Laufgemeinschaft der Deutschen Ultramarathon-Vereinigung e.V.

Wieder einmal wollte ich den Westweg laufen, ohne das Ziel sehen zu können, aber mit positiven Gedanken daran. Letztes Jahr mit nassem Beginn, Blasen und dem Akkuproblem - übrig blieb das Wasser von oben. Habe kein Problem mit dem Regen, aber der überraschende Platzregen gestern kombiniert mit Kälte ist nicht mein Bedarf. Die Erinnerung an den Karlsruher Nachtlauf irgendwann im Juli mit freiem Oberkörper war ein Genuss.

Den 1.Mai kennt man eigentlich als richtigen Wandertag, von dem war allerdings dieses Jahr kaum etwas zu sehen, denn es waren wenig Wandergemeinschaften unterwegs. Im Zug nach Pforzheim war nur eine Gruppe zu sehen und das eigentlich bei einem schönen, aber doch noch kalten Tagesanfang. In Pforzheim beim Kupferhammer ist der Startpunkt des Westweges mit dem Startportal.

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10 Uhr 30. Auf dem Weg zum Startplatz, ein Herr um die 60 hängt irgendwie komisch an einem Schaukasten und fuchtelt mit einem Schlüssel daran herum. Als ich ihn ansprach, reagierte er ganz panisch, drückte mir seinen Schlüssel in die Hand mit der Bemerkung, ich solle hier aufschließen. Dann äußerte er noch, ihm sei ganz schwarz vor den Augen und könne sich kaum noch festhalten. Habe ihn gestützt und musste dann feststellen, dass er die Haustüre meinte, die ca. 2 Meter links vom Schaukasten war. Er war kaum dazu zu bewegen den Schaukasten loszulassen, damit wir zur Türe gehen konnten. Vor der Tür lagen noch Schokolade, 2 Stöcke und eine Papiertüte. Vermute als er die Türe aufschließen wollte, sei ihm schlecht geworden. Auf alle Fälle habe ich ihn in seine Wohnung geführt, die vor der Tür befindlichen Gegenstände hinein gebracht; einen Anruf beim Hausarzt oder Notdienst hatte er abgelehnt. Damit war diese Aktion für mich erledigt - der Westweg wartete.

Kupferhammer gefunden und damit hat mein Lauf von Pforzheim nach Basel begonnen. Musste dabei feststellen das kaum einer aus Pforzheim den Westweg kennt oder weiß, wo dieser langläuft. Hauptsache, ich weiß es jetzt und bin durch das Startportal gelaufen. Hatte mir vorgenommen strikt auf die Markierung zu achten - und schon war es passiert und ich musste wieder zurück. So etwas ist nervig und immer wieder passierte mir es. Die Rauten (Beschilderung der Wanderrouten durch den Schwarzwald) wurden angebracht dann schaut keiner mehr danach, ob alle angebracht sind, ob alle Rauten die Berechtigungen haben oder nicht. Für solche Fälle habe ich immer das Handy als Navi mit Sprachanweisung dabei. Habe mehrere solcher Apps für mich getestet und bin dann bei Komoot gelandet. Bei all den anderen gibt es viel mehr Ungenauigkeiten oder vielleicht für mich zu schwer verständliche Anweisungen. Navi ohne Sprachausgabe käme für mich nicht in Frage; will ich doch nicht die ganze Zeit das Handy in den Händen tragen.

SAM 2451Der Westweg, den ich diesmal lief hielt, sich zu 95% an die markierte Strecke, letztes Jahr hatte ich zum Teil gewaltige Schwierigkeiten damit. Auch war die Strecke dieses Jahr anspruchsvoller. Es waren diesmal viele Strecken bergwärts mit richtigen kantigen Steinen, für Barfüßler wäre das komplett ungeeignet. Nachts auf solchen Strecken wäre es mit Vorsicht zu genießen ein falscher Tritt und Du wartest ewig bis einer zu Hilfe kommt. Auch ein Handyempfang ist nicht überall gegeben. Es gibt zum Teil sehr schöne Ausblicke es war nur schade dass die Fernsicht an den letzten zwei Tagen fehlte. Wasservorräte an Brunnen hielten sich in Grenzen, Wasser aus Bächen gab es genügend. Bei Straubenhardt, also ca. nach 4-5Std, erreicht man einen Kiosk direkt am Westweg, dann kommt nach ca. 2 Std. Dobel und dann wird der schwarze Wald durchlaufen. Das heißt keine Häuser an denen man vorbeiläuft.

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Hatte geplant um 20 Uhr in Forbach zu sein um dort irgendwo zu essen. Leider war ich erst um 21 Uhr in Forbach, wo es nichts mehr zu essen gab und so blieb mir nur noch die Tankstelle für ein Käsebrötchen und eine Schokolade übrig. Nicht so schlimm, laufe doch die ganze Nacht durch und morgens um 8Uhr werde ich irgendwo ein Hotel oder Gasthof für ein ausreichendes Frühstück aufsuchen.

Die Nacht war ruhig, an manchen Stellen hörte man kurz ein Autogeräusch - aber sonst Stille. Auch Tiere ließen sich nicht erblicken auch nicht der Schwarzwälder Wolf oder Wildschweine.

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So manche Hütten luden zum Schlummern ein, aber das wäre in der ersten Nacht zu viel verlangt für mich. Mehrere Übernachtungen in Zelten konnte der Schwarzwald verbuchen; manche in ganz dunklen Zelten, damit sie auch nicht auffiellen. Die in einem Zelt hatten bestimmt Muffensausen bekommen, hatten Licht im Zelt und als mein Lichtkegel das Zelt anleuchtete, wurde deren Licht rasch ausgeschaltet. Für mich war die Nacht viel zu kurz. Im Nu war es wieder hell. Sonnenaufgang war kein schöner vorhanden.

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Die letzte Planung ein gutes Frühstück Pustekuchen. Alle Hotels - es waren nur 2 - hatten geschlossen. Auf der Strecke kam nichts mehr, hatte zwar noch ein paar Müsliriegel dabei, aber die waren wirklich für absolute Notfälle gedacht. Die Kraft ließ nach, der Rucksack wurde auch immer schwerer. Das heißt dann eine Jacke anziehen man kann sie vertragen und der Rucksack wird dabei ein wenig leichter zumindest ein paar Gramm. Beim Loslaufen hatte der Rucksack 8 Kg also für mich 2kg zu viel.

Dann ein Lichtblick: Werbung für eine Vesperstüble direkt am Westweg in 6km Entfernung, die Freude war groß und wurde an der nächsten Werbung enttäuscht, sie kommt erst in 10km. Dann kam der Höhepunkt: sie kommt erst in 15km. Kann kaum noch laufen, laufe hauptsächlich nur noch runter. Die Füße zeigten auch an zwei Stellen, wenn ich da nichts mache, könnte es Blasen ergeben. Zur Sicherheit ein Tapeband darüber und ist gleich mal angenehmer. Habe nicht mehr damit gerechnet, aber sie kam die Vesperstube am Westweg um 14Uhr um 11Uhr habe ich die erste Werbung davon gelesen. Ein paar Bratwürste und drei Rühreier und weiter ging es wieder und es lief sich wieder wesentlich leichter oder war es nur eine Eingebung? Es ging immer nur hoch und runter, kaum Abschnitte, wo es flach weiterging. Wenn es verdammt steil wird, kommen diese verdammt spitzen Steine. Wenn es stark regnet, kommt dort bestimmt das Wasser herabgeschossen. Auf dem Brandenberg konnte ich es nicht lassen - ich musste mir einen Kaffee und Kuchen genehmigen. Kannte den Brandenkopf noch von der Motorradzeit und da gab es auch immer sehr guten Kuchen. Diesmal war es ein sehr guter Apfelkuchen und Runtastik sagte schon seit Stunden, dass ich mehr als 10000 Kalorien verbrannt hatte.

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So schön der Weg ist, ich bin zu langsam. Hätte diese 6.Tour des Westweges für heute Morgen um 9 Uhr geplant und jetzt wird es bald 20Uhr. Am nächsten vorläufigen Ziel, dem Spitzfelsen, war ich schon letzte Woche oder besser gesagt: da bin ich jedes Jahr oben mit laufendhelfen.de und dem Lauf Rund um Wolfach. Nur diesmal eine andere Strecke hoch und runter. Und dann kam der Abschuss auf freier Strecke: Wolkenbruchartiger Regen! So schnell konnte ich die Regensachen gar nicht aus dem Rucksack holen und ich war komplett durchnässt.

Wolfach immer wieder Wolfach. Letztes Jahr hatte ich Blasen und keinen Strom mehr fürs Handy, Stirnlampe und der Uhr und diesmal war alles in Ordnung genügend Strom noch vorhanden keine Blasen etliche Kilometer mehr, da diesmal alles nur nach Markierung gelaufen und jetzt das. Die Berge kommen erst. Jetzt kommt die Nacht und das mit nasser Kleidung und vielleicht nochmal so ein Platzregen wo man kaum etwas sieht. Nein aus und vorbei, jetzt ist der Punkt wo der kürzeste Weg nach Hause ist, wenn ich weiter laufe entferne ich mich wieder. Jetzt ist alles nass die Gefahr, dass es einen Wolf gibt ist dabei groß. Nein danke, es war schön und soll dabei bleiben.

150km sind geschafft, die 6.Etappe bis auf wenige Kilometer abgeschlossen dabei 4250 Höhenmeter absolviert und 34 Std. davon 4Std. Pause gelaufen.

Für die Planung 2020 steht der Westweg dann wieder im Plan aber später vielleicht im Juni, Juli oder August. Da wiegt auch der Rucksack weniger. Man braucht keine warme Kleidung mehr, auch einen Wolf braucht man nicht befürchten, da lässt man die Kleidung einfach ganz weg.

Jetzt einen Tag später den Lauf gut überstanden keinerlei Beschwerden. Ja, man spürt es ein wenig, aber so soll es auch sein und der fehlende Schlaf merkt man auch, aber an sonst alles im grünen Bereich. Nächsten Freitag steht der Schluchtensteig auf dem Programm.

Text und Bilder: Franz Holzleitner, 05.05.2019

 

Beim winterlichen Stöbern im DUV Kalender stieß ich irgendwann ‚mal auf „Ærø Route 66“, einen 66 km langen Ultra auf der dänischen Insel Ærø.

Als Kieler ist mir Ærø gut bekannt, bis in die frühen 90er gab es eine Fähre von Kiel auf die benachbarte Insel Langeland und direkt auf die Insel und ich verbrachte so manches lange Wochenende mit dem Fahrrad in der „dänischen Südsee“.

Ich wusste also um die Schönheiten, aber auch Herausforderungen der Insel, insbesondere das kupierte Gelände, als ich mich für den Lauf anmeldete.

Wir fuhren am Donnerstagabend ins für uns nahe Fynshav auf der Insel Alsen, von der es dann per Fähre nach Søby auf Ærø ging. Wir hatten uns in ein nettes Hotel auf der anderen Seite der Insel in Marstal eingemietet. Die Fahrt mit dem Auto dauerte dann tatsächlich noch einmal eine halbe Stunde, nach 25 Jahren hatte wir doch tatsächlich die Dimensionen der Insel vergessen. Wir waren die ersten Gäste der Saison und wurden entsprechend sehr freundlich im Hotel aufgenommen.

Am nächsten Tag erkundeten wir die Insel mit dem Auto und stießen auch sofort auf die bereits vorhandene Ausschilderung des Laufs, die tatsächlich perfekt war.

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Selten kam ich so entspannt zu einem Wettkampf: in Ruhe  konnte ich noch mit meiner Frau im Hotel frühstücken, bevor ich zum nur 10 Minuten entfernten Start ging. Dort gab es dann typisch dänisch eine nette und unkomplizierte Renneinweisung  auf Dänisch. Da ich der einzige wirkliche Ausländer zwischen den 125 Starten war, verzichtete ich auf eine Übersetzung, da Roadbook, Ausschilderung und Vorabinfo keinerlei offene Fragen hinterließen.

Die ersten Kilometer gingen noch durch den eher kleinstädtischen Randbereich von Marstal, bevor das Motto der Insel „Allt er vand ved siden af Ærø“ (etwa ‚alles ist Wasser am Rand von Ærø) zum Tragen kam: von nun an ging es fast ständig am Meer oder zumindest in direkter Sichtweite dazu voran. Ich war froh, dass die beste aller Ehefrauen mich zur langen Laufhose gedrängt hatte, es blies ein eiskalter Wind aus Nordost mit bis zu 14m/s. Vor allem auf der zweiten Hälfte der Strecke ging es permanent gegen den Wind an.

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Absoluter Höhepunkt der Strecke war bereits frühzeitig der „Downhill“ am ‚Voderup Klint‘ mit einer tollen Fernsicht bis an die Schlei und in die Flensburger Förde hinein – und das bei tollstem Wetter:

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Danach folgten ca. 1,5 km am kiesigen bis steinigen Strand, hier zeigte sich, dass meine Schuhwahl doch etwas zu ‚asfaltlastig‘ war, auch später gab es dann doch die eine oder andere sehr trailige Passage.

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Bis zum ersten Verpflegungspunkt (Depot) bei km 24 war ich trotz Strand recht flott im 6er Schnitte unterwegs, das rächte sich dann auf den folgenden zwanzig Kilometern bis zum zweiten Depot bei ca. km 44.

Ungewohnte Probleme mit dem Knie, der dann nach dem Umkehrpunkt bei km 30 zur Nordseite der Insel sehr anstrengende Wind, aber auch das ständige auf und ab (das ich als Schleswig-Holsteiner ja eigentlich gewöhnt bin ) ließen meine Durschnittzeit sinken.

Ich traf kaum noch Läufer, die schnellen waren weg, die langsamen recht weit hinter mir, aber noch mehr schienen aufgrund der kalten Bedingungen aufgegeben zu haben.

Irgendwann lief ich ein Stück mit einem Clown, der für die Vereinigung dänischer Krankenhaus-Clowns unterwegs Geld sammeln wollte. Leider waren nur wenige Menschen unterwegs zu sehen – es war einfach zu kalt.

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Ab dem zweiten und letzten Depot und mit warmen Tee ausgestattet ging es mir wieder besser – Krise gemeistert! Ich wurde zum Schluss immer schneller, das war auch gut so, denn die letzten 10 Minuten bekam ich dann auch noch Regenschauer mit Graupel ab. Die Strecke führte hier kurz vor dem Ziel noch einmal am Hotel vorbei, doch auch hier stand niemand an der Strecke, obwohl die Hälfte der Gäste Läufer und Ihr Anhang waren. Ich kam als 32. mit einer für mich sehr guten Zeit von 7:24 ins Ziel und war zufrieden und glücklich.

Hier holte ich mir nur noch meine obligatorische Medaille und mein Finisher-Bier ab, danach ging es direkt ins Hotel zum Aufwärmen unter die Dusche.

Die meisten Läufer verließen die Insel noch am selben Abend mit der letzten Fähre, wir jedoch feierten noch ein wenig in einer urigen Hafenkneipe in Marstal.

Ein tolles Laufwochenende mit vielen Eindrücke aus in der dänischen Südsee ging am nächsten Tag in aller Ruhe und mit ‚hygge‘ zu Ende.

Text und Bilder: Jens Kruse, 02.05.2019

Der Samstag begann verdammt früh. Um 6 Uhr stiegen wir (Jörg, Florian und meine Wenigkeit) in Peters Auto und los ging es zur Bleilochtalsperre. Dort angekommen, mischten wir uns schnell unter die anderen Läufer und entdeckten wieder mal das ein oder andere bekannte Gesicht.

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Kurz vor dem Startschuss verabschiedeten sich Peter und Florian und rückten weiter vor auf Los. Jörg und ich hielten uns lieber im hinteren Startbereich auf. Schließlich wussten wir, dass die Höhenmeter uns daran hindern werden, Bestzeiten zu laufen...

Dann ging es los. Die anfängliche Streckenführung war gnädig zu uns, es ging nur ganz sanft bergauf. Das sollte sich aber schnell ändern. Und als wir unterwegs mal das Schild mit 16%er Steigung vor uns sahen, fingen wir auch schon an, unsere Anmeldung zu diesem Lauf zu verfluchen. „Wer hat mich noch mal zu diesem Lauf angemeldet? Ich...ok... Und wer hatte die tolle Idee dazu?...“ So war schnell ein Schuldiger gefunden.;-) Aber es half nichts. Und wenn einem dann noch bewusst wird, dass selbst der Hubschrauber von Heidi Klum hier nicht landen kann, um einen mitzunehmen, hilft dann doch nur noch Laufen!

Landschaftlich ist es ein unglaublich schöner Lauf um die größte Talsperre Deutschlands. Leider muss man bei einer solchen Strecke viel zu sehr auf den Weg und die eigenen Füße Acht geben, als dass man die Aussicht genießen kann. Aber wenn man einen Blick nach rechts oder links erhaschen konnte, war das Balsam für die langsam schmerzenden Muskeln.

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Highlights waren auch immer wieder die Verpflegungsstationen, an denen uns sehr freundliche Helfer mit vielen Leckereien erwarteten.

Gefinisht haben wir alle 4. Und ich glaube, jeder für sich kann sehr stolz auf seine Zeit sein! Müde und zufrieden traten wir die Heimreise an. Im Gepäck einen sehr gut organisierten Lauf in einer wunderschönen Landschaft mit 48km Länge und 1150 Höhenmeter im Auf- und Abstieg.

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Text und Fotos: Anke Follner, 01.05.2019

Bei der diesjährigen Austragung der "Hexenläufe", die Michael Frenz unter seinem Label "Team Meldeläufer" immer Ende April organisiert, konnten LG Ultralaufmitglieder sowohl die Frauen- als auch die Männerwertung gewinnen. Als erster kam auf der Königsetappe "Hexenstieg" Sebastian Gonschorek ins Ziel. Bereits auf Platz 3 gesamt folgte Claudia Lederer, die damit die Frauenwertung gewann. Knapp 2 Stunden nach ihr kam auf Platz 4 Konrad Vogl ins Ziel und komplettierte das erfolgreiche Vereinstrio. Insgesamt kamen dieses Jahr nur 1 Frau und 14 Männer ins Ziel. 

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Sebastian benötigte für die 215 km lange Strecke mit etwa 3.800 Höhenmeter 31:38 Stunden und Claudia 34:25 Stunden. Um diese Ergebnisse richtig zu bewerten, muss man sich vergegenwärtigen, dass dieses Jahr 11 Männer und Frauen zwar in guter Absicht gestartet sind, aber zwischendurch das Rennen abgebrochen haben und die erzielten Zeiten in der ewigen Bestenliste des Laufes, der seit 2013 jedes Jahr stattgefunden hat, für Sebastian Platz 4 und für Claudia Platz 1 bedeuten. Sie hat mit ihrer diesjährigen Leistung den Streckenrekord um etwa 30 Minuten verbessert. Damit setzt sie einen sehr starken Start in das Laufjahr fort, nachdem sie bereits bei den Meisterschaften über 50km und 6h neue persönliche Bestleistungen gelaufen ist und damit tolle Platzierungen erzielte.

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Besonders schön fand ich, dass die beiden einen Großteil der Strecke, insbesondere den Abschnitt in der Nacht gemeinsam gelaufen sind.

Diese Botschaft veröffentlichte Claudia kurz nach dem Lauf auf Facebook:

BÄM..... erste echte Laufchallenge in 2019. Hexenstieg Ultra über 215km mit knapp 4000 HM in 34:25 Stunden non-stop. Und dazu eine super Platzierung. Was will man mehr? Danke Sebastian Gonschorek, ohne Dich wäre es hart geworden in der Nacht bei Kälte, Regen und Müdigkeit. Und für den tollen Support, Guido Althausen. Der Dragonsback darf kommen!

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Bericht von Sebastian:

Der Hexenstieg Ultra verläuft größtenteils auf dem gleichnamigen Wanderweg von Osterode nach Thale und auf einer anderen Route zurück. 2017 lief ich bei diesem Rennen das erste Mal die volle Distanz und war sofort gefesselt von diesem Abenteuer. Man überquert die höchsten Berge und lernt den Harz in seiner ganzen Schönheit kennen. Somit meldete ich mich nach dem Lauf direkt für das Folgejahr an. Leider hat 2018 die Gesundheit nicht ganz mitgespielt, weshalb ich in das Betreuerteam gewechselt bin und zusammen mit meiner Frau die VP in Thale betreut habe. Dies war auf der einer Seite schön, da man dafür von den Läufern viel Dankbarkeit erfährt und auch die Sicht der Betreuer intensiv kennenlernt. Auf der anderen Seite war ich natürlich etwas traurig, da ich selbst nicht mitlaufen konnte. Aber 2019 sollte folgen…

Ein Jahr lang war es nun mein Plan, 2019 wieder am Hexenstieg Ultra teilzunehmen und diesen auch zu finishen. Das Ziel in meinen Kopf war, meine Zeit von 35:13h zu verbessern. Regelmäßig befasste ich mich in Gedanken mit der Strecke und in den Wochen vor dem Start lernte ich die Route mit den Gegebenheiten förmlich auswendig. Wo sind welche Anstiege? Welche gut laufbaren Abschnitte gibt es? Wo werde ich in der Nacht sein? All das und vieles mehr waren Punkte, mit denen ich mich akribisch auseinandersetzte. In den Tagen vor dem Start schrieb ich mir einen Laufplan mit den VPs und den jeweiligen km-Abständen. Auch die Zeiten für die Abschnitte trug ich grob ein. Am Ende kam eine Zielzeit von 32 Stunden heraus. Ein Blick auf die bisherigen Gewinnerzeiten zeigte mir, dass der Plan ganz schön taff war. Egal, ich hatte in meinem Kopf ein klares Ziel.

Am Abend vor dem Start traf ich beim Briefing Claudia Lederer, mit der ich bereits in einem Trail-Trainingslager zusammen gelaufen bin. Außerdem kenne ich Claudia von der LG Ultralauf und diversen anderen Laufveranstaltungen. Kurz zeigte ich ihr meinen waghalsigen Plan, was sie anscheinend nicht davon abhielt, gemeinsam mit mir am Folgetag um 6 Uhr zu starten. Dies freute mich sehr, denn zusammen verging die Zeit wie im Flug.

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Außerdem ergänzten wir uns gut. Liegt die Stärke von Claudia im konstanten Laufen auf den langen, laufbaren Abschnitten, so liegt meine Stärke eher auf den technischen Passagen. Wir zogen uns also gegenseitig und lagen zeitweise fast 50min vor meinem Zeitplan. Dies führte jedoch dazu, dass die VPs oft noch gar nicht mit uns rechneten und jeweils leichte Hektik ausbrach. Trotzdem wurde sich überall toll um uns gekümmert. Die VPs waren von Anfang bis Ende wirklich schön, mit vielen herzlichen helfenden Händen.

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Den Wendepunkt in Thale erreichten wir gegen 19 Uhr. Nach 105km fühlten wir uns soweit auch noch recht gut. Schnell zogen wir trockene und etwas wärmere Sachen an, denn nun ging es in die Nacht hinein. Kurz nach dem Verlassen der VP fing es an zu regnen. Leider nicht dieser leichte Nieselregen, nein, es wurde richtig nass. Nur 9km waren es nun bis zum nächsten VP (km 114). Das reichte, um durchnässt anzukommen. Auch die Regenjacken halfen hier nicht wirklich. Jetzt sollte der Lauf zur Kopfsache werden.

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Es war kurz nach 21 Uhr, wir waren durchnässt, es sollten max. 2°C werden und der nächste bemannte VP lag 35km entfernt. Dies alles führte dazu, dass wir konstant liefen, wo es nur ging. An Pausen war nicht zu denken, da sofort die Kälte über uns kam und wir wie Espenlaub zitterten. Noch vor Sonnenaufgang überquerten wir den Wurmberg. Auf dem Weg hinab legten wir eine Zwangspause ein, da eine Blase eine kleine Not-OP erforderte. Nach Thale war die VP km 164 die erste Möglichkeit, wo wir uns etwas aufwärmen konnten. Im Auto des dortigen Betreuungsteams – herrlich. Danach wurde es deutlich heller und somit wärmer. Bei Sankt Andreasberg schien uns endgültig die Sonne ins Gesicht, was nach der Nacht einfach nur traumhaft war. Mittlerweile war es 8 Uhr, es lagen also 26 Stunden und 175km seit dem Start hinter uns. Nur noch Marathon.

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Da Claudia nach der anstrengenden Nacht in der Sonne noch etwas länger ihre Akkus auffüllen wollte, entschieden wir uns, die letzten km getrennt fortzusetzen. Die letzten 40 km sollten es noch einmal in sich haben. Sehr technisch, mit viel auf und ab. Es ging nördlich der Oderteiche über den Märchenweg hinauf nach Torfhaus. Wie sagte ein Mitläufer, Martin Leimbach, im Ziel? Märchen sind bekanntlich grausam. Es sollten noch die Wolfswarte und der Weg vor und hinter der Hanskühnenburg folgen. Dies kann man einfach beschreiben. Steine, überall Steine, große und kleine, rund und eckig, dazwischen Wasser von Pfützen und Bächen. Um 12:16 Uhr erreichte ich die Hanskühnenburg und gönnte mir noch einmal eine kurze Pause. Ich lag 16min hinter meinem Zeitplan, hatte mir jedoch für die letzten 12km bergab 2 Stunden eingeplant. Um 13:38 Uhr erreichte ich dann das Ziel in Osterode. Nach mehr als 200 zurückgelegten Kilometern war ich überrascht, dass meine Beine mich noch so schnell getragen haben. 31 Stunden und 38 Minuten nach dem Start erreichte ich als Erster überglücklich das Ziel in Osterode, wo meine Familie an der Ziellinie bereits auf mich wartete. Claudia kam nach 34:25h in Ziel und wurde damit Dritte bzw. Erstplatzierte bei den Frauen.

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Vielen Dank an dieser Stelle noch einmal an Claudia für den gemeinsamen Lauf und die vielen helfenden Hände rund um Michael Frenz. Ihr wart alle klasse!

Daten Hexenstieg Ultra 2019; Länge: 215km; Höhenmeter: ca. 3.800; Veranstalter: Michael Frenz (Meldeläufer); Datum: Ende April; Bemannte VPs: 11

Text: Michael Irrgang, Claudia Lederer, Sebastian Gonschorek, Bilder: Claudia Lederer, Sebastian Gonschorek; 30.04.2019

Von Donnerstag bis Sonntag fand in Zierenberg bei Kassel ein „DUV-Trainingslager für Fortgeschrittene“ (Ultraläufer) statt. Inhaltlich stand die Vermittlung von notwendigem Wissen im Vordergrund, um sich die Balance von Freude, Gesundheit und dem sportlichen Erfolg zu erhalten.

Es war mein 11. DUV-Trainingslager, das ich organisierte, dennoch variiere ich stets die Inhalte und sportlichen Übungen. Bereits in der Einleitung erläuterte ich in der „Erfolgsformel“, dass das Wettkampfergebnis nicht nur von der Leistungsfähigkeit, sondern auch von mentalen und taktischen Faktoren abhängt. Doch bevor die ersten fachlichen Vorträge anstanden, ging es raus zum ersten Praxisblock: Koordination und Lauftechnik.

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Natürlich durfte das Spiel mit den gelben und blauen Bällen ebenso wenig fehlen …

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 … wie auch die Übungen mit dem Springseil.

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Melanie Fraas leitete eine Übungsreihe zur Lauftechnikschulung an.

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Falk Sittner, Claudia Brunnmüller und Susanne Raßmann schafften diese Übung, die eigentlich aus dem Dreisprungtraining kommt, mit Leichtigkeit. Abends gab es noch zwei kurze Vorträge. In einer Einleitung zum Thema Ultramarathontraining erläuterte ich einige Prinzipien wie zum Beispiel die Periodisierung und später

berichtete ...

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... Philipp Sahm, ein erfolgreicher Hawaii-Finisher, dass Ultramarathon und Triathlon sich wunderbar ergänzen.

Am nächsten Morgen traf man sich bereits um 7 Uhr zur morgendlichen Runde.

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Frank Ewen und Carsten Schwenke stärkten sich etwas, bevor es losging.

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Am Freitagmorgen war die Gruppe noch recht groß, die vor dem Frühstück durch die Wald- und Wiesenlandschaft rund um den Dörnberg laufen wollte.

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Susanne Gölz, Simone Berger, Michael Eitner und Manuel Tuna freuen sich auf einen interessanten Tag. Der Freitag ist traditionell der Techniktag, an dem die anspruchsvollen Übungen im Bereich Athletik- und Tempotraining anstanden, die sinnvollerweise durchgeführt werden, wenn die Muskulatur noch gut erholt und belastbar ist.

Doch zunächst startete der Tag mit Theorie. In einem ersten Vortrag stellte ich den hohen Nutzen und die vielfältigen Einsatzmöglichkeiten von Ausgleichstraining vor nach dem Motto „effektiver trainieren – weniger laufen“. Gerade im Kraftbereich ist ein passendes Ergänzungsprogramm, was regelmäßig durchgeführt wird, zur Wahrung der Gesundheit, aber auch zur Leistungsverbesserung, unumgänglich. In der Einführung zum Thema Athletiktraining stellte ich die Konzepte verschiedener Autoren vor, insbesondere den aktuell sehr populären Ansatz von Crossfit.

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Der Übungspart begann mit klassischen Übungen im Unterarm- und Seitstütz. Erfreulicherweise kannten und beherrschten die meisten Teilnehmer einige Grundübungen, wie hier Dirk Minnebusch den Seitarmstütz. Da die besten Übungen diejenigen sind, die man bisher nicht gemacht hat, zeigte ich zunächst ein größeres Repertoire an mittelschweren und schweren Übungen.

Als Abschluss dieses Trainingsteils gab es einen Vorschlag, wie man so eine Trainingseinheit „Stabitraining“ gestalten kann. Vier mittelschwere Übungen, die je viermal 20 Sekunden durchgeführt wurden, bei 10 Sekunden „Pause“ mussten absolviert werden. Insgesamt waren es dann 8 Minuten super effektive Übungen, die zugegebenermaßen etwas anstrengend waren.

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Anschließend zeigte ich weitere Übungen zur Stärkung der Rumpfmuskulatur, z.B. diese Übung für den Rücken. Bekanntermaßen bin ich kein Freund von Fitnessstudios und noch weniger von Gerätetraining, sondern bevorzuge funktionales Training mit freien Übungen, höchstens unterstützt durch leichte Gewichte oder einem Theraband.

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Auch hier folgte zum Abschluss eine Kür bestehend aus vier verschiedenen Übungen, die nach der HIIT-Methode durchgeführt wurden und ein weiteres Mal so manchen Teilnehmer seinen Maximalpuls spüren ließ.

Der Nachmittag begann mit einer Vorstellung des Tempotrainings für Ultraläufer – ein sehr schwieriges Themengebiet mit unglaublich viel Potential zur Leistungssteigerung, aber auch sich zu verletzten. Hier gilt es einiges zu beachten und zu erklären, beispielsweise wie man solche Trainingseinheiten richtig aufbaut – mit Warmlaufen, Mobilisierung und anderen Maßnahmen.

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Ein Ziel dieser Praxiseinheit war auch viele Varianten von Trainingselementen zu zeigen, insbesondere von welchen, die man sehr gut in einer inhomogenen Gruppe durchführen kann. Obwohl das Wetter nicht optimal war, waren die Beteiligten mit viel Engagement und Spaß dabei.

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Das Abendprogramm begann mit einem Bericht von Kirsten Althoff über den erfolgreichen Einsatz mentaler Strategien. Hatten wir am Vortag noch ein Beispiel von mangelnder mentaler Vorbereitung besprochen, welches mit einem vorzeitigen, vermutlich vermeidbaren Rennabbruch endete, so zeigte Kristen, wie man es besser machen kann. Die Teilnehmer bekamen viele brauchbare Mentaltipps.

Abends gab es einen Vortrag von Michael Sommer, der als DUV-Sportwart an der Veranstaltung teilnahm, über das Thema „Faszination Ultramarathon“, in dem er unter anderem einige Stationen seiner langen Laufkarriere vorstellte.

Bei meinen DUV-Trainingslagern habe ich gerne und oft Spitzensportler oder DUV-Präsidiumsmitglieder als Gäste dabei und als Michael zusagte, habe ich mich sehr gefreut. In den zahlreichen Diskussionen waren seine Beiträge stets sehr fundiert und hilfreich.

Der Abschluss der Tempotrainingselemente erfolgte am Samstagmorgen. Auf der morgendlichen Runde wurden sowohl intensive als auch extensive Berganläufe eingebaut.

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Holger Claus, Martin Kurz, rennen vorne weg, Michael Eitner und Rita Nowottny-Hupka folgen flotten Schrittes.

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Nach dem Frühstück brachen zwei Laufgruppen und eine Wandergruppe auf, um auf dem Habichtswaldsteig bei strahlendem Sonnenschein die Gegend zu erkunden. Anfang der Woche versprach der Wetterbericht noch anhaltenden Regen für das gesamte Wochenende. Letztendlich hatten wir unglaubliches Glück. Auch wenn am Samstag die beiden Laufgruppen gegen Ende noch etwas nass wurden, konnten fast alle Laufeinheiten bei sehr guten äußeren Bedingungen durchgeführt werden. Vom Haus aus führte ein Weg direkt sehr steil zu den Helfensteinen, wo obiges Gruppenbild entstand.

Anschließend ging es meist über den H2-Wanderweg mit Zusatzschleifen durch Wälder und über Wiesen durch eine einmalig schöne Landschaft. Mittags gab es ein kleines Picknick, später folgten Kaffee und Kuchen, bevor die Samstagsvorträge starteten.

Zunächst gab es einen Vortrag zum Thema Krisen und Katastrophen, in dem insbesondere Methoden zur Vermeidung und Linderung von Krisen vorgestellt wurden.

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Besonders anschaulich wurde das Thema Katastrophen anschließend im Vortrag von Andreas Leischker zu dem Thema Wildnismedizin dargestellt.

Die Samstagsthemen hatten es durchaus in sich, denn das nächste handelte von Übertraining und Laufsucht. Dabei erläuterte ich zunächst, dass das „klassische Erklärungsmodell“ von „zu viel, zu oft, zu intensives Training“ nicht ausreicht, um die medizinischen Phänomene zu verstehen. Will man für sich oder andere einen anspruchsvollen Trainingsplan erstellen, bei dem sich die Belastung und Erholung die Waage halten, muss man den Unterschied zwischen Belastung und Beanspruchung kennen sowie zwischen kurzzeitiger und chronischer Ermüdung unterscheiden können sowie idealerweise den stressbasierten Ansatz beherzigen.

Übertraining ist ähnlich wie die umgangssprachliche „Laufsucht“ ein Krankheitszustand, der tatsächlich in Ultralaufkreisen vorkommt, den man allerdings anhand einiger Indikatoren recht zuverlässig frühzeitig erkennen und gezielt gegensteuern kann.

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Zufällig war eine politische Gruppe zu einer Klausurtagung im gleichen Tagungshaus, die viele sportliche Leute hatte. Nachdem man recht schnell feststellte, dass die unterschiedlichen Interessen einer gemeinsamen Laufeinheit nicht kompatibel sind, einigten wir uns als gemeinsame Sporteinheit auf eine Runde Tabata, was wir gemeinsam mit viel Motivation und Spaß umsetzten.

Noch vor dem Essen folgte das Thema Doping. Damit sollten sich Läufer auchauseinandersetzen, da es letztendlich das Ergebnis einer Dopingmentalität ist, die selbst im ambitionierten Breitensport weit verbreitet ist. Wer hier noch an Übertreibung dachte, den weckte Martin Kurz am nächsten Tag in seinem Vortrag über Medikamentenmissbrauch aus seinen Träumen, denn eine Zahl aus einer Befragung unter Marathonteilnehmern war, dass etwa die Hälfte aus Angst vor Schmerzen prophylaktisch Schmerzmittel nahm, die meist überhaupt keinen Effekt haben, außer langfristig der Gesundheit zu schaden und kurzfristig einige Risiken bedeuten. Auch zu seinem Unterthema Nahrungsergänzungsmittel war sein Fazit niederschmetternd.

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Bevor die Abendvorträge starteten, übergab Michael Sommer dem „DUV-Newcomer des Jahres 2018“ Felix Weber die entsprechende Auszeichnung. Dass Felix ein außergewöhnlicher Läufer ist, davon konnten wir uns zur Genüge überzeugen. Das war schon toll, dass mit ihm und Susanne Gölz zwei der aktuell größten Talente in Deutschland am Trainingslager teilnahmen. Nachdem zuvor schon viele Grundlagen zur Trainingsgestaltung besprochen wurden – von abstrakten Prinzipien bis zu konkreten Trainingselementen- wurden nun Trainingspläne verschiedener Autoren für das 100km-Wettkampftraining vorgestellt. Dabei richtete sich der mittlerweile geschulte Blick auf die Wochenperiodisierung mit den Tempoeinheiten und den langen Läufen, aber auch auf die Mesozyklen mit Belastungs- und Erholungswochen.

Jeder Plan hat sein Gestaltungskonzept, seine Besonderheiten und hat sich vermutlich in der Praxis mehrfach bewährt. In der Diskussion stellte sich aber schnell heraus, dass die meisten, erfahrenen Läufer gar nicht nach vorgefertigten Plänen trainieren und auch warum und wie stattdessen. Auch wenn zur fortgeschrittenen Stunde sicher nicht mehr jeder der Diskussion in Gänze folgen konnte, waren die Anregungen hochspannend.

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Aus den unterschiedlichsten Gründen wird die Morgenlaufgruppe von Tag zu Tag immer kleiner. Michael Eitner, Manuel Tuna, Hans-Dieter Jancker, Falk Sittner, Frank Ewen, Andreas Leischker, Philipp Sahm, Felix Weber ließen es sich nicht nehmen, mit mir zum letzten Mal an diesem Wochenende noch eine Runde zu laufen. Dieses Mal hatte ich als Besonderheit eine kleine regenerative Runde mit Crossfit-Elementen vorbereitet.

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Nach den Technik- und Krafteinheiten am Freitag und dem langen Lauf am Samstag war die Muskelermüdung bei allen deutlich zu spüren. Dennoch ist es möglich und für die Regeneration durchaus hilfreich, eine Einheit wie diese durchzuführen. Dabei werden ca 5 Minuten ganz langsam gelaufen, gefolgt von einer leichten, einminütigen Athletikübung, wie beispielsweise einem Hampelmann – schummeln erlaubt. Dabei kann man sehr gut „herumliegende Hilfsmittel“ verwenden, was zu einer recht spontanen Zusammenstellung von Übungen führt.

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Die Sonntagsvorträge eröffnete Martin zum Thema Medikamentenmissbrauch und Nahrungsergänzungsmittel. Anschließend erzählte ich etwas zum Thema Betreuung, denn was nützt eine tolle Form, wenn man am Wettkampftag sein Potential nicht abrufen kann? Dazu sind Bereiche wie Ernährung, Taktik und Krisenbewältigung zu optimieren und dabei können gute Betreuer eine ganz entscheidende Hilfe sein.

Zum Abschluss gab es noch einmal einen Baustein zum Thema 24h-Training, da sich einige der Teilnehmer auf die 24h DM und den Spartathlon vorbereiten.

Fazit:

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Wir hatten viel Spaß.

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Wir wurden rundum gut (dieses Mal vegetarisch und vegan) versorgt.

Z 25

Wir haben eine wunderbare Gegend kennengelernt.

Z 26

Wir waren eine tolle Gemeinschaft.

Gerne wieder? Mal sehen. Die LG Ultralauf formt gerade ein Trainingsangebot, in dem solche Veranstaltungen ein wichtiger Baustein sind, weil sie sehr gut geeignet sind, Läuferinnen, Läufer und Trainer jeglichen Leistungsniveaus bei der Gestaltung ihres Trainings oder ihrer Athleten zu unterstützen. Allerdings wird es vermutlich „Trainingslager“ geben, in dem überwiegend gelaufen und auf Vorträge weitestgehend verzichtet wird, und Veranstaltungen, bei denen die Theorie im Vordergrund steht und die dann auch „Trainingsseminare“ heißen werden.

Text. Michael Irrgang, Bilder: Dirk Minnebusch, Martina Stumpf-Irrgang und Michael Irrgang, 29.04.2019

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