleicht ist es aber mit Blick auf die vorherigen Geschehnisse auch nicht so seltsam, dass einem irgendwann die Kraft ausgeht. Das Ziel kam zum Glück für mich nach harten 1:48 h.
Nun noch mal ein wenig erholen und dann kam auch schon der letzte Start des Wochenendes über 5 Meilen. Kurz war ich von dem bescheuerten Gedanken besessen, jetzt hier noch mal alles rausholen zu wollen und ballerte schon die ersten zwei Kilometer darauf los. Der Sieg war auf dieser Sprintdistanz aber aussichtslos für mich. Erst, als ich das begriffen hatte, merkte ich, was für ein Arsch ich war: Hatten Volker und ich nicht gesagt, dass wir dies gemeinsam beenden wollten? Hatte Volker nicht trotz seiner Rückenverletzung mir die Stange gehalten und mich weiter betreut? Und ich lief ihm jetzt davon? Ich schämte mich. Es tut mir leid, Volker! Ich ließ mich mit Helmut, der mich freundlicherweise zur Führung ziehen wollte, wieder zurückfallen. In einem doch sehr energischen 6er-Schnitt liefen wir über Stock und Stein und beendeten diese letzte Runde wie die erste gemeinsam nach 48 Minuten.
Duschen, Zelt abbauen, Siegerehrung. Von 153 Platzierten konnten nur 7 Läufer (leider keine Frau dabei) die gesamte Strecke von 100 Meilen finishen. Ich freue mich über einen unerwarteten Gesamtsieg (wahrscheinlich erstes und letztes Mal) in einer Nettozeit von 17:24:42 h über insgesamt 168 km. Wichtig ist die Einordnung, dass es sich um eine Nettozeit handelt. Von den 33 Stunden und 20 Minuten, die den Läufer:innen insgesamt zur Absolvierung der Strecke zur Verfügung standen, habe ich also fast 16 Stunden Pause machen können. Und dementsprechend ausgeruht war ich auch immer wieder am jeweiligen Start. 
Ich ziehe für den Lauf ein positives Fazit. Mein Training konnte mal bei einem richtigen Wettkampf (schon krass, mit Startnummer)  auf den Platz gebracht werden. Die Veranstaltung wird von Jan-Philipp in liebevoller Arbeit organisiert und von vielen unermüdlichen, ehrenamtlichen Helfer:innen aus seinem Bekanntenkreis getragen. Wer die lange, detailreiche Ausschreibung liest, bekommt eine Ahnung davon, wieviel Zeit Jan-Philipp da reinsteckt. Und ich muss noch erwähnen, dass er die ersten fünf Runden selbst mitgelaufen ist, bevor er sich doch lieber ganz auf’s Organisieren beschränken wollte. Wahnsinn. Für nächstes Jahr, wenn die Veranstaltung Ende Juli stattfinden soll, ist eine Kirsche auf der Sahne geplant. Wenn am Sonntagabend die 100Meiler geehrt werden und die Siegerehrung vorbei ist, soll es noch einen Start geben. Um 20:40 Uhr wird erstmals dann eine 25Meilen-Runde gestartet, sodass besonders jene betreuungswürdigen Opfer mit Maximaldistanzstörung auf 200 km kommen können. Ich hab Bock und noch nix vor. Wer ist mit dabei?
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Text: Michael Bohm, Bilder: Susanne Alexi, Michael Irrgang, Stephan Finster und Engelbert Resch 11.07.2020

Die Nachricht, dass der Chiemgau100 in diesem Jahr stattfindet, löste bei mir Vorfreude aus; aber auch Zweifel, ob ich den Anforderungen überhaupt gewachsen bin. Zwar bin ich schon alpin und in welligem Gelände gelaufen, aber noch nie "richtig" mit Startnummer, Zeitlimit und Stöcken. In solchen Situationen ist es hilfreich Michael Irrgang nach Tipps für die Vorbereitung und das Rennen zu befragen.

Anstelle eines fernmündlichen Coachings entwickelte sich bei Michael die Idee eines Trailrunning Wochenende zur gemeinsamen Vorbereitung. Das übertraf  natürlich all meine Erwartungen.
Wie schon beim BBQU, dem Wintertrainingslager für sehr lange Läufe im Februar in Bonn, kamen die Teilnehmer in den Genuss eines strukturiert aufgebauten Vorbereitungstrainings über drei Tage. Ob es an der kurzfristigen Ankündigung lag oder an den Sommerferien - es hatten sich nicht sehr viele dem Training angeschlossen. Aber alle Teilnehmer genossen es sichtlich.
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Michael, Kathi und Michael kurz vor dem Start (Bild: Michael)
Am Freitag hatten Kathi Bey von der LGU (LG Ultralauf) und ich ein Privattraining bei Michael. Miriam, sonst immer dabei, wenn in und um Bonn gelaufen wird, hatte leider private Verpflichtungen. Wir starteten um 17 Uhr Richtung Telegraphenberg in Troisdorf, Michaels "Hausberg". Nach dem Einlaufen zeigte uns der Trainer Mobilisierungs- und Lauf-ABC-Übungen und korrigierte die Bewegungsabläufe. Dann ging es los: 10x Bergsprint bis zum Maximalpuls! Wir starteten mit 5x eine Minute mit 6% Steigung. Ich versuchte mich zunächst mit 95% Einsatz, aber das ist den geschulten Blicken von Michael nicht entgangen. "Gib alles! Da sind noch 2 Sekunden drin", was dann auch tatsächlich funktionierte. Anschließend wurden die Sprints auf 3x 2  und 2x 5 Minuten verlängert. Gelernt haben wir den richtigen Beinhub und das Anfersen beim Bergsprint, um möglichst effektiv den Gipfel zu stürmen.
Auf die Sprints folgte ein schönes Fahrtspiel durch die Wahner Heide in welligen und zum Teil sandigen Gelände. Wir freuten uns über wunderschöne Ausblicke auf die Landschaften, die wir in den nächsten zwei Tagen noch genauer kennenlernen sollten. Nach dreieinhalb Stunden, 26 km und 460 hm waren wir zurück bei Michael, wo uns Martina mit leckerem Abendessen erwartete.
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Bereit für eine lange Tour: Michael, Miriam und Michael  (Bild: Michael)
Am Samstag standen 62 km und 1280 hm rund um die Wahnbachtalsperre auf dem Programm. Die Runde hat Michael dreigeteilt konzipiert. So konnten Läuferinnen und Läufer mit anderen Zielen auch Teilsegmente unter die Sohlen nehmen. Miriam Kudermann von der LGU holte uns um 8 Uhr ab und wir liefen zu dritt 20km zum VP1.
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Durch die Wahner Heide und den Lohmarer Wald ging es nach Heide.(Bilder: Michael)
Am Parkplatz, der uns als Versorgungspunkt diente, warteten die LGUler Michaela Kirchner und Stephan Finster sowie Olaf Sajitz und  Engelbert Resch aus dem Troisdorfer Verein mit einer willkommenen Versorgung aus Snacks und Getränken. Gemeinsam ging es um die Wahnbachtalsperre.
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Teils heftig, teils abenteurlich: Unterwegs auf dem Talsperrenweg. (Bilder Engelberg (2), Michael)
Das Höhenprofil glich in diesem Segment einem Sägeblatt mit sehr vielen kurzen An- und Abstiegen. Eine gute Gelegenheit ohne Stöcke die Technik des Berglaufs zu trainieren.
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Am Aussichtspunkt Pinn mit Engelbert, Olaf, Michaela, Stephan, Miriam, Michael, Michael (Bild: Michael)
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Tolle Sicht über die Talsperre (Bild: Stephan)
Aber auch die Taktik: da mir dieses Gelände so viel Spaß gemacht hat, bin ich die Downhills oft schneller gelaufen, als ich es hätte tun sollen. Gegen Ende der 26km Runde um die Talsperre verließen mich rapide die Kräfte und ich zählte im Geiste die Kilometer bis zur ersehnten Pause runter. "In den Bergen mit dem Kopf laufen, nicht nur mit dem Herzen". Ein wichtiger Hinweis für den Chiemgau-ultratrail, wenn die Euphorieschübe kommen.
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Am VP, ich (links unten) bin platt (Bild Michael)
Nach dem VP2, bei dem uns Martina mit Muffins, Kaffee, Snacks, 0% Bier, Schokolade u.v.m. versorgte, ging es zum "Auslaufen" zurück. Die Gruppe, die das anspruchsvolle Mittelstück mitlief, lief zurück zum Parkplatz und das Starttrio zurück zu Michael ca 16 km.  Für Miriam und Michael wurde es unfreiwillig ein Intervalltraining, da sie ständig auf mich warten mussten. Der Tribut für den Überschwang im Gelände musste bezahlt werden. Michaela, Stephan und Martina erwarteten uns am Ende der Etappe. Die Dusche, das leckere Essen und die sehr schönen und interessanten Gespräche am Abend ließen die Strapazen vergessen.
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Ehrung für Michaela (Bild: Stephan)
Nebenbei ehrte Michael Michaela für ihre langjähre Präsidiumsarbeit, da sie an der letzten Mitgliederversammlung nicht teilnehmen konnte. Als Vizepräsidentin gestaltete sie den Verein in der schwierigen Aufbauphase mit, wofür ihr Michael herzlich dankte.
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Vor dem Start der Königsetappe. Drei waren schon vorher müde. Susanne, Miriam, Michael, Iris, Jürgen, Michael, (Bild: Michael)
Durch die beiden ersten Tage hatten wir eine gute Vorermüdung für den Sonntag erreicht, um spezifisch für die Chiemgau 100 zu trainieren. Um 8 Uhr trafen wir uns am Kloster Heisterbach, um eine längere Runde im Siebengebirge zu laufen. Mit Miriam und Susanne Alexi aus Köln liefen wir die gesamte Runde von 39 km und 1920 hm Iris Jaschky und Jürgen Titze, langjährige Lauffreunde von Michael, begleiteten uns einen Großteil der Strecke. Das Motto der Tour war, jeden Berg  und jedes Highlight des Gebirges mitzunehmen, um lange Anstiege und Singletrails zu trainieren, Stockeinsatz lernen, immer die steilste Variante nehmen, rauf wie runter, Landschaft und Ausblicke genießen. Michael zeigte uns den Stockeinsatz in verschiedenen Situationen. Beim Laufen bergan mit kraftvoller Armunterstützung, bergab zum Entlasten der Gelenke. Wann nützt ein Doppelstockeinsatz, wann sollte die Armfrequenz zur Schrittfrequenz halbiert werden, wie unterstützen Stöcke zur Überwindung von Hindernissen u.v.m.
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Der erste Anstieg führte uns zum Petersberg (Bild: Susanne)
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Am Aussichtspunkt Dreisehenblick (Bild: Michael)
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Nach der Löwenpunkt, einem Höhepunkt, der den Namen verdient, ging es durch das Tretschbachtal einem wunderschönen Downhill bergab, wobei es einige Hindernisse zu überwinden galt. Bilder (Michael (2), Susanne)
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Nach dem Abstieg über die Breiberge ging es nach Rhöndorf, wo man sich kühlen, trinken und stärken konnte (Bild: Michael)
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Bestes, kühles Trinkwasser kommt aus dieser Quelle (Bild: Michael)
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Ein gekonntes Serfie von Susanne
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Der Track führte an vermutlich sämglichen Aussichtspunkten vorbei. Dieser war auf dem Anstieg zum Drachenfels. (Bild: Susanne)
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Na klar, nach dem Drachenfels kommmt die Wolkenburg, wo dieses Bild entstand. (Bild: Susanne)
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Und nach der Rosenau folgt der Ölberg, wo wir uns eine kurze Pause verdient hatten. (Bild: Michael)
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Um den Stenzelberg gibt es einen schönen Rundweg - man kann aber auch drüber laufen, Kletterpassage beim Abstieg eingeschlossen. (Bild: Susanne)
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Stenzelberg, Susanne und Miriam (Bild: Michael)
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Der letzte Anstieg führte auf den Nonnenstromberg. (Bild: Susanne) 
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Endlich glücklich im Ziel. (Bild: Michael)
Auf flachen Passagen änderten wir Winkel und Abdruck der Stöcke um den Vortrieb zu unterstützen. Die Teilnehmer hatten unterschiedliche Erfahrungen in bergigem Gelände und wir konnten uns dementsprechend gegenseitig prima unterstützen und Michael individuell auf uns eingehen. Es hat riesigen Spaß gemacht! Für mich war das Landschaftserlebnis in Kombination mit dem Lauf- und Techniktraining und den Gesprächen mit den Lauffreunden ein wunderbarer Urlaub. Durch den Familienanschluss bei Martina und Michael wurde das Urlaubsgefühl noch verstärkt.
Für Chiemgau fühle ich mich nun sehr gut vorbereitet. Die Zweifel dem Rennen möglicherweise nicht gewachsen zu sein sind zerstreut, aber der Respekt vor den Anforderungen bleibt.

Text: Michael Irrgang, Bilder: Ausschnitte der Internetseite kmspiel.de, 06.07.2020

Das Team „LG Ultralauf“ konnte in der am vorletzten Sonntag zu Ende gegangenen Saison nach einem spannenden Finale den zweiten Platz erzielen. Obwohl unser Team die letzten vier Meisterschaften gewonnen hat, hingen dieses Jahr die Trauben deutlich höher. Auch unsere zweite Mannschaft – Die Verfolger – konnten sich über einen 6. Platz freuen.

Mit dem KM-Spiel hat Oliver Seyffert alias Olzo eine Plattform geschaffen, auf der man u.a. die Anzahl seiner Trainingseinheiten und gelaufenen Kilometer erfassen und Teams gutschreiben kann. Es gibt hunderte von Teams, natürlich von Vereinen, aber auch nach regionalen Gesichtspunkten, Berufen, Sternzeichen oder Angewohnheiten. Als Mitspieler kann man sich maximal 4 Teams zuordnen, aber nur eins in der ersten Liga unterstützen. Gewonnen hat das Team, dessen Mitspieler am Ende der Saison, die 6 Monate lang ist, die meisten Kilometer eingetragen hat.

Olzo schreibt einen regelmäßigen Blog und erläutert besondere Ereignisse. Zum Saisonabschluss schrieb er:

kmspielblog

Was war das Besondere in diesem Jahr? Vieles verrät die folgende Statistik:

Saisonabschluss

Die letzten drei Spalten zeigen die Ergebnisse der vorangehenden Saison. LG Ultralauf konnte damals mit nur 49.496 km mit 3.000 Vorsprung gewinnen, die LG Ultralauf Verfolger erreichten mit 42.847 wie in dieser Saison den 6. Platz. Laufsport-Jaeckel ist aufgrund einer Sonderregel von der dritten Liga direkt in die Erste Liga gesprungen. Damals hatten sie die Liga mit etwa 25.000 km dominiert.

beVegt und Running Company waren auch im letzten Jahr sehr gut dabei und haben sich Anfang des Jahres enorm verstärkt. 70 Personen können maximal in einem Team mitlaufen und beide Teams hatten diese Zahl erreicht und belegten lange Zeit die ersten beiden Plätze. Auch Laufsport-Jäckel hat sich im Laufe des Halbjahres gut verstärkt.

So kam es, dass wir uns plötzlich mit respektablem Abstand auf Platz 4 wiederfanden. Da Platz 4 blöd ist, starteten wir eine Werbekampagne, noch nicht erfasste Kilometer nachzutragen oder sich neu dem Team anzuschließen.

April Stand

Das Unglaubliche passierte: Innerhalb von wenigen Stunden sprangen wir auf Platz 1! Die Mitglieder von Laufsport-Jaekel wunderten sich. Einer fragte im Forum:

forum

In der Tat hat sich Miriam im KM-Spiel neu angemeldet und ihre Kilometer für die letzten Wochen nachgetragen, was uns sehr geholfen hat. In der Einzelwertung belegte sie am Ende der Saison Platz 1 mit über 5.000 gelaufenen Kilometern – wohlgemerkt in 6 Monaten.

Im Mai hatten wir etwa 3.000km Vorsprung auf unsere Verfolger und so schien sich die Saison gut zu entwickeln, aber im Juni waren auch andere Teams in Bezug auf Verstärkung aktiv.

Laufsport-Jaekel hatte sich um über 10 Läufer verstärkt und dadurch uns erst überholt, Anfang Juni einen Vorsprung von ca 1.000 km aufgebaut und bis kurz vor Schluss gehalten.

Nun hatten wir nur noch eine kleine Chance, die wir nutzen wollten.

Viele wissen natürlich, dass man bis zu 10 Wochen rückwirkend seine Kilometer erfassen kann und viele tragen sie am Montag für die vergangene Woche nach. Was nicht alle wissen, ist, dass nur die Kilometer für die Meisterschaft zählen, die bis zum Sonntag, 28.Juni 23 Uhr, erfasst sind.

Saisonablauf

Zur Nutzung des Überraschungseffektes hatten wir auf unserer vereinsinternen Seite auf Facebook am Sonntagnachmittag aufgerufen, dringend fehlende Kilometer nachzutragen.

Und der Plan funktionierte! Unsere Team-Mitglieder erfassten fleißig die Kilometer und der Abstand wurde immer geringer. Gegen 20 Uhr konnten wir sogar die Führung übernehmen!

Allerdings nur kurzfristig. Offensichtlich waren unsere Mitstreiter ebenfalls regelkundig und verfügten über eine funktionierende Kommunikation. Und beobachteten die Entwicklung genau.

Auf jeden Fall war nach einer Stunde der alte Abstand wieder hergestellt. Wir hatten unser Mögliches getan, mehr als die erreichten 69.000 km waren nicht drin. Immerhin hatten wir unsere Teamleistung um 20.000 Kilometer gesteigert.

Der Glückwunsch geht an Laufsport-Jaeckel, die als Aufsteiger eine tolle Saison abgeliefert haben. Auch nach einer Woche der neuen Saison hat sich das Team sofort wieder an die Spitze gesetzt. Da werden wir uns wieder richtig strecken müssen, wenn wir im Kampf um die Meisterschaft mitreden wollen. Und das wollen wir eigentlich schon.

Wer die Meisterschaft und unser Team verfolgen will: Link zur 1. Liga

 

 

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