Laufgemeinschaft der Deutschen Ultramarathon-Vereinigung e.V.

29.09.2019 Nachtrag

SA

 

Es ist das Läuferziel von vielen, einmal im Leben den Spartatthlon zu finishen. Viele kehren am Tag danach voller Stolz mit ihren "Trophäen" zum Schauplatz zurück.

Florian hat nun zum dritten Mal in Folge den Lauf beenden können und es war jedes Mal knapp mit einer Zeit von 35:xx. Zwischendurch galt es mentale und physische Krisen zu meistern, aber eigentlich war er immer zuversichtlich und voller Willenskraft und Energie.

Respekt und Gratulation! Er hatte natürlich auch ein tolles Betreuungsteam dabei, welches nicht nur ihn immer wieder half, sondern auch mich mit Informationen versorgte.

Das ermöglichte mir, zusammen mit den Ergebnissen des Veranstalters einmal ein wenig von dem Lauf zu berichten. Im DUV-Forum wurde ebenfalls sehr fachkundig das Rennen analysiert. (Link: hier klicken)

Wer den Blog einmal lesen möchte, sollte den Bericht von unten nach oben in chronologischer Reihenfolge lesen. Viel Spaß dabei.

Ankündigung: Spartatraining 2020

In den letzten Tagen konkretisierte sich eine Idee, eine Trainingsgruppe für den Spartathlon 2020 ins Leben zu rufen. In Sparta zu finishen ist keine Zauberei - eine gute Vorbereitung ist alles. In den Monaten des Trainings werden die Teilnehmer physisch fit gemacht und erfahren alles, was man über den Spartathlon wissen muss. Ein individueller Gruppen-Trainingsplan, ein gemeinsames Trainingslager und gemeinsame Vorbereitungswettkämpfe sind die geplanten Bausteine zum Erfolg. Näheres folgt in ein paar Wochen. Noch sind es alles Ideen, aber das Ziel steht: 90% der Teilnehmer sollen Sparta (zu Fuß) erreichen!

 

19:15 Uhr - Geschafft!

Florian hat es geschafft, wie in den vergangenen beiden Jahren konnte Florian den Lauf erfolgreich beenden. Herzlichen Glückwunsch an dieser Stelle.

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Insgesamt kamen von 30 deutschen Startern lediglich diese 12 an. Heldenhaft haben sie alle Schwierigkeiten des Laufes gemeistert. Mein Glückwunsch gilt allen 197 Finishern und mein Dank gilt den Betreuern Uschi und Heiko für ihre Infos und Fotos.

14:40 Uhr Endspurt für Florian

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Florian ist vor einiger Zeit bei CP 69 durch. Von hier sind es nur noch 20 Kilomter. Er hat genügend Zeit zum Zeitlimit und schafft das ziemlich sicher.

Problematisch ist, dass es einerseits wieder recht heiß geworden ist, nachdem es vormittags ein wenig bewölkt war und andererseits an den CPs häufiger das Wasser ausgegangen ist. Das klingt so unglaublich, dass ich nicht sicher bin, ob diese Nachricht stimmt, zumal es wohl auch gestern schon häufig vorgekommen sein soll. Nun, Florian hat ein paar Betreuer dabei, aber halt nicht jeder. 

Zwischendurch war Florian in einer Vierergruppe unterwegs, dann mit Hubert Karl, am VP kam er mit Markus Schubath an. Auf dem Bild läuft er alleine. In der Gruppe laufen ist schwierig, unterhalten wollen sich auch nur noch die wenigsten.

Aber Florian kämpft und läuft, auch wenn seine Schrittlänge auf dem Bild etwas anderes vermuten lässt.

Mittlerweile sind weitere Läufer im Ziel:

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Zuletzt ist Frank Ewen ins Ziel gekommen, was mich persönlich sehr freut, denn ich hatte Gelegenheit, ihn beim Trainingslager dieses Jahr kennenzulernen. Er ist ein großartiger Sportler, sehr fokussiert und ehrgeizig und jemand, der im Training regelmäßig an seine Grenzen geht. Das ist das Holz aus dem Spartathlon-Finisher geschnitzt sind. 

10:30 Uhr - Florian verbleibt im Feld

S7 1Dietmar Göbel hat als bester deutscher Teilnehmer das Ziel erreicht. Herzlichen Glückwunsch, Hans-Dieter Jancker wurde leider nicht am CP 60 registriert und ist damit wohl ausgeschieden. Schade, schade. Es war ein Traum für ihn und er ist kurz vor dem Ziel geplatzt, nachdem er sich über einen Tag lang so tapfer durchgekämpft hat.

An jedem Checkpoint hängen diese Plakate mit sehr wertvollen Informationen. Viele der Läufer wollen einfach nur ankommen und laufen stets 15 bis 30 Minuten vor dem Zeitlimit. Hat man zu diesem Zeitpunkt den CP nicht verlassen, wird man aus dem Rennen genommen.

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Florian verbleibt als einziger von LG und läuft entschlossen dem Ziel entgegen. Bei CP 60 hatte er 42 Minuten Reserve zum Cut-off - das sollte reichen. Zuletzt lief er mit Markus Schubath und Martin Stahala zusammen und Hubert Karl war nur ein paar Minuten dahinter. Möglicherweise bringt die Gruppe das gemeinsam ins Ziel. Auf der anderen Seite ist dieser Abschnitt noch recht wellig und die Präferenzen zwischen wandern und laufen sind da oft unterschiedlich.

8:20 Uhr - Tendenzen der Platzierungen

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Während die Läufer auf wunderschönen Wegen Richtung Sparta laufen, haben die Daheimgebliebenen die Chance, die tollen Daten, die die Homepage liefert, auszuwerten.

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In der Tabelle werden die Platzierungen gezeigt, die die Läufer an den jeweiligen Checkpoints hatten. Da viele Leute einbrechen, bzw. ihren Lauf abbrechen, verbessert man sich kontinuierlich, wenn man einigermaßen konstant läuft. Hubert Karl ist (natürlich) ein gutes Beispiel dafür, Hans-Dieter hat eine "Wanne" - nicht gut, aber bei der Zeitreserve hoffe ich einmal, dass er sich ins Ziel rettet. Florian sieht nach einem sicheren Finish aus. Dietmar hat eine interessante Tendenz, die sich darin erklärt, dass er bis CP22 seinen Sohn begleitete. Hinter jedem Lauf steht eine Geschichte mit Höhen und Tiefen. Jede ist eine besondere und wert, erzählt zu werden.

7:50 Uhr - ein neuer Tag beginnt

Bódis Tamás aus Hungary hat den Spartathlon 2019 in einer Zeit von etwa 23:30 gewonnen, sein Landsmann Csécsei Zoltán sowie Radek Brunner aus Czech Republic sind ebenfalls bereits im Ziel. Alle anderen haben noch ein Stück.

Um 6:30 unserer Zeit wurde CP 52 Nestani bei km 172 geschlossen und seit einiger Zeit ist es auch wieder hell in Griechenland.

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Hans-Dieter Jancker ist noch im Rennen. Gerne setzen sich die Läufer an den VPs kurz zum Verschnaufen und Essen hin. In Nestani hat er einige Stunden Reserve auf das Zeitlimit, ist im Gesamtklassement aber etwas abgerutscht.

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Florian Bachmeier läuft ein prima Rennen. Er ist hochmotiviert und von Natur aus mit einem Kämpferherz ohnegleichen ausgestattet. Er hat sich letztes Jahr durch die Fluten nach Sparta gekämpft und wird es diesmal auch schaffen.

Andere hat es in der Nacht erwischt. So sind offenbar Falk Sittner und Ralf Guldermann neben vielen anderen ausgeschieden.

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Man hat oft das Ziel vor Augen: Es geht nach Sparta. Weiter, immer weiter!

22:00 Uhr - Nemea CP35 schließt

Der CP 35 ist etwa die Mitte der Strecke, etwa bei km 124 und hat einen Cut-Off von 16 Stunden, also 23 Uhr Ortszeit und 22 Uhr unserer Zeit.

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So richtig frisch sehen die Läufer und Betreuer nicht mehr aus, aber der Tag durch die Hitze hinterlässt halt Spuren. Florian hatt einen Hänger überwunden und ist recht zuversichtlich. Etwa 100 Läuferinnen und Läufer sind bereits ausgeschieden. Bei Peter lag ein orthopädisches Problem im Fuß vor, was ein Weiterlaufen nicht möglich macht. Das ist schade, denn am Training und an der Einstellung hat es sicher nicht gelegen. Und er ist auch vernünftig vorsichtig gestartet - leider hat er keine Chance gehabt. Die anderen der LG Ultralauf sind noch gut im Rennen, wobei Falk dem Zeitlimit am nächsten kommt.

Aus deutscher Sicht sind Hilmar Langpeter und Ralf Giese ausgeschieden.

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Vergleicht man die beiden Abschnitte vom Start bis Korinth und von Korinth nach Nemea erkennt man schon ein paar Verschiebungen. Einen gewaltigen Satz hat Dietmar Göbel gemacht, der aktuell sehr schnell unterwegs ist. Von unseren Läufern hat Hans-Dieter ein paar Plätze verloren, wären alle anderen ein paar Plätze gut gemacht haben.

Für mich war es das für heute. Im DUV-Forum wird sicher noch weiter analysiert und kommentiert.

18:58 Uhr - Was macht die Spitze?

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Die Spitze ist gerade am CP 41 angekommen, etwa bei km 140km. Mittlerweile ist es in Griechenland stockdunkel. Ca 44 Läuferinnen und Läufer sind am CP 35 durch, darunter aus deutscher Sicht ein erfreulicher Platz 18 von Sascha Dehling und Platz 40 von Oliver Leu.

Vermutlich werden einige noch Abstürzen, aber die Top 3 müssten schon in dieser Liste mit TOP 10 und Top 5 der Frauen platziert haben. Anfangs schien mir das Rennen sehr unruhig zu sein. Radek Brunner raste los und erkämpfte sich einen Vorsprung, dann kam Zach Bitter und setze sich an die Spitze und schließlich Tatsuya Itagaki. Häufige Wechsel prägten die Listen und auch schon der Vergleich der beiden letzten Abschnitte zeigt eher ein ungleichmäßiges Rennen.

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Ich finde es schon krass die 20 Kilometerabschnitte von zwischen 80, 100 und 120 so stark von einander abweichen. Lange Pausen machen diese Leute eher nicht.

Alla ist auch nicht am CP aufgetaucht, wo längst die Cut-Off-Zeit erreicht ist. Vermutlich ist auch sie ausgeschieden.

18:39 Uhr - Auf dem Peleponnes angekommen

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Auf diesem Bild sieht man Peter Hübner in Aktion. Leider musste er kurze Zeit später das Rennen abbrechen. Bitter. Näheres ist mir nicht bekannt. Wirklich schade, wie bei jedem, dessen Träume platzen.

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Alla fehlt aktuell noch am CP 28. In der Liste habe ich Frank Wiegand ergänzt, der keinen Eintrag am CP4 hatte und Thore Göbel, der als Land Schweiz angegeben hat.

Die Liste vergleicht einmal den Abschnitt von CP22 zum CP29, der genau 20,1 km lang ist und sortiert nach der benötigten Zeit. Möglicherweise verzerren genommene Pausen das Bild, aber wenn ich davon ausgehe, dass auch an den VPs eher kurze Pausen die richtige Strategie sind, so deuten sich bei einigen aufgrund der langen Dauer Probleme an. Entsprechend verschieben sich auch die Positionen. Interessant sind Vater und Sohn Göbel, die in Korinth noch zusammen waren, sich aber jetzt getrennt haben. Während Dietmar ordentlich Gas gegeben hat und fast 50 Plätze gutmachte, ist Thore eher gewandert und hat über 50 Plätze verloren. Erstaunlich, wenn man wie Katrin Grieger ein Tempo von 8:07 läuft und damit noch ein paar Plätze gutmacht! Aber die normale Arithmetik täuscht beim Spartathlon. Auf dem Peleponnes liegen die Höhenmeter rum, die abgearbeitet werden wollen und am Nachmittag war es noch recht warm.

 

16:18 Uhr - Der erste Abschnitt bis Korinth

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Seit heute Morgen 7 Uhr läuft der Spartathlon und etwa 370 Läuferinnen und Läufer haben sich von Athen aus auf den Weg nach Sparta gemacht. 246 km mit nicht zu unterschätzenden 3.000 Höhenmetern gilt es innerhalb von 36 Stunden zu überwinden. War letztes Jahr von einem Sturm mit Starkregen geprägt, so ist diesmal wieder das typische Spartathlon-Wetter angesagt – Sonne satt mit Temperaturen von über 30 Grad.

Der erste Abschnitt führt die Läufer über 81 Kilometer nach Korinth. Das Zeitlimit beträgt dafür 9,5 Stunden. Es ist der leichteste Abschnitt von allen – Einrollen sozusagen.

Doch jedes Jahr gibt es auch hier schon Überraschungen. Leute, die aus unverständlichen Gründen viel zu schnell starten und dann schon einbrechen, Leute, die schon jetzt den Kampf gegen die Zeitlimits verloren haben oder schlicht mit der Wärme, der Strecke oder der Verpflegung nicht zurecht kommen oder die leider nicht voll gesund am Start standen.

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Das sind die Deutschen, die noch im Rennen sind. Lange Harald, Burger Ruediger, Burger Frank, Rewig Adrian und Heinlein Marika sind offensichtlich ausgeschieden. Das der Chip nicht funktioniert und sie vom Live-Tracking nicht erfasst sind, scheint mir eher unwahrscheinlich. 313 Läuferinnen und Läufer sind noch Rennen. Beim CP 4, etwa bei km 20 waren es noch 374!

Die Zahlen in der Tabelle zeigen übrigens die Platzierung und die Zeit bis dahin an den jeweiligen Checkpoints. Man erkennt schon ansatzweise, wer zu schnell getartet ist und bereits abfällt und wer seine Position verbessert. Weitere Analysen folgen.

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Von der LG Ultralauf sind gleich 5 Starter dabei. Peter Hübner und Florian Bachmeier sind bereits einmal, bzw. zweimal gestartet und jedes Mal angekommen. Für die anderen ist es eine Premiere. Hans-Dieter Jancker war etwas zu schnell für den Fotografen und nur von hinten zu sehen und ganz rechts im Bild ist Falk Sittner. Ralf Gundermann gehört noch zum Team, aber aktuell haben wir noch kein Bild von ihm von der Strecke.

Mal abwarten, wie sich das Rennen entwickelt.

Vielen Dank schon einmal an dieser Stelle für Uschi Hübner und Heiko Völkl für die Fotos und Informationen von der Strecke!

Text: Michael Irrgang, Bilder: Uschi Hübner, Heiko Völkl 27.09.2019

 

In ihrem ersten 100km-Lauf gewinnt Susanne Gölz die Deutsche Meisterschaft und unterbot mit ihrer Zeit von 7:54:34 die magische 8-Stunden-Grenze deutlich. Sie legte damit den Grundstein für den neuen Vereinsrekord der Frauen-Mannschaft.

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Miriam Kudermann, Susanne Gölz und Katrin Gottschalk stellten einen neuen Vereinsrekord auf und gewannen gemeinsam die Mannschaftswertung der Frauen.

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Am 21.09.2019 fand in Kandel in der Pfalz die 32. Meisterschaft des DLVs im 100km-Lauf statt. Der Tag begann sehr früh, denn der Start erfolgte wie üblich bereits um 6 Uhr. Neben drei Frauen, starteten von der LG Ultralauf fünf Männer bei der Meisterschaft sowie 24h-WM-Teilnehmer Patrick Hösl im offenen Lauf bei der Veranstaltung. Außerdem hatten wir ein großes Betreuerteam vor Ort, um bei der letzten Meisterschaft des Jahres die Läuferinnen und Läufer noch einmal bestmöglich zu unterstützen.

Knapp 80 Starter bedeuteten ein recht kleines Starterfeld für eine 100km-Meisterschaft, dennoch war das Frauen- und Männerfeld in der Spitze und einigen Altersklassen hochklassig besetzt. Bei den Männern setzten sich die Favoriten und ebenfalls etwas überraschend ein Debutant an die Spitze des Feldes und legten ein Höllentempo vor. Die erste halbe Stunde war es dunkel und kalt, später, als die Sonne rauskam und vom wolkenlosen Himmel sich das Geschehen anschaute, wurde es teilweise richtig heiß.

Das Frauen- und Männerrennen entwickelte sich recht unterschiedlich. Während sich Susanne direkt an die Spitze des Feldes setzte und gleichmäßige, sehr schnelle Rundenzeiten lief und sich dahinter schnell eine Reihenfolge festigte, die sich nur noch geringfügig änderte, bekamen bei den Männern recht frühzeitig einige der schnellen Läufer Probleme, mussten Pausen einlegen und hörten frühzeitig auf. So konnte André Collet als einziger von den Schnellstartern sein Tempo halten und souverän gewinnen.

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Von den Ausfällen konnte unter anderem Boris Tomaschewski profitieren, der mit einer neuen persönlichen Bestzeit einen nicht für möglich gehaltenen 9. Platz in der Gesamtwertung und 3. Platz in seiner Altersklasse gewann.

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Ein tolles Debut in der LG Ultralauf und in der 100km-Disziplin zauberte Sebastian Riebandt auf die Strecke. Mit viel Respekt war er in seinen erst dritten Ultralauf gestartet, teilte er sich das Rennen großartig ein und kam schließlich als dritter Mann seiner Altersklasse ins Ziel.

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Kurz vor ihm vollendete Klaus Haake seine 20. Runde und bildete mit den Vorgenannten unser erfolgreiches Männerteam. Der Routinier, der als einziger an allen 5 Meisterschaften teilnahm, konnte sich am Ende einer langen Saison über einen sehr guten Abschluss freuen. Er gewann mit beiden Männermannschaften eine Medaille.

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Walter Hösch nahm bereits 2015 in St. Leon-Rot an der 100km DM teil und konnte sich am Ende des Tages nicht nur über eine gute Leistung, sondern auch über den 3. Platz in seiner Altersklasse und einen zweiten Platz in der Mannschaftswertung Männer 50+ freuen.

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Hilmar Gärtner hat den Spaß-Level stets hochgehalten und kam jede Runde gut gelaunt an unserem Versorgungsstand vorbei. Am frühen Nachmittag im Ziel verbesserte er seine Bestzeit über 100km aus dem Jahre 2017 um beinahe unglaubliche anderthalb Stunden.

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Der Veranstalter, der trotz des eher kleinen Startfeldes eine schöne Meisterschaft organisierte, ehrte bei den Mannschaften die Männermannschaften und Männermannschaften 50+ direkt hintereinander. Da sowohl unsere Männermannschaft als auch unsere Männermannschaft 50+ auf den Silberrang gewertete wurde, hat es sich ergeben, dass bei der Gelegenheit alle 5 Starter der LG Ultralauf gemeinsam auf die Bühne gerufen wurden und eine Medaille bekamen. Klaus erhielt sogar 2, da er in beiden Mannschaften gewertet wurde.

Konnten sich alle Männer über eine Ehrung auf dem Podest über eine Mannschaftsmedaille und einige zusätzlich über eine Altersklassenmedaille freuen, so konnten die Frauen mindestens ebenso überzeugen.

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Mit dem Titel der Deutschen Meisterin im 6h-Lauf als Empfehlung war sie zweifellos eine Mitfavoritin, aber sie hatte schon etwas Zweifel, ob sie ihren mutigen Plan würde umsetzen können. Physisch gut vorbereitet zu sein, ist wichtig, aber es gehört schon einige taktische Cleverness dazu, das Potential in eine optimale Leistung umzusetzen.

Und der Plan klappte! Susanne lief ein perfektes Rennen mit einer unglaublichen Konstanz bei den Rundenzeiten und bis zuletzt mit einem sehr schönen, flüssigen Laufstil.

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Katrin Gottschalk lief Anfang des Jahres bereits einen sehr schnellen 100km-Lauf, hatte diesmal jedoch erhebliche Magenprobleme von der ersten Runde an. Es war beeindruckend, dass sie sich nie aufgegeben hat und von Runde zu Runde weiterkämpfte. In Anbetracht der Umstände war die Zeit klasse und wurde mit dem 7. Gesamtplatz und dem 2. Platz in ihrer Altersklasse belohnt. Entsprechend erfreut war sie kurz nach ihrem Zieleinlauf.

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Miriam Kudermann komplettierte die Frauenmannschaft. Ihre Vorbereitung war nicht optimal, aber sie arbeitete gleichmäßig und gut gelaunt die zwanzig Runden durch den Bienwald ab.

Die Strecke war absolut flach und bis auf ein enges Begegnungsstück gut zu laufen. Als es wärmer wurde, war der gefühlte Temperaturunterschied zwischen den Stücken in der Sonne und im Schatten recht groß, was die meisten Läuferinnen und Läufer allerdings wenig störte.

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Auf der Stadionrunde war zunächst die Zeitmessung mit Zielbogen, dann ein Versorgungszelt, in dem es den ganzen Tag über eine super Versorgung für die Betreuer und Zuschauer gab und wo auch später die Siegerehrungen stattfanden. Anschließend gab es die offizielle Läuferversorgung und anschließend folgte die Betreuungszone, in der wir unseren Betreuungspavillon aufbauten.

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Ein Teil des Betreuungsteam. Neben mir sind Christian Mohr, Sylvia Faller, Cathrin Haake, Volker Greis, Martina Stumpf-Irrgang und Ralf Kappus.

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Evi und Guido Piehlmeier versprühten wie immer gute Stimmung, die jegliche Ermüdungserscheinungen bei Betreuern und Läufern überlagerte. 

Um 16 Uhr gab es die erste Siegerehrung der besten Frauen und Männer und kurz danach waren auch alle unsere Läufer im Ziel. Insgesamt gab es bei der Veranstaltung aus unterschiedlichen Gründen eine recht hohe Aussteigerquote, aber alle unsere Läuferinnen und Läufer haben erfolgreich den Wettkampf beenden können, teils tolle Debuts abgeliefert, teils neue Bestzeiten erzielt, teils etwas zu kämpfen gehabt.

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Daher konnten wunderbar alle Beteiligten mit einem Becher Sekt den Augenblick ein wenig feiern und die Freude über die guten Ergebnisse teilen. Den Umständen entsprechend angemessen mit alkoholfreien Sekt aus Pappbechern. Völlig egal, es war eine tolle Gelegenheit, sich gegenseitig zu gratulieren und Danke zu sagen.

Die dritte Person von links ist übrigens Jens Allerheiligen, der ebenfalls das Betreuungsteam unterstützte.

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DUV-Präsident Olaf Ilk ehrt das Meisterschaftsteam, das eine überragende Leistung zeigte und im Team Vereinsrekord lief.

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Nachdem bei der Siegerehrung alle Läuferinnen und Läufer reichlich mit Medaillen behangen wurden, sind wir noch in ein kleines Restaurant gefahren, um den Tag ausklingen zu lassen. Es war ein wunderbarer Abend müder Gesellen!

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Doch damit war das Wochenende längst noch nicht zu Ende, denn am Sonntag lud das Präsidium noch zu der traditionellen Jahresabschlussfeier ein. Präsident Christian Mohr begrüßte die Anwesenden, erklärte den Ursprung der Veranstaltung, der darin liegt, dass es schön ist, am Ende der Saison auf ein Jahr voller Höhepunkte zurückzublicken und der Verein durch die Veranstaltung die Möglichkeit hat, das durch den Erfolg bei der Ultramarathonbundesliga gewonnene Preisgeld den beteiligten Läufern und Betreuern „zurückzugeben“.

Anschließend konnte ich zu allen Meisterschaften ein paar Besonderheiten erläutern und einen kleinen Film zeigen. Für die Gäste etwas überraschend aber sehr erfreuend war, dass bereits ein Film über den gestrigen Tag mit dabei war, der die emotionalen Augenblicke noch einmal aufzeigte. Durch den Sieg von Susanne hat der Verein in seiner nun elfjährigen Geschichte zum ersten Mal einen Einzel-Titel bei einer DLV-Meisterschaft gewonnen!

Eine inoffizielle Hochrechnung hat darüber hinaus ergeben, dass wir auch bei der 100km-Meisterschaft die Tageswertung der Ultramarathon-Bundesliga gewonnen haben und daher zum vierten Mal in diesem Jahr die „Mannschaft des Tages“ wurden.

Ein sehr unterhaltsamer Vortrag beendete die Feier. Walter Hösch, der im Februar in Finnland nahe am Polarkreis an einem Wettkampf über 300km teilnahm, bei dem er eine Pulka ziehend über zugefrorene Flüsse und Eisfelder lief, berichtete von seinem Abenteuer.

Nach so vielen zu feiernden Begebenheiten und einer unglaublichen, spannenden Geschichte trennten wir uns nur ungerne voneinander, aber mit dem festen Versprechen, uns baldigst wieder zu treffen.

Wir freuen uns schon auf die Meisterschaftssaison 2020! 

Text und Bilder: Michael Irrgang, 22.09.2019

Deutsche Meisterschaften im 10 km Straßenlauf des DLV in Siegburg am 15.09.2019 

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Stefan Beckmann und Herbert Wienen in Siegburg.

10km1Am letzten Sonntag fanden die Deutschen Meisterschaften im 10 km Straßenlauf statt. Aus ganz Deutschland kamen über 500 Spitzen-LäuferInnen nach Siegburg, um die jeweiligen Meistertitel unter sich auszumachen. Der Stadtkurs in Siegburg gilt in Läuferkreisen durchaus als anspruchsvoll, denn schließlich geht es auf dem 2,5 km langen Rundkurs, auf einem Abschnitt von 900 m bergauf und an dessen Ende wartete dann eine Kopfsteinpflaster Passage. Im Rahmen der Deutschen Meisterschaft musste dieser Kurs 4-mal absolviert werden. „Die Strecke ist sehr profiliert, aber bei einem Meisterschaftsrennen geht es ja nicht um Zeiten, sondern um Titel und Platzierungen“, so begrüßte Katrin Dörre-Heinig (Marathon Bundestrainerin) die StarterInnen.

Von der LG Ultralauf wagten sich mit Herbert Wienen und Stefan Beckmann gleich zwei Läufer auf die ungewohnte Kurzdistanz. Stefan belegte bei optimalen Bedingungen einen guten 16. Platz in seiner Altersklasse. Für Herbert lief es optimal. Der 65-jährige rannte mit unglaublicher Leichtigkeit über die 4 Runden. Von Runde zu Runde arbeitete er sich im Klassement kontinuierlich nach vorne. Schließlich stürmte er bei dieser schweren Strecke in 40:52 min über die Ziellinie. Damit war Herbert Deutscher Vizemeister in seiner Altersklasse M 65.

„Das stetige Auf und Ab der Streckenführung und die äußeren Bedingungen lagen mir einfach. Ich habe alles in den Lauf reingelegt, aber eine derartige Platzierung hätte ich vorab niemals für möglich gehalten. Als der Veranstaltungssprecher meinen Namen und die Platzierung rief, konnte ich es kaum glauben“, strahlte der frischgebackene Deutsche Vizemeister im Ziel.

Text und Bilder: Stefan Beckmann, 20.09.2019

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Andreas hat auf seiner Facebookseite sehr unterhaltsam und kurzweilig vom TAR 2019 berichtet. Die Tagesberichte haben wir hierher übernommen.

TAR 1. Etappe - 1. Abenteuer.

Und das ging schon im Bus los, der mich von Immenstadt nach Oberstdorf bringen sollte. Eigentlich fährt da ein Zug, aber dann auch wieder nicht, denn es fehlt an Lokführern. Das ist nicht Postillon, das ist das Leben. Naja, wenn die Personalabteilung mit dem gleichen Personal bestückt ist wie die Zugbegleiter bei Alex, kann ich es verstehen. Die meinen nämlich, dass ihr Englisch besser zu verstehen wäre, wenn es lauter ausgesprochen würde (CHANGE BUS IN IMMENSTADT YES VERSTEHEN?) Ohrenarzttermin Check, und die Frau war zwei Abteile weiter... Ja, bei Alex gibt es noch Abteile.

Die Tasche, also die Tasche, wo alles drin ist, habe ich also sorglos in den Kofferraum des Busses gepackt. In Oberstdorf war sie weg. Dafür war ein bisschen Stimmung am Busbahnhof, wofür ich nun wieder gesorgt habe. Schließlich habe ich noch einmal das Innere des Busses durchsucht und dort war die dann. Der Busfahrer meinte im schönsten Kluftinger-Deutsch: "Hasch du gschlofe, oder waas?". Egal, Tasche wieder da, alles gut.

Der Rest des Abends verlief unspektakulär, von der Vorfreude des anstehenden Starts bestimmt. Ebenso unspektakulär war der Start selber inklusive der Kontrolle der Pflichtausrüstung, vor der ich große Sorgen hatte. Aber wir hatten ja alles dabei also gab es auch kein Problem.

Und dann ging es los. Erst beschaulich durch Oberschdorf (lokaler Slang), an Marktständen und Badelatschen vorbei, leicht die Straße ansteigend zu einem Bergpanorama hin, dann noch ein bisschen durch den Wald und in Serpentinen die ersten Berge hoch zur ersten VP. Ich sagte noch zu Sabine, dass es ja ganz schön sei, am ersten Tag erstmal leicht durchs Allgäu, um sich ein bisschen in die Alpen einzugrooven.

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Yo, das Eingrooven war nach der ersten VP vorbei. Dort hatten wir noch endlos Zeit zum Cut-Off. Aber dann ging es los. Stöcke raus, Singletrails, über den ersten Pass. Und Downhills, die ich mal als alpine Trails durchgehen lassen würde. Aber ich bin ja nur ein Flachlandtiroler aus dem Bergischen und bekam Schwierigkeiten, nicht vor der Höhe, aber vor dem richtigen Auftreten. Durch das Hochziehen schon gut geschwächt, hatte ich schon bei Kilometer 20 gute Konzentrationsschwierigkeiten.

Glücklicherweise hatte Sabine das alles im Griff, inklusive mich (du-trinkst-jetzt) und an Wasserstellen war kein Mangel.

Und das waren nicht einfach Wasserstellen. Das kristallklare Zeugs, was da in die Futtertröge floss, war das köstlichste, was ich seit langer Zeit getrunken habe. Dafür habe ich keine Worte, weil ich müsste "Erfrischung" sprachlich verzehnfachen.

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Die offizielle zweite VP ließ etwas auf sich warten, aber kam dann doch. Durch mein Downhill-Dancing war der Vorsprung vor dem Original-Cut-Off deutlich zusammengeschmolzen. Es gab zwischenzeitlich einen großzügigen neuen, den uns ein Crew-Mitarbeiter so erklärt hat: "Mei, es isch an bissl warm und dr Wäg isch an bissl verblockt, sind auch paar Wanderer da". Ich übersetze mal aus dem Allgäuerischen: Trails schmal und voll ohne Ende, technisch, gerne mit Hände und die Sonne knallt auch richtig geil rein. Na Primel ;-)

Aber für uns sollte der alte Cut-Off gelten, so viel Ehrgeiz musste sein :-) Nicht gereicht hat es dafür, vor dem Gewitter ins Ziel zu kommen, aber so gerade nicht🌩️, aber egal. Der Spaß kam nicht zu kurz. Und wer Abenteuer haben will, zählt eben auch seinen Preis :-)

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Morgen auf ein neues 💪

 

TAR 2/8 Cut-Off-Terror und kleiner Berg Arschloch :-)

Der Tag begann eigentlich ganz gemütlich, sieht man mal davon ab, dass er mit 5 Uhr Frühstück auch recht früh begann, weil der Start wegen des dann doch ausgefallenen Gewitters vorverlegt werden musste. Aber wir haben gelernt, die Alpengewitter ernst zu nehmen, insofern gab es kein Gemoppere und den Bericht gibt es auch schon früher :-)

Außerdem hatten wir in Lech eine so gut aufgelegte und lustige Hotelwirtin (siehe auch Fotos) dass der Morgenfrust, sollte er denn vorhanden gewesen sein, schnell verflog.

Am Start dann mittleres Chaos bei der Findung des richtigen Startblocks. A schied aus, C hätte unserer Gesamtplatzierung entsprochen, aber die Senior-Master-Mixed-Platzierung war B. Wir entschieden uns dann, der Plan-B-Chefin zu folgen, die Mitarbeiter fanden auch, dass das ein guter Plan sei. Die hat auch immer gute Laune, obwohl sie seit Oberstdorf wahrscheinlich 0 Minuten geschlafen hat, Morgens, Mittags, Abends immer am Lachen und Jubeln und dabei im Gegensatz zu manch anderem mit Mikrofon erfrischend unprätenziös und natürlich. Die Briefings und Werbebotschaften fangen nämlich an zu nerven und wir sind erst bei der zweiten Etappe.

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OK, Start. Schon am Vorabend war uns klar, dass die Cut-Off-Zeiten kein Selbstläufer werden würden, natürlich wollten wir auch wieder spätestens zur A-Zeit drin sein.

Aber wir sahen uns dann schnell in einem Monsterstau vor dem ersten Berg, und um uns herum war noch Wald. Hin und wieder konnten wir ein bisschen überholen, was genauso viel brachte wie der Spurwechsel im Kolonnenverkehr. Nach Aufforderung gelang es mir - nicht - mich zu entspannen, aber ich konnte immerhin meine Klappe halten. So stapften wir den ersten Berg hoch und ich habe zumindest eine gute Ablenkung gehabt, nicht zu merken, dass 1000 Höhenmeter auf 5 km anstrengend sind. Naja, wir kamen mit 40 Minuten Puffer an. Weiter.

Nach jedem Berg kommt ein Downhill, ich kann es ja leider nicht ändern. Zwar habe ich mich ein paar mal hingesetzt (nicht gelegt, da lege ich jetzt Wert drauf), fand mich aber trotzdem - naja etwas - souveräner als gestern, wo frau mir meine Angstzustände offensichtlich angesehen hat.

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VP2 wurde ebenfalls mit ausreichend Puffer erreicht, so dass wir uns langsam etwas entspannen konnten, und der letzte Berg sieht doch auf der Karte harmloser aus als der erste...

To make a long story short, er war es nicht. Gemeiner Weise war er komplett bewiest, so dass man schon unten sehen konnte, wie weiter oben ganz klitzekleine Zweibeiner...

Ich versuchte es mit externem Support: "Wie weit ist es noch bis zur nächsten VP?" "Sechshundert Höhenmeter". Jo Mei, die Kühe haben es ja auch geschafft, wenngleich natürlich ohne Cattle-Off. Und wir auch.

Danach lockeres Runterhoppeln ins Ziel durch schöne Heidelandschaften und Wälder nach Sankt Anton. Vor dem Downhill wurden wir gewarnt ("technisch", gefährlich), aber wir empfanden ihn als machbar. Größenwahn oder Gewöhnung?

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Im Ziel erneut als 16. Team von 29 noch im Rennen befindlichen angekommen. Vielleicht sollten wir ein Deal mit der Rennleitung machen, und schon mal nach Sulden...? Nee, dafür sind die Trails und insbesondere die Ausblicke von diesen doch zu schön.

Schmerzlevel Plantarfuckziitis derzeit bei 0,3 auf einer Skala von 0 bis 10. Da will ich aber mal so gar nicht moppern, weiterhin medikamentfrei hier mit großer Dankbarkeit. Morgen geht es wieder auf eine größere Tour, Regeneration läuft 🛌💤

 

TAR 3/8 Who the fuck ist Neureuther?

Heute war für eine große Etappe (meine Uhr macht die ja immer noch Mal ein bisschen größer) schlechtes Wetter angesagt, daher wurde der Start um zwei Stunden auf 9 Uhr nach hinten verschoben. In der Tat hat es in der Nacht ordentlich geregnet, am Morgen um 7, wo der Veranstalter Sorge hatte, dass wir im Regen stünden, dafür gar nicht.

Na ja, wie man es macht, macht man es verkehrt. Und wir wollten, diesmal von vorneherein richtig in Block ...B eingeordnet, den Fehler von gestern nicht wiederholen und uns zu weit hinten am Berg anstellen, also weiter vorne einsortiert und mit den anderen losgerast.

Das war nicht schlau und sorgte für schlechte Laune bei Sabine und den Stau am Berg hatten wir trotzdem. Naja, morgen wählen wir einen dritten Weg. Oben am Berg kehrte sich die Laufrichtung wie gewohnt um und ebenso habe ich dann, obwohl ich es nicht vorhatte, Sabines Laune übernommen. Downhill kann ich sowieso nicht und nach Dauerregen im Schlamm erst Recht nicht. Man kann sich ja auch Mal zusammenreißen, für einen Kilometer, oder zwei, oder drei...

Nach fünf Kilometer Dauerrutschen und mehrfachem Hinlegen (das kann heute nicht schöngeredet werden) kam es zum Wutausbruch: "IST MIR JETZT SCHEIẞEGAL", Stöcke hatte ich, die Skier habe ich mir dazugedacht und ab ging's mit Gebrüll. Ihr werdet es nicht glauben, die Mitstreiter taten es ja auch nicht, das war mein trittsicherster und beeindruckendster (also im Sinne von Laufgeschwindigkeit) Downhill heute :-)

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Der Regen war gar nicht so problematisch, unsere Launen besserten sich auch zusehends "na Hauptsache es macht euch Spaß" "NEIN" und die Cut-Off-Zeiten waren heute überraschender Weise auch kein Problem. Nach dem zweiten Berg gab es noch Mal eine fiese steile Wiese, wo ich nach einer theatralischen Seitenrolle ein Stück Schlitten gefahren bin (die Stöcke hatte ich, den Schlitten...). Anderen erging es leider schlechter. Ein Mitläufer hat sich wohl so böse verletzt, dass der Hubschrauber kommen musste. Gute Besserung unbekannter Weise, immerhin kam die Hilfe schnell.

Für Fotos war heute keine Muße und kein Wetter, morgen vielleicht wieder mehr. Heute nur Platz 17, insgesamt Platz 16 verteidigt. Morgen kommt die Königsetappe - bei ☀️

 

TAR 4. Etappe
Hopp Schwyz, oder - Sulang mer noch am Lääve sin

Ihr ahnt es nach diesem Titel, das Team Kölnpfad hat es auf der "Königsetappe" von Landeck am Inn nach Samnaun in der Schweiz geschafft. Knapp 3.000 Höhenmeter (🤮) mussten dazu auf 46km bezwungen werden und das haben wir in Freundschaft, Harmonie, gegenseitiger Aufmerksamkeit und großem Teamgeist geschafft.

Mit einer aus unserer Sicht durchaus respektablen Zeit von 09:46 (eindreiviertel Stunden über dem Durst) konnten wir dabei auch unseren 16. Platz von - nur noch - 27 Teams in der Senior Master Mixed - Kategorie verteidigen. Dazu eine Eingangsbemerkung: Wenn man diese "Leistungsangaben" mit denen der jungen (die Bildzeitung würde jetzt schreiben: blutjungen) Mädchen mit den weizenblonden hochseetaudicken Zöpfen und den ebenso vor Energie sprühenden Kerlen mit ihren stahlblauen Augen, Bärten, beide Geschlechtsvertreter mit Bodies, deren Perfektion ich mir nicht ausdenken könnte, vergleicht, mag das ja irgendwie komisch wirken. Aber es ist ebenso, dass unsereins mit zunehmender Sicherheit vor dem Cut-Off auch Mal zwischendurch entspannt genießen kann oder Fotos machen darf (ihr seht dann schon, welches ich meine), für deren Veröffentlichung die erstgenannten Sprinter sofort ihre Sponsoren verlieren würden :-) Außerdem müssen wir niemals ein "Leader"-Hemd tragen oder allabendlich eine "spontane" French-Can-Can-Vorstellung geben. Auch dürfen wir Mitläufer aus "unserer" Kategorie beglückwünschen und jeden Morgen ehrlich viel Erfolg und Glück wünschen. So viel Text für Platz 16, aber das musste jetzt Mal raus :-)

Und wir mussten in Fließ am Inn sehr früh raus, um mit dem Shuttle an den Start gebracht zu werden, der pünktlich um 07:00 im Halbdunkel stattfand. Dazu gab es um Punkt 5 das beste Frühstück von der gefühlt 90jährigen Pensionswirtin, die zu jedem der aus eigener Herstellung kommenden Lebensmittel auch eine Geschichte parat hatte. Großartig.

Am Start in Landeck haben wir uns diesmal nicht von der allgemeinen Block-B-Hysterie mitreißen lassen und es somit souverän und mit Spaß auf den ersten Berg geschafft. Das war prima und passte auch zu dem traumhaften Wetter. Es ist einfach ein erhabenes, majestätisches Gefühl, von oben auf watteweiße Wolken unter blauem Himmel auf die Bergspitzen zu schauen. Zum positiven (!) Gefühl der eigenen Unerheblichkeit gesellt sich dann dasjenige von Ruhe, Gelassenheit und Frieden. Wer könnte von sich behaupten, dass er davon zuviel hätte?

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Eine VP gab es natürlich auch, bei der das Team Kölnpfad stilecht mit Kölscher Musik empfangen wurde, und entsprechend gestärkt ging es bei zunehmendem Sonnenschein weiter im Halbhang durch Schluchten und nicht minder aufsehenerregender Optik. Die Wegbeschaffenheit bestand größtenteils aus schmalen verblockten Singletrails (das sind die, wo die Steine dann von der Seite gegen die Knöchel hauen, wenn man nicht aufpasst), die so halb laufbar waren, zum Schluss halt immer schlechter, weil die Konzentration nachließ. Einen Matschweg gab es auch, ohne Gefälle, ich habe diesem trotzdem den Gefallen getan, mich einmal kurz reinzulegen, war aber unspektakulär.

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Spektakulärer war der zweite Berg, der über Geröllfelder und Steilanstiege einfach nur anstrengend war. Zwar meinte ich am Fuße des Monsters stehend noch großmäulig, wenn ich die Wahl zwischen einem weiteren Matschweg, wo man überhaupt keinen Meter machen kann und dem zweifachen Monsterberg hier hätte, würde ich letzteres wählen. Ob ich das wohl geschafft hätte, bleibt fraglich, ihr dürft euch das entsprechende Foto anschauen. Ja, Sabine und ich hatten den gleichen Weg, ja, irgendwie sehe ich etwas gezeichneter aus :-)

Das Problem ist nämlich, dass die Luft in 2800m Höhe nicht mehr ganz so gehaltvoll ist. Ein Mitläufer meinte, dass das doch super wäre, dann könnte ich mich darauf freuen, dass beim Downhill mit jedem Atemzug wieder mehr Luft in die Muskeln käme. Ich liebe Läufersprüche. Allerdings hätte die Luft auch bei 2800m durchaus ausgereicht, dem Kollegen die beeindruckende Ähnlichkeit zwischen einem Trailstock und einem Florett vorzuführen. Aber wir haben uns ja alle lieb ;-)

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Dann kam aber der Downhill und der war Straße, das können wir und sind entspannt die Straße runtergerollt. Mit aufkommenden Heißhunger malten wir uns auch schon diverse Menüs aus, die sowohl die VPs als auch die kulinarisch eher dröge Pastaparty bereitzustellen hätte. Wir wurden in beiden Fällen positiv überrascht. An der VP gab es die "bestellte" Kartoffelsuppe und bei der Pastaparty, zu der wir nachher mit der Seilbahn hochfahren mussten, Salat. Wow.

Tja, und so kamen wir quasi unbemerkt in die Schweiz hinein, in einen Flecken des Graubündner Engadin, der - mit dem Auto ;-) - nur von Österreich aus zu erreichen ist. Mit Ausnahme der unvermeidlichen Duty-Free-Shops ein sehr schöner Flecken.

Ja, ich weiß, dass ein Dütscher niemals am Ende eines Satzes "oder" sagen oder überhaupt versuchen darf, den Dialekt zu imitieren. Obenstehendes "oder" diente ja auch nur zum Anschluss des zweiten Satzteiles :-)

Morgen ist Ruhetag, den wir mit einem stressfreien (keine Pflichtausrüstung, kein Cut-Off) Läufchen zur gipfelseitigen Salatbar begehen werden. Das könnte uns natürlich den Platz 16 kosten.

Ja, das Leben kann schon grausam sein

 

TAR 5/8 - Ruhetag

Heute war der so genannte Ruhetag mit einem kleinen "Bergsprint" hoch zum Restaurant, wo man nach dem Mittagessen (für Sabine und mich zusammen sechs Salate, zwei Suppen, zwei Hauptgerichte) mit der Seilbahn wieder hinunterfahren konnte.

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Die Besonderheit beim Start war, dass die Teams nicht nur jeweils eine eigene sekundengenaue Startzeit bekamen, sondern die langsamsten als erste starteten und die schnellsten als letzte. Man lief durch eine doppelte Schleus...e, wurde von wichtigen Leuten mit Sonnenbrille und Walkie-Talkie (sagt man das heute noch so?) mit vielen Spiralkabeln befragt ("66, seid ihr bereit?" "Stellt euch an den schwarzen Strich" "noch zwanzig Sekunden" " das ist eure Uhr, noch 5-4-3-2-1-0"). Sehr NASA-mäßig das ganze.

Am darauffolgenden Berg aber schnell wieder das übliche, hochsteigen mit Stöcken, teilweise auch mit Seilen. Überholbedarf gab es reichlich, es kamen ja immer Schnellere nach, so dass wir uns häufiger mal zur Seite stellten, um einen ganzen Schwung durchzulassen.

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Es sollte ein Entspannungstag werden, dass haben wir mit 1:45 auch geschafft. Die Schnellsten brauchten eine ganze Stunde weniger. Obwohl wir heute nur 20. wurden, bleibt die Gesamtplatzierung Platz 16. "Unsereins" kann eben auf so einer Kurzetappe auch nur ein paar Minuten rausholen.

Das sieht morgen ganz anders aus, wenn es nach Scuol oder Schuls (ich konnte sogar einen ortsansässigen Schweizer mit meinem Trivia-Wissen um den deutschen Namen dieser Stadt beeindrucken) geht. Das wird wieder eine große Etappe, leider bei nicht mehr ganz so schönem Wetter ☂️

 

TAR 6/8 - Allegra, Downhill-Bine oder der große Regen

Heute ging es von Samnaun nach Scuol. Alles sah nach Business as usual aus, Start um 8, Wetter neblig aber trocken, Hinweis des Veranstalters, dass wegen eines drohenden Unwetters die Cut-Off-Zeiten brutalstmöglichst umgesetzt würden, und raus. Doch es sollte anders kommen...

Die erste Cut-Off-Zeit machte uns ein bisschen Sorgen, da uns eindreiviertel Stunden für einen ganzen Berg knapp erschienen. Es war aber nur ein geteerter Wanderweg, easy. Beim Downhill gab es leider keine schönen Bilder, da alles im Nebel lag. Zur VP2 hatten wir bereits so viel Puffer, dass es Zeit für neue Gesprächsthemen wurde. Zum Beispiel, dass diese Etappe eine ganz einfache sei. Ich erwähnte noch ganz leise, dass ich das eigentlich vom TAR so kenne, dass bei den großen Bergen nach den Waldstraßen und den Almwiesen immer auch noch ein ordentliches Stück Geröllfeld kommt.

Bevor wir aber zu einer Grundsatzdiskussion darüber kamen, ob ich nicht statt ständiger Schwarzmalerei mich einfach mal über eine leichte Etappe freuen sollte, kam das herbeigeunkte Geröllfeld auch schon.

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Steil, aber machbar - bei trockenem Wetter. Es setzte Regen ein. Regenjacken raus. Es setzte Hagel ein. Westen raus. Sabine friert. Sabines Regenjacke hält nicht dicht. Sabine wird nass. Es kommen Blitze vorbeigeschossen. Andreas hält die Klappe. Andreas hält die Stockspitze nicht nach oben.

Wir schaffen den Pass. Es setzt ein schwerer Landregen ein. Sabine möchte verständlicher Weise schnell ins Ziel. Andreas kommt am Downhill nicht mit, wie immer. Die Wege verwandeln sich in unpassierbare Matschwüsten, teilweise mit querliegenden Baumstämmen. Andreas Schuhe stellen sich mehr und mehr als Vollausfall dar. Andreas fällt hin. Andreas kriegt schlechte Laune. Andreas steht an einem Matschhang und rutscht stehend ab, kann sich nur noch durch ein beherztes Einpflocken mit dem Stock halten. Andreas fasst einen einfachen und klaren Entschluss: Neue Schuhe, heute noch.

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Die letzte VP war wegen des üblen Platzregens nicht mehr so attraktiv, wir entschlossen uns, schnell ins Ziel zu rutschen. Mit 8:15 konnten wir zwar überraschender Weise unseren 16. Platz verteidigen, blieben aber wegen meines Downhill-Ausfalls unter unseren Möglichkeiten. Warum habe ich nicht meine Speedgoat mitgenommen. Ja, sie hatten deutlich weniger Profil als die Stinson ATR oder die Mafate, sind aber bei Matsch deutlich besser geeignet und der Stinson schmiert leider übel ab. Ab morgen werden es Testschuhe von Salomon richten, passen tun die auf jeden Fall schon Mal super. "Willst du die denn nicht vorher mal anprobieren?"
"Nein ich will die haben. Ich kaufe sie so wie sie sind. Es ist eine Frage von Leben und Tod."
"Aber nur geliehen"
"Aber beide Etappen"
"Gut"
(Ich muss Eindruck am Stand gemacht haben :-) )

Und man muss eines festhalten: Die Zahl der Teams schrumpft. Immer wieder hört man von und sieht man alleine gelassen Läuferinnen und Läufer, die ihres Partners verlustig gegangen sind, weil diese böse Verletzungen oder Erschöpfungszustände davontrugen, die ein Weiterlaufen unmöglich machen. Der TAR ist definitv kein Kindergeburtstag, so viel haben wir in den ersten sechs Etappen schon gelernt und zwei kommen noch. Das sollte man nicht unterschätzen, insbesondere wenn das Wetter umschlägt.

Ich bin froh, dass wir im Ziel sind. Morgen bitte wieder regenfrei (aber die Trails werden heute Abend noch gut gewässert, soll ja keiner eine Staublunge bekommen).

Und dann wollen wir morgen doch mal sehen, was die neuen Schuhe können 🚀.

Fotos gibt es heute keine neuen. Dafür ein paar aufgewärmte. Bei Sonne sieht das alles besser aus :-)

P.S.: Ich habe auftragsgemäß den Streckenposten in "Schuls" ein joviales "Allegra!" zugeworfen. Es gab auch direkt lächelnde Gesichter, das scheint also was positives zu bedeuten. Allerdings kam dann auch noch ein Wortschwall zurück, der mich entfernt an italienisch erinnerte, was ich auch schon nicht kann. Besser schnell weiter...

 

TAR 7/8

Raindrops keep fallin' on my head

https://m.youtube.com/watch?v=QTAabcSg8H0 (Achtung: Wer ein Problem mit Schnulzen hat - nicht klicken. Wer nicht weiß, was eine Schnulze ist - auf eigenes Risiko)

...

Heute ging es vom graubündischen Scuol ins südtirolerische Prad im Vinschgau.

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Der Weg war mit 47km zwar lang, mit nur 1700hm aber grundsätzlich machbar. Eigentlich somit eine unspektakuläre Etappe, wäre da nicht das grandiose Tal der Uina, eines Nebenfluss des Inns und natürlich das Wetter gewesen.

Fangen wir mit dem positiven an. Jenes Val d'Uina ist wirklich aufsehenerregend. Man läuft zunächst aus der Innhöhe kommend durch Waldstraßen immer weiter gegen die Flussrichtung in das Tal hinein. Dann schraubt sich der Weg immer weiter in den ausgesetzten Fels, teilweise durch Tunnel mit Blicken auf die wild hinabschießende Uina. Auf Passhöhe kamen wir dann auf ein Schneefeld. Yo, im September. Irgendwie musste ich an den dicken Donald denken, der ja jetzt mit seinem Filzstift auch in Wetter macht. "C'mon dude, you wouldn't mind a shot of good old climate change now, right?" Aber bevor das hier in eine virtuelle Diskussion über den Gegensatz von Wetter und Klima abdriftet (den good old Donald und die seinigen ohnehin nicht verstehen), bleiben wir einfach beim heutigen Wetter im Engadin und Südtirol.

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Und das war, um es kurz zusammenzufassen, erneut Scheiße. Pünktlich zum Schneefeld setzte Dauerregen ein, und der hielt sich konstant bis zum Ziel in Prad, wo wir völlig durchnässt ankamen. Zusätzlich merke ich auch, dass meine Kräfte schwinden, mir war heute über weite Strecken übel, ich kam zum Schluss kaum noch mit Sabine mit, die zwar am Anfang immer ein bisschen Warmlaufen muss, aber dann grandios ins Ziel zieht, insbesondere bergab.

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Aber die eine Etappe schaffen wir morgen noch, vielleicht ja sogar bei besserem Wetter. 31km/2600hm ist natürlich eine üble Formel. Ich muss da an Trenker, Messner und Steigeisen denken, und weiß noch so gar nicht, ob der Gedanke daran meinem regenerationsbedürftigen Magen guttut. Aber wenn es zu einfach wäre...

Und ihr wollt jetzt noch wissen, wie sich die neuen Schuhe so geschlagen haben? Schnell erzählt: Heute Platz 13, dadurch gesamt auf Platz 15 von nur noch 25 Teams aufgestiegen. Der Treppenwitz dabei: Einen Zähler vor dem Team Salomon ;-)

So morgen geht das Leben noch einmal rauf und runter (sehr witzig, Herr Bertelmann) und dann wird ausTARiert

 

 

TAR 8/8
Wieviel Leben passt in eine Woche?

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Ein halbes dutzend mal "Epic Fall" vom Andreas
https://youtu.be/fqm_7JGk_nY (Minute 03:00)

Alpen in vier Ländern von strahlend blauem Himmel bis zu üblen Gewittern.

Lachen, Kampf, Genießen, Fluchen, Freundschaft, Teamgeist, gemeinsamer Erfolg.

Oberstdorf. Wann waren wir denn in Oberstdorf?

Auf jeden Fall war das ein Etappenlauf, der mich an meine physischen und psychischen Grenzen gebracht hat und den ich ohne Sabine nicht geschafft hätte. Sie wusste immer, wann es schneller musste, wann es langsamer musste, was gerade geht und was nicht geht, sie war mein Stock, Trainerin und Freundin und ist darüber hinaus zum Schluss abgegangen wie... Ich sage nur: Platz 15 verteidigt :-)

Doch wie lief die letzte Etappe? Dazu muss man wohl mit dem Vorabend anfangen, wo wir entschieden haben, dass ich aufgrund meiner Angeschlagenheit besser im Hotel bleibe und mich auskuriere, vielleicht einen Ingwertee und einen drögen Zwieback zu mir nehme.

Ja und da saß ich so vor meinem Tee und bekam Appetit auf einen Salat. Und - das ist jetzt pervers, wenn man weiß, dass es beim TAR jeden Abend Pastaparty gibt - auf Spaghetti mit 🍅 Sauce.

Die Oberin hörte sich die Bestellung an, schaute mich an und änderte sie einfach ab. Ich möge mir unter einem großen Salat doch bitte einen großen Salat vorstellen, und wenn ich danach noch wirklich weiteren Hunger hätte, dann könnte ich ja...

Ich aß den Salat und bestellte danach die Spaghetti. Irgendetwas muss da wohl in der Küche verstanden worden sein, denn es kam eine ganze Pfanne, die für drei volle Teller reichte und die ich mit Appetit verspeiste. Ich war danach wohl satt, kann aber jetzt etwas mit dem Begriff TAR-Wampe anfangen, der hier vor einiger Zeit herumgeisterte.

Heute Morgen war ich nicht superfit, es ging aber und ich entschied mich, die Medical Crew nicht wegen Magenpillen aufzusuchen, das kann ja gerne auch nach hinten losgehen. Gute Entscheidung. Geregnet hat es gleich beim Austritt aus dem Hotel, der Transferbus hatte ein riesiges Termometer, wo 6 Grad zu lesen war und die Scheibenwischer wurden immer stärker eingestellt. Ich sage mal, die Gespräche im Bus waren eher verhalten, es herrschte weniger Kegelclubathmosphäre als ein im Raum stehendes "irgendwie jetzt die letzte Etappe durch und gut ist".

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Die Route selber wurde angepasst, weil der Originaltrack in Schneegebiete führte, ich fand die alternativen 28/2200 vom Gefühl her für mich heute auch ausreichend. Und in der Tat hörte doch zum Start der Regen auf! Dem nicht genug, wir konnten sogar von mehreren Almhütten tolle Panoramen in das schneebedeckte Hochgebirge erhaschen. Die drei Berge waren anstrengend, aber, da trockenes Wetter von oben, schaffbar.

Gemein war natürlich, dass man vor dem dritten Sulden bereits tangierte und das Gejohle aus der Zielhalle hören konnte. Aber wir hatten noch eine gute Stunde vor uns.

Aber irgendwie ist ja alles beim letzten Mal noch mit einem ganz eigenen Flair behaftet: Der letzte Berg, der letzte viel zu spät kommende 5km-to-go-Pfahl, die letzte VP und der letzte Downhill. Eine Zeitlang wurden wir dabei noch von einem Pulk ausgebremst, die wir aber durch unser Getrappel und mein Gekeuche weichgekocht haben ("lauft's halt vorbei") und dann ging es ab... Ich sage mal, ich kam so gerade mit.

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Ja und in der Zielhalle verspürte ich dann doch noch ein paar Tropfen. Vielleicht war das Dach ja nicht ganz dicht.

Insgesamt ein tolles Event, ich freue mich jetzt auf die Abschlussparty, wo wir den ganzen Ibiza-Rummel mal in voller Härte durchziehen werden. Und ich bin heilfroh, vorher trainiert gehabt zu haben. Schönes Wetter in den Alpen kann nämlich sein, muss aber nicht

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17.09.2019 Bericht und Bilder: Andreas Häußler/TAR

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Wir suchen noch weitere Mitspieler für unser zweites Team „LG Ultralauf - Die Verfolger“ beim Kilometerspiel.

Was ist das Kilometerspiel?

Beim Kilometerspiel tragen Läuferinnen und Läufer ihre gelaufenen Kilometer auf einer kostenlosen und werbefreien Plattform ein. Das Kilometerspiel soll zum Laufen motivieren.

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Bild 1: Man kann sein Training und seine Wettkämpfe dokumentieren.

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Bild 2: Man kann sich mit anderen Mitspielern zu einem Team zusammenschließen und virtuell an einem Wettlauf um die Welt teilnehmen. 

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Bild 3: Auch innerhalb des Teams gibt es eine Rangfolge und man kann versuchen, seine Platzierung zu verbessern. 

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Bild 4: Man kann versuchen bestimmte Aufgaben zu lösen und einen schwarzen Gürtel erwerben.

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Bild 5: Man kann sich mit seiner Leistung aus den Vorjahren vergleichen.

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Bild 6: Man kann gegen sich selbst und anderen um die Wette laufen.

Die Webadresse ist: https://www.kmspiel.de/

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Bild 7: Ein Handbuch hilft bei der Anmeldung: https://www.kmspiel.de/handbuch/

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Bild 8: Die Spielregeln sollte man sich einmal durchlesen: https://www.kmspiel.de/2018/wiki.php?wasist=Regeln

Sollten noch Fragen offen sein, könnt ihr euch gern an Jens Allerheiligen (jens.allerheiligen[at]t-online.de wenden.

03.09.2019 Text und Bilder von Jens Allerheiligen

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